Spielerisch Ordnung schaffen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Kindergarderobe bauen

Spielerisch Ordnung schaffen

Mit unserer Burg aus günstigem Pappel-Sperrholz macht es Spaß, die Diele ordentlich zu halten. Zinnen, Zugbrücke, Fenster und Wehrgänge bieten viel Platz für alles, was der Nachwuchs draußen braucht.

 
Burggarderobe © Eike Krebs
Ob zum Spielen oder als Jackendepot – diese Burg ist einfach riesig für die Kleinen!

Einmal Burgherr oder edles Burgfräulein sein, ist im Reich der Kinderspiele ein Dauerbrenner. Auch im Zeitalter der Spielkonsolen schlüpfen Kinder immer noch gern in die Rolle von Eroberern und Helden. Diese Burg kann jeden Tag wieder erobert werden, denn sie ist eine Garderobe, deren Zinnen Kleiderhaken sind und hinter Fenstern und Zugbrücke verstecken sich Fächer für Handschuhe oder die Sonnenbrille. Große Dinge finden auf den Wehrgängen über dem Tor und auf den Türmen Platz. Gebaut wird die Burg aus Sperrholz, das man am besten schon fertig zugeschnitten im Baumarkt kauft. Die Zinnen sägt man aus einer Quadratleiste und steift die Fassade an der Unterkante mit einer dahinter geleimten Quadratleiste aus. Die gleiche Leiste dient auch als Aufnahme für die Aufhängung. Unser Tipp: Wenn man schwere Kleidungsstücke anhängen möchte, sollte man alle Eckverbindungen zusätzlich mit so einer eingeleimten Leiste verstärken.

Die Teile zuschneiden

Am Anfang ist sorgfältiges Arbeiten gefragt, denn man startet mit dem Aufzeichnen der Burgfassade. Am besten mit einem Bleistift und ohne Druck, damit man die Markierungen wieder ausradieren kann.

1) Zum Aufzeichnen der Burgfassade braucht man neben Bleistift, Radierer und Zollstock einen Teller und eine gerade Leiste als Lineal.
2) Die Stichbögen der Fensterausschnitte werden mit einem Frühstücksteller angezeichnet. Anlagepunkt ist die Mitte vom Fenstersturz.


3) Alle Ausschnitte lassen sich am besten mit einer Stichsäge herstellen. Zum Eintauchen des Blatts vorher am Rand ein 10-mm-Loch bohren.


4) Ein Radiergummi dient zum Entfernen stehengebliebener Markierungen. Wichtig ist, dass man sie nicht ins Holz gedrückt hat.
5) Bei der Zugbrücke kann man nicht vorbohren, weil man beide Teile braucht. Hier hilft ein „Tauchschnitt“ mit der Säge.
6) Die „Torzinnen“ werden erst senkrecht eingesägt und dann mit mehreren Schnitten zu den Ecken und an der Unterkante ausgesägt.


7) Die Fassade ist fertig, wenn man alle Kanten mit Schleifpapier (120er) geglättet und rückseitig eine Leiste zur Aussteifung aufgeleimt hat.

Korpus montieren 

Die Bauteile der Burg verbindet man mit Leim und 16-mm-Holzschrauben. Dabei sorgt die Leimverbindung für Stabilität. Bis zum Abbinden hält Paketklebeband die Teile in Position.


1) Bei der Montage der Burg presst Klebeband die Leimstellen zusammen. Zusätzlich verbinden Schrauben die Bauteile.
2) Die Fensterfächer werden ebenso verleimt und verschraubt. Dabei die Schrauben genau mittig in die Schnittkanten setzen!
3) Mit etwas Abstand zum Fensterausschnitt leimt man die fertigen Fächer rückseitig auf. Die Unterkante soll dabei etwas mehr überstehen.


4) Eine Sperrholzplatte als Zulage auf den Torboden leimen, damit die Brücke 90° öffnet. Die Montagepunkte der Scharniere vorpieken.
5) Mit Ziernägeln die Ketten der Zugbrücke innen an den äußeren Torzinnen und an zwei aufgeleimten Leistenabschnitten befestigen.
6) Ein Magnetschnäpper hält die Zugbrücke geschlossen. Zum Öffnen des Fachs einfach zwischen die Zinnen greifen und leicht ziehen.

Die Zinnen

Aus einer Quadratleiste werden für die Türme 26 Zinnen quasi wie am Fließband hergestellt. Wobei man die hinteren Zinnen auch weglassen kann, da sie als Kleiderhaken zu dicht an der Wand sind.


1) Jeweils zwei Zinnen anzeichnen und mittig einen 45°-Trennschnitt markieren. So lassen sich die Zinnen schnell zuschneiden.
2) Die rauen Sägekanten werden mit 120er-Schleifpapier geglättet. Ein Schleifklotz garantiert einen gleichmäßigen Kantenschliff.

Von der Zinne zum Haken

Am Ende der Burg-Bauarbeiten müssen aus den Zinnen Kleiderhaken werden, wofür man jede Zinne ausklinkt. Hierfür sollte man sich Zeit lassen, denn jeder Sägeschnitt muss sitzen. 


1) Eine kleine Schablone aus Karton (2 x 2 cm) hilft beim Anzeichnen der Ausklinkung. Es bleiben 8 mm Zinne als Haken stehen.

2)Eine Schneidlade hilft beim rechtwinkligen Schnitt quer zur Faser. Den zweiten Schnitt, längs zur Faser, macht man freihändig.

    
3) Die Zinnen an den Türmen werden mit Holzleim und einer zusätzlich haltenden, rückseitigen Verschraubung befestigt.
 

Die Maße der Burg

Als Burg eher klein, als Garderobe geräumig und als Spielzeug großartig: Mit 1,25 m Breite und über 70 cm Höhe bei nur 15 cm Tiefe passt die Burg in jedes Kinderzimmer und auch in jede Diele.
Alle Maße und die Konstruktion der Burg kann man an dieser Zeichnung ablesen. Wer die Dimensionen der Burg ändert, muss die Größe von Tor und Fenstern proportional angleichen. Dasselbe gilt für die Breite der Türme. 

Die Materialien

Alle für dieses Projekt verwendeten Materialien können Sie hier direkt bei unserem Partner eBay kaufen. Für den Bau der Garderobenburg haben wir die Werkzeuge aus dem twercs-Koffer von Vorwerk verwendet. 

 

Jörn Lindemann
Fotos: 
Eike Krebs, Illustrationen: Tillman Straszburger
Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2017. Jetzt abonnieren!
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