Dachschrägenregal | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Dachschräge, Regal

Dachschrägenregal

Dachschrägen gelten zwar als urgemütlich, aber auch als unpraktisch. Nicht so bei Selber Machen! Wir nutzen den Spielraum, den Schräge, Drempel und Giebel bieten, für unsere tollen Wohnideen.

 
Dachschrägenregal © Chris Lambertsen
Dachschrägenregal

Ein Drempel, das kleine Stück gerade Wand unter der Schräge, ist in der Regel schwer zugänglich, ohne sich den Kopf zu stoßen. Genau auf diesem Problem basiert unsere erste Idee: Wir bauten nicht nur ein genau zugeschnittenes Sideboard unter die Schräge, wir statteten es dazu mit passenden Rollwagen aus. Die haben gegenüber Türen einen unschätzbaren Vorteil: Sie können sie soweit herausziehen, dass Sie sich daneben aufrichten können, ohne Ihren Kopf zu gefährden. Oder Sie können den Rollwagen auch bis zum Tisch fahren, um Bastel- oder Büromaterial griffbereit zu haben.

Auch die Deckplatte mit der senkrechten Blende bietet mit einer integrierten Steckdosenleiste ein komfortables Extra. Glücklich, wer da eine Dachschräge hat.

Aufgebaut wird von links nach rechts.

Die beiden Elemente unseres Drempelbaus, Sideboard und Regalwagen, sind aus 19-mm-MDF-Platten gefertigt. Das Montageprinzip des Boards funktioniert so, dass lediglich die erste Seitenwand, die Abstandleisten und die Stoppleiste an Wand und Boden fest verdübelt werden. Die übrigen Seitenwände werden nur durch die verdübelten Leisten und die aufgelegte Deckplatte gehalten.

Die lichte Breite der „Garagen“ hängt von der Breite der Rollwagen und deren Frontplatte ab. Bemessen Sie sie so, dass Letztere auf beiden Seiten auf 2 mm gegen die Seitenwände anschlagen (in unserem Fall: lichte Breite 69,6 cm, Frontplattenbreite 70 cm). Die Tiefe und die Höhe der Rollwagen hängen von Ihrer Dachschräge ab, generell gilt: Je flacher die Neigung, desto tiefer die Wagen. Doch Vorsicht: Wird der Wagen im Verhältnis zur Länge zu hoch, rollt er nicht mehr, sondern kippt leicht nach vorne. Apropos Rollen: Wenn Sie starre Bockrollen statt Lenkrollen verwenden, dann sind die Wagen leichter in der Garage zu bewegen. Die Oberfläche der MDF-Platten behandeln Sie mit einem Buntlack auf Kunstharzbasis. Der ist unempfindlicher gegen Kratzer als ein Acryllack. Die aufgeleimte Furnierplatte aus Ahorn schleifen Sie einmal fein (180er-Körnung), bevor Sie sie mit Klarlack behandeln. Entscheiden Sie sich dafür, Steckdosen in die senkrechte Blende zu integrieren, so sollten Sie sich auf die Dosenmontage und das Verlegen der Leitungen konzentrieren. Der Stromanschluss selbst ist eine Sache für den Fachmann!

Details

  1. ... mit Wagen zum Ausfahren© Chris Lambertsen

    ... mit Wagen zum Ausfahren

    Hinter der edlen Front verbirgt sich ein Regal, das durch die Beweglichkeit des Wagens bequem erreichbar ist.
  2. ... mit Front zum Gestalten© Chris Lambertsen

    ... mit Front zum Gestalten

    Die Flächen der Regalwagen bieten Platz zum individuellen Dekorieren, zum Beispiel mit halbtransparenter Folie.

Dachschrägenregal

  1. Skizze Korpus© Tillman Straszburger

    Skizze Korpus

    Das Sideboard besteht aus MDF-Platten, die Sie sich im Baumarkt auf Maß schneiden lassen können. Den Gehrungsschnitt an der senkrechten Blende müssen Sie selbst vornehmen, ebenso den Leistenzuschnitt unter 10 cm Breite – den lehnen die meisten Baumärkte aus Sicherheitsgründen ab.
  2. Skizze Frontplatte© Tillman Straszburger

    Skizze Frontplatte

    Die Frontplatte besteht aus einer 19-mm-MDF-Platte, auf die eine 5 mm starke Furnierplatte aufgeleimt ist. Die Kanten aus Alu- Profilen sind etwas breiter als die Frontplatte dick ist. Den Überstand von 6 mm mitteln Sie aus.
  3. Skizze Grundplatte© Tillmann Straszburger

    Skizze Grundplatte

    Die Höhe der Grundplatte richtet sich nach der Einbauhöhe der verwendeten Bockrollen. Die Frontplatte sollte 2 bis 3 cm Abstand vom Boden haben.

Sideboard

  1. Seitenwand verdübeln© Chris Lambertsen

    Seitenwand verdübeln

    Die erste Seitenwand verdübeln Sie mit zwei Schrauben an der Raumwand, nachdem Sie sie in Lot und Waage gestellt haben.
  2. Deckplatte verleimen© Chris Lambertsen

    Deckplatte verleimen

    Die Deckplatte ist an der Vorderkante mit hintereinander verleimten Leisten aufgedoppelt. Dort, wo die Platte auf den Seitenwänden aufliegt, sind die hinteren Dopplungsleisten auf Lücke verleimt.
  3. Verbindung © Chris Lambertsen

    Verbindung

    Die Hinterkante der Deckplatte liegt auf an der Wand verübelten MDF-Leisten auf, die als Abstandhalter zwischen den Seitenwänden dienen. Die Verbindung zwischen Platte und Leisten übernehmen kleine Messingwinkel.
  4. Filzstreifen aufkleben© Chris Lambertsen

    Filzstreifen aufkleben

    Auch unten stehen MDF-Abstandleisten zwischen den Seitenwänden. Eine passende Halbrundleiste, etwa 5 cm hinter der Vorderkante im Boden verdübelt, ist Auszugstopp für die Regalwagen. In Höhe der beiden Böden des Wagens sollten Sie Filzstreifen auf die Seitenwände kleben, damit durch das Hin-und-her-Schieben keine Kratzer im Lack bleiben.

Rollwagen Bockrollen

  1. Grundplatte und Mittelwand verleimen© Chris Lambertsen

    Grundplatte und Mittelwand verleimen

    Grundplatte und Mittelwand verleimen Sie stumpf auf der Rückseite der Frontplatte. Pressen Sie die Kontaktstellen mit Klemmzwingen. Eine 4 cm breite Leiste hält den Abstand zwischen Grundplatte und Unterkante der Front.
  2. Borde verleimen© Chris Lambertsen

    Borde verleimen

    Es folgen die beiden oberen Borde, die Sie mit Mittelwand und Frontplatte verleimen und verpressen. Als Abstandhalter zur Grundplatte fungieren diesmal zugeschnittene Plattenreste.
  3. Bockrollen montieren© Chris Lambertsen

    Bockrollen montieren

    Die Bockrollen montieren Sie auf der Unterseite der Grundplatte. Die vorderen sollten möglichst direkt an die Frontplatte stoßen, damit der Wagen nicht kippt.
  4. Profile aufkleben© Chris Lambertsen

    Profile aufkleben

    Winkel- und Flachprofil aus Aluminium kleben Sie mit Konstruktionskleber auf die Seiten- und Oberkante der Frontplatte, aber erst, nachdem die Flächen lackiert sind.
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