Upcycling – Sinnvoller Trend, der zum Mitmachen anregt | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Upcycling – Sinnvoller Trend, der zum Mitmachen anregt

Der Mensch produziert immer mehr Abfall. Was heute in Haushalten weggeworfen wird, landet früher oder später auf großen Mülldeponien und wird hier unter Umständen über viele Jahre hinweg gelagert. Das belastet nicht nur die Umwelt und die Wirtschaft, sondern ist auch für den Grundgedanken der Nachhaltigkeit ein schwerer Schlag. Das Potenzial, den so manches Abfallprodukt hat, entdecken jedoch immer mehr Menschen und beschäftigen sich mit dem kreativen Upcycling.

 
Upcycling ist ein sinnvoller Trend, der zum Mitmachen anregt © Unsplash (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Upcycling ist ein sinnvoller Trend, der zum Mitmachen anregt

Beim Upcycling entsteht aus Abfallprodukten wie Plastikflaschen, Dosen und alten Holzkisten allerlei Nützliches, das im alltäglichen Leben einen Mehrwert hat. Doch nicht nur das Umfunktionieren bereits genutzter Dinge ist Bestandteil des Upcycling, denn vielerorts entsteht inzwischen auch Kunst aus gebrauchten Dingen. Das Schöne am Upcycling ist zweifellos, dass es im Prinzip kaum Grenzen gibt. Wer mit Kreativität und Fingerspitzengefühl arbeitet, wird immer neue und sinnvolle Projekte finden.

Anspruchsvolles Upcycling

Dass Upcycling bislang als rein private Angelegenheit verstanden wurde, wird der Bewegung heute nicht mehr gerecht. Immer mehr Designer aus aller Welt entdecken die Weiterverwendung alter Gebrauchsgegenstände für sich und erschaffen Einrichtungsgegenstände und kunstvolle Designobjekte. Hiermit beschäftigte sich auch der Möbelhersteller Kusch aus Hallenberg in der Aprilausgabe seines Magazins „Programm 100“. Benannt wurde das Magazin nach dem ersten Stuhl, der Ernst Kusch 1939 zur Gründung des Unternehmens anregte. Hier bietet das Unternehmen, das seitdem Designmöbel herstellt, einen Einblick in das professionelle Upcycling und zeigt an einzelnen Objekten, wie viel Potenzial in der neuen Bewegung steckt. Von Lampen aus alten Waschmaschinentrommeln über Kronleuchter aus gebrauchten Fahrradketten bis hin zu modern umgeformten Glasflaschen überzeugen die Upcycling-Stücke nicht nur durch ihr optisches Erscheinungsbild, sondern erweisen sich oft auch als funktionale Helfer.

Kusch Möbel(Foto: kusch.com)

Den Anspruch, den versierte Designer an ihre Wiederverwertungs-Kunst haben, können auch Privatleute in der Garage oder Werkstatt für sich nutzen. Oft erschließt sich die Upcycling-Fähigkeit eines Materials zunächst nicht, weswegen es durchaus einige Zeit dauern kann, bis sich eine tatsächliche Idee herauskristallisiert.

Werkzeug(Foto: Foundry (CC0-Lizenz) / pixabay.com)

Doch auch dies ist sicherlich einer der spannendsten Teil beim Upcycling, denn so wird nicht nur das handwerkliche Geschick, sondern auch die mentale Kreativität gefordert. In der Regel braucht es für das Upcycling nicht mehr als das gewöhnliche Werkzeug, das sich in jedem heimischen Werkzeugkoffer finden lässt. Mit Farbresten und alten Schrauben werden hierbei zusätzlich Abfallprodukte weiterverwendet, deren letzte Station sonst die Mülldeponie gewesen wäre.

Die Holzpalette als Upcycling-Symbol

Geht es um Upcycling, so fallen den meisten Menschen zunächst Bilder von alten Konservendosen ein, die bemalt und als Blumentopf verwendet werden. Hiermit ist das Potenzial der Weiterverwendung jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Wer sich viel Mühe gibt und außerhalb der gewöhnlichen Grenzen denkt, kann es sogar zu einem Bauernschrank aus Pappmaché bringen. Sitzmöbel werden heute gerne aus alten Holzpaletten gebaut. Die Paletten, die mit Holz aus einem der wertvollsten Rohstoffe dieser Welt produziert wurden, erweisen sich hierbei als durchaus geeignetes Material, denn sie trotzen nach einer soliden Behandlung Witterungseinflüssen und sind bei durchdachter Konstruktion sogar bequem.

Die Holzpalette als Upcycling-Symbol(Foto: Unsplash (CC0-Lizenz) / pixabay.com)

Gartenbänke oder auch Doppelbetten aus Europaletten zählen zu den größten Projekten, mit denen ein Einsteiger erste Schritte im Upcycling gehen kann. Dass hier jedoch noch mehr möglich ist, zeigen Kochinseln und Hängeregale aus Palettenholz, wie sie im Blog Weupcycle.com gezeigt werden. Dass die Holzpalette an sich so vielfältig ist, hat sie in der Welt des Upcycling zu einem der beliebtesten Ausgangsmaterialien werden lassen. Dabei tun Heimwerker sogar etwas Gutes für das Klima: „Jeder Kubikmeter Holz entlastet das Klima um zwei Tonnen CO2, wenn damit zugleich klimaschädlichere Materialien vermieden werden.“, (Quelle: http://www.holzproklima.de/sites/cms.php?id=18). Doch auch alte Autoreifen, Glasflaschen und Stoffe sollten künftig nicht mehr einfach weggeworfen werden, denn sie überstehen einen weiteren Lebenszyklus in vollkommen neuer Form problemlos.

Schöner schenken mit Umweltbewusstsein

Es müssen nicht immer die großen Dinge sein, die in der eigenen Werkstatt gebaut und entworfen werden. Dass die Upcycling-Bewegung sich auch an den kleinen Dingen erfreut, zeigen vielfältige Schmuckstücke und kleine Designobjekte, die am Körper und in der Wohnung durchaus ihren Reiz haben. Wer auf der Suche nach passenden Geschenken für Verwandte und Freunde ist, zog bislang durch Einkaufszentren oder klickte sich durch Online-Shops.

Müllcontainer(Foto: NathanCopley (CC0-Lizenz) / pixabay.com)

Neuware zu verschenken ist dabei zwar sicherlich nicht schlecht, verursacht unter Umständen jedoch neuen Abfall. Echte Anhänger des Upcycling, die den Wert des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit auch in diesen Lebensbereich integrieren möchten, kreieren Geschenkartikel frei nach dem „aus alt mach neu“-Prinzip. Auch das ZDF hat sich dieser Thematik angenommen und präsentiert im gezeigten Video einige Geschenkideen für Do-it-Yourself-Präsente.

Nebst der Schonung der Umwelt bieten Geschenke dieser Art einen weiteren Vorteil, der nicht unterschätzt werden sollte. So wird der Beschenkte nicht nur das Präsent an sich zu schätzen wissen, sondern auch die Arbeit, die für dessen Gestaltung notwendig war.

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