Schlösser und Möbelschlösser | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Schlösser und Möbelschlösser

Nicht gegen den materialzerstörenden, brutalen Einbruch ­– aber gegen den schnellen Zugriff Unbefugter schützen diese Schlösser auf jedenfall.

 
Vom einfachen Aufschraubschloß mit einer Zuhaltung bis zum komplizierten Stangenschloß mit Sicherheits-Profilzylinder ist alles vertreten. © Selbermachen
Vom einfachen Aufschraubschloß mit einer Zuhaltung bis zum komplizierten Stangenschloß mit Sicherheits-Profilzylinder ist alles vertreten.

Türen, Klappen und Schubkästen moderner Möbel werden von Federschnäppern, Magneten oder herkömmlichen Möbelschlössern zugehalten. Bei den Schlössern gibt es eine Vielzahl verschiedener Modelle und Typen, die nach der Art ihrer Anbringung unterschieden und bezeichnet werden.

Es gibt Aufschraub-, Einsteck-, Einlass- sowie Stangenschlösser, und diese wiederum in verschiedenen Ausführungen und Größen. Beim Kauf und Einbau ist neben der Schlossart auf den Rechts- oder Linksanschlag der Türen zu achten und auf das Dornmaß.

Damit wird der Abstand von der Mitte des Schlüsselloches bis zur glatten Vorderkante des Schlosses (Stülp) bezeichnet. Das richtige Dornmaß ist besonders bei schmalen Rahmen­türen wichtig. Das Schlüsselloch sollte dabei unbedingt in der Mitte der Rahmenbreite liegen

Weiter unterscheidet man einfache Nutbartschlösser mit einer Zuhaltung, die etwas komplizierteren Zuhaltungsschlösser mit bis zu vier Zuhaltenden und aufwendige, aber kleine Zylinderschlösser (Sicherheitsschlösser), bei denen mehr als tausend verschiedene Schließungen möglich sind.

Aufschraubschlösser

Sie werden auch als Hinterschraubschlösser bezeichnet, weil man sie auf die Innenseite der Möbeltür schraubt. Sie liegen in ihrer vollen Dicke auf. Das Schließblech, hinter welches der bewegliche Schließriegel greift, sitzt bei einflügeligen Türen in oder auf der Korpusseite, bei Doppeltüren greift der Riegel hinter die zweite Tür, die entsprechend hinterfüttert werden muss.

Einsteckschlösser

Sie werden von der Türkante her in das Material eingestemmt oder gefräst. Nur der Stulp bleibt sichtbar, er wird flächenbündig eingelassen. Durch den Stulp befestigt man das Schloss mit Holzschrauben. Da die Schrauben quer zur Zugrichtung im Holz sitzen, ist bei dieser Schlossart die Festigkeit größer als beim Aufschraub- oder Einlassschloss.

Einlassschlösser

Bei einem Einlassschloss ist der Schließriegel so weit wie möglich nach innen verlegt. Man verwendet dieses Schloss, das in die Rückseite der Tür flächenbündig eingelassen wird, wenn ein Aufschraubschloss stören würde und die Materialstärke der Tür für ein Einsteckschloss nicht ausreicht.

Einfacher als eckige Schlösser, die arbeitsaufwendig mit dem Stechbeitel eingestemmt werden müssen, lassen sich runde Einbohrschlösser einlassen. Dafür ist lediglich der passende Bohrer als Einlaßwerkzeug erforderlich. Die meisten Schlösser dieser Art sind als Sicherheits-Zylinderschlösser ausgelegt. Es gibt bei diesen Schlössern auch Mischformen, bei denen der Schließzylinder eingebohrt und der sehr flache Schlosskasten einfach hintergeschraubt wird.

Drehstangenschlösser

Bei ihnen sorgen der Schließriegel am Schloss und Sperrhaken an langen, drehbaren Stangen für die Verriegelung. Die Haken greifen hinter Bolzen, die in den Unter- und Oberboden des Schrankes geschraubt werden

©Selbermachen
Diese Auswahl zeigt einen Ausschnitt aus dem umfangreichen Angebot von Schlössern für Möbeltüren, -klappen und -schubkästen. Vom einfachen Aufschraubschloß mit einer Zuhaltung bis zum komplizierten Stangenschloß mit Sicherheits-Profilzylinder ist alles vertreten. Bezugsquellen: Bau- und Heimwerkermärkte oder der Beschlagfachhandel.

©Selbermachen
Aufschraubschlösser auf die Innenseite der Tür oder Klappe geschraubt. Vorher bohrt man das Loch für den Schlüssel. Der Schließriegel faßt hinter das Schließblech.

©Selbermachen
Sicherheitsschließung an einem Aufschraubschloss. Hier zur besseren Ansicht in Acrylglas gesetzt. Es bietet mehr Sicherheit als ein einfaches Nutbartschloss. 

©Selbermachen
Einsteckschlösser werden von der schmalen Türkante her eingelassen. Damit das Holz nicht bricht, wird auch hier zuerst das Schlüsselloch gebohrt und herausgefeilt.

©Selbermachen
Das Dornmaß ist der Abstand der Schlüsselachsenmitte bis zur Vorderkante Stulp. Kastenförmige Schlösser normaler Größe gibt es von 15 bis 50 mm Dornmaß.

©Selbermachen
Die Position des Schlüsselloches im Rahmen der Tür wird durch das Dornmaß bestimmt. Bei Rahmentüren sollte es aus optischen Gründen in der Mitte liegen.

©Selbermachen
Einlassschlösser verwendet man, wenn das Holz für Einsteckschlösser nicht dick genug ist. Hier wird ein Schieberiegelschloss für einen senkrechten Rolladen eingelassen.

©Selbermachen
Der Schließzylinder dieses Einlaßschlosses wird mit einem 15-mm-Forstnerbohrer eingelassen. Das flache Schloß mit dem Riegel liegt auf der Türinnenseite auf.

©Selbermachen
Zwei Bohrer mit unterschiedlichem Durchmesser (18 und 35 mm) werden zum Einlassen dieses Klappenschlosses benötigt. Zuerst groß abfräsen, dann klein bohren.

©Selbermachen
Stangenschlösser verwendet man bei besonders hohen Türen. Der Schließriegel am Aufschraubschloß und die beiden Haken an den Enden der Stangen sorgen für Halt.

©Selbermachen
Stangenverschlüsse werden mit dem Schlüssel betätigt (s. Bild links) oder wie bei diesem Modell per Griff, dessen Drehung durch ein Schloss gesperrt werden kann.

©Selbermachen
Schließriegel, die hinter eine zweite Tür greifen sollen, muß man entsprechend hinterfüttern. Ein aufgeleimter Hartholzklotz bringt die Tür auf das richtige Niveau.

©Selbermachen
Zu jedem Schlüsselloch gehört eine Schlüsselbuchse oder ein zum Stil des Möbels passendes Schlüsselschild. Sie werden eingeschlagen oder aufgeschraubt.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren