So kommt das Internet zu Ihnen
Internetzugang

So kommt das Internet zu Ihnen

Fotos, Musik, Videos, Spiele, Nachrichten oder die persönliche Startseite – um das Internet ausgiebig zu nutzen, brauchen Sie einen passenden Internetzugang. Alles was Sie dazu wissen müssen, lesen Sie hier

 
© Hersteller, Wikipedia, Unity Media (Dosenparade); Illustration: T. Straszburger
Turbo-Internet für jeden Haushalt: Die wichtigsten Arten für den heimischen Internetanschluss im Bild (von links nach rechts): Die Daten kommen übers Telefon-, TV- oder Glasfaserkabel. Außerdem geht es über Satellit oder Mobilfunk (LTE)

Damit endlose Wartezeiten beim Aufruf einer Internetseite oder ständig stockende Filme beim Online-Videodienst YouTube endlich der Vergangenheit angehören, zeigen wir Ihnen, wie Sie mit dem richtigen Internet-Anschluss an Turbo-Geschwindigkeiten kommen. Schließlich gehört ein eigener Internet-Zugang mit ausreichend Tempo für rund die Hälfte der Deutschen zur staatlichen Grundversorgung dazu. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts für Demoskopie Allensbach (November 2014). Laut einer Studie des TÜV Rheinland aus dem September 2014 sollen für mehr als 60 Prozent der Haushalte auch schnelle Breitbandanschlüsse verfügbar sein. Aber das heißt auch: 40 Prozent sind langsam unterwegs. Besonders die Bewohner in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern klagen über deutlich zu langsame Internet-Geschwindigkeiten. Im internationalen Vergleich steht Deutschland, was die Internet-Geschwindigkeiten angeht, schlecht da: die Bundesrepublik belegt nur Platz 31 (Studie „The State of the Internet Report“, 2015).

Zwar verspricht die Breitband-Initiative der Bundesregierung Abhilfe: Bis 2018 soll es flächendeckend mindestens 50 MBit/s schnelle Leitungen geben. Damit lässt sich ein drei Minuten langer Song in rund zwei Sekunden herunterladen. Bis aber auf der Deutschlandkarte die letzten Flecken für eine lückenlose Versorgung verschwinden, wird es noch längere Zeit brauchen. Und selbst in Städten oder Ballungszentren ist der DSL-Anschluss nicht immer die perfekte Wahl: Zwar wird meist ein verhältnismäßig hohes Surf-Tempo erzielt, dennoch sind manche Nutzer unzufrieden. Das liegt oft an alten Kupfer-Leitungen, die kein Hochgeschwindigkeits-Tempo übertragen können. Gut, dass es neben herkömmlichem DSL mit Techniken wie Internet per TV-Kabel, Funk (LTE) oder Satellit gute Alternativen gibt.

Wissen: Die Dosenparade

Nicht nur die Kabel, über die das Internet zu Ihnen nachhause kommt, sind verschieden – auch die Dosen (links): Beziehen Sie Internet über Kabel, ist die obere Buchse für den Datenverkehr reserviert, die linke für das TV- und die rechte für das Radio-Signal. Nutzen Sie VDSL oder ADSL und telefonieren über das Internet, stecken Sie den Router in die mittlere Buchse der Telefondose. Im Falle eines Glasfaseranschlusses stecken Sie den Router an eine der Netzwerkdosen.


    
    

Hier finden Sie den richtigen Anschluss 

Schnelles Internet wird hierzulande oft gleichgesetzt mit einem DSL-Anschluss über das gute, alte Kupferkabel der seligen Bundespost. Aber das liefert nicht überall die nötige Bandbreite. Zum Glück gibt’s auch andere Möglichkeiten.
         




       
      



         
       



    

Wie schnell ist breit?

    
Als Bandbreite bezeichnet man die Datenübertragungsrate, gemessen in Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Sie sagt aus, wie schnell eine Datei herunter- oder hochgeladen wird. Zwischen Übertragungsraten von 16 Mbit/s oder 100 Mbit/s gibt es merkliche Unterschiede: Denn ob eine 10 Megabyte große Datei fünf Sekunden lädt oder nur eine Sekunde, ist signifikant. Alles über 100 Mbit/s ist nur noch schnell. Ihre Bandbreite können Sie online messen: www.wieistmeineip.de/speedtest.
 

 

Tipps rund um den Anschluss

Verfügbarkeit prüfen
Wenn Sie sich für einen neuen Internetanschluss entschieden haben, dann müssen Sie noch prüfen, ob der ensprechende Tarif Ihres Wunsch- Anbieters für Ihren Wohnort verfügbar ist. Das können Sie entweder beim Anbieter erfragen oder übers Internet herausfinden. 

Online prüfen: Jeder Anbieter bietet auf seiner Internetseite einen Verfügbarkeits- Check an. Eine gute Übersicht bietet etwa: www.dslweb.de

Die passenden Geräte
WLAN-Router, LTE-Box: Je nach Anschlussart erhalten Sie von Ihrem Anbieter entsprechendes Equipment. Manchmal sind damit aber nicht mal eigene Einstellungen möglich. Alternativ lassen sich dafür oft die leicht zu bedienenden Geräte von AVM (FritzBox) verwenden.

FritzBox finden: FritzBoxen für jeden Anschluss-Typ wie DSL oder LTE im Überblick finden Sie über: www.avm.de/produkte/fritzbox

Den richtigen Tarif finden
Wie Sie ins Internet wollen, wissen Sie schon? Dann fehlt „nur“ noch der passende Tarif. Bei der Entscheidung gibt es viel zu beachten: Vertragslaufzeit, gewünschte Geschwindigkeit, Kombi-Angebote oder einfach nur der Preis. Die Lösung: Online- Tarifrechner. 

Mit dem Tarifrechner des unabhängigen Verbraucher magazins Teltarif: www.teltarif.de/tarifen/ breitband-internet/vdsl-dsl-tvkabel/

Kombi-Angebote
Internet & TV: Die Telekom oder Kabel-Anbieter wie Vodafone (hat Kabel Deutschland übernommen) bieten spezielle Internet-Tarife an, über die Sie ein zusätzliches Online- oder Kabel-TV-Angebot erhalten. Bei der Telekom („Entertain“) gibt es gegen Aufpreis sogar Bundesliga-Übertragungen. 

Internet-TV: Sie möchten übers Internet auch Fernsehen schauen? Sehr viele Sender aus der ganzen Welt finden Sie hier: de.delicast.com/tv
 

Router anschließen

 

Je nach Anschluss-Typ müssen Sie folgendermaßen vorgehen. DSL mit und ohne Festnetz-Anschluss: Im Gegensatz zu früheren DSL-Anschlüssen werden heutzutage keine DSL-Splitter mehr zwischen Telefondose und Router gestöpselt. Die Telefone werden direkt mit dem Router verbunden. Vom Anbieter erhalten Sie deshalb auch nur einen Router mit Anschlüssen für Computer und Telefone. Den Router verbinden Sie direkt mit der Telefondose in der Wand. Internet per TV-Kabel-Buchse: Bei solchen Anschlüssen installiert Ihr Anbieter in der Regel das Kabelmodem. Ihren Router (etwa eine FritzBox) verbinden Sie dann damit. Sie müssen jedoch das dort eingebaute DSLModem vorher deaktivieren. Bei einer FritzBox geht das einfach übers Routermenü.

Die FritzBox steht hier als meistverkaufter Router Deutschlands für eine Gerätekategorie Modell. Die Anschlüsse unterscheiden sich nicht.

    
LEXIKON

Datenrate
Als Datenrate wird die Datenmenge bezeichnet, die sich in einer Sekunde ins oder aus dem Internet übertragen lässt. Die Maßeinheit dafür lautet: Bit pro Sekunde (bit/s). 

Mbit/s 
Das Datentempo fürs Internet wird in der Regel in Mbit/s (Megabit pro Sekunde) angegeben. Ein durchschnittlich schneller Internet-Anschluss sollte im Download um 6 Mbit/s erzielen. Ab 25 Mbit/s laufen Video-Streams komplett ruckelfrei.

DSL/VDSL
Bei DSL („Digital Subscriber Line“) lassen sich Anrufe übers Internet („Voice over IP“ genannt) führen. Parallel läuft auch die Datenübertragung übers Telefonkabel. In größeren Städten gibt es außerdem VDSL Anschlüsse. Dabei wird ein Teil des Netzes durch Glasfaserkabel ersetzt, um ein höheres Internet-Tempo ab 25 Mbit/s zu erzielen.

WLAN 
Bei WLAN („Wireless Local Area Network“) werden Computer per Funk mit dem Internet verbunden. Dafür wird ein WLAN-Router gebraucht. 

Router/WLAN-Router 
Über einen Router lassen sich PCs, Smartphones oder Tablet-PCs und Drucker zu einem Netzwerk verbinden. Meist steckt auch ein DSL-Modem im Router. Damit kann eine direkte Verbindung ins Internet aufgebaut werden, so dass alle angeschlossenen Geräte online sind oder sein können.

LTE
LTE („Long Term Evolution“) ist ein Mobilfunkstandard, der teils in Gebieten ohne DSL-Versorgung die Internet-Verbindung für Computer und andere Geräte herstellen kann. Aktuell erreicht LTE mit bis zu 300 Mbit/s ein deutlich schnelleres Tempo als herkömmliches DSL.

Download
Unter downloaden (oder „herunterladen“) versteht man das Laden und Abspeichern von Daten wie Musik, Office-Dokumenten, Fotos oder Videos aus dem Internet auf den PC, das Smartphone oder das Tablet. 

Streaming 
Streaming (das Verfahren bedeutet etwa „strömen“ oder „fließen“) ermöglicht bereits beim Herunterladen aus dem Internet das Öffnen der Datei – etwa Videos oder Songs.

 

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren