Sportholzfällen

Stihl Timbersports: Technik macht den Unterschied

Sportholzfällen – also Wettkämpfe mit Axt und Motorsäge – wird immer populärer. Unser Redakteur Bernhard Eder hat es ausprobiert - bei Stihl TIMBERSPORTS®. Ein Bericht über Schwielen, Schweiß und Stolz.

 
Stihl Timbersports © Patrick Opierzynski
Einfach drauflos sägen? Nicht so einfach wie gedacht, trotzdem macht es richtig Spaß.

Es ist ein kühler Morgen und die Sonne kämpft sich langsam durch den Nebel um den kleinen Ort Mellrichstadt. Hier in Unterfranken, nahe der Grenze zu Thüringen, ziemlich in der Mitte Deutschlands, liegt der Trainingsstützpunkt der Sportholzfäller. Der letzte Kilometer zum Trainingsgelände führt auf ein ehemaliges Kasernengelände mit viel Wald drumherum – perfekt, um sich mit Axt und Säge auszutoben.

Denn genau das habe ich vor: Ich bin für ein Probetraining angemeldet und werde einen Tag lang unter der Anleitung von Profi s mein Talent als Sportholzfäller testen. Es stehen drei Disziplinen an, die man von den Stihl Timbersports-Wettkämpfen kennt: Motorsäge, Axt und Handzugsäge.

Redakteur Bernhard Eder bereitet sich auf den Wettkampf vor

Die ersten Teilnehmer sind schon da, insgesamt werden wir eine Gruppe von einer Frau und elf Männern sein, alle im Alter zwischen 20 und 35. Der Termin ist ausgebucht, und das an einem Wochentag. Das Probetraining erfreut sich offenbar großer Beliebtheit.

Ich höre mich bei meinen Mitstreitern um, was sie motiviert hat, heute hier zu sein. Emanuele Napoletani erzählt: „Ich habe die Sportholzfäller schon oft im Fernsehen gesehen und wollte es endlich einmal selbst ausprobieren. Mit Axt und Säge kann ich umgehen, ich habe im Winter schon oft Brennholz geschlagen.“

Jochen Ernst wiederum ist beruflich in der Forstwirtschaft tätig und sucht die sportliche Herausforderung. Er will sein Können auch einmal auf Schnelligkeit testen. Da bin ich froh, mich nicht ganz als Anfänger outen zu müssen, denn ein paar Baumstämme habe ich in meinem Leben immerhin schon zu Kleinholz verarbeitet.

Sägen mit Vollgas

Jetzt sind auch unsere Trainer für diesen Tag da. Danny Mahr gehört zu den Top-Sportholzfällern. Er ist deutscher Vizemeister und seit 2012 Mitglied des deutschen Nationalteams. Philip Vielwerth ist der Chef des Trainingscamps. Er war drei Jahre lang aktiver Sportler, betreut das Nationalteam, kümmert sich um das Equipment und den Nachwuchs.

Mit ihm geht es zur ersten Kettensägen-Disziplin: der „Stock Saw“. Wir müssen in möglichst kurzer Zeit zwei Holzscheiben in einerm Abwärts- und einem Aufwärts-Schnitt von einem Holzstamm mit 40 cm Durchmesser absägen. „Super, einfach Vollgas geben und lossägen“, denke ich schmunzelnd.

Philip Vielwerth (l.) und Danny Mahr (r.) geben Redakteur Bernhard Eder Einblick in die Welt des Sportholzfällens

Beim dritten Versuch wird meine Zeit gestoppt, knapp 20 Sekunden. Doppelt so lang wie eine Profi-Zeit, eine der schlechtesten Zeiten in der Gruppe. „Vollgas ist zwar richtig, aber die Sägeführung muss stimmen und der Druck muss exakt dosiert werden“, erklärt Philip Vielwerth. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Blasen und Muskelkater

Nach einer kurzen Pause geht’s weiter mit dem „Underhand Chop“. Wir bekommen eine wunderschöne und rasiermesserscharfe Wettkampfaxt und zerteilen damit einen 32 cm dicken Holzblock. Nach einer Einweisung in Technik und Schlagfolge lege ich los. Die Topzeiten liegen hier bei unter 20 Sekunden.

Underhand-Chop: Verschnaufpause nach zwei Minuten Hacken

Nach einer Minute brauche ich die erste Pause und muss mir von den Sanitätern, die immer mit vor Ort sind, eine riesige Blase am Handballen verbinden lassen. Danach gehe ich es langsamer an, hacke konzentriert weiter und teile den Stamm schließlich nach einer gefühlten Viertelstunde. Ein erhebendes Gefühl und wenn ich mich so umschaue, habe ich mich diesmal nicht schlecht geschlagen.

Nach dem Mittagessen steht die letzte Disziplin an – die schafft mich dann endgültig: Es gilt, eine Holzscheibe mit der zwei Meter langen „Single Buck“-Handzugsäge abzusägen. Neben starken Muckis ist hier die Technik extrem wichtig. Danny Mahr wird in seinem Coaching fast philosophisch: „Du musst dich auf die Säge einlassen, sie spüren und arbeiten lassen.“ Das richtige Gespür für die Säge fehlt mir offenbar. Ich mühe mich ab, schwitze, die Sägezähne klemmen immer wieder fest und der Profi greift am Ende mit ein und unterstützt mich bei der Führung der Säge.

Der zweimalige deutsche Meister Danny Mahr (l.) hilft an der langen „Single Buck“

Am Ende bin ich froh, als die Pappelholz-Scheibe endlich zu Boden fällt. In dieser Disziplin gewinne ich bestimmt keinen Preis. Trotz hoher Motivation reicht mein Talent wohl nicht ganz zum erfolgreichen Sportholzfäller. Das hat Philip Vielwerth mit seinen 15 Jahren Erfahrung gleich erkannt. „Bei den Probetrainings halten wir gezielt Ausschau nach Nachwuchstalenten.“

Auch in unserer Gruppe ist ein vielversprechender Kandidat, der mit den Profis in Kontakt bleibt und in ein Trainingscamp mitfahren wird. Mir bleiben als Andenken an meinen spannenden Ausflug in die Sportholzfäller-Welt meine Blasen an den Händen, ein Muskelkater an den nächsten Tagen, aber auch ein stolzes Lächeln im Gesicht. Immerhin habe ich jede Disziplin gemeistert, nur eben in meinem eigenen Tempo. Rekordzeiten werde ich bei der deutschen Meisterschaft am 18. August in Deggendorf bewundern.

Geschafft: Nach sechs anstrengenden und actionreichen Stunden gibt es noch ein Gruppenfoto

Bernhard Eder
Fotos: 
Eder, Opierzynski
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