Bandschleifer: So funktioniert's!
Schleifmaschinen

Bandschleifer: So funktioniert's

Im Vergleich zu allen anderen Schleifmaschinen schafft der Bandschleifer in der kürzesten Zeit den größten Materialabtrag. Wir zeigen, wie der Bandschleifer funktioniert.

 
Bandschleifer Aufbau © Straszburger
Das Innenleben des Bandschleifers

Der Bandschleifer wird hauptsächlich dazu genutzt, grtoße Flächen plan zu schleifen oder dicke Lackschichten zu entfernen. Mit dem endlosen Schleifband, das um zwei Rollen (Antriebsrolle und Umlenkrolle) geführt wird, funktioniert das effizienter als mit anderen Schleifern.

Manche Handgeräte wie der BBSE 1100 von AEG, der hier als Vorlage dient, lassen sich mit Schraubzwingen umgedreht auf einer Arbeitsplatte befestigen und so zu einer stationären Schleifmaschine umfunktionieren.

Ein weiterer Vorteil eines Bandschleifefers gegenüber eines Tellerschleifers: Er eignet sich gut für Materialien, deren Späne zum Verklumpen auf dem Schleifpapier neigen, wie etwas Lack oder Aluminium. Das Schleifpapier wird über den relativ geringen Durchmesser der Rollen gebogen und dabei platzen die Späne ab.

Im Vergleich zu anderen Schleifern ist die Bandmaschine aber auch am schwersten und lautesten. Man arbeitet mit 4 bis 7 kg in der Hand und ist einer erheblichen Lärmkulisse ausgesetzt. Es empfiehlt sich daher dringend, bei allen Arbeiten einen Gehörschutz zu tragen.

So funktioniert der Bandschleifer

  1. Kohlebürstenmotor: Bandschleifer müssen ein hohes Drehmoment und viel Leistung bringen. Dafür sind sie mit Motoren mit bis zu 1.500 Watt ausgestattet, meistens mit Kohlenbürstenmotoren. Bürstenlose Motoren benötigen für diese Anforderungen viel komplexe und teure Elektronik. Die Bürsten sind in Gehäuseeinschüben neben dem Motor verbaut, sodass man sie leicht wechseln kann.
  2. Drehzahl: Wichtig für gute Schleifergebnisse bei jedem Material: eine Elektronik für die Einstellung der Bandgeschwindigkeit. Neuere Geräte haben fast alle diese Drehzahlsteuerung. Vor allem bei wärmeempfindlichen Werkstoffen wie Kunststoff, aber auch einigen Hölzern ist eine Drehzahlregelung wichtig. Wenn es zu einer zu starken Hitze-Entwicklung kommt, können Kunststoffe schmelzen und Hölzer sich verfärben. Die meisten Geräte haben einen Drehzahlbereich von 200 bis 400 U/min. Der AEG-Schleifer hat einen einstellbaren Bereich von 230 bis 400 U/min.
  3. Schleifplatte mit Anti-Vibrationseinlage: Im Gegensatz zu Exzenter- oder Schwingschleifern, bei denen das Schleifpapier auf einem weichen Pad haftet, gleitet es beim Bandschleifer über eine Metallplatte. Der Bandschleifer eignet sich daher weniger für unebene Flächen, Erhebungen werden stärker abgeschliffen (Materialverlust). Eine Lage Kork unter der Schleifplatte verringert die Vibration des Geräts.
  4. Antrieb: Ein Zahnriemen überträgt die Kraft des Motors auf die Antriebsrolle des Bandschleifers. Um ein höheres Drehmoment zu erreichen, wird die schnelle Drehung des kleinen Motor-Ritzels auf ein größeres Zahnrad umgelenkt, das das hintere Antriebsrad bewegt. Vorteile eines Riemenantriebs sind die Laufruhe, der geringe Wartungsaufwand und dass keine zusätzliche Schmierung erforderlich ist.
  5. Schleifpapier spannen und zentrieren: Ein gerade laufendes Schleifband ist sehr wichtig für gute Arbeitsergebnisse und Schleifen ohne häufige Arbeitsunterbrechungen. Zum Einstellen der Bandführung gibt es einen Drehregler an der Umlenkrolle. Es gibt aber auch Geräte mit einer automatischen Schleifbandzentrierung, ABC-Funktion genannt ("Automatic Belt Control"). Diese vordere Rolle hält das Schleifpapier auch unter Spannung, damit es nicht abrutschen kann. Die Rolle wird von einer Feder nach vorn gespannt.

Lesen Sie hier weiter: Wir haben sieben verschiedene Bandschleifer getestet - hier geht's zu den Ergebnissen.

Fotos: 
Illustration: Straszburger
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