Akku-Hochdruckreiniger HC 10 von Kärcher im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Gartengeräte zur Reinigung

Akku-Hochdruckreiniger HC 10 von Kärcher im Test

Mit dem HC 10 stellt Kärcher den ersten Hochdruckreiniger mit Netzstrom- und Akkuantrieb vor. Wir haben getestet, ob sich das Gerät zum Großreinemachen ebenso eignet wie zum Abspritzen von Terrassenmöbeln, verschmutzten Gartengeräten oder Mountainbikes nach der Schlammtour.

 
Mobiler Hochdruckreiniger © Selbermachen
Mobiler Hochdruckreiniger

Hybrid – das ist das neue Zauberwort, mit dem die Industrie nun wohl jede Art von Geräten mit doppelter Energieversorgung bezeichnet. Nach dem Hybrid- Rasenmäher (siehe SELBERMACHEN- Heft 7/2008) kommt jetzt der Hybrid-Hochdruckreiniger. Der neue Kärcher HC 10 lässt sich wahlweise mit Strom aus der Steckdose oder einem Lithium-Ionen-Akku betreiben. Im Akkubetrieb eignet er sich durchaus auch zum Reinigen von Sportgeräten fernab der nächsten Steckdose, denn der Hochdruckreiniger ist selbstansaugend und lässt sich mit Wasser aus dem nächsten Bergbach, der Regentonne oder einem Wassereimer betreiben.

Fliesen reinigen© SelbermachenDas Gerät ist sehr kompakt und mit rund 7 kg Gewicht nicht allzu schwer, so dass man es auch gut transportieren kann. Das serienmäßige Vario-Power-Strahlrohr und der ebenfalls serienmäßige Dreckfräser (Rotordüse) lassen sich seitlich am Gehäuse anklipsen. Das Netzkabel kann der Anwender zum Transport oder bei Nichtgebrauch an der Unterseite des Gerätes aufwickeln. Nur für den Hochdruckschlauch mit der Pistole gibt es keine geeignete Aufbewahrung am Gerät.

Zum serienmäßigen Zubehör des Hochdruckreinigers gehört auch ein Adapter für eine Gardena-Schlauchkupplung, ein Ansaugschlauch mit Filter ist ebenfalls im Preis enthalten. Somit kann das Gerät ohne weiteres Zubehör zum Ansaugen von Wasser benutzt werden. Im Netzbetrieb (230 Volt) liefert der Hochdruckreiniger 90 bar Arbeitsdruck bei einer Wassermenge von bis zu 6 l pro Minute. Damit lässt sich zwar beim Großreinemachen kein Blumentopf gewinnen, aber wenn man genügend Zeit hat, lassen sich selbst Terrassen und Fassaden abspritzen. Das Leistungsniveau entspricht dem vieler Einsteigergeräte für weniger als 100 Euro. Der HC 10 aber kostet immerhin 399 Euro. Dafür lässt er sich zwar auch mit dem mitgelieferten 25,2-Volt-Akku betreiben, allerdings stehen dann nur noch ein Arbeitsdruck von 40 bar und bis maximal 3,7 l Wasser pro Minute zur Verfügung.

Da die Energie des Akkus mit 3,3 Ah gerade mal für zirka zwölf Minuten Laufzeit reicht, ist der Einsatz des Hochdruckreinigers im Akkubetrieb sehr beschränkt. Die Zeit genügt vielleicht gerade zum Abspritzen der Sitzgruppe im Schrebergarten oder eines verschmutzten Mountainbikes. Um alle Fahrräder einer fünfköpfigen Familie gründlich zu reinigen, reicht es kaum, zumal der Druck mit 40 bar sehr gering ist und das wenige Wasser mehr zerstäubt als verspritzt wird. Noch geringer wird die Leistung, wenn der HC10 nicht an eine Druckwasserleitung (Trinkwasserversorgung oder Hauswasser-werk) angeschlossen ist, sondern das Wasser aus der Regentonne oder einem Bach ansaugen muss. Dann schafft er gerade mal knapp vier Wassereimer (10 Liter) pro Akkuladung und der Hochdruckstrahl wird so schwach, dass man bedenkenlos die Hand 20 cm vor der Düse in den Strahl halten kann. Die Reinigungswirkung ist dabei sehr gering.

Für größere Reinigungsarbeiten ist der HC10 von Kärcher wegen seiner geringen Leistung nur geeignet, wenn man viel Zeit hat. Wer den HC 10 fernab der nächsten Steckdose benutzen will, muss sich dagegen beeilen, denn nach zirka zwölf Minuten ist der Akku leer. Umfangreichere Arbeiten im Akkubetrieb verhindern die lange Ladezeit und der hohe Preis für einen Zweitakku.

Hersteller: Kärcher

Gerätebezeichnung: HC10

Leistungsaufnahme: 450 Watt; Arbeitsdruck 230 V/25,2 V: 20 bis 90 bar/40 bar; Wassermenge 230 V/25,2 V: 10 l/Min./3,7 l/Min.; max. Zulauftemperatur: 40°C; Düsen: Variodüse, Dreckfräser; Hochdruckschlauch: 4 m; Zylinder/Kolben: 3 Stück, Kunststoff/Edelstahl; Akkupack: Lithium-Ionen 25,2 Volt, 3,3 Ah; Ladezeit: 110 Minuten; Ersatzakku: Voraussichtlich zirka 200 Euro; Schalldruck/-leistung: 71 dB(A)/86 dB(A); Gewicht: 6,5 kg; Herkunftsland: Deutschland; Garantie: 2 Jahre nur privat; Preis: 399,95 Euro

Besonderheiten: Sehr kompakter Hochdruckreiniger für 230 Volt und Akku-Betrieb, Saugschlauch mit Filter, Adapter für Gartenschlauchkupplung.

Hochdruckreiniger im Einsatz

  1. NetzbetriebNetzbetrieb© Selbermachen

    Netzbetrieb

    Im Netzbetrieb mit 230 Volt leuchtet das Steckersymbol grün auf.
  2. Akku betriebsbereitAkku betriebsbereit© Selbermachen

    Akku betriebsbereit

    Im Akkubetrieb zeigen drei LED-Anzeigen mit grüner und roter Farbe den aktuellen Ladezustand des Akkus an.
  3. Netzkabel aufwickelnNetzkabel aufwickeln© Selbermachen

    Netzkabel aufwickeln

    Praktisch: Das Netzkabel lässt sich unten im Gerät leicht aufwickeln. Die Hochdruckdüsen können seitlich am Gehäuse angeklipst werden.
  4. Akku-SteckerAkku-Stecker© Selbermachen

    Akku-Stecker

    Ungewohnt: Der klobige 25,2-Volt- Akkupack von Kärcher wird an einem seitlich ausklappbaren Deckel angesteckt.
  5. SchnellkupplungSchnellkupplung© Selbermachen

    Schnellkupplung

    Dank Schnellkupplung lassen sich die Variodüse und der Dreckfräser (Bild) einfach mit der Hochdruckpistole verbinden.
  6. Schaufel säubernSchaufel säubern© Selbermachen

    Schaufel säubern

    Das Reinigen von Gartengeräten kann mit dem HC10 auch dort erfolgen, wo weder Strom- noch Wasserleitung zur Verfügung stehen. Die 12 Minuten Laufzeit reichen dafür meist aus.
  7. Fahrrad säubernFahrrad säubern© Selbermachen

    Fahrrad säubern

    Um gleich unterwegs die Sportgeräte zu reinigen, eignet sich ein mobiler Hochdruckreiniger mit Akkuantrieb sehr gut. Hauptsache, man hat auch immer sauberes Wasser zur Verfügung.

Auf den Punkt gebracht

Positiv: Lässt sich mit 230-Volt-Netzstrom und Akku betreiben, sehr kompaktes und leichtes Gerät, Kabelaufwicklung, Saugschlauch mit Filter serienmäßig.

Negativ: Mäßige Reinigungsleistung im Netzbetrieb, noch geringere Leistung im Akkubetrieb, nur zwölf Minuten Laufzeit mit Akku, lange Ladezeit, hoher Preis.

Fazit: Der Kärcher-Hochdruckreiniger HC 10 ist ein sehr kompaktes Gerät. Für den Hausputz ist es ziemlich schwach, mit Akku läuft es nur kurz. Die Anschaffung empfiehlt sich deshalb nur für spezielle Anwendungen, bei denen die mögliche Mobilität gebraucht wird.

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2011. Jetzt abonnieren!
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