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Häcksler: Das müssen Sie vor dem Kauf wissen

Zum Zerkleinern von Sträuchern, verblühten Stauden, Baumschnitt und anderen Gartenabfällen werden Gartenhäcksler eingesetzt. Die preiswertesten Geräte gibt es schon ab 100 Euro. Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

 
Häcksler © Selbermachen
Häcksler

Fein oder grob, schnell oder langsam, laut oder leise? Das sind einige Fragen, die Sie sich vor dem Kauf eines Gartenhäckslers stellen sollten. Die meisten Punkte beantwortet dann die Systementscheidung. Soll es ein leiser Walzenhäcksler oder ein lauter Messerhäcksler sein?

Motor

Für alle Häcksler gilt, dass ein kräftiger Motor der Garant für eine hohe Häckselleistung ist. Die meisten Gartenhäcksler haben zirka 2000 Watt Leistungsaufnahme. Rein rechnerisch könnte dafür eine Sicherung mit zehn Ampere genügen. Doch in der Praxis sorgt der viel höhere Anlaufstrom des Motors dafür, dass meist die Sicherung bei so schwach abgesicherten Leitungen herausfliegt. Wer die Steckdose nicht mit 16 Ampere abgesichert hat, sollte sich deshalb eher einen schwächeren Häcksler kaufen und ein langes Verlängerungskabel (Kabeltrommeln ganz abrollen!) benutzen. Gartenbesitzer, die einen Drei-Phasen-Wechselstrom- Anschluss (Drehstrom 400 Volt) zur Verfügung haben, können andererseits zu Häckslern mit besonders kräftigen Drehstrommotoren greifen.

Stecker + Schalter

Häcksler sind meist mit einem fest eingebauten Netzstecker ausgestattet. Auf diesen wird die Kupplung des Verlängerungskabels gesteckt. Achten Sie darauf, dass dieses Kabel den erforderlichen Querschnitt hat. Hinweise zu geeigneten Anschlussleitungen finden Sie in der Regel in der Bedienungsanleitung. Viele Häcksler sind mit einem Sicherheitsschalter ausgestattet, der den Motor nur in Betrieb setzt, wenn das Gehäuse geschlossen ist. Walzenhäcksler haben anstelle oder zusätzlich einen Laufrichtungsumschalter. Im Rechtslauf häckselt das Gerät und . . .

Verstopfungen

. . . der Linkslauf dient dem Beseitigen von Verstopfungen. Dann dreht die Messerwalze rückwärts und gibt das eingeklemmte Material wieder frei. Bei Messerhäckslern muss dagegen zum Entfernen von eingeklemmtem Material entweder der Einfüllschacht abgeklappt oder der Einfülltrichter demontiert werden. Dieser ist meist mit extrem langen Schrauben verschlossen, damit das Messer auch wirklich zum Stillstand gekommen ist, wenn der Anwender das Gehäuse öffnet. Die Beseitigung von Verstopfungen ist bei Messerhäckslern wesentlich aufwendiger und zeitraubender als bei den modernen Leisehäckslern mit Walzenschneidwerk.

Einfülltrichter

Gartenhäcksler können einen Einfülltrichter mit langem Rohr haben oder sehr kompakt gebaut sein. Bei den Geräten mit niedrigem Einfülltrichter muss die Öffnung aus Sicherheitsgründen so gestaltet sein, dass niemand hindurchfassen und mit den Fingern ins Messerwerk gelangen kann. Knochen- oder T-Formen sind hier üblich, um den Öffungsquerschnitt zu verringern.

Allerdings wird so nicht nur verhindert, dass der Arm hindurch passt, auch Äste mit dickeren Verzweigungen bleiben oft im Füllschlitz hängen. Die seitlichen Triebe müssen dann erst einmal mit einer Astschere entfernt werden. Die Häcksler mit langem Rohraufsatz brauchen solche Sicherheitsvorkehrungen nicht, denn so lange Arme, um durch das Rohr ins Messerwerk zu fassen, hat sowieso kein Anwender.

Astdicke

Ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Häckslerkauf ist die Dicke der Äste, die das Gerät noch bedenkenlos zerkleinert. Bei den Geräten für den Hobbygärtner sind dies meist 30 bis 45 mm. Dickere Äste können Sie nur mit Profigeräten häckseln. Dennoch bereiten oft sogar dünnere Äste Probleme, entweder weil sie wegen ihrer Form und Verästelung nicht durch den engen Einfüllschlitz passen oder der Motor so schwach ist, dass der Ast im Messerwerk verklemmt. Achten Sie deshalb darauf, dass Geräte für dickere Äste auch genügend Motorleistung haben.

Gehäuse

Die Gehäuse der meisten Gartenhäcksler sind aus Kunststoff gefertigt. Auch dies ist eine Maßnahme zur Lärmreduzierung. Gegen Blechgehäuse schlagende Äste sind eben deutlich lauter als solche, die in möglicherweise sogar noch doppelwandigen und gedämmten Kunststoffrohren hin- und herfliegen. Ein weiterer Vorteil der Kunststoffgehäuse ist das geringere Gewicht gegenüber Stahlblechgehäusen.

Transportgriff

Die meisten Häcksler wiegen 20 kg und mehr. Ein in das Gehäuse oder in den Trichter integrierter Handgriff erleichtert den Transport des Geräts. Achten Sie darauf, dass sich der Häcksler gut mit einer Hand ziehen und schieben lässt.

Fahrwerk

Für einen leichten Transport des Häckslers ist auch ein solides Fahrwerk erforderlich. Große und stabile Räder ermöglichen das Fahren in unebenem Gelände und auf ungepflasterten Gartenwegen. Auch eine Bordsteinkante sollte der Häcksler ohne Fahrwerksschäden überwinden können. Dicke Stahlrohre und eine solide Achse sind Voraussetzungen für ein Fahrwerk, das auch nach härterer Beanspruchung nicht verbogen oder verzogen ist.

Zubehör

Wohin mit dem Häckselgut? Diese Frage stellen sich viele Benutzer, wenn der Häckslerhersteller nicht gleich einen passenden Auffangbehälter mitliefert. Allerdings eignen sich auch die berühmten Ikea-Taschen, Kunststoffboxen oder ein schöner Weidenkorb zum Auffangen der feinen Abfallschnipsel. Feste Behälter lassen sich meist besser abtransportieren und gezielter auskippen als Kunststofftaschen. Bei Messerhäckslern werden die Messer mit der Zeit stumpf und müssen gedreht oder getauscht werden. Das dafür erforderliche Werkzeug sollte serienmäßig sein.

Leise oder laute Häcksler: der technische Unterschied

Dass Häckseln keine laut lärmende Angelegenheit sein muss, beweisen seit vielen Jahren die modernen Leisehäcksler. Statt des klassischen Messerschneidwerks, das Äste und Grünzeug mit hoher Drehzahl kurz und klein hackt und dabei viel Lärm produziert, sind die meisten Leisehäcksler mit einer Messerwalze ausgestattet, die mit etwa 40 Umdrehungen pro Minute das Häckselgut eher gemächlich zerquetscht und zerschneidet. Diese langsame Gangart macht die Geräte viel leiser.

Auch die Ergebnisse der beiden Häckseltechniken unterscheiden sich. Walzenhäcksler produzieren ein gröberes, aber zerfasertes Häckselgut. Es eignet sich hervorragend zum Kompostieren. Die kleineren, aber festen Schnipsel, die aus dem Messerhäcksler kommen, lassen sich dagegen besser zum Mulchen oder als Gehwegsbelag verwenden. Das Messerschneidwerk zerkleinert auch Grünzeug wie Blätter und dünne Stengel besser als die Häckslerwalze.

Ein wichtiger Punkt für die Häckslerwahl ist die Arbeitsleistung. Zwar können hochwertige Messerhäcksler mehr Häckselgut durchsetzen als die meisten Walzenhäcksler. Dennoch fällt in der Praxis das Ergebnis oft umgekehrt aus. Der Grund dafür ist die Selbsteinzugswirkung der Messerwalze. Sind die Zweige einmal von der Walze erfasst werden sie kontinuierlich eingezogen und zerkleinert. während dieser Zeit kann der Benutzer bereits Nachschub holen. Anders bei den Geräten mit Messerschneidwerk. Hier ist die Einzugswirkung meist gering. Der Bediener muss deshalb oft am Gerät bleiben und nachstopfen, während der Benutzer des Leisehäcksler schon längst die nächste Ladung im Arm hat.

Ohne Stromanschluss arbeiten

Gartenhäcksler mit Benzinmotor. Sie sind eine Alternative für Gärten, in denen kein Strom zur Verfügung steht. In der Regel handelt es bei den Benzin-Gartenhäckslern um relativ starke Geräte, die 4 bis 5 cm dicke Äste locker zerkleinern. Ein kräftiger Vier-Takt-Motor treibt das Häckselwerk an. Mit Motorleistungen zwischen 6 und 10 PS sind selbst die kleinen Benzin-Gartenhäcksler deutlich stärker als ihre elektrischen Kollegen. Wem das noch nicht reicht, kann auch Häcksler für den kommunalen Einsatz benutzen. Sie sind mit noch stärkeren Benzinmotoren oder einem Zapfwellenanschluss für den Traktor ausgestattet. Doch für den Privatmann lohnt sich die Anschaffung solcher Häcksler kaum.

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2010. Jetzt abonnieren!
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