Alko, Bosch, Brill, Scheppach

Im Test: Vier Walzenhäcksler

Ein Blick in deutsche Gärten beweist: Herbstzeit ist Häckslerzeit! Der letzte Strauch- und Baumschnitt vorm Winter wird klein gemacht, um ihn zu kompostieren oder die Beete damit zu mulchen. Wir haben vier als leise und nachbarschaftsfreundlich geltende Walzenhäcksler ins selber machen-Testinstitut geschickt, um zu sehen, wie gut sie wirklich sind.

 
Walzenhäcksler im Test © Chris Lambertsen
Vier Walzenhäcksler wurden getestet

Wer einen Garten hat, hat auch einen Häcksler oder einen Nachbarn, der einen hat. Das reicht, solange man sich mit dem Nachbarn verträgt – denn den Häcksler braucht man ja nur zweimal im Jahr, wenn im Herbst und im Frühjahr größere Mengen von Schnittgut im Garten zusammenkommen. Doch wer weder einen Häcksler noch entsprechend ausgerüstete Nachbarn hat, der wird sich ein Gerät kaufen wollen.

Die Entscheidung muss zunächst zwischen Messer- und Walzenhäcksler fallen. Neben den Kosten sind es die Pflanzen im Garten, die hier eine Rolle spielen. Wer eher alte Gehölze hat und überwiegend dicke Äste schneidet, wird bei einem mittleren bis großen Messerhäcksler landen. Doch die sind laut und deswegen nur zu bestimmten Zeiten nutzbar.

In einem privaten Garten sind heute eher Walzenhäcksler zu Hause, deren Messerwalze viel langsamer dreht als die Messer bei Messerhäckslern. Sie sind dadurch deutlich leiser im Betrieb und brauchen nur wenig Pflege. Allerdings arbeiten sie auch langsamer. Statt einer horizontal drehenden Messerscheibe übernimmt bei ihnen die Messerwalze das Zerkleinern und Einziehen des Häckselguts. Die Messer schneiden aber nur, wenn sie einen Gegendruck haben. Hierfür sorgt entweder eine Andruckplatte (im Test bei Brill und Bosch) oder eine Rolle (bei Alko und Scheppach). Dadurch wird das Häckselgut in regelmäßigen Abständen zerkleinert oder gequetscht.


Der große Trichter und kräftige Durchzug des Bosch-Geräts erweist sich im Test als sehr vorteilhaft.

Besonders wenn die Messer abgenutzt sind, werden die Hölzer nicht mehr richtig durchtrennt. Dann müssen die Andruckplatten neu justiert werden. Bei Gegenrollen entfällt dies, da sie über Federkraft an die Messerwalze gedrückt werden. Bei nassem Häckselmaterial und Blättern neigen Walzenhäcksler zudem zum Verstopfen. Deswegen haben sie einen Rückwärtsgang eingebaut, der das Schnittgut wieder Richtung Eingang bewegt. Feuchtes Material kann aber so an Walze, Platte oder Rolle kleben, dass dies nicht gelingt. Deswegen sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Walzen problemlos zu erreichen sind.

Unsere Testkandidaten von Alko, Bosch, Brill und Scheppach haben unterm Strich alle gut abgeschnitten, wobei Einzeltests beim Häckseln erkennbar zeigten, dass nicht alle Geräte für alle Arten von Gartenschnitt gleichermaßen gut geeignet sind. In der Praxis sollte ein Häcksler also auf die vorhandenen Gartenpflanzen abgestimmt sein. Dann macht die Gartenarbeit damit richtig Spaß, und man könnte einem netten Nachbarn aushelfen und ihm den Häcksler leihen.

So haben wir getestet

Die Testingenieure im selber machen-Testlabor PZT haben Mess- und Laborräume mit ausgeklügelter Technik, um auch die kleinsten Funktionsabweichungen in technischen Geräten aufzuspüren. Das nützt Ihnen aber nur zur Hälfte, wenn selber machen einen Test bestellt. Denn auch diesmal mussten die Tester wieder an die frische Luft, um zu häckseln, zu messen und die Praxistauglichkeit unserer Testkandidaten zu protokollieren.

Dabei erreichten alle vier Geräte ein gutes Ergebnis, wobei aber Stärken und Schwächen beim Häckseln von acht verschiedenen Häckselmaterialien zwischen den Geräten unterschiedlich verteilt waren. Das Ergebnis dieser Testreihe hatte 40 % Anteil an der Endnote.

Um die Handhabung der Häcksler zu prüfen, absolvierten mehrere Tester an allen Geräten ein festgelegtes Prüfprogramm. Das Ergebnis konnte sich auch hier mit guten Noten sehen lassen und trug mit 25% zur Gesamtnote bei.

Zum Schluss ging es dann doch noch mal ins Labor, um Leistung, Lärm und technische Eigenschaften zu testen. In einer sogenannten Schallmesshalle wurde sowohl im Leerlauf wie auch unter Last das Betriebsgeräusch ermittelt. Dabei stellten die Prüfingenieure fest, dass die Herstellerangaben, außer beim Bosch, deutlich unterschritten wurden.

Bei der Aufnahmeleistung war es umgekehrt: Drei Geräte hatten unter Last eine höhere Leistungsaufnahme, als der jeweilige Hersteller angibt. Nur der Scheppach hielt sich an die Herstellerangabe. Diese Messungen ergaben 25 % der Endnote. Die übrigen 10 % bestimmten die Ausstattung und technischen Merkmale im Lieferzustand.

Ein guter Häcksler hat seinen Preis

Ein Häcksler kostet nicht die Welt und hält bei normaler Nutzung viele Jahre. Trotzdem sollte man sich für ein Markengerät entscheiden, um im Falle eines Falles auch nach langer Zeit noch eine Chance auf Ersatzteile zu haben. Zwar bekommt man schon für rund 100 Euro einen Gartenhäcksler, der dann meist aus dem Fernen Osten kommt und sicher eine Zeit lang seinen Dienst absolvieren wird. Doch spätestens nach der vierten Ersatzanschaffung hat man das Geld für einen guten Walzenhäcksler ausgegeben.

Für unseren günstigsten Testkandidaten gibt der Hersteller eine unverbindliche Preisempfehlung von rund 380 Euro. In dieser Preisklasse bekommen Sie einen Markenhäcksler der guten Mittelklasse.

Trotzdem lohnt sich ein Preisvergleich: In unserem Test war uns aufgefallen, dass die Geräte von Scheppach und Alko bis auf die Bedienelemente und die Farbigkeit baugleich zu sein scheinen. Nur die um 200 Watt größere Leistungsaufnahme und damit 5 mm mehr mögliche Astdicke des Scheppach-Gerätes schienen sie zu unterscheiden. Im Testlabor wurden sich die Zwillinge aber wieder ähnlicher. Dort unterschied sie nur noch 50 Watt Leistungsaufnahme – diesmal allerdings war der Alko der kräftigere. Was die beiden Brüder aber trennt, ist der Preis. Während man für das Alko-Gerät 389 Euro hinlegen soll, muss man für den Scheppach-Häcksler weitaus tiefer in die Tasche greifen und stolze 559 Euro bezahlen.

Wenn man die Möglichkeit hat, im Laden ein montiertes Gerät zu testen, dann sollte man mindestens die Bedienung und die Arbeitshöhe probieren. Wenn die Höhe nicht stimmt, wird die Gartenarbeit später zur Tortur. Auch den Montageaufwand sollte man sich erklären lassen. Hier schneidet im Test übrigens der Bosch am besten ab, er kommt fast komplett montiert in den Verkaufskarton. Da heißt es tatsächlich „plug and play“.

Warum keinen Messerhäcksler kaufen?

Messerhäcksler haben sehr schnell laufende Messerscheiben mit zwei oder mehr Messern, die das Häckselgut in sehr kleine Teile schneiden. Doch die hohe Umdrehungszahl macht diese Häcksler laut.

Damit man nicht versehentlich ins laufende Messer greifen kann, haben sie einen hohen, mehr als armlangen Einfüllschacht unterhalb des Trichters. Dadurch lassen sich kurze Zweige und Äste nicht bis zum Messer nachstecken, und die Geräte sind recht sperrig, wodurch sie im Schuppen oder Keller viel Platz wegnehmen. Nachteile, die ein Walzenhäcksler nicht hat – deswegen ist er für einen ganz normalen Hausgarten klar der Favorit.

Walzenhäcksler imt Test

1. Alko Silent Power 4000

Positiv: Gute Einsteckhöhe, bequemes Arbeiten. Geringe Verstopfungsneigung. Härteprüfung: 30-mm-Kiefernrundholz problemlos zerkleinert. Kein Nachjustieren des Schneidsystems nötig. Gute bis sehr gute Qualität des Häckselguts.

Negativ: Häckselmaterial wird meist nur durch Nachschieben von Hand eingezogen. Durch schmalen Einfülltrichter und Nachschieben Risiko, von Ästen getroffen zu werden. Störendes Klackgeräusch (soll sich vermindern).

Preis: 389,00 Euro

Gesamturteil: Gut

2. Bosch AXT 25 D

Positiv: Bequeme Arbeitshöhe. Relativ geringe Verstopfungsneigung. Breiter Einfülltrichter, gut bei sperrigem Material – Äste schlagen weniger. Gerät läuft nur mit untergestellter Fangbox an. Andruckplatte einfach nachzujustieren. Schieber zum Nachschieben von Material im Lieferumfang.

Negativ: Aluspäneauswurf nach Andruckplattenjustage. Der lauteste Leisehäcksler im Test. Gerät neigt beim Schieben zum Kippen.

Preis: 379,99 Euro

Gesamturteil: Gut

3. Brill 2300 LH


Positiv: Bequeme Einwurfhöhe. Relativ geringe Verstopfungsneigung. Material wird sehr gut ein- und durchgezogen. Relativ geringes Risiko schlagender Äste. Gute Häckselqualität bei Blumen, dünneren Ästen.

Negativ: Unterschiedliches Häckselmaterial erfordert jeweils eine Justierung der Schneidplatte. Dickere Äste werden nicht gut gehäckselt. 30-mm-Kiefernrundholz wird nicht durchgezogen. Auswurf von Aluspänen nach dem Einstellen der Schneidplatte.

Preis: 399,00 Euro

Gesamturteil: Gut

4. Scheppach Lonos 3

Positiv: Gute Einsteckhöhe, bequemes Arbeiten. Geringe Verstopfungsneigung. Härteprüfung: 30-mm-Kiefernrundholz problemlos zerkleinert. Kein Nachjustieren des Schneidsystems nötig. Gute bis sehr gute Qualität des Häckselguts.

Negativ: Häckselmaterial wird meist nur durch Nachschieben von Hand eingezogen. Durch schmalen Einfülltrichter und Nachschieben Risiko, von Astschlägen getroffen zu werden. Klackgeräusch (soll sich vermindern).

Preis: 559,00 Euro

Gesamturteil: Gut

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