Minibagger | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Bagger

Minibagger

Wenn im Garten Schaufel und Spaten versagen, weil das Loch für einen Teich oder einen Regenwassertank richtig groß sein muss, dann wird man schnell zum Minibagger-Fan.

 
Bagger © Selbermachen
Bagger

Wahrscheinlich ist es völlig egal, wie alt man ist oder wie technikbegeistert. Das Arbeiten mit einem Minibagger macht Selbermachern einfach Spaß. Und die Freude ist noch größer, weil es nur selten Gelegenheit und die Notwendigkeit gibt, sich so ein „Großgerät“ zu mieten.

Die SELBER MACHEN-Kollegen Jörn Lindemann und Thomas Lenz hatten dieses Glück, denn es galt, in einem Vorgarten einen Sieben-Kubikmeter- Regenwasser-Sammeltank zu vergraben. Dafür ist bereits ein Loch von fast 3 m Tiefe bei einer Grundfläche von 3x4 m notwendig – mit Schaufeln unmöglich zu schaffen. Deshalb musste ein Bagger her. Je weiter die Vorbereitungen gediehen, desto deutlicher wurde, dass ein Loch zu graben, besonders ein so tiefes, eine Wissenschaft für sich ist.

Die erste Hürde ist die Auswahl des richtigen Vermieters, schließlich zahlt man für die kleinsten Minibagger bereits zwischen 80 und 100 Euro pro Tag. Der Vermieter sollte den Bagger anliefern und wieder abholen. Das kostet meist extra, lohnt aber, da die Beschaffung von Hänger und geeignetem Zugfahrzeug – so ein Bagger wiegt 1,5 bis 2 Tonnen – meist teurer wird. Ein Tipp zur Auswahl des Vermieters: Schauen Sie zuerst, ob es in Ihrer Umgebung Mietmöglichkeiten gibt. Oft sind sie günstiger als große, überregionale Mietstationen für Profis. Grundsätzlich gibt es günstige Wochenend- und Wochenpreise.

Ist die Wahl getroffen und der Bagger an Ort und Stelle, ist die nächste Hürde zu nehmen: Man wird in wenigen Minuten zum Baggerfahrer ausgebildet. Danach sollte man gleich loslegen, um das Baggern zu üben und die Bedienelemente zu verinnerlichen. Schon nach einer halben Stunde haben Sie aber das Gefühl, sie würden das täglich machen.

Vor dem Graben steht noch das Einmessen und markieren des Baggerlochs mit den richtigen Abständen zum Haus. Das Auslöffeln der Grube geht relativ schnell, etwas Zeit braucht es aber, den Erdaushub abseits des Lochs zu lagern, damit sich der Bagger an seinem Arbeitsplatz frei bewegen kann. Geht es so eng zu wie bei uns, sollten Sie vorm Losbaggern die Standpunkte des Baggers festlegen und freihalten, denn sein Arm hat meist nur einen Aktionsradius von gut 2 m – wir mussten die letzen 40 cm dann doch schaufeln. Bei einem tiefen Loch (2m und mehr) und einer flachen Böschung müssen Sie wenigstens von zwei oder drei Positionen aus arbeiten, um das gesamte Loch ausheben zu können.

Skizze Minibagger© SelbermachenGanz besonders wichtig ist der richtige Böschungswinkel. Er hängt von der Beschaffenheit und Festigkeit des Bodens ab. Würden bei Felsboden fast senkrechte 80° ausreichen, erfordern weiche Böden maximal 45° Böschungswinkel. Das heißt aber auch, je flacher der Winkel, desto größer wird das Loch auf Geländeniveau. Wenn anschließend in der Grube gearbeitet wird, verhindert die richtig angelegte Böschung (Zeichnung), dass der Boden unangekündigt abrutscht – das wäre lebensgefährlich. Unser Tank jedenfalls kam mit Hilfe des Minibaggers und viel Spaß bei der Arbeit in anderthalb Tagen ins Loch.

Minibagger-Bedienelemente

Fahrhebel: Je ein Hebel für das linke und das rechte Fahrwerk. Beide Hebel mit den Funktionen Vorwärts – Leerlauf (Mittelstellung) – rückwärts. Man kann auch über Pedalwippen „zu Fuß“ steuern.

Linke Pedalwippe: Zum Steuern von hydraulischen Anbaugeräten.

Rechte Pedalwippe: Zum Schwenken des Bagger-Auslegerarms nach links und rechts.

Linker Joystick: Zum Aus- und Einfahren des Löffelstiels (vorderer Teil des Arms) und zum Drehen des Baggers.

Rechter Joystick: Zum Anheben und Absenken des Auslegers (hinterer Arm) und zum Bewegen des Löffels.

Fahrstufenknopf: Durch Drücken des Knopfes wechselt man zwischen schnellem und langsamen Fahren.

Bedienhebel: Zum Heben und Senken des Räumschilds und zur Fahrwerksverbreiterung

Gashebel: Er regelt die Motordrehzahl und so die Grundgeschwindigkeit des Baggers.

Zündschloss: Wie beim Auto – mit einem Schlüssel den Dieselmotor vorglühen und starten.

Aber die reine textliche Vorstellung der Bedienelemente ist natürlich nur die graue Theorie. Wie man einen Mini-Bagger bedient, sieht man am besten in einem Video. Die Kollegen von der Verleih-Firma Klarx haben eine sehr anschauliche Anleitung verfilmt:

Baggern

  1. Bagger abladenBagger abladen© Selbermachen

    Bagger abladen

    Lassen Sie sich den Bagger anliefern. So bekommen sie Ihre Einweisung direkt vor dem Baggereinsatz.
  2. Loch markierenLoch markieren© Selbermachen

    Loch markieren

    Bevor es losgeht, markiert man das benötigte Loch und berücksichtigt dabei genug Raum für die Baggerbewegungen.
  3. Mindestabstand markierenMindestabstand markieren© Selbermachen

    Mindestabstand markieren

    Mit einer Richtschnur wird der Mindestabstand zum Haus markiert.
  4. Minibagger fahrenMinibagger fahren© Selbermachen

    Minibagger fahren

    Jetzt kommt der Minibagger zum Einsatz. Mit rund 1,1 m Breite und etwa 1,5 t Gewicht reicht ein schmaler Weg oder eine Lücke in der Hecke als Fahrweg aus.
  5. Baggern beginnenBaggern beginnen© Selbermachen

    Baggern beginnen

    Ein fester Stand ist die Voraussetzung für sicheres Baggern. Hier hat der Bagger zwei Arbeitspositionen an einem abfallenden Gelände.
  6. Grube aushebenGrube ausheben© Selbermachen

    Grube ausheben

    Der Aushub wird zunächst an einem Punkt zwischengelagert und später weiter transportiert.
  7. Fester StandFester Stand© Selbermachen

    Fester Stand

    Erst oben um den hoch liegenden Boden abzunehmen, dann unten, um in die Tiefe zu graben.
  8. Grubensohle nivellierenGrubensohle nivellieren© Selbermachen

    Grubensohle nivellieren

    Dort wo der Bagger nicht mehr hinreicht, wird mit der Schaufel weiter gearbeitet. Dabei wird die Grubensohle grob nivelliert.
  9. Boden planeben abziehenBoden planeben abziehen© Selbermachen

    Boden planeben abziehen

    Mit einem Richtscheit wird die Sohle anschließend planeben abgezogen, und – da später 7 Tonnen Wasser hierauf lasten, . .
  10. Boden verdichtenBoden verdichten© Selbermachen

    Boden verdichten

    . . . der durchs Schaufeln und Abziehen lose gezogene Boden mit einem Handstampfer verdichtet!
  11. Grube füllenGrube füllen© Selbermachen

    Grube füllen

    Sobald der Sammeltank im Loch steht und ausgerichtet ist, wird die Grube verfüllt und dabei alle 30 cm von Hand verdichtet.

Der richtige Böschungswinkel

Skizze Böschung© SelbermachenDie Zeichnung zeigt, dass je nach Bodenbeschaffenheit die Grubenböschung einen bestimmten Winkel haben muss. Bei tiefen Löchern muss spätestens alle 3 m eine sogenannte Berme, ein Absatz, von wenigstens 1,5 m Tiefe eingebaut werden. Wo genug Platz ist, sollte dies auch bei weniger tiefen Löchern gemacht werden. So kann die Böschung nicht abrutschen und bringt Menschen in der Grube nicht in Lebensgefahr.

Skizze Böschungswinkel© SelbermachenDamit man den Böschungswinkel beim Baggern von Zeit zu Zeit kontrollieren kann, baut man sich eine große Winkellehre aus einer 2,5 m langen Dachlatte und einem 2,1 m langen Brett. Die Unterkante des Bretts wird in 2 m Höhe an der Latte verschraubt und je nach gefordertem Winkel vom Fuß der Latte eine Schnur zum Brett gespannt und befestigt. Dieses zeigt nun den Winkel an, wenn das Brett waagerecht und die Latte senkrecht gehalten werden (Wasserwaage).

Bagger-Wahl

Baggerlöffel© SelbermachenGruben graben oder Kellerwände freilegen ist mit einem Minibagger schnell zu erledigen. Mit Raupenfahrwerk und zwei Fahrhebeln ist die Bedienung zwar gewöhnungsbedürftig, aber in kurzer Zeit zu erlernen (Einweisung des Vermieters). Je nach Art des künftigen Lochs oder Grabens können unterschiedliche Löffel oder Greifer angebaut werden. Wenn Sie unterschiedliche Löffel benötigen (siehe unten), hilft eine Schnellwechseleinrichtung am Bagger. Wer beispielsweise einen Stellplatz anlegen will und Erdreich in der Fläche abtragen muss, der mietet einen kompakten Radlader. Er wird wie ein Auto gefahren und hat einen Joystick für die Schaufel. Die Radladermiete ist etwas höher als bei Minibaggern.

Skizze Bagger© Selbermachen- Kompakt-Radlader zum Abheben von Erdreich (Bild rechts).

- Minibagger zum Ausheben von Gruben (Bild rechts).

- Tieflöffel, Grabenräumlöffel und Greifer (Bild links).

Hier gibt´s Minibagger

• BauRent: Vermieter mit Liefer- und Abholservice. Überwiegend im Westen und Osten Deutschlands vertreten. Telefon (0 18 05) 05 09 20 (14 Cent/Minute), Internet: www.baurent.com

• HKL: Großer Vermieter mit bundesweit über 100 Niederlassungen. Hauptsächlich für den gewerblichen Bedarf. Telefon (08 00) 4 45 55 44 (kostenfrei), Internet: www.hkl-baumaschinen.de

• klarx: Deutschlands größter digitaler Baumaschinenvermieter mit über 200.000 Maschinen bei mehr als 4.000 Mietparks. Maschinen können jederzeit auf www.klarx.de oder unter der kostenlosen Nummer: (08 00) 5 52 73 44 gebucht werden. Auf Wunsch bietet klarx auch eine Lieferung der Maschinen an.

• Mietprofi: Bietet große Auswahl an Geräten für Baustelle, Haus und Garten. Vermietung über Obi-Baumärkte. Telefon (0 18 05) 90 90 90 (14 Cent/Minute), Internet: www.mietprofi.de

• MVS Zeppelin: Vermieter mit über 120 Mietstationen in Deutschland, bietet ein fast komplettes Profi-Baustellenprogramm. Telefon (0 18 05) 88 88 (14 Cent/Minute), Internet: www.mvs-zeppelin.de

• Wacker rental: Bietet Baumaschinen und Baugeräte bundesweit in über 60 Niederlassungen. Telefon: (08 00) 7 83 18 50 (kostenfrei), Internet: www.wackergroup.com

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