Motorsägen - Daran erkennen Sie Qualität | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Benzinmotorsägen

Motorsägen - Daran erkennen Sie Qualität

Benzinmotorsägen gibt es manchmal schon für weniger als 100 Euro. Profisägen der Markenhersteller kosten ein Vielfaches. Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

 
Motorsäge von Stihl © Selbermachen
Motorsäge von Stihl

Heizen mit Holz liegt im Trend. Wer günstiges Feuerholz haben will, geht heute in den Wald und schlägt sein Holz selber. Egal ob Sie selbst Bäume fällen oder nur geschlagenes Kronenholz aufarbeiten – um eine Motorsäge kommen Sie dabei nicht herum. Welche die optimale Säge ist, hängt vom jeweiligen Anwendungszweck ab. Die Hersteller teilen die Motorsägen im wesentlichen in drei Produktlinien ein: Die kleinen Hobbyoder Kompaktsägen mit 2 bis 3 PS Motorleistung eignen sich, um ab und zu mal Gehölze auszulichten, Brennholz zurechtzusägen oder gelegentlich kleinere Bäume zu fällen. Allzu große Anforderungen an Leistung und Lebensdauer darf man aber bei diesen Geräten nicht stellen.

Die Modelle der Motorsägen-Mittelklasse werden oft als Farmer- oder Allroundsägen bezeichnet. Sie haben zirka 3 bis 5 PS Motorleistung. Dank ihrer höheren Durchzugskraft eignen sie sich für viele Aufgaben im Obst- und Gartenbau, aber auch für die Schwachholzernte und zum Brennholzsägen. Die Profisägen überzeugen vor allem durch ein sehr günstiges Leistungsgewicht, denn für den Waldarbeiter ist jedes unnötige Gramm nur Ballast. Die Motorleistung reicht, je nach Schnittlänge, von 2,5 PS bei den kleinen Maschinen bis hin zu mehr als 8 PS bei den großen Fällsägen. Bei letzteren macht sich deutlich bemerkbar, dass sie für den täglichen Einsatz im Wald konstruiert wurden und eine entsprechend lange Lebensdauer haben.

Sägeschiene

Sägeblatt (Stihl)© SelbermachenDer geplante Einsatzbereich bestimmt auch die Länge der Sägeschiene und -kette. Hier gilt: So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Sägen mit kurzem Schwert sind handlicher, leichter, bieten ein geringeres Verletzungsrisiko und brauchen weniger Motorkraft. Da sich die meisten Sägen mit unterschiedlich langen Schwertern ausstatten lassen, kann für den Fall der Fälle ein längeres Schwert benutzt werden. Denken Sie daran: Mit einem 30 cm langen Sägeschwert lassen sich zur Not auch mal 60 cm dicke Bäume und mit der richtigen Sägetechnik sogar noch dickere fällen.

Sägekette

Motorsägen sind in der Regel mit einem Kettentyp ausgestattet, der zum Haupteinsatzbereich der Maschine passt und auf die Motorleistung der Säge abgestimmt ist. Eine Umrüstung der Maschine auf einen anderen Kettentyp ist teilweise möglich, erfordert gegebenenfalls aber auch ein neues Schwert und ein neues Antriebsritzel. Für den Gelegenheitsanwender empfehlen sich Ketten mit geringer Rückschlagsneigung wie zum Beispiel die „Picco Mini“ und „Picco Micro“ von Stihl.

Motor

Motor anlassen© SelbermachenMotorsägen sind bis heute mit 2-Takt- Motoren ausgestattet. Sie benötigen deshalb ein Benzin-Öl-Gemisch. Die Standardmischung beträgt 1 : 25 (1 Teil Öl und 25 Teile Benzin). Mit speziellem Zweitakteröl für Motorsägen sind es 1 : 50. Gerade für Selbermacher empfehlen sich fertig gemischte Sonderkraftstoffe von Aspen oder „MotoMix“ von Stihl. Sie sind zwar etwas teurer, dafür aber bis zu zwei Jahre haltbar. So sparen Sie sich auch die Startschwierigkeiten zu Beginn der neuen Saison.

Starter

Gummibalg-Benzinpumpe© SelbermachenSicher haben Sie schon mal beobachtet, wie Waldarbeitet die Säge freihandanreißen. Zum sicheren Starten sollten Sie die Maschine aber besser auf den Boden legen und mit dem Fuß im hinteren Handgriff sichern. Mehrfaches Drücken des Gummibalgs einer manuellen Benzinpumpe (Primer) erspart wiederholtes Ziehen am Anwerfseil, um erstmal Kraftstoff in den Vergaser zu pumpen. Ein Dekompressionsventil verringert den Widerstand beim Starten. Zusätzliche Starthilfen wie der „ErgoStart“ von Stihl helfen auch weniger geübten Anwendern, die Motorsäge schnell anzuwerfen.

Einstellschrauben

Einstellschraube© SelbermachenNormalerweise sind Motorsägen vom Händler richtig eingestellt, so dass das Einstellen der Vergaserschrauben eigentlich entfällt. Je nach Hersteller und Modell muss aber bei Veränderungen des Luftdrucks oder zunehmender Verschmutzung des Luftfilters nachgestellt werden. Modelle mit Kompensator oder elektronischer Vergasersteuerung regeln automatisch nach.

Kettenbremse

Kettenbremse© SelbermachenDie Kettenbremse ist heute bei allen Motorsägen Pflicht. Sie verhindert ein Mitlaufen der Sägekette beim Starten und stoppt die Kette beim gefährlichen Rückschlagen der Maschine. Ältere Sägen ohne Kettenbremse sollten heute nicht mehr benutzt werden.

Kettenschnellspannung

Einstellung der Kettenspannung© SelbermachenDas Einstellen der richtigen Kettenspannung ist Voraussetzung für sicheres Arbeiten. Kontrollieren Sie die Kettenspannung regelmäßig. Vor allem neue Ketten müssen öfter mal nachgespannt werden. Mit seitlichen Stellschrauben lässt sich die Kette komfortabler einstellen als bei frontaler Schraube. Richtig bequem wird es aber erst mit der werkzeuglosen Kettenschnellspannung. Dennoch verzichten viele Profis wegen der zirka 300 g Mehrgewicht lieber auf dieses Detail.

Tankverschlüsse

Tankverschluss© SelbermachenDie Verschlüsse für den Öl- und Benzintank sollten ohne Werkzeug und auch mit dicken Arbeitshandschuhen gut zu bedienen sein. Außerdem müssen sie so mit der Maschine verbunden sein, dass man sie nicht verlieren kann. Denn bei einem verlorenen Tankdeckel ist die Arbeit im Wald erstmal beendet.

Luftfilter

Luftfilter© SelbermachenSetzt sich der Luftfilter im Laufe des Arbeitens mit Schmutz und Sägespänen zu, verändert sich die Zusammensetzung des Benzin-Luft-Gemischs. Deshalb muss der Filter leicht zugänglich und leicht zu reinigen sein.

Griffheizung

Für Profis, die auch bei klirrender Kälte im Wald arbeiten müssen, sind beheizte Griffe an der Motorsäge ein sehr nützliches Ausstattungsdetails. Private Anwender können darauf meist verzichten.

Werkstatt

Wie ein Auto brauchen auch Motorsägen eine regelmäßige Wartung, und ab und zu müssen Verschleißteile ersetzt werden. Bei den billigen Noname- Maschinen aus dem Baumarkt und vom Discounter ist die Ersatzteilversorgung oft sehr schlecht und eine Reparatur oft nicht möglich. Letztlich ist eine Motorsäge immer nur so gut wie der Fachhändler, der die Maschine wartet und repariert.

Welche Ausrüstung ist die Richtige?

Sie haben die Wahl zwischen einer Säge mit Benzinmotor oder einer Elektrokettensäge – je nach Einsatzbereich. Eine Schutzausrüstung ist in jedem Fall vorgeschrieben.

Sägen mit Kabel: Elektro-Kettensägen sind preiswerter, leichter und wartungsärmer. Doch im Gelände sind Stromanschlüsse rar und das Kabel stört.

Elektro-Kettensäge© SelbermachenZum Arbeiten im Wald ist eine Elektrokettensäge nicht zu gebrauchen. Der erforderliche Stromanschluss beschränkt ihren Einsatzbereich auf die Umgebung einer Steckdose. Wenn es ums Brennholzsägen auf dem eigenen Hof geht, ist die elektrische Maschine jedoch eine gute Alternative zur Motorsäge. Auch wenn die Leistung des Elektromotors geringer ist als die des stinkenden Zweitakters, so fällt dieser Unterschied bei den üblichen Schnittlängen bis etwa 20 cm kaum ins Gewicht. Dafür ist die Elektrosäge deutlich leiser, leichter und preiswerter.

Im Gegensatz zur benzinbetriebenen Säge ist sie vor allem weitgehend wartungsfrei. Der Anwender muss sich eigentlich nur ums Kettenöl kümmern, die aufwendige Pflege des Benzinmotors entfällt. Zum Arbeiten mit dem Sägebock würden wir in der Regel die Elektrokettensäge vorziehen.

Anders beim Bäumefällen und Entasten. Selbst wenn eine Steckdose in der Nähe wäre, ist die Motorsäge die bessere Wahl. Denn hier kann kein Kabel hängen bleiben und zum Sicherheitsrisiko werden.

Die Sicherheitsausstattung – so wichtig wie die richtige Säge

Schutzausrüstung© SelbermachenZur eigenen Sicherheit sollte vor dem Kauf der Motorsäge die Anschaffung der persönlichen Schutzausrüstung stehen. Kettensägen gehören zu den gefährlichsten Werkzeugen überhaupt. Verletzungen mit der laufenden Sägekette sind meist schwerwiegend und können sogar tödlich sein. Beim Arbeiten im Wald kommen weitere Risiken hinzu.

Vor der Anschaffung einer Kettensäge sollte deshalb erst einmal der Kauf einer persönlichen Schutzausrüstung (PSA) stehen, wie sie zum Beispiel auch die Berufsgenossenschaften verlangen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 100 bis 200 Euro. Auch Förster, die Berechtigungen zum Schlagen des eigenen Brennholzes vergeben, Die Sicherheitsausstattung – so wichtig wie die richtige Säge achten zunehmend darauf, dass in ihrem Wald nur mit entsprechender Schutzausrüstung gearbeitet wird.

Zur Grundausstattung einer PSA gehören Schnittschutzhose, Schnittschutzstiefel oder zumindestens halbhohe Sicherheisstiefel mit Stahlkappe, Gehörschutz, Schutzbrille und – für alle Arbeiten im Wald – Helm mit Gesichtsschutz sowie Arbeitshandschuhe. Je nach Arbeitsbereich können weitere Ausstattungen wie zum Beispiel Schnittschutzjacken und Schnittschutzhandschuhe hinzukommen.

SELBER MACHEN 11/2006

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