Trecker

Trecker Kubota B1620

Stellen Sie sich vor, man nimmt einen ausgewachsenen Ackerschlepper vom Schlage eines Fendt oder John Deere und verkleinert ihn maßstabsgetreu im Verhältnis eins zu drei. Das Ergebnis ist der Kubota B1620 – mit dem wir in den letzten Wochen viel Spaß gehabt haben. Ein Fahrbericht mit Frontlader, sozusagen.

 
Trecker Kubota B1620 © Selbermachen
Trecker Kubota B1620

Ganz ehrlich: Wir hatten ein ziemlich schlechtes Gewissen, als wir auf der Messe in Eisenach am Kubota-Stand nach einem Testgerät fragten. Uns war klar, die lachen uns aus. Schließlich sind wir Selbermacher und keine Landwirte.

Weit gefehlt. „Mehr als zwei Drittel unserer Kunden für die B20-Serie haben gar keinen landwirtschaftlichen Betrieb!“, lächelte uns Michael Klug von Kubota an. Zwei Wochen später stand er vor der Tür, der Trecker für alle, die schon immer mal einen Trecker haben wollten. Der erste Kontakt war verblüffend: Der Kubota sieht zwar wie ein geschrumpfter Großer aus, hat aber die Ausstattung seiner ausgewachsenen Geschwister: Grobe Ackerbereifung, Allradantrieb, Untersetzung, Zapfwelle, Frontlader und Co.

Das Ganze fühlt sich dabei trotz geringer Dimensionen sehr erwachsen an: Die Haube ist aus Blech, der Dreizylinder verlangt nach Diesel, und der Sound ist Fendt, nicht Rasenmäher. Man darf den kleinen Japaner nicht unterschätzen.

Die große Schaufel am Frontlader hat keine Angst vor großen Komposthaufen: 1,07 Meter Breite und eine vollhydraulische Führung machen kurzen Prozess mit Erd- und Ladearbeiten. Der Rammschutz gehört dazu.

Doch was macht man mit so einem Mini-Trecker? „Mit Rasenbereifung werden viele B20 als Mäher eingesetzt (geht hervorragend). Schneeschieben tut damit jeder (ist dafür aber eigentlich fast zu schade)“, meint Michael Klug. Unsere Antwort: Ein Kubota schafft sich selbst Arbeit! Die Ehefrau will das Terrassenbeet abgetragen, der Nachbar sein Boot aus dem Teich gezogen haben. Und der Komposthaufen wartet darauf, endlich abgefahren zu werden. All das leistet der B 1620 mit Leichtigkeit. Gut beraten ist dabei, wer sich bei der Bestellung nicht zurückhalten musste: Ein Frontlader, Überrollbügel und ein Rammschutz gehören einfach dazu. Die Zulassung für die Straße ist bei 19 km/h Höchstgeschwindigkeit ohnehin Pflicht.

Das Kubota-Biotop ist überall da, wo es grün ist. Als Mini-Radlader, kleine Zugmaschine oder Harley-Davidson-Ersatz für Landmänner. Der kleine Orangene kommt überall durch und sorgt für anhaltende Begeisterung bei kleinen Jungs und großen Männern.

Und das Fahren selbst? Das geht überraschend leicht von der Hand: Die Ergonomie passt zu allen Körpergrößen, und das Schaltgetriebe funktioniert wie beim Auto. Vom großen Trecker übernommen sind Differenzialsperre, Untersetzung und Handgas mit den Symbolen „Hase“ und „Schildkröte“. Wer Auto fahren kann, kann auch Kubota fahren. Und wer sich mit dem Kubota trotz Allrad & Co. festfährt, hat etwas grundlegend falsch gemacht.

Wenn man jetzt noch die stabilen Gebrauchtpreise von Traktoren einkalkuliert, dann wird der Kauf eines Mini-Treckers eigentlich zur Pflicht für jeden rechnenden Haushaltsvorstand. So viel können wir versprechen: An Arbeit wird es ihm und Ihnen nicht fehlen. Und an Spaß auch nicht …

Technische Daten - KUBOTA B1620 / LA213

Motor und Antrieb 3-Zylinder-Kubota-Diesel mit Wasserkühlung, 719 ccm Hubraum, Maximalleistung 11,8 (16) kW (PS) bei 2800 U/Min. Zuschaltbarer Allradantrieb; sechs Vorwärtsgänge, zwei Rückwärtsgänge. Heckzapfwelle mit 540 u.1000 U/min. Zwischenzapfwelle. Frontlader LA 213 mit 302 Kg Hubkraft am Schaufeldrehpunkt.

Maße Länge 2,360 m, Breite 94 Zentimeter, Leergewicht Standardmodell: 560 kg. Höhe bei Frontladereinsatz: 1,9 Meter am Schaufeldrehpunkt. Tank 14 l (Diesel).

Fahrleistung Höchstgeschwindigkeit 19 km/h.

Preis ab 10 700 Euro. Frontlader 3500 Euro, Testfahrzeug mit Überrollbügel, STVO-Kit, Rammschutz 15800 Euro.

  1. GangschaltungGangschaltung© Selbermachen

    Gangschaltung

    Der B1620 hat drei Gänge plus Untersetzung und zuschaltbarem Allradantrieb. Der hintere Hebel ist für den Dreipunkt-Heckkraftheber.
  2. Schell- und LangsamfahrstufeSchell- und Langsamfahrstufe© Selbermachen

    Schell- und Langsamfahrstufe

    „L“ und „H“ stehen für die Schell- und Langsamfahrstufe. Tempo: von wenigen hundert Metern bis zu 19 Kilometern in der Stunde.
  3. FahrerarbeitsplatzFahrerarbeitsplatz© Selbermachen

    Fahrerarbeitsplatz

    Der Fahrerarbeitsplatz. Wer schon einmal auf einem Trecker gesessen hat, fühlt sich sofort zu Hause. Mit einem Aufsitzrasenmäher hat das nichts mehr zu tun …
  4. Zugmaul und RammschutzZugmaul und Rammschutz© Selbermachen

    Zugmaul und Rammschutz

    Rammschutz und Zugmaul am Kühler: aus dem Vollen geschnitzt.
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren