Vertikutierer Honda Solo 518 im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Vertikutierer

Vertikutierer Honda Solo 518 im Test

Mit einem Vertikutierer können Sie ihren Rasen wieder auf Vordermann bringen. Für größere Rasenflächen empfiehlt sich ein Gerät mit Benzinmotor wie der Solo 518. Wir haben ihn getestet.

 
Vertikutierer © Selbermachen
Vertikutierer

Mit 15 versetzt montierten Stahlmessern auf einer rotierenden Welle ritzt der Solo-Vertikutierer 518 die Grasnarbe auf, damit wieder Wasser und Nährstoffe an die Wurzeln der Graspflanzen kommen können. Das, was wie eine Rosskur für den Rasen klingt, gehört jedoch zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen für das heimische Grün. Stark verfilzte und vermooste Rasenflächen, aber auch abgenutzte und vertrocknete Stellen entwickeln sich nach dem Vertikutieren und anschließendem Nachsäen meist wieder prächtig.

Der Solo 518 ist ein Vertikutierer mit Benzinmotor und 40 cm Arbeitsbreite. Er eignet sich für mittlere bis große Rasenflächen. Da in der Regel nur ein- bis zweimal im Jahr vertikutiert wird, darf die Arbeitsbreite eines Vertikutierers durchaus etwas schmäler sein als die ideale Breite des Rasenmähers. Das Gerät ist schnell montiert, sofern man es sich nicht ohnehin betriebsbereit vom Händler abholt. Praktisch ist der zusammenklappbare Führungsbügel. Er ermöglicht ein Verstauen des Vertikutierers mit nur geringem Platzbedarf.

Beim Starten des Motors ist der Choke, der direkt am Motor bedient werden muss, leicht zu übersehen. Ein unscheinbarer Drahtbügel dient für die Steuerung der Starterklappe. Ist er herausgezogen, lässt sich auch der kalte Honda- Motor mit dem Startseil leicht anwerfen. Danach kann die Starterklappe geschlossen werden. Bei späteren Neustarts des warmen Motor ist ihre Betätigung nicht mehr erforderlich.

Etwas verwirrend ist die Einstellung des Gashebels am Führungsholm. Sein Verstellweg ist nämlich auf etwa die Hälfte des an der Armatur angezeigten Bereiches beschränkt, weil die Motordrehzahl zur Erzielung eines optimalen Drehmoments und besserer Emissionswerte begrenzt wurde. Insofern ist auch die Angabe der Motorleistung mit 3 kW/4 PS sehr optimistisch.

Zum einen handelt es sich hier noch um alte Leistungsangaben. Seit Frühjahr 2007 gibt Honda eine sogenannte Netto-Leistung nach SAE J1349 für den GC 135 mit nur noch 2,7 kW/3,6 PS bei 3600 Umdrehungen pro Minute an. Bei 3000 Umdrehungen, was in etwa der begrenzten Drehzahl entspricht, beträgt die maximale Dauerleitungs sogar nur 1,9 kW/ 2,5 PS. Dennoch ist der Solo Vertikutierer auch bei stark vermoostem Rasen immer noch leistungsfähig genug.

Die Einstellung der Arbeitstiefe lässt sich um etwa 25 mm variieren. Sie wird an einem zentralen Stellrad vorgenommen. Eine Umdrehung entspricht dabei etwa 1 mm. Auch wenn sich die einmal eingestellte Arbeitstiefe durch Abnutzung der Messer im Laufe der Zeit verändert, ist es ärgerlich, dass der Anwender keine Anzeige über die eingestellten Tiefe hat. Letztlich muss man allerdings ohnehin an einem Probestück die Einstellung jedesmal überprüfen. Optimal ist es, wenn die Messer etwa 1 cm tief in den Boden einschneiden.

Dabei wird nicht nur der Boden aufgelockert, sondern es werden auch allerhand Rasenfilz und andere Pflanzenreste aus dem Rasenteppich gezupft. Normalerweise lässt der Vertikutierer dieses Grünzeug auf dem Gras liegen. Für zirka 70 Euro gibt es aber auch einen Grasfangsack als Zubehör. Doch diese Ausgabe kann man sich sparen. Der Fangsack ist mit 40 Liter Fassungsvermögen relativ klein und füllt sich nur schlecht. Bei der großen Menge an Pflanzenresten, die der 518 aus unserem relativ stark vermoosten Rasen herausarbeitete, war er nach jeweils 4 bis 5 m schon wieder halbvoll. Das weitere Grünzeug fiel dann auf den Boden und musste weiterhin aufgeharkt werden.

Der Solo 518 lässt sich sehr leicht schieben und arbeitet sehr effektiv. Wer einmal im Frühjahr und einmal im Herbst vertikutiert, hält seinen Rasen immer gut in Schuss. Der Preis von knapp 585 Euro ist zwar kein Pappenstiel, aber zusammen mit der Mühe fürs Vertikutieren für alle, die einen schönen, gleichmäßigen Rasen schätzen, gut angelegt.

  1. Gashebel © Selbermachen

    Gashebel

    Verwirrend: Der Gashebel lässt sich nur bis zur Hälfte des angezeigten Bereichs verstellen. Dies ermöglicht aber den Einsatz preisgünstiger Standardbauteile.
  2. Luftfilter © Selbermachen

    Luftfilter

    Der Luftfilter des Honda-Motors ist leicht zugänglich und gut zu wechseln.
  3. Einstellschraube Arbeitstiefe© Selbermachen

    Einstellschraube Arbeitstiefe

    Die Einstellschraube für die Arbeitstiefe der Messer hat keine Markierung für den eingestellten Wert. Ist sie einmal verstellt, lässt sich der vorherige Wert kaum wieder reproduzieren.
  4. Einfüllschraube © Selbermachen

    Einfüllschraube

    0,6 Liter Motorenöl gehören in den Motor. Der jeweilige Ölstand lässt sich an dem in die Einfüllschraube integriertem Messstab gut ablesen.
  5. Fangsack © Selbermachen

    Fangsack

    Mit 40 Liter Fassungsvermögen ist der als Sonderzubehör (etwa 70 Euro) erhältliche Fangsack viel zu klein, zumal er sich immer nur bis etwa zur Hälfte füllen lässt.

Hersteller Solo

Gerätebezeichnung: 518

Geräteart: Vertikutierer;

Motor: Honda GC135 4-Takt, 3 kW/4 PS;

Arbeitsbreite: 40 cm;

Höhenverstellung: Stufenlos von etwa 0 bis 25 mm;

Anzahl der Messer: 15 Doppel-Stahlklingen;

Drehzahl-Messerwelle: 2850 U/Min.;

Fangkorb: Sonderzubehör 40 Liter (70,90 Euro);

Griffbügelhöhe/zusammenklappbar:** 93 cm/ja; **Raddurchmesser: 200 mm;

Schalldruck/Schallleistung: 94/96 dB(A);

Gehäuse/Platzbedarf: Stahlblech /70 x59 x 59 cm;

Gewicht: 30 kg;

Herkunftsland: Italien;

Garantie: 2 Jahre/1 Jahr (privat/gewerblich);

Preis: 584,90 Euro

Besonderheiten: ■ Zentrale Einstellung der Schnitttiefe, laufruhiger, relativ leiser Motor

Auf den Punkt gebracht

© SelbermachenPositiv: Einfache Montage des Geräts, geringer Platzbedarf durch zusammenklappbaren Führungsholm, zentrale Einstellung der Arbeitstiefe, ruhiger Motorlauf

Negativ: Verstellbereich des Gashebels unklar, keine Positionsmarkierung für die eingestellte Messertiefe, Fangkorb viel zu klein, chaotische mehrsprachige und fehlerhafte Bedienungsanleitung

Fazit: Der Solo 518 ist ein solides Arbeitstier. Mit ihm lassen sich mittlere bis große Rasenflächen vertikutieren. Das Gerät ist laufruhig, leicht zu schieben und arbeitet sehr effektiv. Der zusätzlich erhältliche Fangsack ist praktisch nicht zu gebrauchen.

Rasenflächen verfilzen und vermosen im Laufe der Zeit. Wasser, das Nährstoffe und Dünger transportiert, kann nicht mehr bis an die Wurzeln dringen. Deshalb gilt es, Rasenflächen von Zeit zu Zeit zu vertikutieren oder zu lüften.

Beim Lüften wird vor allem die Moos- und Filzschicht aus dem Rasen gekämmt. Für kleinere Rasenflächen genügt schon eine Harke, mit der der Rasen mehrfach bearbeitet wird. Komfortabler sind motorbetriebene Rasenlüfter, teilweise auch Moosrupfer genannt. Rotierende Stahlkrallen zupfen dabei den Filz aus dem Rasen und sammeln ihn gegebenenfalls in einem Auffangbehälter.

Beim Vertikutieren wird nicht nur der Filz ausgekämmt. Vertikal stehende Messer ritzen die Grasnarbe etwas auf. Die im Abstand von 2 bis 3 cm stehenden Messer dringen etwa 5 bis 15 mm tief in den Boden ein und lockern ihn auf, damit künftig wieder mehr Wasser und Nährstoffe an die Graswurzeln dringen können. Zum Vertikutieren gibt es Handvertikutierer für kleinere Rasenflächen und motorbetriebene Geräte (Elektro- oder Benzinmotor) für den größeren Garten.

Zum Lüften und zum Vertikutieren sollte der Rasen vorher relativ kurz geschnitten werden. Dann kann die Rasenfläche mit dem Gerät bearbeitet werden. Danach entfernt man die herausgeholten Planzenreste mit einer Harke, sofern sie nicht gleich bei Lüften und Vertikutieren aufgefangen werden. Da beim Vertikutieren auch die Wurzeln der Graspflanzen beschädigt werden können, sollten Sie auf jeden Fall mit geeigneten Saatgut etwas nachsäen. Vertikutiert wird normalerweise einmal im Frühjahr, bei stark beanspruchtem Rasen zusätzlich auch im Herbst, dabei beim nächsten Mal im rechten Winkel zum vorherigen Vertikutieren arbeiten Auch ist beim Lüften oft eine Nachsaat fällig. Da das Lüften jedoch schonender für den Rasen ist, können stark vermooste Stellen auch regelmäßig alle vier bis sechs Wochen gelüftet werden.

Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2012. Jetzt abonnieren!
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