Technik, Auto

Neuer Transit-Verkehr

Fords Transit-Familie ist gewachsen. Jetzt gibt es endlich auch eine Version im VW-Bulli-Format, den Tourneo Custom. Mit zwei Radständen, drei Leistungsstufen des sparsamen Dieselmotors und Ausstattungen von praktisch bis luxuriös setzt er alles daran, den Wolfsburger Platzhirsch unter Druck zu setzen.

 
Ford Tourneo Custom © Selbermachen
Ford Tourneo Custom

Freche Front, flotte Flanke, keckes Heck. Mit dem Ford Tourneo Custom kann man vorfahren, ohne gleich mit dem Lieferservice verwechselt zu werden. Trotz Topausstattung mit feinem Ledergestühl und dickem Velours kann der in der Kurzversion knapp unter fünf Meter lange Tourneo Custom seine Leichtlastergene nicht ganz leugnen.

So wie seine Wettbewerber. Macht aber nichts. Die hohe Sitzposition hinterm Lenkrad ist angenehm und in puncto Ergonomie besser als in jedem Pkw. Zumal die Sitze viel Komfort bieten. Selbst auf langen Strecken. Die Sicht nach vorn ist exzellent, Rangieren dank der ehrlichen Kastenform simpel. Die Variabilität im Fond ist begrenzt: Sitze rein oder raus ist eine harte Fitnessübung. Wenn sie drin sind, sitzen die Hinterbänkler recht kommod, viel besser als in so manchem Van. Obendrein bietet der Tourneo Custom sehr viel Raum – drei Paletten sollen reinpassen. Die Schiebetüren sind in jedem Fall weit geschnitten.

Ein 2,2-Liter-Dieselmotor mit drei Leistungsstufen (100 bis 155 PS) sorgt für Vortrieb. Das ist Chiptuning ab Werk und dafür zu teuer. Das Schalten geht dank joystickartigem Knüppel bestens von der Hand. Alle Versionen sind ziemlich sparsam: Knapp sieben Liter sind’s auf dem Papier – acht bis achteinhalb realistisch. Ein Start-Stopp-System ist Serie und sinnvoll, so wie der Eco-Modus, der immer aktiv ist und eigens abgeschaltet werden will, wenn man flotter beschleunigen oder über 115 km/h schnell fahren will.

Der Tourneo Custom ist auch mit einem Assistenzsystem-Paket zu haben: So meckert der elektronische Aufpasser beim Verlassen der Fahrspur, und wenn das häufiger passiert, fordert er zur Pause auf. Klingt überflüssig, ergibt aber Sinn, besonders für Kilometerfresser. Der Tourneo (ab 37.901,50 €) ist ein willkommener Wettbewerber für die Platzhirsche, ein Sonderangebot ist er aber nicht. Er punktet vor allem durch Ausstattung. Baugleich, aber weniger üppig ausgestattet fährt man mit dem Schwestermodell Transit Custom. Das ist 5000 Euro billiger.

Der Ford Tourneo Custom von Innen:

  1. InnenraumInnenraum© Selbermachen

    Innenraum

    Nicht nur für Handwerker: Das luxuriöse, vollausgestattete Tourneo-Cockpit lässt keine Wünsche offen.
  2. InnenraumInnenraum© Selbermachen

    Innenraum

    Durch die sehr großzügig bemessene Frontscheibe hat man stets alles bestens im Blick – kann auch komplexe Verkehrssituationen souverän überblicken. An der Gestaltung der Front (links) scheiden sich allerdings die Geister. Die Reaktionen unterwegs könnten kaum konträrer sein: von Daumen hoch bis „Mag ich nicht“.
  3. Rückfahrkamera-Bildschirm Rückfahrkamera-Bildschirm © Selbermachen

    Rückfahrkamera-Bildschirm

    Rückfahrkamera-Bildschirm im Rückspiegel: Das sehen wir gern, trotz Aufpreis. Die große Heckklappe (unten) ist wuchtig, lässt sich dank guter Dämpferunterstützung dennoch leicht öffnen, fällt aber – ganz wie bei einem Nutzfahrzeug – mit Vehemenz ins Schloss.

Technische Daten

Ford Tourneo Custom Motorraum© Selbermachen
Antrieb, Kraftübertragung:

Vierzylinder-Dieselmotor mit Vierventiltechnik, Turbolader und Partikelfilter. Hubraum 2198 cm3. 125 PS bei 3500 U/Min. Max. Drehmoment 350 Nm bei 1450 U/Min. Start-Stopp-System. Sechsganggetriebe, Frontantrieb.

Abmessungen, Gewicht:

Länge 4972 mm, Breite 2290 mm. Höhe 2020 mm. Leergewicht 2173 kg. Zulässiges Gesamtgewicht 3000 kg. Tankinhalt 80 Liter.

Messwerte, Preise:

Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe) 160 km/h. Verbrauch, nach Norm, kombiniert 6,6 Liter Diesel pro 100 km. Testverbrauch: 8,3 Liter. CO2-Ausstoß 172 g/km. Abgasnorm: Euro 5. Preis Ford Tourneo Custom ab 37.901 €. Preis Testwagen 45.849,50 €.

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