Akku-Bohrschrauber im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Black&Decker, Kress

Akku-Bohrschrauber im Test

Black&Decker und Kress bieten beide neue Akku-Bohrschrauber mit 14,4-Volt-Lithium-Ionen- Akkus an, doch die Konzepte der beiden Maschinen unterscheiden sich deutlich.

 
Akku-Bohrmaschinen von Kress und Black&Decker © Selbermachen
Akku-Bohrmaschinen von Kress und Black&Decker

Klein und handlich ist der CP14LN von Black &Decker. Selbst ohne Akkupack wiegt die kräftige Kress 144 LIOS schon mehr als das Black& Decker-Modell.

Wenn zwei dasselbe tun, muss dabei noch lange nicht das Gleiche rauskommen. Die neuen Lithium- Ionen-Akkuschrauber von Black&Decker und von Kress unterscheiden sich nicht nur im Preis von einander.

Kress hat einfach seinen bisherigen Akku-Bohrschrauber, Testsieger in SELBER MACHEN 1/2006 mit NiCd-Technik genommen und Lithium- Ionen-Zellen in den Akkupack gebaut. Die zum Schutz der Lithiumzellen erforderliche Elektronik hat Kress anders als andere Hersteller nicht in den Akkupack integriert, sondern in den Ein-/Ausschalter der Maschine eingebaut. Auch das Ladegerät entspricht äußerlich weitgehend dem bisherigen.

Eine Kodierung am Akkueinsteckende verhindert, dass der Lithium-Ionen-Akku in den alten Schrauber oder ein altes Ladegerät gesteckt werden kann. Umgekehrt lässt sich der neue Akku-Bohrschrauber jedoch mit einem alten NiCd- Akkupack betreiben. Lediglich die Drehzahl ist etwas geringer. Im Vergleich zum Vorgängermodell mit NiCd-Akkus ist die neue Maschine mit Lithium- Ionen-Technik 500 g leichter geworden. Davon entfallen zirka 300 g auf den leichteren Akkupack und 200 g auf die Maschine selbst. Außerdem hat der Akku-Bohrschrauber jetzt auch etwas weniger Kraft. Bei unseren Drehmomentversuchen haben wir 17 statt 21 Nm beim 144LIOS als maximales Drehmoment im weichen Schraubfall gemessen. Trotz der neuen Akkutechnik ist der Preis der Kress-Maschine mit 259,95 Euro weitgehend gleich geblieben. Kress hat also mit wenig Aufwand sein Erfolgsmodell auf die Lithium-Ionen- Technik umgestellt. So kann der Anwender die Vorteile der neuen Technik wie geringeres Gewicht, äußerst geringe Selbstentladung, kein Memory- Effekt nutzen. Allerdings hat der Hersteller die Chancen der neuen Akkutechnik, besonders kleine und handliche Maschinen oder sehr leitungsstarke Akku-Bohrschrauber zu designen, nicht ausgeschöpft.

Black&Decker ist hier einen anderen Weg gegangen. Der neue CP14LN ist besonders klein und handlich geraten. Mit einem Gewicht von nur 1,26 kg ist er der leichteste 14,4-Volt-Schrauber auf dem Markt. Allerdings verfügt er im Gegensatz zu den vollmundigen Black&Decker-Versprechungen nicht über 80 Prozent mehr Drehmoment, sondern ist mit einem gemessenen Drehmoment von 12,5 Nm eine der schwächeren Zweigangmaschinen in dieser Voltklasse. Dennoch reicht diese Kraft für die meisten Heimwerkerarbeiten vollkommen aus.

Für gleichmäßige Serienverschraubungen hat die Maschine nur fünf Stufen bei der Drehmomentvorwahl. Das Schnellspannbohrfutter lässt sich nicht wie bei der Kress abnehmen und hat auch keine Spannkraftsicherung. Es muss deshalb mit der Hand immer sehr fest angezogen werden, damit es sich beim Arbeiten nicht von allein wieder öffnet. Ein Foliendruck im Karbonfaserdesign auf dem Gehäuse soll den Wert der Maschine erhöhen, ist aber letztlich Augenwischerei.

Wie Bosch bei den kleinen Akkuschraubern mit Lithium-Ionen- Technik setzt Black& Decker bei dem neuen Akku- Bohrschrauber auch auf das ökologisch fragwürdige Konzept eines fest eingebauten Akkus. So wird der 129,95 Euro teure Bohrschrauber zum Wegwerfschrauber, denn wenn die Akkuzellen in zirka fünf Jahren ihr Lebensende erreicht haben, muss die Maschine zum Recycling. Die hohen Servicekosten für den Einbau eines neuen Akkus lohnen sich dann kaum. Bei einem Wechselakku- System kann dagegen mit einem neuen Akkupack weitergearbeitet werden.

  1. Softtasche© Selbermachen

    Softtasche

    Weich gepolstert ist der Black&Decker CP14LN samt Ladeschale in einer Softtasche untergebracht.
  2. Ladezustand-Anzeige© Selbermachen

    Ladezustand-Anzeige

    Auf Knopfdruck kann der Ladezustand des Lithium-Ionen- Akkus bei der Black&Decker- Maschine in drei Stufen angezeigt werden.
  3. Drehmomentvorwahl© Selbermachen

    Drehmomentvorwahl

    Nur fünf Stufen lassen sich bei der Drehmomentvorwahl der der CP14LN einstellen. In der Bohrstufe begrenzt die Akkuelektronik die Kraft.
  4. Ladetechniken© Selbermachen

    Ladetechniken

    Ladetechnik im Vergleich: Black&Decker wählte eine einfache Ladestation mit drei Stunden Ladezeit für 1,1 Ah. Kress lädt den Wechselakku mit 2,2 Ah in 50 Minuten wieder auf.
  5. Kunststoffkoffer© Selbermachen

    Kunststoffkoffer

    Komplett mit Ladegerät und zweitem Akkupack wird die Kress 144 LIOS im Kunststoffkoffer geliefert.
  6. Winkelschraubvorsatz© Selbermachen

    Winkelschraubvorsatz

    Das Schnellspannbohrfutter lässt sich zum Schrauben abnehmen und gegen einen Winkelschraubvorsatz (Sonderzubehör) austauschen.
  7. Schrauberbits© Selbermachen

    Schrauberbits

    Bitgarage im Fuß: Schrauberbits sind im Fuß des Akku-Bohrschraubers von Kress sicher untergebracht.

Auf den Punkt gebracht

Positiv: Black&Decker CP14LN: Besonders kleiner, leichter und handlicher Akku-Bohrschrauber mit 14,4 Volt, Softtasche, gute Bedienung, preisgünstig. Kress 144 LIOS: Kräftiger Li-Ion-Schrauber mit Wechselbohrfutter, elegantes Design, handlich, leichte Bedienung, zweiter Akkupack.

Negativ: Black&Decker CP14LN: Geringes Drehmoment, nur fünf Drehmomentstufen, fest eingebauter Akku, lange Ladezeit. Kress 144 LIOS: Große Maschine, etwas umständlicher Akkuwechsel, hoher Preis.

Fazit: Mit dem neuen 144 LIOS beweist Kress, dass die Lithium-Ionen-Technik nicht teurer sein muss, jedoch nutzt der Hersteller die Möglichkeiten der neuen Technik nicht voll aus. Black&Decker stellt mit dem CP14LN eine sehr kompakte, handliche, aber dennoch preiswerte Maschine vor, die jedoch keinen Wechselakku hat.

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2010. Jetzt abonnieren!
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