Akkumaschinen­ –Bohren und Schrauben ohne Kabel | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Akkumaschinen­ –Bohren und Schrauben ohne Kabel

Beim Bohren und Schrauben haben sich die Akkugeräte inzwischen durchgesetzt. Leichte Handhabung und Vielseitigkeit sind der Grund für die Beliebtheit.

 
Bei der Auswahl an Akkuschraubern sind fast keine Grenzen gesetzt. Doch nicht jeder Akkuschrauber ist für jedes Material geeignet. © Selbermachen
Bei der Auswahl an Akkuschraubern sind fast keine Grenzen gesetzt. Doch nicht jeder Akkuschrauber ist für jedes Material geeignet.

Bei der Anschaffung eines Schraubers sollte man ein wenig auf Leistung und Ausstattung achten. Elektronik und Linkslauf haben inzwischen fast alle Geräte. Die Drehmomenteinstellung ist wichtig beim Schrauben. Das Drehmoment kann an die Schraubengröße und das Material angepasst werden. Praktisch ist auf jeden Fall ein Schnellspannfutter.

Durch eine Sechskantaufnahme in der Spindel wird die Maschine beim Schrauben noch handlicher, denn man kann ohne Bohrfutter schrauben. Bei der Leistung ist zu bedenken, dass viel Leistung auch viel Gewicht bedeutet. Ein 9,6-Volt-Gerät ist noch sehr handlich und wird mit fast allen Arbeiten fertig. Mit einer mechanischen Zweigangschaltung hat man im ersten Gang eine Kraftreserve für dicke Schrauben.

Vielseitig mit dem Zubehör

Für die Akkubohrschrauber gibt es inzwischen ein umfangreiches Zubehörangebot. Meistens sind es spezielle Vorsätze für alle nur erdenklichen Schraubprobleme. Da die meisten Akkumaschinen kein Schlagwerk haben, werden auch Bohrer zum Setzen von Dübeln in Mauerwerk ohne Schlag angeboten.

Einige Hersteller bieten ganze Systeme an, d. h., dass mit dem gleichen Akku auch z. B. Stichsägen und Schleifer angetrieben werden können. Das spart Geld, man braucht nur einen Akku.

Leistung durch Ladung

Wenn die Maschine langsamer zu laufen beginnt und beim Schrauben keine Kraft mehr hat, muss der Akku aufgeladen werden. Bei den meisten Maschinen schafft das mitgelieferte Ladegerät das in einer Stunde. Länger sollte es nicht dauern. Schnelladegeräte brauchen nur 10 bis 15 Minuten für eine Akkuladung.

Außerdem wird der Akku durch eine spezielle Ladetechnik, die eine Erwärmung des Akkus verhindert, geschont. Dadurch hält er dreimal so lange. Üblich sind Akkus mit Leistungen von 7,2 bis 14,4 Volt, je nach Kraftbedarf der Ma­schine. Günstig ist es, wenn mit dem Ladegerät alle Akkus wieder aufgeladen werden können.

Im Schnellader können Akkus von 7,2 bis 14,4 Volt aufgeladen werden. Je nach Maschine werden ein oder zwei Patronen in das Gerät gesteckt. Pro Patrone braucht das Ladegerät 1 Stunde.

Die LED-Anzeigen auf dem Ladegerät zeigen Ladezustand und eventuelle Fehler im Akku an. Auf dem Typenschild sollte der Ladestrom in Ampere angezeigt sein.

Schlitz und Kreuzschlitz

Der Schlitzklinge sieht man es noch mit dem bloßen Auge an, ob sie passt oder nicht. Schwieriger wird es bei den Kreuzschlitzklingen. Es gibt unterschiedliche Größen und Formen. Passen Schraubenkopf und Klinge nicht zusammen, nutzt sich die Klinge sehr schnell ab, die Schraube wird beschädigt.

Für eine lange Haltbarkeit spielt auch der Klingenstahl eine Rolle. Ausreichend sind die Bits aus gehärtetem Stahl. Für die am meisten gebrauchten Bits kann man zur besseren Qualität aus im Iso-Temp-Verfahren gehärteten Stahl oder gar zu Titanklingen greifen.

DIE KLASSIKER

Die Schlitzklinge überträgt die Kraft auf die Schraube sehr gut. Beim maschinellen Verschrauben rutscht die Klinge leicht seitlich heraus. Deswegen werden Kreuzschlitzschrauben mit Phillips- oder Pozidrivkopf eingesetzt. Bei den Holzschrauben ist es meistens der Pozidrivkopf, der an einem kleinen zusätzlichen Kreuz am Schraubenkopf zu erkennen ist.

Ist der Anpressdruck nicht groß genug, wird die Klinge aber leicht aus dem Kopf gedrückt. Um diese Auswurfkräfte zu reduzieren, sind die ACR-Klingen mit zusätzlichen feinen Zähnen versehen, die sich im Kopf festbeißen. Sehr gut wird die Kraft durch die Innensechskantschrauben (Inbusschrauben) übertragen.

Schräg bis zum Winkel von 20° kann man die Klingen mit dem Kugelkopf ansetzen. Innensechskantköpfe findet man bei Schrauben mit metrischem Gewinde. Die Torx-Schrauben findet man viel im KFZ-Bereich, aber auch bei Holzschrauben, wenn es auf hohe Anzugsmomente ankommt. Für die Steckschlüssel gibt es einen speziellen Adapter mit Sechskantschaft.

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Durch Leistung, Grifform und Ausstattung unterscheiden sich die Akkubohrschrauber. Die Praxis zeigt, welcher der richtige ist.

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Schlagbohren in Mauerwerk, Bohren und Schrauben in Kunststoff und Holz sind mit diesem 12-Volt-Akkugerät möglich.

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Zwei Akkuschrauber mit 7,2 und 12 Volt. Der Größenunterschied ist deutlich zu sehen. Davor liegen Akkus mit 7,2, 9,6 und 12 Volt.

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Der Pistolengriff ist zum Bohren und Schrauben in Holz richtig. Mit dem Mittelhandgriff fängt man hohe Drehmomente besser ab.

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Das Bohrfutter muß mit einer Schraube gesichert sein, damit es beim Linkslauf nicht von der Spindel abgedreht wird.

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Die Sechskantaufnahme in der Bohrspindel nimmt die Bits direkt auf. Ohne Bohrfutter ist die Maschine leichter, handlicher und kürzer.

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Schrauben und Bits müssen zusammenpassen. Bei Kreuzschlitzschrauben ist der Unterschied zwischen Phillips und Pozidriv sehr gering.

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Die Leuchte wird einfach auf einen Kontakt an der Maschine geschoben. Das Bohrloch im Inneren des Schranks ist gut ausgeleuchtet.

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Gewindeschneider und Bohrer gibt es mit Sechskantschaft. Sie können in die Bohrspindel mit Sechskantaufnahme gesetzt werden.

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Der Winkelschraubendreher macht Schrauben auch an Stellen möglich, die zu eng für die Maschine sind.

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Als Pumpe kann der Akkuschrauber mit diesem Vorsatz eingesetzt werden. Das Aquarium ist auf diese Weise schnell leergepumpt.

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Im Gürtelhalter ist die Maschine beim Arbeiten auf der Leiter oder auf dem Gerüst immer griffbereit. Eine Hand ist frei zum Ansetzen.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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