Messer schleifen: so geht's! | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Schleifsteine, Nass-Schleifmaschinen

Messer schleifen: so geht's!

Ohne scharfe Klinge an Beitel oder Messer macht das Arbeiten keinen Spaß. Für das nötige Schleifen kann man sich aber den Gang zum Profi sparen: Schleifsteine oder Nass-Schleifmaschinen machen's möglich!

 
Messer schärfen an einer Nass-Schleifmaschine © Selbermachen
Messer schärfen an einer Nass-Schleifmaschine

Wer schon mal versucht hat, mit stumpfem Werkzeug zu arbeiten weiß, dass da nichts Gutes bei heraus kommen kann. Also muss von Zeit zu Zeit geschliffen werden. Das kann man am schnellsten an einem Schleifbock machen – aber nicht am besten!

Was das Tempo angeht, sind die Trockenschleifmaschinen unschlagbar. Mit ihrer hohen Drehgeschwindigkeit schleifen sie in kurzer Zeit viel Material weg. Dabei entsteht jedoch auch viel Reibungshitze, was schnell zum zerstörerischen Ausglühen der Schneiden führen kann.

Nassschleifmaschinen wie die Scheppach Tiger haben diesen Nachteil nicht. Das Wasser sorgt hier für die nötige Kühlung und transportiert stumpfe Schleifkörner und Metallpartikel in den Wasserbehälter, wo sie zurückbleiben. Der Materialabtrag geht zwar langsamer vonstatten als bei den Trockenschleifmaschinen, ist aber dafür besser zu kontrollieren. So schleifen Sie nur so viel Material weg, wie nötig, und Ihr Werkzeug hält dementsprechend länger.

Wie speziell für den Selbermacher konstruiert scheinen die vielen Zubehörteile und Halterungen, die zu den Nassschleifmaschinen angeboten werden. Sie ermöglichen einem, auf ein und derselben Maschine Messer unterschiedlicher Größe, Scheren, Stechbeitel, Hobeleisen und sogar Äxte zu schleifen. Die Werkzeuge werden in die Halter fest eingespannt. Damit kommt auch der Ungeübte ohne lange Vorbereitungszeit zu einer scharfen Klinge.

Jedes Schneidwerkzeug hat einen bestimmten Schneidenwinkel, der auf den Verwendungszweck des Werkzeugs abgestimmt ist. Wenn Sie Ihre Schneidwerkzeuge schärfen, sollten Sie den ursprünglichen Schneidenwinkel so weit wie möglich erhalten.

Tipp: Färben Sie die Fasenfläche der Klinge mit einem wasserfesten Filzstift ein. Spannen Sie sie in den Halter und legen Sie ihn an der Universalstütze an. Während die Fasenfläche am Schleifstein anliegt, drehen Sie diesen langsam mit der Hand, um möglichst wenig abzuschleifen. An der Art wie die Farbe durchgeschliffen wird, erkennen Sie, ob die Fase richtig aufliegt.

  1. Winkel messen© Selbermachen

    Winkel messen

    Mit einer Winkellehre messen Sie den Schneidenwinkel. Den stellen Sie ein, indem Sie die Höhe der Universalstütze verändern.
  2. Schneide schleifen© Selbermachen

    Schneide schleifen

    Schleifen Sie so lange mit der Körnung 220, bis auf der ganzen Schneidenlänge ein spürbarer Grat entstanden ist.
  3. Feinschliff durchführen© Selbermachen

    Feinschliff durchführen

    Stellen Sie mithilfe des Steinpräparierers den Schleifstein auf Körnung 1000 ein, und führen Sie den Feinschliff durch.
  4. Abziehpaste auftragen© Selbermachen

    Abziehpaste auftragen

    Imprägnieren Sie die Lederabziehscheibe mit dünnem Maschinenöl und tragen Sie die Abziehpaste auf.
  5. Messer schleifen© Selbermachen

    Messer schleifen

    Vergrößern Sie die Auflagefläche, indem Sie das Messer auf der Lederabziehscheibe diagonal zur Schleifrichtung führen. Achtung: Halten Sie die Messerschneide auf der Lederabziehscheibe nie gegen die Laufrich tung, um nicht in das Leder einzuschneiden.

Schärfen kann man auch ohne Strom

© SelbermachenFür jemanden, der nur gelegentlich schärft, muss es keine Maschine sein, auch ein Satz Schleifsteine schafft scharfe Klingen. Denn nicht nur teure Kochmesser schärft man am besten auf Wassersteinen; ihr Einsatzbereich reicht vom Küchenmesser aus dem Ein-Euro-Regal bis zu hochwertigen Äxten oder Hobeleisen.

Die ganze Schärfausrüstung passt in eine Schublade. Wollen Sie etwas schärfen, geht das ganz einfach auf einem stabilen Tisch: Mit einer widerstandsfähigen Kunststofffolie schützen Sie die Oberfläche vor Kratzern und Feuchtigkeit. Ihr Schärfwerkzeug besteht aus mehreren Wassersteinen. Diese haben – ähnlich wie Schleifpapier – verschiedene Körnungen. Eine kleine Zahl steht für eine grobe Körnung mit hohem Abtrag, eine höhere Zahl für eine feine Körnung mit geringem Abtrag. Wassersteine schleifen so gut, weil sie gleichzeitig hart und weich sind.

Harte Schleifkörner sind in einer weichen Bindung eingebettet. Während des Schärfens werden die Schleifkörner stumpf und brechen aus. Es entsteht ein Schleifschlamm aus Metallpartikeln und stumpfen Schleifkörnern, den Sie immer wieder mit Wasser wegspülen sollten. So werden kontinuierlich scharfe Schleifkörner freigelegt, die für einen zügigen Arbeitsfortschritt sorgen.

Auf Wassersteinen arbeitet man am besten mit viel Druck. Verringern Sie den Druck erst, wenn Sie auf dem Stein mit der feinen Körnung 6000 fast fertig sind. So erhalten Sie eine noch schärfere Schneide. Viele Wassersteine können und sollten dauerhaft im Wasser gelagert werden. Ob das geht, sollte man gleich beim Kauf fragen. Trocknet ein Wasserstein aus, bleibt der im Wasser enthaltene Kalk im Stein zurück und kann den Schärfvorgang beeinträchtigen. Am besten werden die Steine deswegen in Regenwasser gelagert und möglichst auch damit gearbeitet, denn es enthält keinen Kalk. Bewahren Sie durchfeuchtete Wassersteine unbedingt frostsicher auf.

Messer schleifen: nur mit sinnvoller Grundausstattung

© SelbermachenDer 220er Schruppstein dient dazu, grobe Beschädigungen, z.B. Scharten, herauszuschleifen. Danach erfolgt der Feinschliff auf dem Schärfstein der Körnung 1000. Mit jeder feineren Körnung schleifen Sie die Schleifspuren des vorherigen Steins heraus. Überprüfen Sie bei gutem Licht, ob bereits alle gröberen Schleifspuren herausgeschliffen sind.

Wechseln Sie schließlich zu den Schleifsteinen mit Körnung 3000 und 6000. Es entsteht eine spiegelpolierte Schneide von großer Schärfe. Für den Hausgebrauch sind „Kombisteine“ sinnvoll. Zwei Körnungen sind zu einem Stein verklebt. Das spart bei den Anschaffungskosten (Steine 35 bis 55 €, Halter rund 33 €, alle Magma).

Ein ebener und gut befeuchteter Stein

© Selbermachen© SelbermachenDie wichtigste Grundregel lautet: Die Oberfläche des Wassersteins muss immer exakt plan sein. Überprüfen Sie die Ebenheit regelmäßig bei Gegenlicht mit einer geraden Aluminiumleiste. Sollten Sie eine Unebenheit feststellen, gehen Sie folgender maßen vor: Legen Sie wasserfestes Schleifpapier auf eine Glasplatte, feuchten Sie es an, und halten Sie es mit einer Hand fest.

Mit der anderen Hand schieben Sie den Schärfstein so lange über das Schleifpapier, bis die Steinoberfläche wieder gerade ist. Ihre Wassersteine sollten sie vor Gebrauch mindestens 15 Minuten ins Wasser legen.

© Selbermachen© SelbermachenNach dem Schärfen auf dem Schärfstein der Körnung 220 bildet sich auf der gesamten Schneidenlänge ein Grat. Dies ist das Zeichen, dass Sie mit dem Grobschliff fertig sind. Wenn Sie die Fasenseite Ihres Stemmeisens schleifen, richten Sie die Schneidenlinie im 45-Grad-Winkel zur Vorschubrichtung aus. So verringern Sie die Gefahr des Verkippens. Zum Abschluss kommt der Test: Schneiden Sie vom Hirnholz einer Leiste einen dünnen Span ab. Wird die Schnittfläche sauber, ist die Klinge wirklich scharf.

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