Akkuschrauber

Mini-Akkuschrauber

Mini Akkuschrauber sollen die vielen kleinen alltäglichen Schraubarbeiten im Haushalt erleichtern. Sie helfen beim Montieren eines Ikea-Regals, befestigen den Griff im Küchenschrank und schrauben am PC. Wir haben den Ixo von Bosch und seine Wettbewerber getestet.

 
Akkuschrauber © Selbermachen
Akkuschrauber

Mit dem Ixo stellte Bosch vor dreieinhalb Jahren den ersten Akkuschrauber mit Lithium-Ionen- Akku vor. Das Gerät setzte neue Maßstäbe für kleine Akkuschrauber und wurde weltweit bisher mehr als viermillionenmal verkauft. Mittlerweile haben eine Reihe von Herstellern ähnliche Geräte, teils mit konventioneller Akkutechnik, teils ebenfalls mit Lithium- Ionen-Akku auf den Markt gebracht. In unserem Vergleichstest wollten wir wissen, wofür sich die Minischrauber eignen. Die Leistung der mit 3,6-Volt-oder 4,8-Volt-Akkus ausgestatteten Geräte reicht für kleinere Schraubarbeiten beim Zusammenbau von Mitnahmemöbeln, bei der Montage von Griffen und Scharnieren oder für die Befestigung von Schrauben an Spielzeug, Sportgeräten oder Kochtöpfen. Die Minischrauber dienen eher als Ersatz für den Schraubendreher in der Küchenschublade denn als Alternative für einen kräftigen Akku-Bohrschrauber mit 12, 14,4 oder mehr Volt.

Die neue Lithium-Ionen-Technik ermöglicht es, sehr kleine und kompakte Akkuschrauber zu bauen, die vor allem immer einsatzbereit sind, denn die Selbstentladung der Lithium-Ionen-Akkus ist sehr gering. Selbst nach einem Jahr ohne Nachladen steht noch mehr als die Hälfte der einmal gespeicherten Energie zur Verfügung. Die bisherigen NiCd- und NiMH-Akkus sind nach zirka drei bis vier Monaten praktisch leer und müssen vor dem Arbeiten erst wieder geladen werden.

Alle Minischrauber sind mit einfachen Ladegeräten ausgestattet, die mehrere Stunden brauchen, bis ein vollständig entleerter Akku wieder aufgeladen ist. Prinzipbedingt sind hier die Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus im Vorteil, denn schon nach etwa der Hälfte der Ladezeit stehen ungefähr 80 Prozent der Akkukapazität wieder zur Verfügung. Black&Decker, Bosch und Kress liefern ihre Maschine mit einer praktischen Ladestation. Die Schrauber können in Arbeitspausen immer wieder auf der Ladestation abgelegt oder im Falle Kress hineingesteckt werden, so werden sie gleich wieder aufgeladen.

Die langen Ladezeiten für einen vollständigen Ladevorgang fallen nicht mehr störend auf. Etwas unglücklich ist allerdings die Kombination eines Permanentladegerätes mit NiMH-Akkuzellen beim Compact-Schrauber von Black & Decker, denn NiMH-Zellen mögen das dauernde Aufladen mit geringem Strom nicht besonders. Hier ist der schleichende Akkutod schon vom Werk mit eingebaut. Um so ärgerlicher ist es, dass die Maschine keinen Wechselakku hat. Sieben der acht Hersteller verzichten bei ihren Minischraubern auf ein Wechselakkusystem und bauen die Akkuzellen fest in das Gehäuse des Schraubers ein. Damit werden diese Geräte zu „Wegwerfschraubern“. Denn wenn nach etwa vier bis fünf Jahren der Akku sein Lebensende erreicht hat, lohnen sich die hohen Servicekosten für den Austausch der Akkuzellen nicht.

Minischrauber werden zum Stabschrauber

Die eigentlich noch funktionsfähigen Geräte wandern zum Recycling. Anderseits spart die Lösung mit integriertem Akku Kosten und hilft, die Geräte sehr klein und kompakt zu halten. Ein Musterbeispiel an Kompaktheit und guter Ergonomie ist der Ixo, den Bosch mittlerweile in zweiter Generation baut. Das kleinste Gerät des Vergleichs liegt perfekt in der Hand. Selbst Anwender mit großen Händen haben keine Probleme den Winzling zu bedienen. Leuchtdioden zeigen die Laufrichtung an und eine Lampe erhellt die Arbeitsstelle.

In Sachen Ergonomie kommt der fast ebenso kleine, aber 30 g schwerere 1- 2+FIX von Kress dem Ixo noch am nächsten. Allerdings ist der Rechts-/ Linkslauf-Umschalter zu lang und ungünstig platziert. Die ebenfalls eingebaute Lampe lässt sich nicht so elegant wie beim Ixo durch leichtes Andrücken des Schalter einschalten. Sie kann zwar wie eine Taschenlampe benutzt werden, wenn der R/L-Schalter in der Mittelposition steht. Sonst leuchtet sie aber erst, wenn der Motor schon dreht.

Ebenfalls eine sehr kompakte Maschine, aber dennoch etwas größer ist der KC 360 H von Black&Decker. Die Laufrichtung lässt sich mit einem deutlich gekennzeichneten Schiebeschalter einfach ändern.

  1. StabschrauberStabschrauber© Selbermachen

    Stabschrauber

    Mit einem Dreh am Griff werden drei der acht Minischrauber zum Stabschrauber. So kommt man oft besser an schwer zugängliche Stellen.
  2. Westfalia und MetaboWestfalia und Metabo© Selbermachen

    Westfalia und Metabo

    David und Goliath: Nur beim kleinen Westfalia- Schrauber und dem riesigen PowerGrip2 von Metabo lässt sich das maximale Drehmoment einstellen.
  3. KippschalterKippschalter© Selbermachen

    Kippschalter

    Statt Tasten: Ferm und Ryobi benutzen Kippschalter zum An- und Ausschalten und zur Wahl der Drehrichtung. Für gefühlvolles Arbeiten ist vor allem der Ferm-Schalter unbrauchbar.
  4. Kress-LadegerätKress-Ladegerät© Selbermachen

    Kress-Ladegerät

    Wie vom anderen Stern: Das Kress-Ladegerät hatt eine integrierte Kabeltrommel und einen aufsteckbaren Bithalter. Leider sitzen die Bits viel zu fest in der Halterung, so dass sie sich kaum ohne Werkzeug entnehmen lassen.
  5. LadestationenLadestationen© Selbermachen

    Ladestationen

    Ladestation kontra Steckerladegerät: Drei der acht Geräte werden mit einer praktischen Ladestation geliefert, auf der die Maschinen in den Arbeitspausen abgelegt werden können. Vorteil: Die Akkus werden sofort wieder aufgeladen und sind praktisch nie leer. Die viel zu langen Ladezeiten fallen so kaum auf. Die anderen haben nur einfache Steckerladegeräte.
Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2011. Jetzt abonnieren!
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