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Oberfräse POF 1200 AE

Mit der POF 1200 AE bietet Bosch eine Oberfräse für knapp 100 Euro an. Wir wollten wissen, ob sich die Anschaffung dieser Maschine für den Heimwerker lohnt.

 
Oberfräse von Bosch © Selbermachen
Oberfräse von Bosch

Die Oberfräse ist das Kreativwerkzeug für Heimwerker schlechthin. Sie profiliert, falzt und nutet Holz und Holzwerkstoffe und erstellt Holzverbindungen, die früher in aufwendiger Handarbeit gefertigt wurden. Deshalb darf eine Oberfräse in der anspruchsvollen Heimwerkstatt eigentlich auch nicht fehlen. Die POF 1200 AE von Bosch kostet knapp 100 Euro. Das ist nicht viel für eine solide Oberfräse, die mit 1200 W Aufnahmeleistung genügend Durchzugsvermögen für die meisten Heimwerkerarbeiten bietet. Beim Arbeiten mit großen Fräserdurchmessern haben wir dennoch gelegentlich die Konstantelektronik des 200 W stärkeren und 50 Euro teureren Spitzenmodells POF 1400 ACE vermisst. Doch mit etwas geringerem Vorschub kommt man auch mit der POF 1200 AE gut ans Ziel.

Eine Feineinstellung der Frästiefe sucht man hier ebenfalls vergeblich. Auch sie gibt es nur bei dem genannten leistungsstärkeren Modell. Für präzises Arbeiten kann der Anwender aber die drei Einstellschrauben des achtstufigen Revolveranschlags verwenden. So kann man, mit etwas mehr Mühe zwar, letztlich aber auch präzise Ergebnisse erzielen. Verbessert hat Bosch die Leichtgängigkeit der Zweisäulenführung. Sie lässt sich jetzt leicht und nahezu spielfrei einstellen. Allerdings ist der Federwiderstand am großen Schnellspannhebel zu hoch und erfordert unnötigen Kraftaufwand. Ansonsten sind die Bedienelemente der Oberfräse übersichtlich und leicht zu handhaben. Die beiden großen nicht verstellbaren Griffe mit Soft-Grip-Auflage liegen gut in der Hand. Der in den rechten Griff integrierte Sicherheitsschalter besitzt eine Einschaltsperre, lässt sich aber leider nicht arretieren.

Dort wo die POF 1400 ACE eine Frästiefenfeineinstellung hat, sitzt bei der POF 1200 AE eine überstehende Blindkappe, die verhindert, dass man die Maschine zum einfachen Fräserwechsel auf den Kopf stellen kann. Die Aluminiumgrundplatte der Oberfräse ist mit einer aufgeschraubten Kunststoffsohle versehen. Sie soll Oberflächen vor Kratzern schützen. Praktisch ist die werkzeuglose Bajonettaufnahme für Kopierhülsen.

Bosch liefert die POF 1200 AE serienmäßig mit drei Spannzangen (8 und 6 mm sowie 1/4" = 6,35 mm), einem Nutfräser und einer Kopierhülse. Weiter gehören zum Lieferumfang ein Parallelanschlag mit Zentrierstift zum Fräsen von Kreisen sowie ein Kurvenanschlag zum Arbeiten entlang geschwungener Kanten und ein Absaugadapter, der auf der Grundplatte angeschraubt werden kann.

Oberfräse von Bosch

  1. Anschlagsleiste© Selbermachen

    Anschlagsleiste

    Die Frästiefe lässt sich mit Hilfe der Anschlagsleiste und des Revolveranschlags einstellen. Für präzises Arbeiten kann man auch die Anschlagsschrauben am Revolveranschlag verstellen.
  2. Schnellspannhebel © Selbermachen

    Schnellspannhebel

    Der federnd gelagerte Schnellspannhebel ist zu schwergängig.
  3. Spindel arretieren© Selbermachen

    Spindel arretieren

    Auf Knopfdruck lässt sich die Spindel für den Fräserwechsel arretieren.
  4. Kopierhülsen einsetzen© Selbermachen

    Kopierhülsen einsetzen

    Kopierhülsen kann der Anwender dank des SDSSystems werkzeuglos einsetzen.
  5. Absaugschlauch© Selbermachen

    Absaugschlauch

    Der Absaugschlauch führt jetzt nach oben. Deshalb bleibt er nicht mehr so oft an der Werkstückkante hängen.
  6. Zubehör© Selbermachen

    Zubehör

    Das serienmäßige Zubehör, mit dem die Bosch POF 1200 AE geliefert wird.

Auf den Punkt gebracht

Positiv: Gute Motorleistung. Gute Elektronik. Ergonomische Handgriffe. Leichtgängige Zweisäulenführung. Vernünftiger Preis.

Negativ: Keine Feineinstellungen für Frästiefe und Parallelanschlag. Etwas schwergängiger Schnellspannhebel. Keine Konstantelektronik.

Fazit: Solide Oberfräse zum guten Preis – auch wenn der Hersteller auf besonderen Komfort wie Feineinstellungen und Konstantelektronik verzichtet hat.

Artikel aus selber machen Ausgabe 12/2010. Jetzt abonnieren!
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