Technik Test

Pneumatische Bohrhämmer

Wenn es ums Bohren in Beton geht, sind pneumatische Bohrhämmer die erste Wahl. Black&Decker hat drei neue Hämmer auf den Markt gebracht. Das mittlere Modell haben wir für Sie getestet.

 
Black&Decker-Bohrhammer KD985 © Selbermachen
Black&Decker-Bohrhammer KD985

Wenn es ums Bohren in Beton geht, sind pneumatische Bohrhämmer die erste Wahl. Im Vergleich mit Schlagbohrmaschinen erfordern sie einen erheblich geringeren Andruck und bohren sich quasi von allein in den Beton hinein. Dies gilt auch für den 149,95 Euro teuren Black&Decker-Bohrhammer KD985.

© PR Der KD 985 eignet sich aber nicht nur zum Bohren in Beton. Dank Drehstopp lässt er sich auch für leichte Meißelarbeiten einsetzen, und sogar zum reinen Drehbohren eignet sich die Maschine. So kann sie zum Beispiel mit SDS-plus-Hammerbohrern auch ohne Schlag zum Bohren in porosierten Ziegelsteinen benutzt werden. Für den Einsatz mit normalen Rundschaftbohrern liefert Black&Decker einen einsteckbaren Adapter mit 13-mm-Zahnkranzbohrfutter mit. Nachteil: Die ohnehin mit 36,5 cm schon relativ lange Maschine wird durch das aufgesteckte Bohrfutter noch länger (44,5 cm) und unhandlicher. Ein modernes Wechselfutter, das zum Drehbohren anstelle der SDS-plus-Aufnahme aufgesteckt werden kann, gibt es bei der Black&Decker- Maschine nicht.

© PR Mit 3,5 kg Gewicht (inkl. Netzkabel und Zusatzhandgriff) ist der KD 985 außerdem relativ schwer. Viele Hersteller setzen in dieser Gewichtsklasse bereits auf die kompaktere Winkelbauweise mit hängendem Motor. Der Black&Decker-Bohrhammer mit schwerem kunststoffummantelten Metallgetriebe wirkt etwas unausgewogen und kopflastig. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, zum sicheren und leichteren Führen der Maschine den serienmäßig mitgelieferten Zusatzhandgriff zu verwenden. Dieser nimmt gleichzeitig auch den Bohrtiefenanschlag auf. Da die Anschlagstange aber weder eine Markierung noch eine Rasterung hat und umständlich am Zusatzhandgriff montiert und mit dessen Spannschraube fixiert wird, ist der Tiefenanschlag in der Praxis nur selten im Einsatz.

Beim Erstellen von Dübelbohrungen mit 6 und 8 mm Durchmesser in Beton zeigt sich der Bohrhammer von seiner besten Seite. Mit zunehmendem Bohrerdurchmesser fällt die Bohrleistung aber immer stärker ab. Schon bei 14 mm Bohrdurchmesser braucht die Maschine etwa doppelt so lange wie andere Bohrhämmer in derselben Gewichtsklasse. Der Hersteller gibt zwar eine maximale Bohrleistung in Beton von 24 mm an. Aber Bohrungen von über 20 mm Durchmesser sind mit dem KD 985 kaum mehr in akzeptabler Zeit zu schaffen.

© PR Auch beim Meißeln erzielte die Maschine, deren Einzelschlagenergie der Hersteller mit nur 2,2 Joule angibt, keine Bestleistungungen. Auffällig war, dass ein zu starker Andruck der Maschine die Schlagwirkung gleich deutlich reduziert. Wie beim Hammerbohren muss die Maschine auch beim Meißeln gefühlvoll angedrückt werden. Der Getriebeumschalter der Maschine ist einfach und übersichtlich zu bedienen. Um die Meißelstellung auf die zirka 20 möglichen Positionen auszurichten, muss dieser in der Stellung Hammerbohren gedreht werden. Erst danach wird auf Meißeln (Hammersymbol) umgeschaltet. Weniger praktisch ist das Stellrad für die Drehzahlvorwahl im Gasgebeschalter der Maschine. Da drückt es mit seinem gezackten Rand nicht nur unangenehm auf den Zeigefinger, sondern kann auch während des Betriebs nicht verstellt werden. Den leicht versenkten Knopf für die Arretierung des Gasgebeschalter auf der linken Seite des Handgriffs können nur Rechtshänder leicht betätigen. Der Umschalter für den Rechts-/Links-Lauf direkt über dem Schalter ist dagegen immer gut erreichbar.

Insgesamt kann die KD 985 von Black& Decker in keiner Disziplin besonders punkten. Trotz 3,5 kg Gewicht bringt sie nur Bohrleistungen, die Wettbewerbsmodelle schon in der 2-kg-Klasse übertreffen. Auch der Preis ist mit knapp 150 Euro nur wenig geringer als bei anderen Herstellern, die dafür aber mehr Leistung und Ergonomie bieten.

Auf den Punkt gebracht
Positiv: Gute Bohrleistungen bei kleineren Dübelbohrungen, 3 m Gummikabel, akzeptabler Preis.

Negativ: Hohes Gewicht, sehr kopflastig, geringe Schlagkraft, mäßige Bohrleistungen bei größeren Bohrerdurchmessern, kein Wechselfutter, sondern nur Aufsteckadapter mit Zahnkranzbohrfutter, unpraktischer Bohrtiefenanschlag.

Fazit: Der neue Bohrhammer KD 985 von Black&Decker eignet sich für die üblichen Dübelbohrungen in Beton und Mauerwerk und ist auch für leichte Meißelarbeiten einsetzbar. Er ist aber relativ schwer und unhandlich. In Sachen Leistung, Ausstattung und Ergonomie ist die in China produzierte Maschine nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit.

SELBER MACHEN 01/2009

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