Motorsägen

Sägeketten schärfen

Eine scharfe, gut gespannte Kette ist wichtige Voraussetzung für sicheres und effektives Arbeiten mit der Motorsäge. Wir sagen Ihnen, was rund um Sägekette und -schiene wissenswert ist, und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Kette mit der Feile leicht selber schärfen können.

 
 
Motorsäge Stihl © Selbermachen
Motorsäge Stihl

Am Anfang steht der Frust: Eine Sägekette ist viel schneller stumpf, als man denkt. Schon eine kurze Berührung des Bodens mit der laufenden Säge genügt, damit die Zähne stumpf sind. Auch beim normalen Arbeiten verschleißt die Sägekette relativ schnell. Wenn sie sich dann nicht mehr von allein durchs Holz frisst und man immer mehr drücken muss, ist es Zeit, die Kette zu schärfen. Viele Einsteiger geben ihre Ketten zum Schleifen beim Fachhändler ab, der sie für vier bis sechs Euro nachschleift. Wer öfter mit der Kettensäge arbeitet, gar mit seiner Motorsäge in den Wald zieht, um Brennholz zu schlagen, wird schnell merken, dass das Schärfen beim Händler ganz schön ins Geld geht, zumal man auch noch eine Reihe von Ersatzketten dabei haben muss, um nicht nach einer Stunde Waldarbeit wieder nach Haus gehen zu müssen, nur weil die einzige Kette durch Schmutz an einem Baum stumpf geworden ist.

Stihl Motorsäge

  1. © SelbermachenKettensäge von Stihl
    Die richtige Kette: Kettentyp und Länge der Schiene müssen zur Motorsäge passen. Nur so lässt sich sich eine optimale Schnittleistung erzielen.
  2. © PRSchärfgerät
    SÄGEKETTEN-SCHÄRFGERÄT Professionelle Schärfgeräte für Sägeketten kosten mehrere hundert Euro. Sie erlauben präzises Schärfen fast aller Kettentypen. Spezielle Anschläge garantieren, dass der erforderliche Schleifwinkel genau eingehalten wird.
  3. © SelbermachenDas Schärfset
    1 Das Schärfset besteht aus einer Rundfeile mit Feilenhalter, einer Flachfeile und einer Schärflehre.
  4. © SelbermachenFeilhalter einschlagen
    2 Mit einem Hammer oder Beil wird der Feilhalter in einen Holzstamm eingeschlagen.
  5. © SelbermachenSäge festspannen
    3 An der Schiene wird die Motorsäge im Feilhalter festgespannt.
  6. © SelbermachenKettenspannung überprüfen
    4 Überprüfen Sie die Kettenspannung. Zum Feilen muss die Kette straff sitzen.
  7. © SelbermachenZähne überprüfen
    5 Bewegen Sie zum Beispiel mit dem Kombischlüssel die Ketten einmal durch und schauen Sie sich die einzelnen Zähne an. Beim Feilen beginnt man mit dem Zahn, der am stärksten abgenutzt ist.
  8. © SelbermachenFeilenhalter anlegen
    6 Legen Sie den Feilenhalter an der für die Kette erforderlichen Winkelmarkierung an.
  9. © SelbermachenZähne bearbeiten
    7 Beginnen Sie am schlechtesten Zahn und feilen Sie schiebend so lange, bis der Zahn wiederhergestellt ist. Zählen Sie dabei die Anzahl der Striche. Anschließend bearbeiten sie zuerst alle rechten, dann alle linken Zähne mit derselben Anzahl der Feilstriche.
  10. © SelbermachenTiefe messen
    8 Legen Sie jetzt die Schärflehre auf das Zahndach und messen Sie die Höhe des Tiefenbegrenzers. Ragt er über die Feillehre hinaus, muss er abgeschliffen werden.
  11. © SelbermachenFlachfeile
    9 Das erledigen Sie mit der Flachfeile. Zuerst wird die Höhe des Tiefenbegrenzers gekürzt, anschließend wird er noch abgeschrägt.
  12. © PR„Motorsägenketten schärfen wie die Profis“
    Praktische Tipps zur Pflege der Motorsäge und zum Kettenschärfen gibt Marco Reetz in seinem neuen Buch „Motorsägenketten schärfen wie die Profis“. Ein Praxisbildband für den Motorsägenbesitzer“ vom Shaker Verlag, Herzogenrath, ISBN 978-3-8322-7678-2. Reetz informiert auch über unterschiedliche Kettentypen und Kettenräder und zeigt typische Schadensbilder von mangelhaft geschliffenen Sägeketten. Das sechzigseitige Buch ist für 19,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

Eine Alternative zum Dienstleister könnte ein elektrisches Schleifgerät sein, wie Sie es schon für weniger als 20 Euro im Baumarkt angeboten bekommen. Auch ein Dremel könnte als praktische Alternative dienen. Doch die Ernüchterung kommt meist nach dem Kauf. Ketten sind schneller kaputt geschliffen als scharf gemacht. Eine präzise Einstellung der Schleifwinkel ist in der Regel nur bei teuren Profischleifern möglich. Nicht zu vergessen: Ein gutes Ergebnis erfordert viel Übung und damit erst einmal eine Reihe von verdorbenen Ketten. Die Profis machen es jeden Tag, aber die meisten Selbermacher greifen erst dann, wenn sie aus Schaden klug geworden sind, zur Feile, um die Sägekette zu schärfen. Dabei ist die Anschaffung eines Schärfsets mit Rundfeile und Feilenhalter, Flachfeile und Schärflehre mit zirka 20 Euro nicht einmal teuer (Kettentyp beachten!). Zusätzlich braucht man noch einen Feilbock (ab zirka 10 Euro), um die Motorsäge auch unterwegs auf einem Holzstamm einzuspannen.

Kette spannen

  1. © SelbermachenKette spannen
    1 Ist die Kette zu locker, muss sie nachgespannt werden. Das kann bei einer neuen Kette mehrmals am Tag erforderlich werden.
  2. © SelbermachenMuttern lösen
    2 Lösen Sie die Muttern der Kettenradabdeckung mit dem Kombischlüssel.
  3. © SelbermachenSpannschraube drehen
    3 Spannen Sie die Kette durch Drehen der Spannschraube, bis sie an der Unterseite anliegt. Dann noch eine Viertelumdrehung weiterdrehen.
  4. © SelbermachenSpannung überprüfen
    4 Überprüfen Sie die Kettenspannung noch einmal. Denken Sie daran, dass sich heiße Ketten ausdehnen und beim Abkühlen wieder zusammenziehen. Eine heiße Kette sollte deshalb nicht zu straff sitzen.

Der Vorteil des manuellen Schärfens gegenüber dem maschinellen Schärfen ist nicht nur die geringere Spanabnahme, sondern auch eine bessere Schärfe, die zudem länger erhalten bleibt. Hier gilt lieber weniger (zwei bis drei Striche), aber öfter schleifen. Mit dem Schärfset lässt sich die Kette auch schnell mal zwischendurch im Wald nachschärfen. Dennoch sollte man die Sägekette ab und zu mal zum maschinellen Schärfen bringen, denn jeder Anwender feilt nicht mit beiden Händen gleich stark, so dass sich im Laufe der Zeit die Ketten einseitig abnutzen und die Sägeschiene beschädigen können. Durch maschinelles Schleifen lässt sich das leicht wieder beseitigen.

Ketten für jeden Zweck

Eine universelle Sägekette für alle Einsatzbereiche und Maschinen gibt es nicht. Für verschiedene Anwendungen haben die Hersteller unterschiedliche Ketten entwickelt. Sie unterscheiden meist wie bei den Sägen auch zwischen Sägeketten für Hobbyanwendungen, semiprofessionelle Aufgaben („Farmer“) und den Profi. Die Ketten für die Hobbysägen haben meist nur 1,1 oder 1,3 mm breite Triebglieder. Sie eignen sich gut zum Kürzen und Entasten oder der Aufarbeitung von Kronenholz. Zum Bäumefällen sind sie dagegen weniger geeignet, weil auch die Nut zu schmal ist, um einen Keil anzusetzen. Profiketten sind breiter, sehr aggressiv und zeichnen sich durch eine hohe Schneidleistung aus, erfordern aber auch PS-starke Sägen. Normalerweise sind Sägeketten für Schnitte quer zur Faser des Holzes optimiert. Für Längsschnitte gibt es sogenannte Längsketten, die mit den langfaserigen Spänen besser zurecht kommen. Bei den Längsschnittketten beträgt der Schärfwinkel nur 10°. Durch entsprechendes Schärfen lässt sich aus jeder Kette eine Längsschnittkette machen.

Ketten: verschiedene Sorten

  1. © SelbermachenOregon 91 VG
    **Oregon 91 VG:** Hobbykette mit spezieller Zahnform (Mircro Chisel) für hohe Schneidleistung bei geringer Leistungsaufnahme, geringes Rückschlagrisiko.
  2. © SelbermachenOregon 91 VX
    **Oregon 91 VX:** Ähnliche Kette, die wegen höherer Schneidleistung eher von Profis bevorzugt wird. Sie hat keine Sicherheitsverbindungsglieder.
  3. © SelbermachenOregon 95 VP
    **Oregon 95 VP:** Kette mit 0,325˝-Teilung und 1,3-mm-Nutbreite, für kleinere bis mittlere Maschinen geeignet, breites Einsatzspektrum, nicht zum Fällen.
  4. © SelbermachenStihl Picco Duro
    **Stihl Picco Duro:** Neue Hartmetallkette für Hobbyanwender. Sie soll viermal länger scharf bleiben, erfordert dann aber maschinelles Schleifen.

SELBERMACHEN 02/2009

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