Stichsägen

Stichsägen - Darauf sollten Sie beim Kauf achten.

Stichsägen sind universelle Maschinen für viele kleine Sägearbeiten. Sollen die Schnitte aber präzise sein, brauchen Sie auch eine solide Maschine. Lesen Sie, worauf es beim Stichsägenkauf ankommt-

 
Stichsäge © Selbermachen
Stichsäge

Billige Stichsägen sind – wie viele andere Billiggeräte auch – meist nicht einmal ihr weniges Geld wert. Sie eignen sich oft nur zum Abschneiden von Brennholzklötzchen, nicht aber für präzise Sägearbeiten.

Gehäuse/Griff

© SelbermachenBügelgriff oder Knauf, das sind die Details einer Stichsäge, an denen sich die Gemüter scheiden.

Bei der Bauweise der Stichsäge scheiden sich die Geister. Maschinen mit Bügelgriff werden in Deutschland überwiegend an Heimwerker verkauft. Maschinen mit Knaufgriff gelten als die Favoriten der deutschen Schreiner. Knaufgriffmodelle haben Vorteile bei Kurvenschniten, aber auch beim Sägen über Kopf, wie es gerade bei Profis oft vorkommt. Letztlich ist die Bauart der Stichsäge aber eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Getriebe

Wichtiger für die Qualität der Schnitte ist das Getriebe, das die Drehbewegung der Motorwelle in das Auf und Ab der Hubstange umsetzt. Es soll nicht nur verschleiß-, sondern auch vibrationsarm sein. Lassen Sie die Säge mal ohne Sägeblatt auf einer glatten Tischplatte laufen, um den Unterschied zu erkennen. Manche stellen für diesen Test die Säge sogar auf ein gefülltes Wasserglas. Schlechte Sägen gehen dabei regelmäßig baden, wenn sie vom Tester nicht rechtzeitig aufgefangen werden.

Schalter/Elektronik

© SelbermachenPer Schiebeschalter bekommt die Blasvorrichtung mehr Puste. Das Stellrad für die Elektronik gehört nicht in den Schalter, auch wenn diese Billig lösung verbreitet ist.

© SelbermachenEinfache Stichsägen bieten die Hersteller meist ohne Elektronik an. Sie reichen zum Sägen von Holz vollkommen aus. Wer jedoch auch Kunststoffe und andere wärmeempfindliche Materialien schneiden will, sollte eine Stichsäge mit elektronischer Drehzahlregelung vorziehen. Das Stellrad für die Drehzahlvorwahl sollte sich möglichst nicht im Schalter befinden, damit man sie auch während des Betriebs noch korrigieren kann. Ein Gasgebeschalter ohne Drehzahlwahl ist bei Stichsägen nicht angebracht.

Pendelhub

© SelbermachenDrei Pendelstufen sind Standard bei den meisten Stichsägen. Ist beste Schnittqualität gewünscht, sollten sie aber ausgeschaltet bleiben.

Bei einfachen Stichsägen bewegt sich das Sägeblatt nur auf und ab. Eine zuschaltbare Pendelung drückt das Sägeblatt bei der Aufwärtsbewegung zusätzlich nach vorn, damit es aggressiver schneidet. Bei der Abwärtsbewegung hat das Blatt dagegen wieder mehr Spiel, um den Staub leichter abzutransportieren. Bei den meisten Stichsägen sind drei Pendelstufen eingebaut, auch wenn die Hersteller gern von vier reden. Sie zählen die Null- Position einfach mit. Es gibt aber auch Sägen mit lediglich ein oder zwei Pendelstufen. Wichtig: Je größer die Pendelung ist, desto schneller schneidet die Maschine, zugleich wird aber auch die Schnittqualität entsprechend schlechter (Ausreißen der Schnittkante). Für beste Schnittqualität sollte deshalb der Pendelhub ausgeschaltet sein.

Sägeblattaufnahme

Bei den meisten Markengeräten haben sich mittlerweile werkzeuglose Wechselsysteme für den Sägeblattwechsel durchgesetzt. Sie müssen das Blatt sicher spannen. Primitive Spannsysteme, bei denen Sägeblätter mit ein oder zwei Schrauben angezogen werden, sind umständlich und nicht mehr zeitgemäß. Achten Sie auch auf den Sägeblatttyp. Standard ist das Bosch- Blatt mit zwei Nocken am Blattschaft. Für dieses System gibt es auch das breiteste Sägeblattprogramm. Das alternative System mit einem Halbrund am Sägeblattende wird von Markenherstellern kaum noch benutzt.

Absaugung

Auch wenn Stichsägen nur grobe Sägespäne produzieren, sollten Sie beim Arbeiten eine Staubsabsaugung benutzen. Achten Sie darauf, dass der Absauganschluss in die Grundplatte oder das Ge häuse der Maschine integriert ist. Ansteckbare Adapter brechen erfahrungsgemäß leicht ab oder gehen schnell verloren.

Um beim Sägen ohne Absaugung den Anriss vom Sägestaub freizuhalten, bieten einige Geräte eine Blasvorrichtung, die den Bereich vor dem Sägeblatt freipustet.

Staubkappe

Für eine wirksame Absaugung muss eine Staubkappe den Raum um das Sägeblatt möglichst vollständig umschließen. Auch wenn diese Kappe aus durchsichtigem Kunststoff besteht, verringert sie die Sicht auf Sägeblatt. Ist sie seitlich oder hinten offen, verschlechtert sich das Absaugergebnis deutlich. Da die Staubkappe zu jedem Sägeblattwechsel entfernt werden muss, sollten Sie auch darauf achten, wie dies geht. Bei manchen Modellen wird sie nur nach oben geschoben, bei anderen muss sie komplett abgezogen werden.

Grundplatte

Eine exakt eingestellte Grundplatte der Stichsäge ist Voraussetzung für präzise Schnitte. Die Grundplatte muss deshalb verwindungssteif sein und sich leicht einstellen lassen. Geräte mit werkzeuglos einstellbarer Grundplatte sind da im Vorteil. Am besten wackeln Sie schon mal vor dem Kauf der Stichsäge an der Grundplatte und belasten sie in der 45-Grad- Einstellung. Kontrollieren Sie die Einstellung vor dem Sägen immer mit einem Winkelmesser. Um auf empfindlichen Oberflächen keine Spuren zu hinterlassen, verfügt eine gute Stichsäge serienmäßig über einen Kunststoffschuh. Für randnahe Ausschnitte sollte die Grundplatte zurückschiebbar sein.

Netzkabel

Das Netzkabel einer Stichsäge muss so lang sein, dass nicht ständig eine Kabelverlängerung benötigt wird oder dass bei Kurvenschnitten an größeren Platten der Aktionsradius der Maschine nicht eingeschränkt wird. Eine Kabellänge von 3m ist hier Minimum. Beim Schneiden von furniertem Material sind Kunststoffkabel den teureren Gummikabeln vorzuziehen, da der Gummiabrieb leicht schwarze Spuren auf der Oberfläche hinterlassen kann. Praktisch sind Wechselkabel unterschiedlicher Länge.

Zubehör

Das wichtigste Zubehör für die Stichsäge sind die Sägeblätter, die es je nach System (siehe Sägeblattaufnahme) in verschiedenen Längen und Ausführungen sowie für unterschiedliche Materialien und Arbeiten gibt.

Eine Führungsschiene ist bei langen geraden Schnitten hilfreich, aber die macht man ohnehin besser mit der Handkreissäge. Für einfache Arbeiten nahe der Werkstückkante genügt oft ein Parallelanschlag. Einige Parallelanschläge lassen sich für kreisrunde Ausschnitte mit einem einfachen Stift zum Zirkel umrüsten. Stichsägen mit Laserstrahl ersetzen das normale Führungslicht und haben, je nach Qualität, viele Vorteile.

Artikel aus selber machen Ausgabe 05/2010. Jetzt abonnieren!
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