Die richtigen Maschinen für den perfekten Schliff | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Die richtigen Maschinen für den perfekten Schliff

Das Werkstück erhält durch die Oberflächenbehandlung den letzten Schliff. Welche Maschinen am besten geeignet sind, wird in diesem Artikel gezeigt.

 
Der perfekte Schliff hängt von der richtigen Maschine und dem passenden Aufsatz ab. © Selbermachen
Der perfekte Schliff hängt von der richtigen Maschine und dem passenden Aufsatz ab.

Der krönende Abschluss einer Arbeit ist immer die Oberflächenbehandlung. Ganz gleich, ob es sich um den Neubau, die Restaurierung eines Möbels oder die Renovierung der eigenen vier Wände handelt. Jedes Material stellt besondere Ansprüche an die Arbeitsweise des Schleifgeräts.

Bei Naturholz ist es wichtig, dass die Maserung erhalten bleibt. Flächen, die lackiert werden sollen, müssen glatt und dicht sein. Besonders feinen Schliff verlangt die Hochglanzlackierung an der Autokarosserie.

Der Gartenzaun muss bis auf den Grund vom Rost befreit werden, damit der Anstrich hält. Zum Problem des unterschiedlichen Untergrundes kommen noch die vielfältigsten Formen. Man kommt mit einem Gerät nicht aus.

Der Klassiker für die Oberflächenbehandlung sowohl von Holz als auch von Metall ist der Schwingschleifer. Er hat allerdings einen sehr geringen Abrieb. Mehr trägt der Exzenterschleifer ab, mit ihm kommt man aber nicht in die Ecken.

Mit dem Bandschleifer kann man in Maserrichtung Holz sehr gut bearbeiten, auch bei Metall kann er gute Dienste leisten. Spezialisten für Ecken und schwer zugängliche Stellen sind die Dreiecksschleifer mit Schwingschleiftechnik und die elektrischen Feilen, die wie kleine Bandschleifer arbeiten.

Der Winkelschleifer wird hauptsächlich bei der Metallbearbeitung eingesetzt, er trennt sogar Stein und Metall. Und Werkzeuge schleift man mit einem Schleifbock an.

Abtragen und glätten

Wenn es um den Feinschliff auf ebenen, allenfalls noch nach außen gewölbten Flächen geht, ist der Schwingschleifer das richtige Gerät. Man kommt in jede Ecke, und auch Kanten lassen sich gut schleifen.

Bei den Heimwerkergeräten handelt es sich um die hochtourigen Schleifer mit einem kleinen Schwingkreis (ca. 2 mm) und einer geringen Abtragsleistung. Die in der Drehzahl untersetzten Geräte haben einen Schwingkreis von ca 5 mm und einen höheren Abtrag, das Oberflächenbild ist allerdings nicht ganz so gut.

Bei einigen Modellen lässt sich die Schleifplatte gegen eine verlängerte auswechseln. Damit werden z. B. Lamellentüren geschliffen. Wichtig ist eine Staubabsaugung durch die gelochte Bodenplatte.

Das Schleifpapier kann sich nicht zusetzen und hält dreimal so lange. Außerdem ist es ungesund, Staub einzuatmen.

Einen sehr hohen Materialabtrag erreicht man mit dem Bandschleifer. Das in sich geschlossene Schleifband wird unter leichter Spannung von zwei gummibelegten Walzen angetrieben. Die Geräte haben stärkere Motoren als die anderen Schleifer.

Dies und die ununterbrochene Schleifbewegung des Bandes führen zum hohen Abtrag. Ideal ist das Gerät zum Schleifen großer Flächen, wenn es auf hohen Materialabtrag ankommt.

Schleifgeräte und ihre Einsatzgebiete

Hirnholzkanten lassen sich am besten mit dem Bandschleifer glätten, Kanten leicht formen. Für einige Geräte wird ein Schleifrahmen angeboten, der das Gerät seitlich stützt und ein Verkanten verhindert.

Ein guter Planschliff ist das Ergebnis. Wegen des hohen Abtrags sollte gerade beim Bandschleifer auf eine wirkungsvolle Absaugung Wert gelegt werden.

Der Exzenterschleifer ahmt die Schleifbewegung der arbeitenden Hand nach. Abrieb und Oberflächengüte sind ähnlich wie beim Schwingschleifer. Es können allerdings Außen- und Innenrundungen geschliffen werden.

Bei den Handwerkergeräten kann die Schleifbewegung auf eine reine Drehbewegung mit hohem Materialabtrag jedoch geringer Oberflächengüte umgeschaltet werden. So können der grobe Vorschliff und der Feinschliff mit ein und demselben Gerät ausgeführt werden.

Auf dem runden Teller wird das Schleifpapier durch Kletthaftung mit einem einzigen Handgriff befestigt.

Bis in die letzte Ecke

Die besten Oberflächen erzielt man, je nach Material und gewünschtem Abtrag, mit Exzenter-, Schwing- oder Bandschleifer. Wenn glatte Flächen abzuschleifen sind, gibt es auch keine Probleme. Aber schon die Tür in einer Altbauwohnung mit ihren Zierleisten und den tieferliegenden Füllungen macht oft genug reine Handarbeit nötig.

Das Restaurieren alter Möbel, bei denen in Schubladen und kleinen Fächern geschliffen werden muss, kann zu einem Geduldsspiel werden. Praktisch ist es dann, wenn man mit den Schleifern wenigstens randnah schleifen kann.

Einige Geräte lassen sich mit Zusatzplatten für diese Feinarbeiten an schwer zugänglichen Stellen umrüsten. Und wenn es ganz eng wird, gibt es spezielle Geräte, z. B. den Dreiecksschleifer.

Der kleine Dreiecksschleifer arbeitet nach dem Prinzip des Schwingschleifers. Die Schleifplatte ist ein Dreieck. Das Schleifpapier ist mit Kletthaftung auf der Grundplatte befestigt. Ist eine Ecke abgenutzt, kann das Papier gedreht werden.

Der Materialabtrag ist nicht so groß wie beim Schwingschleifer. Durch entsprechende Vorsätze kann man sich aber auf jede Materialform einstellen. Mit dem Schabemesser des Dreieckschleifers können dicke Farbtropfen oder überstehende Spachtelmasse grob entfernt werden.

Danach wird mit dem normalen Schleifteller die Oberfläche feingeschliffen. In einem Arbeitsgang wird man die dicken, alten Anstriche nicht entfernen können. Man beginnt beim Schleifen mit Schleifpapier einer groben Körnung, z. B. 60, mit der bis auf den Grund geschliffen wird.

Mit 120er Papier wird geglättet, und Unebenheiten werden beseitigt. Eine wirklich glatte Oberfläche für den neuen Anstrich erreicht man nur mit 180er oder sogar 240er Papier.

Wenn die Geräte eine Elektronik haben, sollte man besonders beim groben Vorschliff die Drehzahl reduzieren, damit die abgetragenen Farbpartikel sich nicht erwärmen und das Schleifmittel zusetzen. Aus diesem Grund ist auch unbedingt die Staubabsaugung einzusetzen, am besten mit einem Absaugeschlauch und einen Werkstattsauger.

Aufgrund des geringen Staubvolumens reicht aber auch ein Haushaltssauger. Die während der Arbeit abgesaugten Farbpartikel können das Papier nicht mehr zusetzen, es hält dreimal so lange.

Bevor man beginnt, die alten Anstriche vollkommen zu entfernen, sollte man die Fläche genauer betrachten. Ist der alte Anstrich nicht zu dick und sind Türen und Fenster frei von Unebenheiten und Tropfnasen, reicht es aus, die Fläche anzuschleifen.

Gerade im Innenbereich hält der neue Anstrich auf einem sauber geschliffenen Untergrund sehr gut.

Schleifen, abbrennen oder abbeizen?

Bei einer Grundrenovierung müssen mehrere Schichten alter Farbanstriche vollständig abgetragen werden. Das kann mit einem Schleifer recht mühsam sein, weil sich das Papier schnell zusetzt.

Schneller geht es mit Abbeizer, der den Anstrich ablöst. Mit einer Heißluftpistole wird die Farbe erhitzt und weich. In beiden Fällen können die Farbschichten danach mit Spachtel und Ziehklinge entfernt werden.

Schleifen am laufenden Band

Bandschleifer für den Oberflächenschliff gibt es für die Heimwerkstatt in Breiten von 65 bis 100 mm. Der Vorteil dieser Geräte ist der große Materialabtrag bei einem guten Oberflächenbild.

Wegen der hohen Schleifleistung ist es sehr sinnvoll, zum Formschleifen kleiner Werkstücke Anschläge zu verwenden, denn nur so stimmen hinterher die Winkel. Bei dem kleinen Varioschleifer und der Powerfeile hat man sich den Vorteil der großen Abtragsleistung auch zum Schleifen an engen Stellen zunutze gemacht.

Auch bei diesen Geräten läuft ein in sich geschlossenes Band über zwei Walzen, nur sind hier die Walzen wesentlich kleiner.

Beim Varioschleifer hat die vordere Umlenkrolle nur einen Durchmesser von 8 mm, man kommt also gut in die Ecken. Das Band der Powerfeile ist nur 13 mm breit.

Beide Geräte sind übrigens auch sehr gut bei Entrostungsarbeiten am Gartenzaun und zum Entgraten von Metallteilen einzusetzen. Mit entsprechenden Bändern können fast alle Materialien bearbeitet werden.

Schleifen, schruppen, trennen

Von allen Schleifern hat der Winkelschleifer die höchste Abtragsleistung, aber leider ist das Oberflächenbild sehr schlecht. Die mit hoher Drehzahl (10 000 U/min beim Einhandschleifer) rotierende Scheibe schleift Riefen in die Oberfläche. Für Holzoberflächen ist das Gerät nicht geeignet.

Der Winkelschleifer wird zumeist auch bei der Metall- und Steinbearbeitung eingesetzt. Mit den dünnen Trennscheiben für Metall und Stein werden Metallprofile durchtrennt und Steinplatten zugeschnitten. Zum Schleifen und Schrubben kommen die dickeren, gekröpften Schruppscheiben zum Einsatz.

Farbanstriche von Metall- und Holzoberflächen schleift man mit dem Gummiteller und Schleifblättern oder den Schleifmoptellern, Holz allerdings nur, wenn es auf die Oberfläche nicht ankommt.

Das sich die Trennscheiben beim Zerteilen von Steinplatten sehr schnell abnutzen, werden neuerdings Diamanttrennscheiben eingesetzt. Sie sind zwar erheblich teurer, halten aber länger, und der Durchmesser verändert sich nicht.

Wichtig ist der richtige Winkel

Nur scharfes Werkzeug schneidet gut und sauber. Das gilt ganz besonders bei der Holzbearbeitung. Ein feiner Span ist nur mit einer scharfen Schneide abzutragen. Das Anschleifen der Werkzeuge ist aber nicht ganz einfach.

Die Scheiben der Werkstattschleifmaschine, auch Schleifbock genannt, laufen sehr schnell. Das Werkzeug muss zügig an der Scheibe hin und her geführt werden, damit keine große Hitze entsteht.

Ist das Metall im Bereich der Schneide blau angelaufen, ist das Material zu weich geworden. Die Schneide muss dann über die ganze Breite zurückgeschliffen werden. Beitel und Messer kann man als wenig Geübter allenfalls noch von Hand führen.

Bei den breiten Hobeleisen muss man das Werkzeug in eine Vorlage einspannen, nur so gelingt der Schliff im richtigen Winkel. Die eigentliche Schärfe erhält die Schneide durch das Abziehen.

Der beim Schleifen entstandene Grat wird dabei entfernt. Die Schneide wird dazu in kreisförmigen Bewegungen über den Abziehstein geführt.

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Jede Oberfläche stellt durch Form und Material besondere Anforderungen an die Werkzeuge zum Schleifen. Ob große Fläche oder schmale Nut, für jeden Einsatz gibt es die richtige Schleifmaschine.

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Der Bandschleifer hat eine hohe Abtragsleistung bei gutem Oberflächenbild. Das Werkstück muss fest eingespannt sein.

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Der Exzenterschleifer trägt Material gut ab und schafft glatte, lackierfähige Oberflächen. Die Maserung bleibt erhalten.

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Die Bodenplatte des Schwingschleifers hat Löcher, durch die der Staub abgesaugt wird. Das Papier setzt sich kaum zu.

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Drei Arbeitsgänge mit Schleifpapier der Körnung 60, 120 und 240 sind notwendig, um den alten Farbanstrich zu entfernen.

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Der Zusatzhandgriff wird zum randnahen Schleifen hochgeklappt. Abgenommen oder geschwenkt wird er bei anderen Geräten.

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Treppen haben keine großen Flächen aber viele Ecken. Mit dem Dreieckschleifer kommt man bis in die letzte Ecke.

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Der Dreieckschleifer wird mit einem Lamellenschleifvorsatz ausgerüstet, um zwischen den Zwischenräumen schleifen zu können.

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Die Kanten und Falze der alten Fenster lassen sich mit dem handlichen, kleinen Dreieckschleifer gut bearbeiten.

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Die Schleifzunge wird anstelle der Grundplatte an den Schwingschleifer montiert. Die Lamellen können jetzt geschliffen werden.

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Drei Bandbreiten gibt es bei den großen Bandschleifern. Die 100, 75 und 65 mm breiten Bänder erhält man im Baumarkt.

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Die Anschläge führen die schmalen auf der Kreissäge zugeschnittenen Leisten im richtigen Winkel. Die Oberfläche wird perfekt.

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Das Entgraten der Kunststoffrohre geschieht hier mit einem kleinen Einhand-Bandschleifer. Die vordere Walze ist sehr schmal.

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Der Schlitz für das Holzrad erhält den Fein­schliff durch das ganz schmale Band. Das Gerät wird wie eine Feile benutzt.

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Zwei Flansche braucht man, um eine Scheibe festzusetzen. Praktisch sind die Schnellspannmuttern zum schlüssellosen Spannen.

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Die Topfscheibe ist mit Hartmetallsplittern besetzt. Fächerförmig sind die Schleifblätter auf dem Schleifmopteller angeordnet.

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Der Schleiftopf eignet sich besonders zum Glätten von Steinoberflächen. Er wird voll aufliegend auf dem Werkstück geführt.

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Der Maschinenhalter setzt den Schleifer am Tisch fest. Kleine Werkstücke können mit beiden Händen sicher geführt werden.

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Der Keilwinkel eines Eisens für die Holzbearbeitung sollte zwischen 24° und 30° liegen. Nach dem Schleifen muss das Werkzeug abgezogen werden. Rechts zwei Eisen mit Hohlschliff vor und nach dem Abziehen der Schneide.

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Die Abziehsteine geben der Schneide den letzten Schliff. Je nach Art des Steins wird Öl, Petroleum oder Wasser zugesetzt.

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Ganz langsam und nass. Das Anschleifen von Werkzeugen auf einem schnell laufenden Schleifbock erfordert sehr viel Übung. Das Eisen kann ausglühen. Beim Nassschleifen mit dieser Maschine wird der feine Stein langsam durch ein Wasserbad gezogen. Entsprechend fein ist das Schleifergebnis. Zum Abziehen der Werkzeuge ist auf dem freien Ende der Wellen ein Lederscheibe montiert. Damit immer im richtigen Winkel angeschliffen wird, gibt es Vorrichtungen für alle Werkzeuge.

TEXT:Walter Diem; FOTO: Selbermachen Media
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