Fungenkratzer, Multitool und mehr | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Produkttests

Fungenkratzer, Multitool und mehr

Jeden Monat testet die SELBER MACHEN-Redaktion für Sie verschiedene Produkte. Diesen Monat mit dabei: Fugenkratzer von Wolfcraft, Multimaster von Fein, "Grilly Billy" von Steinel und 14-in-1 Multiwerkzeug von Stanley.

 
Stanley 14-in-1 Multiwerkzeug © Selbermachen
Stanley 14-in-1 Multiwerkzeug

Wolfcraft Fugenkratzer

Unvermeidbar muss man hinter Dusche, Wanne und Waschbecken die Fliesenfugen erneuern, weil sie vergraut und inzwischen reinigungsresistent sind. Dafür ist der rollengeführte Fugenkratzer von Wolfcraft sehr gut geeignet. Seine hartmetallbestückte Doppelklinge raspelt sich fast mühelos in die Fugen, ohne die Fliesen zu beschädigen (rund 10 Euro).

Fazit: Ein sehr handliches und effektives Werkzeug, um zementäre Fliesenfugen freizulegen. Durch Doppelklinge und Rollenführung kommt man relativ schnell voran. Die Klingen sind auswechselbar, was zusammen mit der guten Qualität des Werkzeugs den etwas höheren Preis rechtfertigt.

Fein Multimaster Akku 14,4 V

Ein Werkzeug für alles – das gibt’s nicht? Doch, jedenfalls fast. Der Multimaster kann sägen, schleifen, raspeln und schneiden – alles ohne Kabel. Der 14,4-V-Lithium-Ionen-Akku mit satten 3,0 Ah lässt den Multimaster so stark und effektiv oszillieren wie den kabelgebundenen Bruder. Zur Grundausstattung gehören neben Koffer und Delta mit verschiedenen Klettschleifblättern auch sechs Säg-, Raspel- und Schneidwerkzeuge. Das Ganze im Koffer mit Schnellladegerät (20–90 Minuten) und zwei Akkus (circa 435 Euro).

Fazit: Der robuste Multi master liegt gut in der Hand und lässt schon in der Grundausstattung eigentlich keine Wünsche offen. Besonders die Bimetall-Sägeblätter sind von außerordentlich guter Qualität.

Steinel "Grilly Billy"

Eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen ist das Grillen von Fleisch, Fisch und Gemüse im Sommer. Wenn nur das Anzünden des Holzkohlegrills nicht so lange dauern würde. Es ist eine staubige, qualmende und bei ungeeigneten Anzündern nicht ungefährliche Angelegenheit. Das hat sich wahrscheinlich auch die Firma Steinel gedacht – echte Experten auf dem Gebiet sehr heißer Luft –, ein Heißluftgebläse so modifiziert, dass es zum Grillanzünden taugt, und auf den Namen „Grilly Billy“ getauft.

Wir haben die Düse einmal in Holzkohle und einmal in Grillbriketts gesteckt und gemessen, wann das 1400-Watt-Gebläse es schafft, dass die erste Glut steht. Bei Holzkohle hat uns „Grilly Billy“ hundertprozentig überzeugt. Schon nach einer Minute war so viel Glut vorhanden, dass die Kohle aufgehäufelt werden konnte und der Rest von der Thermik im Grill erledigt wurde.

Bei Grillbriketts funktioniert es auch, braucht aber bedeutend länger. Erst nach 8 Minuten waren einige Briketts unverlöschlich angeglüht, und wir haben sicherheitshalber noch mal 8 Minuten ins Anblasen investiert. Hier ist ein schlichter Anzündkamin nicht langsamer. Wer aber auf Holzkohle schwört, sollte „Grilly Billy“ zur Familie zählen (etwa 35 Euro).

Die spezielle Düse macht aus einem Heißluftgebläse den Steinel „Grilly Billy“. Die bis zu 500 Grad heiße Luft tritt vor allem aus der Düsenoberseite aus, auf der die Kohle liegt. Die Holzkohle reagiert schon nach etwa einer Minute auf die heiße Luft mit heller Glut. Grillbriketts sind viel dichter und oft aus Braunkohle hergestellt, hier schafft das Gebläse keine zeitlichen Vorteile gegenüber einem üblichen Anzündkamin.

Fazit: Die Idee, mit einem Heißluftgebläse Grillkohle anzuzünden, praktizieren pfiffige Selbermacher schon länger. Trotz dem hat der „Grilly Billy“ mit Spezialdüse überzeugt, auch wenn er bei Grillbriketts nicht fixer war als ein Anzündkamin.

Stanley 14-in-1 Multiwerkzeug

Wir haben bei SELBER MACHEN bekanntlich eine Schwäche für hochwertiges, intelligentes Handwerkzeug. Auch die Marke Stanley mögen wir sehr. Bei dieser neuen Kombination aus Taschenmesser und portablem Nusskasten sind wir uns aber nicht ganz sicher. Neben dem üblichen Klappzubehör (Messer, Säge, Feile) gibt es eine 1/4-Zoll-Aufnahme (keine Knarre) und Stecknüsse von 10 bis 13 Millimeter mit Bits. Das alles ist ohne Frage eine gute Idee, aber das Gesamtpaket ist über 300 Gramm schwer und 13 Zentimeter lang. Zu groß für die Hosen- oder Satteltasche, aber sicher richtig für den Motorrad-Tankrucksack (rund 24 Euro).

Fazit: Klappbares, transportables Werkzeugpaket. Gut als erste (Werkzeug-)Hilfe für Motorräder, Rasenmäher & Co. Aber zum Tragen in der Hosentasche zu schwer und zu groß für kraftvolles Schrauben. Es fehlt eine Zange, und die Säge ist zu kurz.

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