Handkreissägen: Das müssen Sie wissen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Pendelhaubensägen für Heimwerker

Handkreissägen: Das müssen Sie wissen

Die Handkreissäge ist wohl das wichtigste Werkzeug für den Holz(be)arbeiter. Wir erklären kompakt, was heutige Maschinen auszeichnet, wie die Handkreissäge funktioniert und worauf Sie bei der Wahl der scharfen Helfer achten sollten.

 
Die Handkreissäge ist wohl das wichtigste Werkzeug für den Holz(be)arbeiter. © Selbermachen, Frank Zeidler
Die Handkreissäge ist wohl das wichtigste Werkzeug für den Holz(be)arbeiter.
Die Handkreissäge ist für jeden Handwerker, der mit Holz arbeitet, unverzichtbar. Bei richtiger Handhabung und mit Schienenzubehör kann die kompakte Maschine jede Formatkreissäge eines Tischlers ersetzen. Und dank austauschbarer Sägeblätter können zahlreiche Materialien bearbeitet werden. Für jedes Modell gilt: Sie sollte über eine elektronische Drehzahlsteuerung verfügen, die auch unter Last die Umdrehungsgeschwindigkeit des Sägeblattes konstant hält. Sonst wird der Schnitt nicht sauber. Eine darüber hinausgehende Drehzahlregulierung wird wichtig, wenn Sie stark unterschiedliche Materialien sägen wollen, etwa auch Plastik oder Metall. Überlegen Sie vor dem Kauf, was Sie mit der Maschine arbeiten wollen – und wie häufig! Oft reichen Geräte in der Klasse unter 200 Euro völlig aus. Kleine Geräte sind verlockend handlich, schneiden jedoch nicht so tief.

Zwei Handkreissägetypen

Es gibt zwei Handkreissägetypen: die Pendelhaubensäge und die Tauchsäge. Bei der Pendelhaubensäge - das Modell, welches hier abgebildet ist - steht das Sägeblatt unten immer fest heraus. Ihre Schutzhaube wird beim Sägen vom Werkstück zurückgedrückt und „pendelt“ beim Hochnehmen der Säge wieder zurück. Anders bei einer Tauchsäge: Ihr Sägeblatt wird senkrecht herunter gedrückt, es „taucht“ ab. Mit ihr können Sie mitten im Werkstoff (statt an einer Kante) einen Schnitt setzen, etwa für den Ausschnitt einer Spüle.

Funktionen einer Handkreissäge

Viele der gängigen Handkreissägen verfügen über die hier gezeigten Funktionen. Achten Sie zusätzlich auch auf eine stabile Pendelschutzhaube mit weit abgerundetem Endstück. Sie erleichtert das Abklappen an der Werkstückkante. Die maximale Einschnitt-Tiefe ist ebenfalls entscheidend. Mit 65 mm Maximaltiefe sind Sie für die meisten Aufgaben gerüstet.
  1. Der TiefenanschlagDer Tiefenanschlag© Selbermachen, Frank Zeidler

    Der Tiefenanschlag

    Mit dem Tiefenanschlag legen Sie fest, wie weit das Sägeblatt heraussteht – und damit die Schnitt-Tiefe ins bzw. durchs Material.
  2. Die HaifischflosseDie Haifischflosse© Selbermachen, Frank Zeidler

    Die Haifischflosse

    Die Haifischflosse hinter dem Sägeblatt wird Spaltkeil genannt und ist absolut sicherheitsrelevant! Der Keil verhindert das Verklemmen des Sägeblatts im Sägeschnitt. Er liegt maximal 5 mm über den Sägezahnköpfen und ist, je nach Sägeblatt, justier- und austauschbar.
  3. Das AbwinkelnDas Abwinkeln© Selbermachen, Frank Zeidler

    Das Abwinkeln

    Abwinkeln lässt sich die Maschine um bis zu 45 Grad (z. B. für Gehrungen). Dabei muss die Schnitt-Tiefe erhöht werden!
  4. Die SicherheitsschaltungDie Sicherheitsschaltung© Selbermachen, Frank Zeidler

    Die Sicherheitsschaltung

    Sicherheitsschaltung am Handgriff: Der seitliche, runde Sperrhebel verhindert das unbe - ab sichtigte Drücken des eckigen Motorschalters.
  5. Der ParallelanschlagDer Parallelanschlag© Selbermachen, Frank Zeidler

    Der Parallelanschlag

    Der Parallelanschlag hat einen Schwanen hals, damit er bis ans Sägeblatt geschoben werden kann. Für schmale Schnitte nahe der Kante.
  6. Die Nut-AufnahmeDie Nut-Aufnahme© Selbermachen, Frank Zeidler

    Die Nut-Aufnahme

    Die Nut-Aufnahme für die Führungsschiene ist hier aus schwarzem Hartplastik. Sie muss reibungsarm über die Alurippe gleiten.
  7. Die AbsaugvorrichtungDie Absaugvorrichtung© Selbermachen, Frank Zeidler

    Die Absaugvorrichtung

    Die Absaugvorrichtung wird an dem abgewinkelten (und drehbaren) Rohr angeschlossen. Verzichten Sie nicht darauf, denn der Materialauswurf ist erheblich.

Das richtige Blatt

Die Qualität der Sägezähne ist für perfekte und leichte Schnitte entscheidend. Das Material der Schneide, die Anzahl der Zähne, ihre Formen, Abstände und Stellungen unterscheiden sich extrem. Farblich abgesetzte Zähne bedeuten meist, dass sie aus widerstandsfähigem Hartmetall bestehen, im Gegensatz zur silbernen Stammplatte aus Vanadium-Stahl. Eine Grundregel: Schnitte quer zur Maserung benötigen kleinere Zähne.
  1. Das HartmetallblattDas Hartmetallblatt© Selbermachen, Frank Zeidler

    Das Hartmetallblatt

    Ein Spezialist für beschichtete Hölzer (Reso pal, Kunstharz) ist dieses Hartmetallblatt (HM).
  2. Das WechselzahnblattDas Wechselzahnblatt© Selbermachen, Frank Zeidler

    Das Wechselzahnblatt

    Wechselzahnblätter (HM) sind Klassiker in jeder Schreiner ei, halten lange und schneiden recht sauber.
  3. Die SpitzzähneDie Spitzzähne© Selbermachen, Frank Zeidler

    Die Spitzzähne

    Spitzzähne und Stammblatt sind hier aus günstigem Chrom-Vanadium-Stahl: das Schnittbild ist grob.
  4. Flachzähne aus HartmetallFlachzähne aus Hartmetall© Selbermachen, Frank Zeidler

    Flachzähne aus Hartmetall

    Flachzähne aus Hartmetall sind sehr robust. Diese Variante schneidet Bauholz mit Nägeln, Gasbeton etc.
  5. Sägeblattwechsel Sägeblattwechsel © Selbermachen, Frank Zeidler

    Sägeblattwechsel

    Der Wechsel eines Sägeblatts ist dank mitgeliefertem Werkzeug einfach. Achten Sie beim Kauf auf die Herstellerangaben zum Material, beim Einbau auf die Pfeile für die Drehrichtung.

Besäumschnitt

Beim Besäumen eines rohen Holzwerkstoffs ist die Notwendigkeit einer Führungsschiene unübersehbar. Denn an der unregelmäßigen Rinde kann kein Parallelanschlag entlanggeführt werden. Bei rohen Holzbohlen aus einem Stamm zeichnen Sie immer auf der schmaleren Seite an, zu der sich die Rinde verjüngt.
  1. Die Maschine führenDie Maschine führen© Selbermachen, Frank Zeidler

    Die Maschine führen

    Mit leichtem Druck und beidhändig sollte die Maschine geführt werden. Stehen Sie bei Kreissägen immer versetzt von der Sägeschnittlinie – auch bei kurzen Werkstücken.
  2. Auf den festen Sitz der Justierschraube achten Auf den festen Sitz der Justierschraube achten © Selbermachen, Frank Zeidler

    Auf den festen Sitz der Justierschraube achten

    Beim Feststellen des Parallelanschlags achten Sie auf einen festen Sitz der Justierschraube, sonst verrutscht Ihnen der Anschlag beim Sägen. Beim Sägen nicht in Richtung des Anschlags abdriften.
  3. Zwischen 5 und 10 Millimeter sollte die Schnitttiefe über das Werkstück hinausragen.Zwischen 5 und 10 Millimeter sollte die Schnitttiefe über das Werkstück hinausragen.© Selbermachen, Frank Zeidler

    Zwischen 5 und 10 Millimeter sollte die Schnitttiefe über das Werkstück hinausragen.

    Zwischen 5 und 10 Millimeter sollte die Schnitttiefe über das Werkstück hinausragen. Wer tiefer sägt, verkleinert die Sägefläche. Folge: schlech teres Schnitt bild und eine kürzere Standzeit des Blattes.
  4. Profi-Tipp: Styroporplatte unterschiebenProfi-Tipp: Styroporplatte unterschieben© Selbermachen, Frank Zeidler

    Profi-Tipp: Styroporplatte unterschieben

    Profi-Tipp: Um (langen) Werkstücken beim Sägen Stabilität zu geben, legen wir meist eine 40 mm starke Styroporplatte unter. Sie ist belastbar, bietet guten Halt gegen Verrutschen, aber dafür keinen nennenswerten Widerstand für die Maschine.
  5. Die FührungsschieneDie Führungsschiene© Selbermachen, Frank Zeidler

    Die Führungsschiene

    Auf der Führungsschiene wird die Maschine entlang der eckigen Rippe geführt. Unterlagen aus Moosgummi verhindern ein Verrutschen.

Weitere Infos zum Thema Handkreissägen erhalten Sie hier. Außerdem hat die SELBER MACHEN-Redaktion die Handkreissägen CS1201 von Ryobi und die Metabo KSE 55 Vario Plus für Sie getestet!
 
Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2014. Jetzt abonnieren!
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