Heiß und flüssig - Kleber aus der Heißklebepistole | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Heiß und flüssig - Kleber aus der Heißklebepistole

Kunststoff auf Stein und Metall, Textilien und Leder auf Holz – mit dem Heiß­kle­ber ist fast jede Verbindung schnell und sauber möglich.

 
Verschiedene Düsen regulieren den Kleberfluß. Für schwer zugängliche Stellen nimmt man die lange, für Flächen die breite Düse © Selbermachen
Verschiedene Düsen regulieren den Kleberfluß. Für schwer zugängliche Stellen nimmt man die lange, für Flächen die breite Düse

Der Kleber für die Heißklebepistolen hat bei Raumtemperatur die Form von Stangen. Erst wenn er zum Kleben, Fixieren und Abdichten eingesetzt werden soll, wird er in der Pistole auf etwa 200° erhitzt und verflüssigt. Mit verschieden geformten, auswechselbaren Düsen trägt man ihn dann punktgenau auf das Werkstück auf.

Das besondere am Heißkleber

Anders als andere Kleber bindet er nicht durch Trocknen ab, sondern durch Erkalten. Das geht sehr schnell: Man hat bereits nach 2 Minuten eine belastbare Verbindung, die durch Erhitzen wieder gelöst werden kann. Der Nachteil ist, dass die Klebestellen nicht hitzebeständig sind.

Den Kleber gibt es in verschiedenen Farben für unterschiedliche Materialien. Die Kleberstangen schiebt man bei den einfachen Modellen durch leichten Daumendruck in die Pistole. Die besseren Modelle haben eine Hebelvorschub, durch den auch längere Kletterstangen als die üblichen 45 mm langen verarbeitet werden können.

Das ist ein großer Vorteil z. B. beim Schließen von Fugen, denn hier wird viel Material gebraucht. Starker Druck beim Vorschub hilft gar nichts, denn der Kleber braucht eine gewisse Zeit, bis er in der Heizkammer die richtige Verarbeitungstemperatur erreicht hat.

Eine Besonderheit ist die Klebepistole zum Basteln, die mit einer Temperatur von nur 110° arbeitet. Für dieses Gerät gibt es Kleberstangen in allen Farben des Regenbogens und sogar Glitzerkleber. So können Werkstücke verziert, Gestecke arrangiert und Schmuckstücke hergestellt werden.

 

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Das Telefonkabel liegt fest auf der Sockelleiste, ohne dass Schellen, Nagelstellen oder Ka­belklammern zu sehen sind.

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Der Kleber muss auf dem Untergrund aufgetragen werden, wenn hitzeempfindliches Ma­terial wie z. B. Styropor zu verkleben ist.

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Die Nahtstellen dieser Korkauskleidung sind durch Heißkleber verschlossen. Es kann keine Feuchtigkeit unter die Verkleidung dringen.

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Mit Heißkleber kann man den Schaden an der Kante beheben, ohne dass die Oberfläche des Umleimers erhitzt werden muss.

TEXT:Walter Diem; FOTO: Selbermachen Media
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