Camping, Test

Kühlbox: kleine Eiszeit für unterwegs

Wenn man am Wochenende mit der Familie auf Landpartie fährt, geht nichts über gekühlte Getränke und frische Salate: Wir haben sechs Kühlboxen mit Stromanschluss und viel Stauraum für Sie getestet.

 
Eine Kühlbox hält Getränke und Speisen kalt und frisch. © Selbermachen
Eine Kühlbox hält Getränke und Speisen kalt und frisch.

Gerade wenn man seinen Tag im Grünen etwas weiter entfernt verbringen möchte, lohnt sich eine große elektrische Kühlbox – Speisen sind auch nach langer Autofahrt wie frisch zubereitet und die Getränke noch perfekt gekühlt.

Auf der Tour wird einfach der Strom der Autobatterie zum Kühlen genutzt – über den Zigarettenanzünder per 12-Volt-Adapter. Viele Geräte verfügen auch noch über einen 230-Volt-Anschluss, damit kann man sie zu Hause nutzen bzw. alles vorkühlen. Allerdings ist der Stromverbrauch unserer Test-Kühlboxen viel höher als der eines Kühlschranks. Seine Kompressortechnik ist effektiver – das macht das Vorkühlen im Kühlschrank kostengünstiger und umweltfreundlicher. Besser: Erst kurz vor dem Aufbruch wird alles in die Kühlbox umgeladen. Fast alle Kühlboxen im Test werden mit einem Peltier-Element betrieben: Das ist ein kleiner Wandler, der bei Stromdurchfluss für eine Temperaturdifferenz sorgt. Das System ist platzsparend und günstig in der Produktion, die Kühlleistung der Boxen hängt aber von der Umgebungstemperatur ab. Das Modell von Tristar funktioniert mit Absorbertechnik und kann statt mit Strom auch mit Gas betrieben werden. Durch den Kühlmittelkreislauf arbeitet die Box ohne störende Geräusche. Eine dritte Gruppe bilden Kühlboxen mit Kompressortechnik: Sie verbrauchen so wenig Strom wie ein Kühlschrank, sind dafür aber leicht viermal so teuer wie Peltier-Modelle. Neben dem Kühlsystem spielten bei unserem Test auch Energieklasse, Isolationsfähigkeit und Leistungsaufnahme eine Rolle. Ist man mit dem Auto angekommen, gilt: Raus aus dem Kofferraum und ab in den Schatten – dann sinkt der Stromverbrauch. Übrigens hat keines der getesteten Geräte einen Entladeschutz im 12-Volt-Betrieb – da lohnt sich ein Batteriewächter aus dem Campingbedarf, will man nach der Ankunft weiterkühlen.

Doch auch wenn die Kühlboxen vom Netz sind, halten sie ihr Inneres noch viele Stunden kalt. Versierte Campingprofis verlängern die Kühlzeit sogar noch: Sie nehmen Boxen mit geteiltem Deckel, öffnen sie so selten wie möglich, verwenden statt großer Flaschen lieber kleine Gebinde und sorgen mit Kühlakkus und durchgefrorenen Saft-Tetrapaks für Eiseskälte.

Reicht da nicht auch der Wasserschlauch?

Natürlich kann man Bier und Wein für die große Grillparty auch nach guter alter Methode kühlen: Ab damit in die saubere Maurerbütt, den Gartenschlauch verlegt, und schon füllt sich alles mit frischem Wasser. Wenn das Ganze im Schatten steht und man ständig Wasser nachlaufen lässt, bleibt die Temperatur relativ niedrig. Trittplatten oder eine alte Palette sorgen dafür, dass der durchnässte Rasen nicht zu sehr leidet. Eine andere Lösung ist der alte Kühlschrank, den man bei der letzten Küchenrenovierung gegen ein stromsparendes Modell getauscht hat. Er wartet auf dem Speicher oder im Keller auf temporäre Einsätze und hat den Vorteil, dass man hier auch Grillfleisch und Salate ohne Nässegefahr frisch hält. Will man mit kühlen Getränken allerdings auf Reisen gehen, mit den Kumpels angeln oder mit der Familie eine ausgedehnte Landpartie machen, führt um eine transportable Kühlbox mit 12-Volt-Stromanschluss kein Weg drumherum.

  1. Campingaz© Selbermachen

    Campingaz

    **Campingaz** Preis: 139 Euro **Positiv:** Relativ geringes Leergewicht. Sehr gute Isolationsfähigkeit. Hohe Kühlleistung. Sehr kippstabil. Ergonomische Griffe. **Negativ:** Nur 12-V-Anschluss. Vorkühlen zu Hause oder im Hotel nur mit separat zu erwerbendem Transformator. Kein Entladeschutz der Autobatterie. Keine Angabe zur Energieklasse. Deckel schwer zu öffnen. **Gesamturteil: Gut**
  2. Ezetil© Selbermachen

    Ezetil

    **Ezetil** Preis: 140 Euro **Positiv:** Sehr gute Isolationsfähigkeit. Kühlfunktion im Eco-Mode (geringer Stromverbrauch). Erhöhte Kühlleistung durch Boost-Funktion. Boost-Betrieb durch blaue LED deutlich signalisiert. Box komfortabel roll-/ziehbar. 12-V- und 230-V-Anschluss. Hohe Kühlleistung. Sehr kippstabil. **Negativ:** Kein Entladeschutz der Autobatterie. Hohe Leistungsaufnahme im Boost-Betrieb. Boost-Betrieb nur über 24 Sunden aktiv. **Gesamturteil: Gut**
  3. Outwell© Selbermachen

    Outwell

    **Outwell** Preis: 189,95 Euro **Positiv:** Box roll-/ziehbar. 12-V- und 230-V-Anschluss. Eco-Mode-Funktion zum Kühlen mit geringerem Stromverbrauch einstellbar. Gute Isolationsfähigkeit. Sehr hohe Kühlleistung. Sehr kippstabil. Deckel zweiteilig – getrennt zu öffnen. **Negativ:** Kein Entladeschutz der Autobatterie. Gebrauchshinweise wenig informativ. Voluminös, unkomfortabel zu tragen. **Gesamturteil: Gut**
  4. Severin© Selbermachen

    Severin

    **Severin** Preis: 114,90 Euro **Positiv:** Sehr gute Isolationsfähigkeit. 12-V- und 230-V-Anschluss. Relativ geringes Leergewicht. Alternativ Warmhaltefunktion. Anzeige Betriebszustand. **Negativ:** Kein Entladeschutz der Autobatterie. Keine Angabe zur Energieklasse. Kein Eco-Mode: hohe Leistungsaufnahme. Deckel bleibt nicht stehen, klappt wieder zu. Geringste Kühlleistung im Test. **Gesamturteil: Befriedigend**
  5. Tristar© Selbermachen

    Tristar

    **Tristar** Preis: 229 Euro **Positiv:** 12-V- und 230-V-Anschluss, auch mit Gas betreibbar. Gute Isolationsfähigkeit. Hohe Kühlleistung. Kühlt geräuschlos. Sehr kippstabil. Bequemes Öffnen und Schließen des Deckels. **Negativ:** Sehr hohes Leergewicht. Sehr voluminös, sehr unkomfortabel zu tragen. Kein Entladeschutz der Autobatterie. Keine Angabe zur Energieklasse. Kein Eco-Mode: hohe Leistungsaufnahme. **Gesamturteil: Gut**
  6. Waeco© Selbermachen

    Waeco

    **Waeco** Preis: 239 Euro **Positiv:** 12-V- und 230-V-Anschluss. Eco-Mode-Funktion zum Kühlen mit geringerem Stromverbrauch einstellbar. Anschluss und Ablagefach für Musikspieler. Sehr hohe Kühlleistung. Sehr kippstabil. Deckel zweiteilig – getrennt zu öffnen. **Negativ:** Kein Entladeschutz der Autobatterie. Deutlich höherer Energieverbrauch als andere Boxen mit Eco-Mode in dieser Leistungsstufe. Voluminös, unkomfortabel zu tragen. **Gesamturteil: Gut**
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