Spachtel | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Spachtel

Spachtel

Reich an Formen und Qualitäten sind die so genannten Malerspachtel. Die verschiedenen Einsatzbereiche dieser handfesten Werkzeuge zeigen wir im Überblick.

 
Farbe mit Spachtel abkratzen © Selbermachen
Farbe mit Spachtel abkratzen

Der Malerspachtel, auch Spachtelmesser oder Griffspachtel genannt, ist ein Werkzeug, das in allen Bereichen des Malerhandwerks benutzt wird. Zum Abkratzen von alter Farbe, Rost und Tapeten sowie zum Auftragen von Füllstoffen, Plastikmassen, Gips wird der Spachtel benutzt. Die Klinge besteht aus Stahlblech, das sich nach hinten verjüngt, und je nach Form und Stärke für die unterschiedlichsten Verwendungen gedacht ist.

Je nachdem, wo das Werkzeug zum Einsatz kommt, unterscheidet man zwischen Abkratz-, Abzieh-, Schmal- und Breitspachtel sowie Flächenspachtel mit oder ohne Griff. Die Klingen gibt es in verschiedenen Größen, die nach Nummern sortiert sind.

Griffspachtel

© SelbermachenDie lange, annähernd trapezförmige Klinge besteht aus einem gehärteten und biegsam geschliffenen Stahlblatt, das am Ende des Griffs vernietet ist. Sie kann in einem Holz- oder Kunststoffgriff stecken. Kunststoffgriffe haben den Vorteil, dass sie ergonomisch geformt sind, also der Hand angepasst. Diese Spachtel werden oft als Malerspachtel bezeichnet. Sie eignen sich zum Verschließen von kleineren Löchern oder Rissen. Daneben sind sie auch ein universelles Werkzeug. Sie eignen sich zum Öffnen der Farbgebinde, zum Zerteilen der Abdeckpapiere und zum Abstoßen von Verunreinigungen wie Mörtelspritzern und mehr. Rechts im Bild sehen Sie verschiedene Klingenbreiten, die den unterschiedlichsten Einsatzzwecken dienen. Das dritte Modell von links ist ein Kropfspachtel. Er stellt die beste Qualität dar, hat eine geschmiedete Klinge und einen Edelholzgriff (16 Euro). Ideal für den Einsatz mit feuchten Materialien ist der letzte Spachtel in dieser Runde, da er aus rostfreiem, gehärteten Stahl gefertigt ist und einen luftdurchlässigen Kunststoffgriff hat. Die Preisskala der übrigen Spachtel liegt bei 1,60 bis 5,80 Euro (Pajarito, Baumarktware).

Entrostungsspachtel

© SelbermachenZu den „Harten“ unter den Spachteln zählen die Entrostungsspachtel. Sie sind für den Extremeinsatz an eisernen Untergründen gedacht und daher besonders widerstandsfähig. Der Erste von links hat ein kurzes, sehr steifes Stahlblatt, das gehärtet ist. Die einseitig geschliffene Wate (Klinge) unterstützt den Einsatz an sehr festen, rostigen Untergründen. Die Klinge steckt in einem gewachsten Buchenheft und ist am Ende vernietet. Gewachste Buchenhefte liegen sicherer in der Hand, weil sie stumpfer als lackierte sind (5,50 Euro). Der mittlere Spachtel ist ebenfalls zum Entrosten und hat eine besonders kurze und harte Klinge, die auch vorne angeschliffen ist. Der extrem lange Stiel (20 cm) ermöglicht das Arbeiten mit einem Abbrenngerät, ohne sich gleich die Finger zu verbrennen (6,30 Euro). Der Dritte im Bunde ist wieder ein rostfreier Spachtel mit den gleichen Qualitäten wie die anderen beiden. Der Griff ist aus Edelholz und zur Stabilität ist die Klinge zusätzlich mit Messingnieten gesichert (zirka 20 Euro, alle Pajarito). Diese Spachtel gibt es auch aus einem besonderen mit Beryllium legierten Stahl, und beim Einsatz von explosionsgefährdeten Eisenteilen wie Tanks und dergleichen verwendet wird. Er ermöglicht ein funkenfreies Arbeiten.

Multitalent

© SelbermachenMulti-6-in-1 kann, wie der Name schon sagt, eigentlich alles. Er ist rostfrei und extra gehärtet. Mit der sichelförmigen Seite können Sie Farbrollen reinigen. Mit der vorderen Klinge Tapeten entfernen, Spachtelmasse verfüllen und Glasplatten abschaben. Mit dem tropfenförmigen Loch werden Nägel gezogen. Schmutzige Fliesenfugen lassen sich mit dem spitzen Dreieck auskratzen. Na ja, und wenn all diese Arbeiten geschafft sind, können Sie auch noch die Flasche mit Ihrer Lieblingserfrischung vom Kronenkorken befreien. Preis: zirka 6 Euro (Lehnartz).

Schraubgriffspachtel

© SelbermachenZwei Fliegen mit einer Klappe schafft dieser Breitspachtel. Wenn beim Verspachteln von Gipsplattenfugen noch Schraubenköpfe herausragen – einfach diesen Spachtel umdrehen und ruckzuck die Schrauben nachziehen. Um 10 Euro (Lux).

Stuckateureisen

© SelbermachenTrotz des eisenhaltigen Namens gehört dieses Werkzeug zu den Spachteln. Bedingt durch seine gekröpfte Form ist dieser Spachtel für die filigransten Arbeiten geeignet. Die Stuckateure benutzen diese Art von Spachtel, um zum Beispiel Farbe aus den stark verzierten Stuckleisten zu entfernen. Denn nur mit der spitzen Seite kommt man in die feinen Rillen.

Aber auch beim Anrühren von kleinen Portionen Gips oder anderen Füllstoffen, beim Ausfüllen von winzigen Löchern ist man froh über dieses handliche Werkzeug. Das flexible Blatt ist aus gehärtetem Flachstahl und blank geschliffen. Der Halm ist kunststoffummantelt. Etwa 4 Euro, in allen Baumärkten.

Spachteln ohne Zahnprobleme

Zahnspachtel

© SelbermachenZahnspachtel zum Auftragen von Klebern gibt es in sehr unterschiedlichen Zahnungsgrößen. Um herauszufinden, welche Zahnung die richtige ist, brauchen Sie nur auf die Verpackung des Klebers zu schauen, dort wird die Größe angegeben. Grundsätzlich wird der Kleber bei großen Fliesen dicker aufgetragen (grobe Zahnung) als bei kleinen Fliesen (feine Zahnleiste). Preis: 1,80 bis 3 Euro.

© SelbermachenBei den Zahnspachteln aus Kunststoff hat jede Seite eine andere Zahnung. Sie sind dadurch vielseitig einsetzbar. 2 Stück kosten 1,50 Euro (alle Lux).

Aufstreichkelle

© SelbermachenAb einer bestimmten Größe ist die Bezeichnung Spachtel nicht mehr angebracht, auch wenn man mit diesen Werkzeugen große Flächen „spachtelt“, sie heißen Kelle oder Traufel. Es gibt Aufstreichkellen oder Glättekellen und eine Kombination aus beiden. Mit der gezahnten Aufstreichkelle wird die Spachtelmasse auf die Fläche aufgetragen und verteilt, zum Beispiel beim Teppichverkleben oder Fliesenlegen. Mit der Traufel oder Glättekelle werden Spachtelmassen, Gipsputze oder andere Füllstoffe auf große Wandflächen aufgetragen, verteilt und glattgezogen. Die linke Glättekelle ist für besonders große Flächen gedacht. Sie besteht aus 0,7 mm dicken Federbandstahl und ist zirka 50 cm lang (um 15 Euro). Die an der Quer- und Längsseite gezahnte Aufstreichkelle ist aus poliertem und rostfreiem Stahl, hat eine Stütze aus Leichtmetall und ein Holzheft. Etwa 12 Euro (Baumarkt).

Rakel & Spachtel

© SelbermachenDie beiden Gummirakel werden ihrer Aufgabe entsprechend auch Fugengummi genannt, denn sie werden zum Verfugen von gefliesten Wänden und Böden verwendet. Die Fugenmasse wird durch Hin-und-Her-Bewegung der Rakel in die Fugen gedrückt (3 bis 5 Euro, Baumarkt). Das dritte Werkzeug sieht zwar so ähnlich aus wie eine Rakel, ist aber ein Tapezierspachtel. Damit wird beim Tapezieren die noch feuchte Tapete blasenfrei an die Wand gedrückt. Das Blatt besteht aus 2 mm starkem Hart-PVC. Etwa 6 Euro (Pajarito).

Japanspachtel

© SelbermachenSpachtel ohne Handgriff, die an einem Ende mit einem Handschutz ausgerüstet sind. Sie bestehen aus biegsamen Stahl und dienen dem Verarbeiten feiner Spachtelmassen (Set 5 Euro, Baumarkt). Für den DIY-Bereich gibt es sie auch aus Kunststoff (Set 1,40 Euro, Baumarkt). Der breite Stahlspachtel ist für große Flächen geeignet (16 Euro, Bona).

Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2011. Jetzt abonnieren!
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