Elektrische Fliesenschneidemaschine FS 180 VE von Rotwerk im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Fliesenschneidemaschine

Elektrische Fliesenschneidemaschine FS 180 VE von Rotwerk im Test

Fliesenlegen ist eine beliebte Heimwerkertätigkeit: Um die Fliesen maßgenau zuzuschneiden, kann man sie anritzen und über einer Kante brechen oder sie mit einer elektrischen Fliesenschneidemaschine nass trennen.

 
Fliesenschneider „FS 180 VE“ von Rotwerk © Selbermachen
Fliesenschneider „FS 180 VE“ von Rotwerk

Fliesen und Steinplatten lassen sich staubfrei bearbeiten, wenn etwas Wasser im Spiel ist. Außerdem verschleißt die mit Wasser gekühlte Trennscheibe deutlich weniger als beim Trockenschnitt. Die einfachen elektrischen Fliesenschneidemaschinen sehen aus wie eine kleine Tischkreissäge. Allerdings läuft die Diamanttrennscheibe in einem Wasserbad. Da die Kombination aus Wasser und elektrischem Strom zu einer großen Gefahr für den Benutzer der Maschine werden kann, muss der Antriebsmotor entsprechend gekapselt sein.

Bei unserem Testgerät, der Fliesenschneidemaschine „FS 180 VE“ von Rotwerk, handelt es sich um ein Sondermodell mit Edelstahlgehäuse und Edelstahltisch, das von vielen Baumärkten für 69,95 Euro angeboten wird.

Die Maschine ist serienmäßig mit einem Parallelanschlag und einem Winkelanschlag für Diagonalschnitte von 45° ausgestattet. Das Edelstahlgehäuse gibt der Maschine einen noblen Touch. Der Blick unter das Gehäuse erweckt allerdings eher den Eindruck, als hätten hier Lehrlinge das Schweißen geübt.

Die Montage der Maschine ist zwar relativ einfach, aber hin und wieder auch tückisch: So hat der Neuling ein Problem bei der Montage der Diamanttrennscheibe. In der Bedienungsanleitung wird darauf hingewiesen, dass die auf der Scheibe markierte Drehrichtung zu beachten ist. Allerdings fehlt eine entsprechende Markierung. Erst später findet der Anwender diesen Hinweis auf der Abdeckung für die Scheibe. Die Schleifscheibenabdeckung muss bei jedem Scheibenwechsel entfernt werden. Dennoch wird sie nur mit zwei kleinen Schrauben befestigt. An einer hatten die Lehrlinge bei der Montage wohl zu fest gedreht, so dass der passende Kreuzschlitzschraubendreher nicht mehr fasste.

Zwar eignet sich die Fliesenschneidemaschine nach Angabe des Herstellers auch für den Trockenschnitt. Sinnvoller ist es jedoch, die Trennscheibe im Wasserbad laufen zu lassen. Als Kühlwasserbehälter dient eine flache Kunststoffwanne. Um diese einzusetzen, sollte der Benutzer die Maschine etwas anheben und die Wanne dann unter die Scheibenabdeckung schieben. Allerdings hatten die Konstrukteure dies wohl ohne die mitgelieferten Gummifüße geplant; denn jetzt sind sie im Wege, und das Einführen der mit Wasser gefüllten Wanne wird zu einer großen Planscherei.

Die Rotwerk-Maschine ist serienmäßig mit einem Parallelanschlag ausgestattet, der eine Schnittbreite bis etwa 19 mm erlaubt. Zwei aufgeklebte Skalen (vorn und hinten) sollen dabei eine genaue Einstellung ermöglichen. Allerdings war das Skalenband der bereits im Jahr 2004 hergestellten Maschine mittlerweile etwas runzelig geworden und nicht mehr maßhaltig, so dass ein Nachmessen von Hand erforderlich war. Für Diagonalschnitte wird der Winkelanschlag am Parallelanschlag entlanggeschoben. Die Breite reicht für quadratische Fliesen mit etwa 23 cm Kantenlänge.

Für den Nassschnitt sollte der Anwender schmutzunempfindliche Arbeitskleidung tragen, denn wenn die Trennscheibe mit 2800 U/Min. rotiert, spritzt das mit Fliesenstaub vermischte Wasser. 90°-Schnitte mit üblichen Wand- und Bodenfliesen gelingen gut, brauchen aber ihre Zeit. Zu hoher Vorschub der Fliesen führt zum Abschalten der Maschine wegen Überlastung.

Noch vorsichtiger muss man bei Gehrungsschnitten mit schräg gestellter Grundplatte hantieren. Solche so genannten Jollyschnitte (für Außenecken) sind sonst aber nicht anzufertigen. Auch eckige Ausschnitte aus Fliesen lassen sich auf dem Arbeitstisch sehr präzise erstellen. (siehe auch: Bodenfliesen verlegen)

  1. Diamanttrennscheibe© Selbermachen

    Diamanttrennscheibe

    Richtig nass ist die Diamanttrennscheibe, weil sie im Wasserbad läuft. Das Wasser kühlt die Scheibe und bindet den Fliesenstaub.
  2. Wasserbad© Selbermachen

    Wasserbad

    So sauber wie hier geht es in der Praxis selten zu. Da die Gummifüße der Maschine beim Einsetzen der Wanne stören, gibt es meist eine Planscherei.
  3. Kippschalter© Selbermachen

    Kippschalter

    Unter der Haube aus Kunststoff befindet sich ein einfacher Kippschalter. Sinnvoller wäre hier ein großer Sicherheitsschalter mit Not-Austaste gewesen.
  4. Skalen © Selbermachen

    Skalen

    Die aufgeklebten Skalen für den Parallelanschlag werden mit der Zeit runzelig und ungenau.
  5. Fliesenschneidemaschine kippen© Selbermachen

    Fliesenschneidemaschine kippen

    Für Gehrungsschnitte lässt sich der Tisch der Rotwerk- Fliesenschneidemaschine bis auf 45° kippen.
  6. Winkelanschlag© Selbermachen

    Winkelanschlag

    Mit dem Winkelanschlag gelingen Diagonalschnitte ganz einfach – jedoch nur bei Fliesen, die nicht größer als 233 x233 mm sind.

Auf den Punkt gebracht:

Positiv: Ermöglicht Gehrungsschnitte und eckige Ausschnitte aus Wand- und Bodenfliesen. Edelstahlgehäuse, hochwertiges Gummikabel, Überlastungsschutz, relativ preiswert.

Negativ: Miserable Verarbeitung und Konstruktionsmängel, geringe Schnittkapazität (Breite), unpräzise Skalen.

Fazit: Die „FS 180 VE“ von Rotwerk ist eine Fliesenschneidemaschine mit Edelstahlgehäuse. Für 69,95 Euro erhält man eine optisch schönes, aber dabei schlampig verarbeitetes Gerät, das helfen kann, Zuschnittsprobleme wie Jollyschnitte und Ausklinkungen beim Fliesenlegen zu lösen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 11/2009. Jetzt abonnieren!
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