Das Messen von Längen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Das Messen von Längen

Das Messen von Längen

Die Bestimmung von Längen ist Grundvoraus­set­zung für optimale Arbeits­ergebnisse. Wenn der Zollstock nicht ausreicht, helfen feinere Meßinstru­men­te.

 
Das genaue Messen ist für exaktes Arbeiten besonders wichtig. Das passende Messinstrument hängt davon ab, wie genau gemessen werden soll. © Selbermachen
Das genaue Messen ist für exaktes Arbeiten besonders wichtig. Das passende Messinstrument hängt davon ab, wie genau gemessen werden soll.

Das gebräuchlichste Gerät zum Messen von Längen ist der Glie­dermaßstab (Zollstock). Es gibt ihn aus Holz mit oder ohne Stahlfedergelenke und Endkappen sowie aus bruchsicherem Kunststoff. Ausgeleierte Gelenke, abgenutzte Enden führen zu falschen Messergebnissen.

Auch ungenaue Maßskalen lassen exakte Messungen nicht zu. Wichtig ist, dass die Glieder des Stabes eine Gerade bilden und alle Gelenke eingerastet sind. Genauer Messen kann man mit festen Maßstäben aus Holz, Kunststoff oder aus Metall.

Diese Stäbe gibt es in Längen zwischen 300 und 1000 Millimeter.

Maßband von der Rolle

Praktisch sind Taschenbandmaße aus Stahl (bis 5 m), die durch ihr gewölbtes Profil relativ knicksicher sind. Mit einem Sichtfenster und einer zweiten Skala versehene Roll­band­maße lassen das Abnehmen von Innenmaßen zu.

Manche Maßbänder rollen sich durch eine Feder von selbst wieder auf. Aus flachem Stahl oder beschichtetem Kunststoffgewebe gibt es Bandmaßrollen.

Wenn es um weniger als Millimeter geht

Beim Arbeiten mit Holz reicht eine Meßgenauigkeit im Millimeterbereich aus. Anders ist das beim Bearbeiten von Metall oder Kunststoff. Da können Zehntel- oder Hundertstelmillimeter eine entscheidende Rolle spielen.

Gemessen wird das Material mit einer Schieblehre (Meßschieber), die eine Skaleneinteilung in Millimeter hat und zusätzlich einen Nonius, bei dem jeder Millimeter noch einmal in 10 oder 20 Bereiche aufgeteilt werden kann.

Das Ablesen ist deshalb mit einer Genauigkeit von 0,1 bzw. 0,05 mm möglich. Moderne Schieblehren mit LCD-Digital­anzeige sind noch genauer. Sie können vor jeder Messung auf Null gestellt werden und messen mit einer Genauigkeit von 0,01 mm.

Ebenso genau, aber rein mechanisch kann man mit einem Mikrometer messen. Eine feingängige Spindel verschiebt die Meßfühler bei jeder Umdrehung nur um 0,5 mm. Eine Skala mit entsprechend feiner Teilung macht das Ablesen leicht.

Mit normalen Schieblehren lassen sich Außen-, Innen- und Tiefenmaße bis zu 150 mm abnehmen.

©Selbermachen 

Die wichtigsten Geräte zum Messen von Längen. Mit dieser Grundausstattung sind Selbermacher für Meßarbeiten bei Holz-, Metall- und Kunststoffarbeiten gut gerüstet.

©Selbermachen 

Genauer anlegen als an der leicht abgerundeten Endkappe läßt sich der Maßstab bei der Eins. Den dabei mehr gemessenen Zentimeter vom Gesamtmaß wieder abziehen.

©Selbermachen 

Auch bei 90 Grad rasten bei manchen Maßstäben die Außenglieder ein. So sind sie als Anreißwinkel einsetzbar. Weitere Winkel sind in 15-Grad_Abständen gekennzeichnet.

©Selbermachen 

Maßstäbe aus Stahl oder wie hier aus verwindungsfreiem Aluprofil sind genauer als Gliedermaßstäbe. Differenzen, wie sie durch lose Gelenke entstehen, fallen weg.

©Selbermachen 

Rollbandmaße mit beweglicher Zunge messen genauer als einfache Modelle. Der Nullpunkt stellt sich bei Innen- und Außenmessungen (Druck/Zug) exakt von selbst ein.

©Selbermachen 

Im Sichtfenster kann hier das genaue Innenmaß abgelesen werden. Die Einteilung der Skala auf der Unterseite ist um die Gehäuselänge des Gerätes versetzt.

Selbermachen 
Kaliber wie Lochdurchmesser lassen sich exakt mit Spiralbohrern bestimmen. Die Bohrer gibt es in 1/10-mm-Abstufungen. 

©Selbermachen 
Das Knopfmaß, eine einfache Schieblehre, dient zum Messen von Schrauben- oder Bohrerdurchmessern und Materialstärken.

©Selbermachen 
Außendurchmesser von Rohren und massivem Rundmaterial lassen sich genau mit einer normalen Schieblehre abgreifen.

©Selbermachen 
Für Innenmessungen werden die scharfkantigen Meßflächen auf der Oberseite der Schieblehre in die Nut oder Fuge gesetzt.

©Selbermachen 
Der Fühler für Tiefenmessungen ist mit  dem beweglichen Meßschenkel verbunden. So mißt man z.B. Falze oder Lochtiefen.

©Selbermachen 
Ein Hilfsklotz dient bei dieser Tiefenmessung als Anschlag für den festen Teil der Schieblehre. Das Holzmaß wird abgezogen.

©Selbermachen 
Der Nonius, hier aus 20 Teilstrichen be­stehend, verteilt sich auf 39 mm auf der Skala. Die Genauigkeit: 0,05 mm.

©Selbermachen 
Die Digital-Schieblehre mit Nullstellung und Umschaltung auf Zoll mißt auf 0,01 mm genau, das Modell mit Uhr auf 0,02 mm. 

©Selbermachen 
Das Mikrometer mit Nullstellung und einer Genauigkeit von 0,01 mm mißt Materialstärken bis zu einer Dicke von 25 mm.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren