Spannvorrichtungen halten die Werkstücke sicher fest

Spannvorrichtungen halten die Werkstücke sicher fest

Werkstücke festsetzen, Bauteile zusammenfügen – für jede Arbeit gibt es Vorrichtungen zum Spannen und Klemmen.

 
Fest eingespannt und wackelfrei sollte das Werkstück für die Bearbeitung mit den Kantenumleimer beginnen soll. © Selbermachen

Die ideale Ausrüstung für die Heimwerkstatt sind eine stabile Hobelbank und ein solider Schraubstock. Der Schraubstock nimmt nicht viel Platz ein. Wenn man ihn auf einer festen Grundplatte vormontiert, kann er mit Zwingen überall in der Werkstatt festgesetzt werden.

Schon- und Prismenbacken sollten in den entsprechenden Abmessungen gleich mit erworben werden. Man wird sie sicher brauchen. Bei der Hobelbank beginnen aber die Platzprobleme. Darum wird hier gezeigt, wie man mit einfachen und vor allen Dingen flexiblen Spannvorrichtungen auch größere Werkstücke zum Bearbeiten einspannen kann.

Diese Vorrichtungen haben den Vorteil, dass sie nach getaner Arbeit von der Werkbank abgenommen werden und die Arbeitsfläche wieder frei für neue Taten ist. Außerdem kann eine mobile Spannvorrichtung überall im Haus, z. B. zum Hobeln an einer klemmenden Tür, eingesetzt werden.

Vielseitig ist ebenfalls die Einrichtung, die aus einer langen Holzleimzwinge und zwei Haltern besteht. Alle Teile können zu anderen Zwecken auch einzeln eingesetzt werden. Auch mit zwei Schraubzwingen, Klötzen und Keilen lässt sich so manches Spannproblem lösen.

An Ecken, Winkeln und Kanten

So einfach, wie die Konstruktion einer Schraubzwinge auch aussieht, sie muss den Druck zwischen dem festen Arm und der Andruckplatte punktgenau übertragen. Ist das nicht der Fall, werden mit Leim bestrichene Holzteile beim Zusammenziehen seitlich verschoben. Darauf sollte man beim Kauf unbedingt Wert legen, auch wenn es ein wenig teurer wird.

Am gebräuchlichsten sind die Moment­schraubzwingen mit einem festen und einem beweglichen Arm. Für viele Holzarbeiten reicht der Exzenterdruck der Holzleimzwinge vollkommen aus. Sie sind einfacher und schneller zu handhaben, leichter und billiger.

Die Backen sind mit Kork belegt, also besonders schonend für empfindliche Oberflächen. Praktisch sind auch die Einhandzwingen zum schnellen Fixieren mit nur einer Hand, die andere Hand bleibt für das Werkstück frei.

Nicht immer sind es einfache, rechtwinklige Teile, die mit einer Zwinge bis zum Anleimen zusammengehalten werden müssen. Gehrungen, Achtecke, Rundungen und Reparaturen an fertigen Möbeln lassen sich nicht so einfach spannen. Der Profi hat für diese Zwecke spezielle Spannvorrichtungen.

In der Heimwerkstatt kann man sich mit manchmal verblüffend einfachen Mitteln helfen. Mit dem Gepäckgurt vom Dachgepäckträger kann ein Stuhl zusammengehalten werden. Beim Spannen mit der Wäscheleine und dem Knebel muss man sogar darauf achten, nicht zuviel Druck auszuüben.

Der Anpressdruck, den man mit selbstklebendem Packband ausüben kann, reicht aus, um Leisten auf Kanten zu leimen. Für die meisten Spannprobleme lassen sich Hilfsmittel in der eigenen Werkstatt finden.

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Wackelfrei und senkrecht muss das Werkstück stehen, wenn die Kantenumleimer aufgebügelt werden.

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Die Spannelemente gleiten auf einem 19-mm-Sanitärrohr mit Gewinde. Diese Vorrichtung ist in jeder Länge einsetzbar.

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Eine Spannweite von 80 cm hat diese aus drei Teilen bestehende Spannvorrichtung. Die Klemmen sind auch einzeln einsetzbar.

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Die Kunststoffbacken halten das Rohr zur Be­arbeitung fest. Das lange Ende kann seitlich nach unten überstehen.

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Die Brettspanner halten Bauteile auch senkrecht auf der Werkbank fest. Das ist praktisch bei der Kantenbearbeitung.

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Prismen- und Schonbacken

Rohre lassen sich am besten in Kunststoffbacken mit waagerechten und senkrechten Prismen spannen. Bei gut dosiertem Druck kann dann keine Verformung auftreten. Die gelben Prismenbacken aus Kunststoff haften mit Magneten am Schraubstock. Zur Schonung des Materials dienen die Aluminiumbacken. Sie hinter­las­sen kei­ne Druckstellen. Preiswert kann man sich die Spann- und Schonbacken aus Resten von Winkelleisten, Aluminium- und Kunststoffprofilen selber herstellen. Aluminiumwinkelprofile mit verschiedenen Schenkellängen bekommt man im Baumarkt als preiswerte Meterware.

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Schraubzwingen pressen Werkstücke mit hohem Druck zusammen. Die Schonkappen aus Kunststoff verhindern Druckstellen am Holz.

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Klemmzwingen aus Holz haben einen Korkbelag. Beim Spannen des empfindlichen Rahmens wird der Druck gefühlvoll dosiert.

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Der Druck des Schraubknechtes verteilt sich auf zwei Punkte. Zwei Holzplättchen werden zwischen Schrank und Zulage gelegt.

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Zwei Keile ersetzen die Kantenzwinge. Gegeneinander zwischen Vorleimer und Schie­ne geschlagen, sorgen sie für den nötigen Druck.

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Diese Spannvorrichtungen benutzt der Handwerker, um spezielle Verbindungen herzustellen. Es geht auch mit einfachen Hilfsmitteln.

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Ein Bindfaden und 8 an den Kanten gerundete Holzklötze ersetzen die Spannvorrichtung, um diesen Rahmen zu spannen.

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Eine Verkeilvorrichtung, die aus einem Brett und Klötzen selbst gebaut wurde. Die gegeneinander wirkenden Keile erzeugen Druck.

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Eine Wäscheleine erzeugt den Pressdruck bei der Stuhlreparatur. Mehrfach um den Stuhl gelegt, wird sie mit einen Holz verzwirbelt.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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