Genaues Messen führt zu genauen Ergebnissen

Genaues Messen führt zu genauen Ergebnissen

Für anspruchsvolle Vorhaben kommt man mit Zollstock und Bandmaß nicht aus. Zum genauen Messen gibt es eine ganze Reihe von Messinstrumenten.

 
Je nachdem wie genau gemessen werden soll, gibt es ganz unterschiedliches Werkzeug. Dem genauen Maß steht also nichts im Wege. © Selbermachen
Je nachdem wie genau gemessen werden soll, gibt es ganz unterschiedliches Werkzeug. Dem genauen Maß steht also nichts im Wege.

Bei jedem Bauvorhaben muss gemessen werden, damit sich am Ende alle Teile zusammenfügen lassen. Wie genau das Maß genommen wird, hängt von dem Objekt ab, das gebaut werden soll. Für den Carport im Garten ist der Zentimeter schon eine recht genaue Maßangabe.

Möbel werden millimetergenau gebaut, und bei Metallarbeiten muss manchmal der Zehntelmillimeter mit der Mikrometerschraube festgestellt werden. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Messzeuge und die Teilung der Skalen. Messzeuge sollten pfleglich behandelt werden. Die Skalen müssen sauber und gut ablesbar sein. Die Gelenke des Zollstocks sollen fest einrasten, damit sie aufgeklappt in einer Flucht verlaufen. Ein abgebrochener Zollstock gehört nicht mehr in die Werkstatt.

Zollstock, Lehre und Winkel

Schieblehren lassen sich besser bedienen, wenn sie leichtgängig sind. Staubfreie Aufbewahrung und ein Tropfen Öl wirken Wunder. Mit scharfen Knicken im Rollbandmaß kann man nicht mehr genau messen. Beim Abnehmen und Übertragen von Maßen können Fehler gemacht werden, die unabhängig von der Qualität der Mess­zeuge zu Ungenauigkeiten führen.

Ein flach aufliegender Zollstock lässt sich aufgrund seiner Dicke von 3 mm nicht so gut ablesen wie ein hochkant gestellter. Ein dünner Stahlmaßstab wird dagegen flach aufgelegt. Der Messwert lässt sich am besten im Blickwinkel von 90° ablesen. Grundsätzlich wird immer parallel zur Kante, am besten direkt an der Kante gemessen.

Bei breiten Bauteilen wird zur Kontrolle an mehreren Stellen nachgeprüft. Wände sind selten im Winkel, Decken nie ganz waagerecht. Darum wird immer an mehreren Punkten gemessen. Als lichtes Maß bezeichnet man das Innenmaß zwischen zwei Bauteilen, z. B. zwischen Decke und Fußboden.

Zum Messen der Deckenhöhe oder anderer Raummaße braucht man zwei Zollstöcke. Sie werden gegeneinandergehalten. Auf diese Weise lassen sich Deckenhöhen auch in der Raummitte exakt messen.

Anzeichnen, messen, prüfen

Winkel von 90° und 45° kann man leicht mit einem Anschlag- oder einem Gehrungswinkel ermitteln. Der Anschlagwinkel besteht aus dem dicken Anschlag, der als Bezugskante dient, und der dünnen Zunge. Anschlag und Zunge sind fest miteinander verbunden. Damit lassen sich rechte Innen- und Außenwinkel messen und übertragen.

Zur Überprüfung des Winkels legt man den Anschlag zuerst nach rechts an eine Kante und reißt an der Zunge an. Dann legt man den Anschlag nach links und reißt eine zweite Linie an. Decken sich die beiden Linien, kann man mit diesem Winkel genau arbeiten. Im Gegensatz zum Anschlag- und Gehrungswinkel ist die Zunge der Schmiege beweglich.

Sie kann um einen Punkt gedreht und verschoben werden. Um den eingestellten Winkel festzuhalten, wird die Zunge durch eine Schraube fixiert. Mit ihr lässt sich jeder Winkel einstellen und übertragen.

Auf einem Winkelmesser mit Gradeinteilung lassen sich alle Winkel ablesen und auf dem Werkstück anreißen oder auf die Schmiege übertragen. Beim Ausbau des Dachbodens wird die Schmiege aufgrund der kurzen Schenkel­länge nicht ausreichen. Mit Senklot und Winkelmesser kann man sich eine Hilfskonstruktion bauen.

Auch eine senkrecht angelegte Wasserwaage und ein Geodreieck zeigen den Winkel an. Im Außenbereich hat man es einerseits mit anderen Dimensionen zu tun, andererseits ist auch nicht die Genauigkeit gefordert wie beim Innenausbau. Wird die Terrasse, der Rasen oder die Auffahrt neu angelegt, kann man sich aus Latten schnell einen Hilfswinkel mit entsprechender Schenkellänge zusammenbauen.

 

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Der Gliedermaßstab wird zum genauen Messen statt an der gerundeten Endkappe bei eins angelegt. So lässt es sich besser ablesen.

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Das Rollbandmaß hat eine bewegliche Zunge. Der Nullpunkt stellt sich bei Innen- oder Außenmessungen durch Druck bzw. Zug ein.

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Im Sichtfenster erscheint das exakte Innenmaß. Die Gehäuseabmessungen des Maßbandes sind in der Skala berücksichtigt.

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Die Außendurchmesser von Rundmaterial lassen sich mit den großen Messflächen (Messschneiden) der Schieblehre genau abgreifen.

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Innenmessungen nimmt man mit den Messspitzen vor. Sie sind sehr scharfkantig, damit auch in Rundungen gemessen werden kann.

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Das Mikrometer mit Nullstellung misst mit einer Genauigkeit von 1/100 mm Material bis zu 25 mm Stärke.

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Der Anschlagwinkel für rechte Winkel be­steht aus dem Anschlagschenkel aus Holz mit Messingauflage und der Metallzunge.

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Dieses Gehrungsmaß ist nicht verstellbar. Mit dem vorgegebenen Winkel können Rahmenecken und Gehrungen geprüft werden.

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Die Diagonalen bei rechtwinkligen Bauteilen sind gleich. Mit einer Passleiste wird das Maß überprüft, bevor der Korpus verleimt wird.

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Der Mittelpunkt des Rundholzes wird mit dem Zentrierwinkel festgestellt. Zwei Linien kreuzen sich genau im Zentrum.

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Die Schmiege ist verstellbar. Bei Vielecken wird der Schnittwinkel festgestellt, indem man 180° durch die Anzahl der Ecken teilt.

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Die LCD-Wasserwaage zeigt Winkelgrade di­gital an. Dachschrägen und Gefälle lassen sich auf diese Weise leicht ablesen.

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Ein Geodreieck und eine Zange am Bindfaden als Behelfslot dienen hier, um den Winkel der Dachneigung zu ermitteln.

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Ohne Bandmaß und Zollstock

Speziell zum Ausmessen von Räumen sind Ultraschallmessgeräte entwickelt. Auf Knopfdruck wird ein Ultraschallsignal abgestrahlt. Aus der Zeit, die bis zum Empfang des Echos vergeht, errechnet ein Mikroprozessor die Entfernung und zeigt sie zentimetergenau auf dem Display an. Das ist besonders praktisch bei Räumen, in denen aufgrund der Möblierung nicht am Boden gemessen werden kann. Die Messstrecke muss allerdings frei sein, schon ein Bild an der Wand verfälscht das Ergebnis.

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Ein Lot zeigt exakt die Senkrechte an. Fast keine Wand ist lotrecht. Vor dem Zuschnitt von Passleisten und Einbauten lotet man aus.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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