Vielzweckleitern | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Leiter

Vielzweckleitern

Bei vielen Arbeiten in luftiger Höhe bietet die einfache Leiter nicht immer die nötige Sicherheit. Trotzdem muss man sich nicht gleich ein Baugerüst zulegen. Wir zeigen die kleinen Brüder für Selbermacher.

 
Vielzweckleiter © Selbermachen
Vielzweckleiter

Stürze von der Leiter gehören zu den häufigsten Unfällen im Haushalt, egal ob Frühjahrsputz oder ausgiebige Renovierungsarbeit. Meist sind die falsche Wahl und Handhabung der Steiggeräte die Ursache. Generell gilt: Je höher der Arbeitsplatz und je schwerer die Tätigkeit, desto stabiler muss die Arbeitsplattform sein. Einfache Steh- und Anlegeleitern bieten zudem keinen Platz für große Werkzeugkisten und Ähnliches, so dass es schnell zu ständigem und ermüdendem Auf- und Absteigen kommen kann.

Kleingerüst© SelbermachenIn den meisten Fällen reichen mehrteilige oder sogenannte Vielzweckleitern aus. Diese lassen sich mit wenigen Handgriffen in eine Arbeitsbühne verwandeln. So hat man beide Hände frei, und der eigentliche Arbeitsbereich ist optimal zugänglich. Zwei Konstruktionsprinzipien begegnet man: Es gibt Leitern mit drei arretierbaren Gelenken. Sie können zu einer Brücke geknickt werden. Verstärkt mit einer Bohle, bringen sie die Hausfrau und den Hausmann gut 1m in die Höhe. Die zweite Möglichkeit bieten mehrteilige Leitern. Auseinandergenommen werden sie mit einem Gerüstbrett (Bühne) verbunden und mit Querstreben verstärkt. Die erreichbare Arbeitshöhe liegt bei gut 3 bis 5 m. Für die meisten Außenarbeiten rund ums Haus – drinnen wie draußen – wird dies genügen. Beide Systeme bieten sehr stabile Lösungen.

Wer sich dennoch für ein kleines Klapp- oder Fahrgerüst entscheidet, muss bei der Wahl sehr genau den Verwendungszweck beachten. Einfache Modelle für unter 100 Euro sind eher wacklig und geben bei Arbeiten mit hohem Kraftaufwand und ruckartigen Bewegungen nicht den nötigen Halt.

Achten Sie beim Kauf Ihrer Arbeitsbühne auf Produkte mit Garantie. Neben dem GS-Siegel für Geprüfte Sicherheit sollte auch die Einhaltung der entsprechenden DIN-Normen garantiert werden. Für Leitern gilt DIN EN 131 und für Fahrgerüste DIN EN 1004. Die beste Qualität nützt jedoch nichts, wenn Leitern oder Gerüste schlecht gepflegt oder falsch genutzt werden. Beachten Sie die Gebrauchsanweisung, und überprüfen Sie die Geräte auf Schäden und Verschmutzungen, die eine Rutschgefahr darstellen können.

Verwandlungskünstler aus Aluminium.

Die Modelle von Hymer und Hailo sind als Steh- und Anlegeleitern einsetzbar. Beide Modelle besitzen breite Traversfüße mit rutschsicherer Gummierung. Gerade auf glatten Böden ergibt das einen sicheren Stand. Das obere Gelenk dient beim Anlegen als Abstandshalter. Als Gerüste sind beide Systeme sehr schnell auf- und abgebaut und finden problemlos in einem PKW Platz.

Brücke als Gerüst© SelbermachenEine Brücke schlagen zwischen Leiter und Gerüst, das leisten Mehr- und Vielzweckleitern. Im Bild ein Modell von Hymer mit drei Gelenken (ab 322 Euro). Bei der Verwendung als Arbeitsbühne muss auf die obere Fläche eine Bohle gelegt werden (ca. 33 Euro). Darunter der ProfiStep von Hailo mit eingehängter Arbeitsdiele (ab 260 Euro). Zum Aufbau benötigt man zwei Personen. So erhält man ein vollwertiges Kleingerüst zum Renovieren.

Stabilität und Sicherheit

Moderne Leitern und Gerüste sollen der Unfallverhütungsvorschrift BGV D 36 entsprechen. Fragen Sie im Zweifelsfall den Händler. Das Leitergerüst im linken Bild wird durch Querstreben verstärkt. Die Gelenke des Modells von Hymer besitzen Arretierungen, die fühl- und hörbar einrasten. Beide Systeme entsprechen den modernen Sicherheitsstandards. Vorausgesetzt sie sind richtig aufgebaut.

Flexible Spezialisten für knifflige Fälle

Anpassungsfähig

Kleingerüst verstellbar© SelbermachenDieses Kleingerüst ist durch seine Verstellbarkeit auch auf Stufen beziehungsweise in engen Treppenhäusern bestens einzusetzen, ohne dass man bei der Arbeit gefährliche Balanceakte vollführen muss. Die Plattform besitzt eine Fläche von 1,25 x 0,5 m. Die Höhe beträgt maximal 1 m. Damit lassen sich Arbeiten in etwa 3 m Höhe ausüben. Das aufgestellte Gerüst trägt bis zu 150 kg. (Hailo, etwa 99 Euro)

Gut gerüstet

Rollgerüst© SelbermachenIm Bild ein Fahrgerüst, das schon professionellen Ansprüchen genügt. Die Arbeitsbühne misst 1,40 x 0,55 m und kann in einer Höhe von bis zu 4,40 m angebracht werden. Das Gerüst trägt 200 kg Last. Zusammengeklappt lässt es sich nicht nur problemlos verstauen, sondern auch durch Türen fahren und ist somit auch innerhalb des Hauses bei Renovierungen einsetzbar. (Hymer, 331 Euro)

Gerüste mieten

Für die meisten Arbeiten am Haus und im Garten sind Leitern völlig ausreichend. Richtige Gerüste werden nur bei umfangreichen Renovierungsarbeiten in luftiger Höhe benötigt. Dann sind sie aber jeder Leiter oder gar abenteuerlichen Improvisationen vorzuziehen. Gerüste sind in der Anschaffung nicht billig, können aber gemietet werden. In den regionalen Branchenbüchern oder im Internet findet man ein umfangreiches Angebot. Hier zwei Web-Adressen, bei denen Sie bestimmt fündig werden:

www.erento.com

www.mietprofi.de

Die Mietkosten sind sehr unterschiedlich. Bei einem mobilen Alu-Gerüst liegt die Tagesmiete zwischen 10 und 60 Euro und 40 bis 90 Euro pro Woche. Dafür bekommt man bereits Außengerüste mit bis zu 12 Meter Arbeitshöhe. Weiter besteht die Möglichkeit, Gerüste über das Wochenende auszuleihen. Hier liegen die Preise bei 10 bis 85 Euro. Eine ähnliche Bandbreite wie bei den Mietpreisen findet man bei den Kautionen, die einige Vermieter nehmen: etwa 25 bis 200 Euro (Stand Juni 2007). Achten Sie auch beim Mieten darauf, dass das Gerüst den Sicherheitsstandards entspricht.
Mehr Infos zu Leitern (Berechnung des richtigen Anstellwinkels,...) gibts hier.

Artikel aus selber machen Ausgabe 09/2011. Jetzt abonnieren!
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