Klein aber oho

5 Mini-Renovierungsarbeiten mit Maxi-Wirkung

Renovierungen können richtig umfangreich ausfallen. Sie müssen es aber nicht. Manchmal lässt sich schon mit wenigen Handgriffen ein toller Wow-Effekt erzielen.

 
Renovierungsarbeiten sind immer mit langwieriger Arbeit, Dreck und Lärm verbunden? Nicht zwingend, es geht auch fixer. © fotolia.com / Kadmy
Renovierungsarbeiten sind immer mit langwieriger Arbeit, Dreck und Lärm verbunden? Nicht zwingend, es geht auch fixer.

Für die meisten von uns ist Heimwerkern nicht wirklich „Arbeit“ im eigentlichen Sinne. Manchmal ist es eben doch eher der Fall. Da zeigt sich bei irgendwas im oder ums Haus, dass man einfach was tun muss. Obwohl man keine Lust hat, voll in einem anderen, umfangreichen Projekt steckt oder auf dem Konto gerade Ebbe herrscht. Doch auch dann kann man noch etwas tun. Für den folgenden Artikel haben wir fünf solcher Mini-Arbeiten gesammelt. Hauptmerkmal: Sie alle kosten kaum etwas, sind binnen weniger Stunden erledigt und haben trotzdem viel Wirkung.

1. Türklinken & Beschläge

Wir greifen täglich mehrmals danach, ohne wirklich einen Blick darauf zu werfen. Und doch bestimmen die Griffe und Beschläge an den Innenraumtüren in einem Haus ganz erheblich den Look, der davon ausgeht. Das liegt daran, dass bei klassisch-glatten, vielleicht gar unifarbenen Türen die Griffzone der einzige echte Eyecatcher ist. Es muss nicht einmal ein aufwendiger Griff wie das Modell „Tribal“ sein, den man installiert. Es reicht bereits, wenn Form und Farbe stark von den bisherigen abweichen.

Dann ist die Vorgehensweise einfach:

  1. Die Madenschraube an der Unterseite des alten Türgriffs wird je nach Bauart per Inbus, Torx oder Schraubendreher gelöst, beide Griffelemente werden herausgezogen.
  2. Dann werden auch die Beschläge losgeschraubt.
  3. Nun sollte man mit einem rauen Schwamm erst einmal den sich wahrscheinlich darunter befindlichen Schmutz entfernen, damit bei Beschlägen in einer anderen Form keine Ränder sichtbar sind.
  4. Jetzt noch ggf. die Schraublöcher der neuen Beschläge anzeichnen, bohren, sie festschrauben und die Griffe befestigen.

Griff und Beschlag bestimmen in hohem Maß den Look einer Tür. Und beide sind binnen Minuten ausgetauscht.
Griff und Beschlag bestimmen in hohem Maß den Look einer Tür. Und beide sind binnen Minuten ausgetauscht. Foto: fotolia / hanohiki

2. Küchen-Fronten

Von allen Möbeln, die sich in einem Haushalt befinden, dürfte die Küche das mit Abstand teuerste Einzelstück sein. Das ändert aber leider nichts daran, dass man sich auch an ihr nach einigen Jahren so richtig sattsehen kann.

Da die allermeisten Küchenmöbel aus Sperrholz mit einer auflaminierten Oberfläche aus Kunststoff bestehen, wäre „echtes“ Lackieren natürlich eine Option. Damit steuert man allerdings schon wieder in Richtung Langzeitprojekt, schon weil eine gute Küchenzeilen-Lackierung aus vielen Schritten samt Anschleifen und Grundierung besteht. Doch es geht auch viel schneller, mit Klebefolien. Diese gibt es in den meisten Baumärkten in unzähligen Farben und Designs.

Die Vorgehensweise, solange es sich nur um die Fronten handelt, ist sehr einfach:

  1. Je eine Tür oder Schublade wird demontiert und der Griff abgeschraubt.
  2. Dann wird sie mit einem scharfen Reiniger vom „Küchendunst“ gesäubert.
  3. Anschließend wird die Folie mit 50mm Überstand rundherum ausgeschnitten, mittig aufgelegt und mit einem Gummirakel sämtliche Luftblasen entfernt.
  4. Nun noch die Folie mit einem Haarfön an den Rändern geschmeidig machen, umklappen und dort ebenfalls „festrakeln“.
  5. Den Überstand säuberlich mit einem Skalpell auf der Rückseite abtrennen.

Mit der Installation des Griffs und der Befestigung am Korpus endet die Arbeit schon wieder.

Mit Folien lassen sich Küchen-Fronten nicht nur extrem schnell, sondern komfortabel häppchenweise umgestalten.

Mit Folien lassen sich Küchen-Fronten nicht nur extrem schnell, sondern komfortabel häppchenweise umgestalten. Foto: fotolia / ARochau

3. Bad-Fix

Das Bad ist in Sachen Renovierung ein sehr komplizierter Raum. Alleine schon deshalb, weil hier viele Einrichtungsgegenstände nur mit sehr viel Aufwand ausgetauscht werden können. Allerdings gibt es auch in diesem Zimmer sowohl umfangreiche wie sehr zeitsparende Arbeiten.

Die Fliesen sind dabei das Hauptproblem. Sie zu ersetzen ist, selbst wenn man die Alten nur mit neuen überklebt, ein meist mehrtägiger Kraftakt. Dank der Farbindustrie geht es aber auch fixer:

  1. Fliesen mit einem scharfen Reiniger säubern
  2. Eine entsprechende Grundierung auftragen
  3. Mit Fliesenlack überstreichen

Allerdings funktioniert dieser Schritt nur, wenn die Fliesen keine größeren „Schäden der Jahrzehnte“ aufweisen und das ist in Mietwohnungen sowieso problematisch. Als Alternative existiert hier die Möglichkeit, auf ähnliche Weise wie bei der Küchen-Front mit Folien vorzugehen; diese wird dann entweder in Bahnen ähnlich wie Tapeten verarbeitet oder in Form der wesentlich komfortableren Einzel-Aufkleber.

Abgerundet werden kann eine solche Mini-Renovierung durch die Installation neuer Armaturen, hier am Beispiel Waschbecken:

  1. Wasser entweder am Haupthahn oder den Absperrventilen der jeweiligen Armatur abdrehen und deren Leitungen durch Aufdrehen entleeren
  2. Die Zuleitungsrohre / -schläuche mit einem Maulschlüssel oder Engländer abschrauben
  3. Auf der Unterseite des Waschbeckens die Halteplatte der Armatur abschrauben
  4. Alte Armatur entnehmen und darunter ggf. reinigen

Die Installation des neuen Wasserhahns erfolgt dementsprechend in umgekehrter Reihenfolge, summa summarum dauert das keine zehn Minuten.

Mit Fliesenlack bzw. -folie lässt sich das Badezimmer binnen weniger Stunden total verwandeln

Mit Fliesenlack bzw. -folie lässt sich das Badezimmer binnen weniger Stunden total verwandeln. Foto: fotolia.com / COK House

4. Treppen im Innenbereich

Ganz gleich ob sie aus Stein besteht oder Holz, offen konstruiert wurde oder geschlossen, das Sanieren einer Treppe ist in keinem Fall eine Aufgabe, die sich an einem Samstagvormittag erledigen lässt. Mit einer Ausnahme: Stufenmatten. Ihr Vorteil ist nicht nur, dass sie in sehr vielen unterschiedlichen Designs verkauft werden, sondern sie bereits verarbeitungsfertig gefaltet sind. Primär helfen sie vor allem bei Holztreppen, die von zahllosen Schritten wahrscheinlich abgenutzte Frontkante der Stufe zu verblenden. Doch ein weiteres Plus ist der erhöhte Sicherheitsaspekt, der von den Matten aus Teppich oder Sisal ausgeht.

  1. Die Treppe gründlich reinigen
  2. Die Klebezone großzügig mit einem entfettenden Reiniger erneut abwischen
  3. Schutzfolie auf den Klebestreifen der Stufenmatten abziehen
  4. Ausrichten, auflegen und gut festdrücken

Der große Vorteil: Die Stufen sind direkt wieder begehbar und besitzen nun auch noch eine erhöhte Trittschalldämmung.

5. Leuchten, Steckdosen und Schalter

Die Lichtschalter und Steckdosen, die sich in jedem einzelnen Raum befinden, haben eine ähnlich große optische Wirkung wie die Türklinken und Beschläge, weil auch sie ein Blickfang auf einer vielleicht ansonsten leeren Wandfläche sind. Bei Steckdosen ist der Austausch noch mit Abstand am einfachsten, weil deren „Innenleben“ in Deutschland so genormt ist, dass die Verkleidung immer auf die gleiche Weise getauscht und montiert werden kann:

  1. Sicherung des betreffenden Raumes ausschalten
  2. Mit einem Elektro-Schraubendreher die Zentralschraube der Steckdosen-Verkleidung lösen
  3. Neue Verkleidung festschrauben

Der Austausch der Lichtschalter ist dagegen schon ein etwas umfangreicherer Job, weil nicht jedes Schalter-Innenleben mit jeden Wippen und Rahmen korrespondiert. In der Regel ist die Wippe selbst nur festgeklippt und kann mit einem flachen Schraubendreher gelöst werden, wonach auch der Rahmen entfernt werden kann. Muss oder soll das Innenleben des Schalters getauscht werden, etwa weil auf einen Dimmer umgerüstet wird, ist abermals das Abdrehen des Stroms notwendig und zudem das genaue Beachten der ursprünglichen Leitungsführung.

Der letzte, besonders markante Punkt auf dieser Liste, sind die Deckenlampen. Ihr Vorteil, in der Regel müssen nur drei Kabel gelöst werden. Danach kommt es auf die Konstruktion an:

  • Hängelampen sind oft nur über einen offenen Haken mit der Decke verbunden und können nach Lösen der Stromkabel abgehängt werden.
  • Andere Lampen besitzen mitunter eine angeschraubte Unterkonstruktion, die gelöst werden muss.

Der Austausch der Hängelampe ist natürlich am einfachsten. Soll jedoch eine neue, mit der Decke verschraubte Lampe installiert werden, ist es zwingend notwendig, vor dem Bohren der Dübellöcher (entfällt bei Holzdecken, in die direkt geschraubt werden kann) mit einem Leitungsprüfer den Verlauf der Stromkabel in der Decke herauszufinden. Danach kann auch diese Unterkonstruktion befestigt, die Lampe angeschlossen und fixiert werden.

Die Blenden-Komponente der meisten Lichtschalter ist nur gesteckt, sodass sie sehr rasch getauscht werden kann.

Die Blenden-Komponente der meisten Lichtschalter ist nur gesteckt, sodass sie sehr rasch getauscht werden kann. Foto: fotolia / levelupart

Fazit

Natürlich gilt, dass die aufwendigsten Renovierungsarbeiten am meisten hermachen. Doch wenn dafür keine Zeit bleibt, geht es auch mit weniger üppigen Maßnahmen. Jedes Haus und jede Wohnung sind voll von solchen Punkten. Man muss sie nur finden und dann ganz fix renovieren. Dann klappt es auch ohne neuen Boden, Fliesen und Co.

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