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Im Portrait

Baue Gutes und blogge darüber

Benjamin Schulz ist begeisterter Heimwerker. In seinem Blog „Gesägt, getan“ schreibt er auf Spiegel Online über verschiedenste DIY und Heimwerkerthemen sowie über seine Versuche im Selbermachen. Er präsentiert Tests, Schreinerarbeiten genauso wie Restaurationsversuche - mit Liebe zum Detail und ohne Scheu vor Fehltritten.
 

DIY Blogger: Gesägt, getan. Baue Gutes und blogge darüber © SPIEGEL ONLINE





Die Redaktion von selber machen möchte genau wissen, welcher Antrieb hinter dem Blog steht, wie ein hauptberuflicher Redakteur für eine Nachrichtenwebsite zum Heimwerken gekommen ist und was er aus seinen Projekten an Tipps für Selbermacher weitergeben würde.
 

Kurz über Sie: wie sind Sie zum Handwerken gekommen?

Als Kind habe ich mit meinem Vater zusammen nach der Schule in unserem Bastelkeller gewerkelt.  Hauptsächlich sind dabei Kindersachen wie Holzschwerter oder ein Spiel-Bauernhof entstanden. Während des Studiums ist das Handwerken zu kurz gekommen, das waren meine ‚mageren Jahre’. Später bin ich dann aufs Land gezogen und habe dort ein Haus gebaut. Da kam das Heimwerken zwangsläufig.

Was hat Sie dazu bewegt, ein Blog darüber zu verfassen?

Beim Hausbau musste ich viele Arbeiten am Wochenende erledigen, weil ich ja einen festen Beruf habe. Montags habe ich mich mit meinen Kollegen über das Wochenende unterhalten, ihnen von meinen Projekten erzählt – auch von all den Sachen, die schief gegangen waren. Die Kollegen fanden das lustig und schlugen vor, ich solle doch darüber schreiben.

Wo holen Sie sich Anregungen zu Heimwerker-Projekten?

Von überall her. Manches entsteht aus der Notwendigkeit heraus. Zum Beispiel fehlte mir in meinem Gästebad ein Duschvorhang, den ich selbst angebracht habe. Manchmal möchte ich auch etwas testen. Zum Beispiel, wie sich Laub am besten aufsammeln lässt – von Hand, mit dem Laubsauger oder mit dem Rasenmäher. Ideen finde ich in Internetvideos, Büchern, Zeitschriften und TV-Sendungen Ideen. Und viele Anregungen kommen auch aus Lesermails.

Selbermacher lernen beim Selbermachen. Da passieren auch mal Fehler. Was war ihr denkwürdigster Faux-Pas?

Denkwürdig war, als mir ein Spaten abgebrochen ist. Es hat ziemlich lange gedauert, den Rest des Stils aus dem Spatenblatt zu bekommen. Und als ich zum ersten Mal versucht habe, eine Holzbank zu verzinken, hat das überhaupt nicht funktioniert. Zum Glück haben mir viele Leser super Tipps gegeben. Ich habe eine zweite Bank gebaut und es deutlich besser hinbekommen. Das ist ja das Schöne am DIY: Fehler sind nichts Schlimmes. Wenn etwas nicht passt, kann man es neu oder anders machen, reparieren.

Welches Projekt hat Ihnen bis jetzt am besten gefallen?

Eines meiner ersten, über die ich im Blog geschrieben habe: Ein Sandkasten mit einem Häuschen auf Rollen als Überbau, der den Sand vor Schmutz, Tier-Hinterlassenschaften und Regenwasser schützen soll.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit?

Dass ich die Ergebnisse sofort sehen kann. Heimwerken ist ein ständiges Vorankommen. Das Werkstück verändert sich mit jedem Handgriff. Und natürlich kann man nach Beendigung eines Projektes sagen: Das habe ich gemacht, das ist komplett durch meine Hand entstanden und hat im Idealfall einen praktischen Nutzen. Oft fehlt einem bei einem Bürojob, etwas komplett von Anfang bis zum Ende zu betreuen und am Ende im besten Falle noch etwas Konkretes in Händen zu halten. All das bietet mir das Heimwerken.

Was bewegt Ihre Leser am meisten – welche Fragen kommen oft?

Die meisten Fragen drehen sich um meine Vorgehensweise. Ich bekomme sehr viele Tipps und Anregungen von meinen Lesern; das schätze ich sehr, weil sie es meistens besser wissen als ich. Zum Beispiel, als ich darüber geschrieben habe, wie schwer exakt rechte Winkel zu bekommen sind. Da habe ich sehr viel dazugelernt. Oder auch, als ich über meinen kaputten Akkuschrauber geschrieben habe. Da gab es Dutzende Zuschriften, welchen ich mir als Ersatz kauften sollte.

Wer sind Ihre Leser?

Soweit ich das beurteilen kann, sind die meisten männlich und Hobbyhandwerker. Es gibt aber auch einige Profis. Ich habe zum Beispiel schon mehrfach Mails von Schreinermeistern bekommen. Mit manchen konnte ich mich sogar etwas ausführlicher über meine  Projekte austauschen.

Abschließend: Haben Sie ein paar Tipps oder ermutigende Worte für Neublogger bzw. die, die es mal werden wollen?

Man sollte sich nicht zu ernst nehmen und keine Scheu haben, auch Fehltritte und nicht gelungene Versuche zu veröffentlichen. Es ist immer wieder toll, wenn man von seinen Lesern ermutigt wird, das Projekt nochmals neu in Angriff zu nehmen.  Kommentare im Internet haben ja nicht den besten Ruf, aber ich für meinen Teil kann fast nur Positives berichten. Es ist toll, wie freundlich und sachlich der Umgangston in den Lesermails und in den Kommentaren unter den Blogeinträgen ist – selbst bei Projekten, die ziemlich in die Hose gingen. 



Alle Projekte von Sebastian Schulz finden Sie auf seinem Blog Gesägt, getan >

Jana Unger
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