Dachausbau: Beplanken | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Verkleiden

Dachausbau: Beplanken

Ist der Dachraum trocken, warm und winddicht, werden alle gedämmten Flächen mit Gipsfaserplatten beplankt. Wir zeigen, wie’s geht und benennen die Knackpunkte.

 
Dachboden beplanken © Selbermachen
Dachboden beplanken

Wer die fummelige Arbeit des Dämmens und Dichtens beim Dachausbau hinter sich hat, der kann sich auf das Verkleiden richtig freuen. Nicht nur, weil die Arbeit leichter von der Hand geht, sondern vor allem, weil es mit jeder einzelnen Platte zusehends wohnlicher wird.

Warum Gipsfaserplatten?

Die Gipsbauplatten, die Sie verwenden, sind leicht zu tragen und noch leichter zu verabeiten. Deswegen spricht man beim Trockenbau auch von „leichten Trennwänden“, weil Sie nur den Bruchteil einer massiv gemauerten Wand wiegen und deshalb in der Statik nur ganz pauschal berücksichtigt werden. In der Regel bietet jedes Wohnhaus genügend Sicherheit im Tragwerk, um leichte Trennwände zu tragen.

Bei Gipsfaserplatten handelt es sich um reinen Gips, der mit Papierfasern durchsetzt ist. Diese Fasern sorgen für eine Zugfestigkeit der Platte, weshalb sie ohne die sonst übliche Kartonummantelung als Armierung auskommt. Gipsfaserplatten sind etwas schwerer als Gipskartonplatten, was sich aber auch positiv beim Schallschutz und bei der Belastbarkeit bemerkbar macht. Durch eine spezielle Oberflächenimprägnierung sind Gipsfaserplatten per se auch für Feuchträume geeignet. Für Sie als Selbermacher eignet sich am besten die Einmannplatte von 1 x 1,5 m Größe.

Warum eigentlich beplanken?

© SelbermachenDas Verkleiden der Dach- und sonstigen Flächen mit Gipsfaserplatten hat viele Gründe: Sie schaffen nicht nur einen glatten Untergrund für Tapete, Putz und Freunde, sie schützen die empfindliche Dämmung und Dichtfolie auch vor Beschädigung. Aber der wichtigste Grund ist die Verbesserung des Schallschutzes. Deshalb sind Gipsbauplatten so gut für den Dachausbau geeignet: Sie sind von dichter Struktur, trotzdem leicht und einfach zu verarbeiten und sie belasten die Statik des Daches nur in geringem Maße.

Richtig Beplanken

  1. Gipsplatten ausrichten© Selbermachen

    Gipsplatten ausrichten

    Die erste Gipsfaserplatte richten Sie mit der Wasserwaage absolut lotrecht aus.
  2. Platten fixieren© Selbermachen

    Platten fixieren

    Mit Schnellbauschrauben und einem Akkuschrauber fixieren Sie die Platte auf den Metallprofilen. Schrauben mit maximal 30 cm Abstand zueinander setzen.
  3. Maßnehmen© Selbermachen

    Maßnehmen

    Messen Sie von beiden Eckpunkten der Platte aus jeweils den Abstand zur Dachschräge, und übertragen Sie die beiden Maße auf die nächste Gipsfaserplatte. So sparen Sie sich die Arbeit mit Stellschmiegen und Winkeln.
  4. Passgenauigkeit überprüfen© Selbermachen

    Passgenauigkeit überprüfen

    Die zugeschnittene Platte überprüfen Sie vor dem Kleben auf Passgenauigkeit. Eventuell müssen Sie nachschneiden.
  5. Kleberwurm auftragen© Selbermachen

    Kleberwurm auftragen

    Aus der Kartusche drücken Sie einen gleichmäßigen Kleberwurm über die ganze Länge der Plattenkante.
  6. Schraublinie markieren© Selbermachen

    Schraublinie markieren

    Markieren Sie sich die Schraubenlinie, damit Sie mit den Schrauben die Metallprofile treffen.
  7. Fugenkleber auftragen© Selbermachen

    Fugenkleber auftragen

    Auch die senkrechten Stöße versehen Sie mit Fugenkleber.
  8. Platte ansetzen© Selbermachen

    Platte ansetzen

    Dann setzen Sie die untere Platte der nächsten Reihe gegen die erste.

Gipsbauplatten verarbeiten

Gipsfaserplatten werden an der Unterkonstruktion, zwischen der auch die Dämmung klemmt, verschraubt. Ausnahme: die Dachschrägen. Hier müssen Sie mit einer Ausgleichs- oder Konterlattung (Holz oder Metall) erst einmal für eine ebene Fläche sorgen. Die Dachsparren werden nämlich immer so aufgesetzt, dass die ebene Fläche auf der Außenseite für die Dachdeckung entsteht. Durch die immer leicht differierenden Holzstärken werden Sie auf der Unterseite nie eine Ebenheit vorfinden. Die Ausgleichsprofile verschrauben Sie durch die Dampfbremsfolie hindurch in die Sparrenunterseiten hinein.

© SelbermachenDie generell für den Trockenbau verwendeten schwarzen Schnellbauschrauben sind phosphatiert, damit sie im Laufe der Zeit kein Wasser ziehen und sich unter der Tapete unschön verfärben. Setzen Sie die Schrauben idealerweise immer von der Plattenmitte weg nach außen, damit durch das Verschrauben keine Spannungen im Material entstehen. Einen Schraubenabstand von 15 cm sollten Sie nicht überschreiten. Der Randabstand beträgt mindestens 1 cm, damit die Platte hier nicht aufreißt.

Die Gipsfaserplatten werden im Stoßbereich nicht nur verspachtelt, sondern mit einem speziellen, zum Gesamtsystem gehörenden Kleber aus der Kartusche miteinander verbunden. Das macht das Beplanken insgesamt aufwendiger. Lediglich der Stoß zweier rechtwinklig aufeinander treffenden Gipsplattenflächen werden nicht verklebt, sondern später mit einer dauerelastischen Fugenmasse ausgespritzt. So wird eine Rissbildung in diesem Bereich verhindert. Nach dem Kleben sind kaum noch Korrekturen möglich, deshalb sollten Sie die Plattenzuschnitte immer „trocken“ auf ihre Passgenauigkeit hin überprüfen.

© SelbermachenFugenspachtel und Gipsbauplatten sollten immer vom gleichen Hersteller sein, damit eine optimale Haftung auf dem jeweiligen Untergrund gewährleistet ist. Mischen Sie immer nur so viel Spachtelmasse an, wie Sie innerhalb 30 Minuten verarbeiten können.

Der Plattenzuschnitt

© SelbermachenWährend die Gipskartonplatten erst mit dem Cutter geschnitten, dann gebrochen und dann nochmal geschnitten werden müssen, reicht bei den Gipsfaserplatten ein einziger Arbeitsgang: das Schneiden mit einer Handkreisrespektive Stichsäge. Sie müssen Ihre Schnitte also nur anreißen, einen Anschlagsleiste fixieren und mit der Säge entlangfahren. © SelbermachenEinziger Nachteil: Die Gipsfaserplatten stauben sehr, so dass Sie einen Werkstattsauger an die Maschinen anschließen sollten. Alle diese Geräte können Sie sich übrigens im Baumarkt ausleihen.

Ausgleichen der Schrägen

© SelbermachenWeil die Unterseiten der Sparren garantiert Unebenheiten aufweisen, müssen Sie die schräge Fläche vor dem Beplanken ausgleichen. Das geschieht ebenfalls mit Metallprofilen, die Sie unter die Sparren und durch die Folie schrauben.

© SelbermachenAn den Übergängen zu den bereits beplankten Giebelwänden setzen Sie ein Eckprofil, in das die jeweiligen Ausgleichsprofile laufen. Eine feste Verbindung zwischen den Profilen entsteht erst durch die nachfolgende Beplankung.

Nützlicher Helfer

© PRWer eine große Fläche zu beplanken hat, weiß die Hilfe eines guten Akkuschraubers mit Wechselakku zu schätzen. Tipp: Schrauben Sie in die Metallprofile immer mit hoher Drehzahl, das geht schneller und einfacher. Für Trockenbauer entwickelt wurde der Einschraubtiefenbegrenzer, den Sie als Vorsatz in den Akkuschrauber einspannen. Der sorgt dafür, dass keine der Schnellbauschrauben durch die Gipsfaserplatten hindurch gedreht wird (was leicht passiert) oder über die Oberfläche übersteht.

Decke beplanken ohne Helfer

  1. Gaubendachplatte fixieren© Selbermachen

    Gaubendachplatte fixieren

    Die Gipsfaserplatten für das Gaubendach können Sie auch alleine verschrauben, wenn Sie sich einer oder mehrerer Einhand- Teleskopstützen bedienen. Die Platte mittig mit der Stütze unter der Decke fixieren und dann von Hand ausrichten.
  2. Gaubendachplatte anschrauben© Selbermachen

    Gaubendachplatte anschrauben

    Sitzt die Platte perfekt, verschrauben Sie sie an den Profilen, mit denen Sie vorher die Sparrenunterseite des Gaubendachs ausgeglichen haben. Der maximale Schraubenabstand beträgt auch hier 30 cm.
  3. Kanten entfernen© Selbermachen

    Kanten entfernen

    Weil durch das Eindrehen der Schnellbauschrauben um jedes Schraubloch ein kleiner Gipswulst entsteht, müssen Sie den mit der scharfen Glätterkante vorsichtig entfernen. Machen Sie das unbedingt vor dem Verspachteln, sonst reißen Sie die frisch verschlossenen Schraublöcher wieder auf.
  4. Löcher verfugen© Selbermachen

    Löcher verfugen

    Setzen Sie pro Schraubloch einen kleinen Batzen Fugenspachtelmasse auf die Schraublöcher und ziehen Sie die mit dem Glätter großzügig ab. Nach dem Trocknen kann eventuell ein zweiter Spachtelgang nötig sein. Achten Sie darauf, dass keine Schraubenköpfe mehr zu sehen sind.

Die letzten Feinheiten

Stromleitungen verlegen

Auch die Wände von Giebel und Gaube brauchen Steckdosen und/oder Lichtschalter. Um Ärger bei der Elektrifizierung zu vermeiden, sollten Sie sich vorab einen genauen Plan über die Lage der Steckdosen machen und aufzeichnen. Das hat den großen Vorteil, dass Sie alle Montagelöcher schon bequem setzen können, bevor die Platten verschraubt sind.

Grundsätzlich liegen Stromleitungen besser in der Wand als davor, und das Verlegen in Hohlwänden ist weder ein Problem noch verboten. Generell gilt: Schon bei der Planung sollten Sie den Profi hinzuziehen, denn der kann Ihnen genau sagen, was Sie als Selbermacher erledigen können und welche Materialien geeignet sind. Auch weiß er über die wichtigsten Montagemaße und -höhen Bescheid. Den Anschluss ans Stromnetz und die ordnungsgemäße Abnahme der Elektroinstallation muss er sowieso machen. Also: Keinen falschen Ehrgeiz entwickeln!

Trockenbau und Strom

  1. Bohrpunkte markieren© Selbermachen

    Bohrpunkte markieren

    Legen Sie bereits vor dem Beplanken anhand Ihres Plans die Lage der Steckdosen auf der Wand fest und markieren Sie die Bohrpunkte.
  2. Montageöffnungen sägen© Selbermachen

    Montageöffnungen sägen

    Mit einer Lochsäge schneiden Sie die Montageöffnung der Steckdose genau im Durchmesser der Hohlwanddose.
  3. Kabelenden beschriften© Selbermachen

    Kabelenden beschriften

    Beschriften Sie vor dem Beplanken die Kabelenden, damit Sie die Stecker und Lichtschalter nach dem Beplanken eindeutig zuordnen können.
  4. Kabel fixieren © Selbermachen

    Kabel fixieren

    Ziehen Sie die Kabel durch die Öffnungen der Hohlwanddose und fixieren Sie diese mit den langen Spreizklammern in der Gipsbauwand.
  5. Steckdose befestigen© Selbermachen

    Steckdose befestigen

    Adern abisolieren, an der Steckdose anschließen und die Steckdose in der Hohlwanddose festschrauben.

Fazit des Hausherrn

© SelbermachenDie Beplankung war nach dem Dämmen eine lösbare Aufgabe. Für alle unsere Ecken, Kanten und Übergänge haben wir uns die passenden Metallprofile herausgesucht. Wichtig ist, dass Sie die vorgeschriebenen Höchstmaße für Schrauben- und Profilabstände einhalten – schon aus dem Grund, weil eine stabil fixierte Beplankung später auch mehr trägt. An den vertikalen Flächen hatten wir leichteres Spiel, auch weil wir uns für das Verkleben der Stöße entschieden. Die Herstellervorgabe, beim Verschrauben der Platten Kreuzfugen zu meiden, musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Der Einschraubtiefenbegrenzer für die Bohrmaschine ist eine gute Sache. Mein Tipp: Bei Metallprofilen als Unterkonstruktion immer mit hoher Drehzahl schrauben. Meine anfängliche Scheu vor den Elektroinstallationen war gänzlich unbegründet. Löcher bohren, Hohlwanddosen einsetzen, Kabel durchziehen, war wirklich ein Kinderspiel. Den Rest hat natürlich der Fachmann gemacht.

Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2011. Jetzt abonnieren!
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