Dachausbau: Planung & Dämmung | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Dämmung

Dachausbau: Planung & Dämmung

Der Dachausbau gehört zu den Baugewerken, bei denen Sie als Selbermacher richtig Geld sparen können. Voraussetzung ist, dass Sie den Ablauf gut planen, und dass das Material von der Dämmung bis zur Gipsbauplatte aus einer Hand stammt.

 
Mitten im Dachausbau © Selbermachen
Mitten im Dachausbau

Den Dachausbau planen

Bauherren und Helfer© SelbermachenDer kleine Neubau in Husum (Schleswig-Holstein) hat die ideale Größe für die Eheleute Birgit und Mike Jessen: Im Erdgeschoss haben Sie für sich selbst genügend Platz, und das Dachgeschoss soll als Ferienwohnung vermietet werden, sobald es ausgebaut ist. Die Planung für den Dachausbau kommt vom ohnehin involvierten Architekten, alle Anschlüsse wie elektrischer Strom sowie Wasserzu- und -ablauf waren im Gesamtpreis für den Neubau natürlich schon enthalten. Beim benötigten Material entschieden sich die beiden dann für die Produktfamilien der Firmen Knauf Bauprodukte und Knauf Insulation. Beste Voraussetzungen also für die Jessens, den angepeilten Dachausbau ohne Zeitdruck, aber dafür mit viel Herzblut (und unter Beobachtung durch die SELBER MACHEN Redaktion!) in Eigenregie zu stemmen.

Unser Redakteur mit Hausherr- und Dame© SelbermachenSo ideale Bedingungen bei der Realisierung eines Dachbodenausbaus sind natürlich nicht die Regel. Deshalb ist neben der Finanzierung des Ganzen vor allem eine gute Planung nötig, bei der Sie sich unbedingt von einem Architekten beraten und vielleicht auch begleiten lassen sollten. Der plant nicht nur die Raumaufteilung, sondern kann Ihnen auch genau sagen, wie stark beispielsweise die Dämmung des Dachs sein muss, um bestimmte Anforderungen für staatliche Zuschüsse zu erfüllen.

Dachkonstruktion anschauen© SelbermachenFalls Sie auf Leistungen von Handwerkern zurückgreifen wollen (beim Strom und Wasseranschluss empfehlen wir das), wird der Architekt die Leistungen ausschreiben und nach getaner Arbeit auch abnehmen – Sie können sich somit ganz auf das konzentrieren, was wirklich selbermachen-tauglich ist. Noch einmal: Bei der Wahl der Baumaterialien wie Dämmung, Dampfbremsfolie, Klebebänder, Metallprofile, Gipskartonplatten und Fugenmasse gilt: Am besten alles von einem einzigen Hersteller! Gerade Folien und Klebebänder müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass sie auch die versprochenen 30 Jahre halten.

Übrigens: Das Material, wenn es dann geliefert wird, braucht enorm viel Platz, vor allem die Gipskartonplatten. Unser Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Händler immer nur das anliefern, was Sie in den nächsten beiden Arbeitsschritten wirklich brauchen.

Das Dämmen des Daches

Material nach oben bringen© SelbermachenFür unser Dach über dem Neubau kamen nur zwei Arten der Dämmung in Frage: die Zwischensparrendämmung und die Untersparrendämmung. Entscheiden zwischen ihnen mussten wir uns nicht, wir haben einfach beides gemacht. Das hat nämlich den großen Vorteil, dass wir mit der Gesamtdämmdicke nicht auf die Sparrenhöhe von 24 cm festgelegt waren, sondern durch die Untersparrendämmung drei zusätzliche Zentimeter gewannen – für den Wärmedurchlasswert ein dickes Plus.

Erstmal Plan angucken© SelbermachenAußerdem verhindert die durchgehende Untersparrendämmung, dass die im Vergleich zum Dämmmaterial recht dichten Sparrenhölzer als Kältebrücke im System fungieren. Übrigens: Die dritte Dämmvariante, die Aufsparrendämmung, kam bei uns nicht zum Zuge, weil sie erstens sehr teuer und für einen nachträglichen Ausbau eher ungeeignet ist. Für Selbermacher am einfachsten ist das Dämmen mit Mineralwollematten, da die lediglich auf Breite geschnitten und zwischen die Sparren geklemmt werden müssen. Für diese Klemmwirkung ist es wichtig, dass Sie die Matten 1 cm breiter schneiden, als das Sparrenfeld tatsächlich ist. Und Vorsicht: Die Breite der Sparrenfelder differieren zum Teil um mehrere Zentimeter.

Die Hausbesitzer Jessen© SelbermachenMessen Sie also jedes Feld einzeln aus, um den Verschnitt an Dämmung zu minimieren. Geschnitten wird mit einem Dämmstoffmesser und im Übrigen immer quer zur Mattenlänge – das erhöht die Klemmwirkung. Die von Knauf Insulation gelieferte 24er-Mineralwolle hat auf der Sichtseite auffallende Kreuze: Die müssen in eingebautem Zustand immer zur Raumseite hin zeigen. Wenn Sie wie wir einen Dachstuhl mit einer Kehlbalkenlage, also waagerecht zwischen den Sparren verlaufenden Deckenbalken haben, können Sie die Dämmung auf zwei Arten verlegen. Bei der ersten klemmen Sie die Matten bis zur Oberkante Kehlbalken zwischen die Sparren und von dort aus waagerecht über die Bodenverschalung des Spitzbodens.

Oder Sie dämmen die ganze Dachschräge durchgehend bis in den First hinein. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass der Spitzboden zwischen Kehlbalken und Firstpfette später als eigener kleiner Raum nutzbar ist, eine eingebaute Bodentreppe vorausgesetzt. Wenn Sie bis in den First dämmen, bewährt es sich, fünf bis sechs Bodenbretter an den Seiten des Spitzbodens wieder zu entfernen, so dass Sie die Dämmung durchgehend einklemmen können. Je weniger Schnittfugen die Dämmfläche hat, desto besser ist es. Die Bodenbretter nageln Sie nach der Beplankung der Schrägen einfach wieder fest.

Dämmen: erste Schritte

  1. DämmstoffmesserDämmstoffmesser© Selbermachen

    Dämmstoffmesser

    **Cutter reicht nicht** Für den Zuschnitt der dicken Dämmmatten braucht’s ein Dämmstoffmesser aus dem Baustoffhandel.
  2. Matten mit Dämmstoffmesser durchschneidenMatten mit Dämmstoffmesser durchschneiden© Selbermachen

    Matten mit Dämmstoffmesser durchschneiden

    Die gelieferten Rollen schneiden Sie auf und lassen die Matten sich entrollen. Geschnitten wird mit einem Dämmstoffmesser entlang eines Richtscheits und zwar grundsätzlich quer zur Mattenlänge.
  3. Sparrenfeldbreite messenSparrenfeldbreite messen© Selbermachen

    Sparrenfeldbreite messen

    Wichtig: Messen Sie die Sparrenfeldbreite immer an mehreren Stellen und in jedem Feld neu. Für den Zuschnitt der Dämmung addieren Sie dann 1 cm.
  4. Matten zwischen die Sparren klemmenMatten zwischen die Sparren klemmen© Selbermachen

    Matten zwischen die Sparren klemmen

    Auf diese Weise lassen sich die Matten nämlich zwischen die Sparren klemmen und halten ohne weitere Fixierung. Führen Sie die Matten bis unter Bodenniveau in den Unterschlag des Dachs ein. Die aufgedruckten Kreuze auf der Fläche weisen dabei zum Innenraum.
  5. Bretter der Spitzbodenschalung entfernenBretter der Spitzbodenschalung entfernen© Selbermachen

    Bretter der Spitzbodenschalung entfernen

    Die Dämmung verläuft in unserem Dach bis zur Firstpfette. Um ohne großes Gefummel an den Kehlbalken vorbei zu kommen, entfernen Sie ein paar Bretter der Spitzbodenschalung, die Sie später wieder einnageln
  6. Stoßfugen dicht schließenStoßfugen dicht schließen© Selbermachen

    Stoßfugen dicht schließen

    Achten Sie darauf, dass die Stoßfugen zwischen den Dämmmatten dicht schließen. Es dürfen keine Kältebrücken in der Dämmung entstehen.
  7. Schalung des Spitzboden auslegenSchalung des Spitzboden auslegen© Selbermachen

    Schalung des Spitzboden auslegen

    Sie brauchen keinen Spitzboden? Viel Arbeit sparen Sie sich, wenn Sie die Dachschrägen nicht bis zum First, sondern nur bis zur Oberkante Kehlbalkenlage dämmen. Dann müssen Sie nur die Schalung des Spitzbodens mit Dämmmatten auslegen. Den Spitzboden können Sie dann nicht mehr nutzen. Legen Sie die Matten auf dem Boden leicht unter Spannung, um die Fugen zu schließen. Aufwendig, aber auch möglich: Die Dämmung von unten zwischen die Kehlbalken klemmen.
  8. Dämmplatten bis zur Richtbohle des FirtstesDämmplatten bis zur Richtbohle des Firtstes© Selbermachen

    Dämmplatten bis zur Richtbohle des Firtstes

    Die Dämmmatten ziehen Sie bis an die Richtbohle des Firstes heran. Es dürfen keine Lücken in der Dämmung bleiben.

Erst die Folie hält den Wind draußen

Eine Wärmedämmung kann nur dann gut dämmen, wenn sie absolut trocken bleibt. Dringt nämlich Feuchtigkeit ein, verändert sich die Rohdichte des Materials und die Wärme wird besser abgeleitet. Dass kein Regen von außen in die Dämmschicht eindringt, dafür sorgt eine sogenannte Unterspannbahn, die vom Zimmerer oder Dachdecker von außen auf die Sparren genagelt wird. Aber auch von innen droht Ungemach: Durch den Temperaturunterschied und den damit einhergehenden Unterschied in der Luftfeuchtigkeit (besonders im Winter) wandert ständig Feuchte von der warmen auf die kalte Seite des Daches (Diffusion).

Je nach Temperaturverlauf in der Dachkonstruktion kann sich die Feuchtigkeit in der Mineralwolle niederschlagen und sie durchfeuchten. Damit das alles nicht passiert, gehört auf die Innenseite des Dachs eine Dampfbremsfolie. Die hat die Aufgabe, die Feuchtewanderung aufzuhalten, die Winddichtigkeit herzustellen und die Dämmung auf diese Art trocken zu halten. Das Wichtigste bei der Verarbeitung der Folie ist deshalb, dass zwischen den beiden Giebelwänden eine dichte Fläche entsteht, die absolut kein Lüftchen mehr durchlässt. Hier kommt vor allem den Anschlüssen der Folie an Boden, Giebelwänden und den sogenannten Durchdringungen wie den Kehlbalken oder den Ab- und Zulaufleitungen eine wichtige Rolle zu. Für jeden Anschluss stellt Knauf ein eigens darauf abgestimmtes Klebeband zur Verfügung.

Das weiße Klebeband verwenden Sie, um die Folienbahnen an ihren Stößen miteinander zu verkleben. Wir empfehlen, das weiße Klebeband auch dafür zu verwenden, die Tackerklammern zur Befestigung der Folie an den Sparren abzukleben, damit da nichts einreißen kann. Das blaue Band müssen Sie wählen, wenn Sie die Folie an andere Materialien wie Holz- oder Kunststoffdurchdringungen anschließen wollen. Das orange Klebeband entspricht im Grunde dem blauen, hat aber eine zweigeteilte Schutzfolie auf der Rückseite. Die erleichtert Ihnen das Fixieren der Folie über Eck, wie es etwa beim Anschluss an die Kehlbalken der Fall ist. Gehen Sie mit allen Klebebändern vorsichtig um – sie kleben wirklich an allem fest, auch an Hosenbeinen und Fingern.

Apropos Vorsicht: An einigen Anschlüssen müssen Sie die Bänder mit dem Cutter einschneiden. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie dabei nicht unabsichtlich in die Dampfbremsfolie schneiden! Jede Undichtigkeit in der Hülle kann später zum Feuchte- oder gar Schimmelproblem werden.

Anleitung: die Folie anbringen

  1. Folien und BänderFolien und Bänder© Selbermachen

    Folien und Bänder

    Für die Verarbeitung der Folienbahnen brauchen Sie mindestens einen Helfer. Wir raten dazu, die Folie vorab auf ihre grobe Länge vorzuschneiden, dadurch wird das anschließende Handling einfacher.
  2. Spezielles KlebebandSpezielles Klebeband© Selbermachen

    Spezielles Klebeband

    Das spezielle Klebeband Das orangefarbene Klebeband hat eine zweiteilige Schutzfolie auf der Rückseite. Das erleichtert das Kleben um Ecken herum.
  3. Gemeinsam Folie verarbeitenGemeinsam Folie verarbeiten© Selbermachen

    Gemeinsam Folie verarbeiten

    Für die Verarbeitung der Folienbahnen brauchen Sie mindestens einen Helfer. Wir raten dazu, die Folie vorab auf ihre grobe Länge vorzuschneiden, dadurch wird das anschließende Handling einfacher.
  4. Folie anbringen und festtackernFolie anbringen und festtackern© Selbermachen

    Folie anbringen und festtackern

    Verlegt wird die Folie senkrecht, also parallel zu den Sparren. Wir ließen die erste Bahn nur bis zur Kehlbalkenlage durchlaufen, um uns das Herumführen um die beiden Hölzer zu erleichtern. Tackern Sie die Folie an mindestens zwei Punkten fest.
  5. Folie an Sparren fixierenFolie an Sparren fixieren© Selbermachen

    Folie an Sparren fixieren

    Von diesen beiden ersten Fixpunkten fangen Sie an, die Folie nach unten zu ziehen und dort an den Sparren zu fixieren. Achten Sie in etwa auf das Lot. Ziehen Sie die Folie dabei keinesfalls auf Spannung!
  6. Überschuss hängen lassenÜberschuss hängen lassen© Selbermachen

    Überschuss hängen lassen

    An den Übergängen zu den Giebelwänden lassen Sie genügend Folie für den Anschluss mit der „Raupe“ hängen.
  7. Raupe von der Rolle verarbeitenRaupe von der Rolle verarbeiten© Selbermachen

    Raupe von der Rolle verarbeiten

    Die „Raupe“ verarbeiten Sie von der Rolle. Bringen Sie den Klebewulst dem Verlauf und der Flucht der Sparren nach zuerst auf die Giebelwand auf und drücken Sie ihn fest an. Die Schutzfolie bleibt noch auf den Klebewülsten.
  8. Folie auf den Kleber drückenFolie auf den Kleber drücken© Selbermachen

    Folie auf den Kleber drücken

    Dann ziehen Sie die Schutzfolie nach und nach ab und drücken die Folie fest auf den Kleber. Ganz wichtig: Bilden Sie dabei eine sogenannte „Tasche“, das heißt, drücken Sie die Folie leicht hinter die Sparrenvorderkante, damit sie auf keinen Fall auf Spannung verklebt wird.
  9. Folie in der Mitte tackernFolie in der Mitte tackern© Selbermachen

    Folie in der Mitte tackern

    Ist die Folie fixiert, setzen Sie mit dem Tacker die restlichen Klammern mit einem Abstand von etwa 40 cm.
  10. Folie zuschneiden und zwischen Kelhbalken tackernFolie zuschneiden und zwischen Kelhbalken tackern© Selbermachen

    Folie zuschneiden und zwischen Kelhbalken tackern

    Weil die Zwischenräume der zangenartig angeordneten Kehlbalken schwierig zu erreichen sind, haben wir jeweils ein Stück Folie passend zugeschnitten und vorab dort angetackert. Lassen Sie die Passstücke unten und oben ein paar Zentimeter über die Kehlbalken überstehen, damit eine Überlappung mit den Folienbahnen entsteht.
  11. Folie abschneidenFolie abschneiden© Selbermachen

    Folie abschneiden

    Führen Sie die Folienbahnen von allen Seiten an die Kehlbalken heran und schneiden Sie sie mit dem Cutter sauber um das Holz herum ab.
  12. Erste Hälfte des Klebebands befestigenErste Hälfte des Klebebands befestigen© Selbermachen

    Erste Hälfte des Klebebands befestigen

    Scheiden Sie ein Stück des orange Klebebandes ab, entfernen Sie zunächst nur eine Hälfte der rückseitigen Schutzfolie und drücken Sie die Klebefläche auf den Folienrand.
  13. Zweite Hälfte des Klebebands fest andrückenZweite Hälfte des Klebebands fest andrücken© Selbermachen

    Zweite Hälfte des Klebebands fest andrücken

    Erst dann ziehen Sie die zweite Hälfte der Schutzfolie ab und drücken die Klebefläche sorgfältig und fest gegen das Holz.
  14. Klebeband einschneidenKlebeband einschneiden© Selbermachen

    Klebeband einschneiden

    Auch hier müssen Sie für den Übergang von senkrechter zu waagerechter Holzfläche das Klebeband einschneiden. Schneiden Sie nur so weit wie unbedingt nötig und drücken Sie das Band fest an Holz und Folie an.
  15. Horizontal verklebenHorizontal verkleben© Selbermachen

    Horizontal verkleben

    Sind die beiden senkrecht verlaufenden Klebebänder verklebt, folgen die horizontalen. Hier gilt die gleiche Vorgehensweise. Vorsicht mit dem Cutter, damit nichts einreißt!
  16. Fertig abgedichtete KehlbalkenFertig abgedichtete Kehlbalken© Selbermachen

    Fertig abgedichtete Kehlbalken

    So sehen fertig abgedichtete Kehlbalken- Durchdringungen aus. Es gilt: Lieber ein Band mehr kleben, als eine Leckage riskieren
  17. Klammerreihe abklebenKlammerreihe abkleben© Selbermachen

    Klammerreihe abkleben

    Auch die vielen Tackerklammern reißen kleine Löcher in die Dampfbremsfolie. Vom Hersteller Knauf ist es nicht gefordert, aber wir haben trotzdem mit dem weißen Klebeband einmal die Klammerreihe auf jedem Sparren abgeklebt – sicher ist sicher!
  18. Übergang zur Bodenschalung abdichtenÜbergang zur Bodenschalung abdichten© Selbermachen

    Übergang zur Bodenschalung abdichten

    Analog zum Anschluss der Folie an die Giebelwände muss auch der Übergang zur Bodenschalung abgedichtet werden. Hier kommt ebenfalls die „Raupe“ zum Einsatz: Kleben Sie sie zunächst auf das Holz, ziehen Sie die Schutzfolie ab und drücken Sie die Folie auf die Klebewülste.
  19. Taschen mit Folie bildenTaschen mit Folie bilden© Selbermachen

    Taschen mit Folie bilden

    Wie bei den Giebeln auch bilden Sie hier die „Taschen“ in der Folie, um eine zu große Spannung zu vermeiden. Den Überstand der Folie müssen Sie nicht unbedingt abschneiden, er verschwindet nachher sowieso hinter dem Drempel.
  20. Kreuzweise an den Fenstern einschneidenKreuzweise an den Fenstern einschneiden© Selbermachen

    Kreuzweise an den Fenstern einschneiden

    Wir haben der Einfachheit halber die Folie zunächst über die Dachflächenfenster durchgezogen. Um das Fenster an die Dachhülle anzuschließen, schneiden Sie die Folie kreuzweise über dem Fenster ein. Schneiden Sie beim ersten Schnitt nicht zu groß, . . .
  21. Folienüberstand stehen lassenFolienüberstand stehen lassen© Selbermachen

    Folienüberstand stehen lassen

    . . . sondern arbeiten Sie sich an die Fensterkontur heran. Die Folienüberstände auf keinen Fall abschneiden.
  22. Fensterbegrenzung einsetzenFensterbegrenzung einsetzen© Selbermachen

    Fensterbegrenzung einsetzen

    Mit einer Span- oder OSB-Platte, die Sie auf Maß schneiden lassen, setzen Sie die untere und obere Fensterbegrenzung ins Sparrenfeld. Achtung: Setzen Sie die obere Platte waagerecht an, damit die Durchgangshöhe zum Fenster noch ausreicht. Die untere Platte montieren Sie in der Schrägen. Verschrauben Sie kleine Metallwinkel an Platte und Sparren, damit’s hält.
  23. Folienreste festtackernFolienreste festtackern© Selbermachen

    Folienreste festtackern

    Die Folienüberstände schlagen Sie nach innen und tackern sie an den Sparren und den Spanplatten fest.
  24. Schornstein abdichtenSchornstein abdichten© Selbermachen

    Schornstein abdichten

    Wie bei allen Anschlüssen der Folie an einen porösen Untergrund, kommt auch beim Schornstein im Spitzboden die Kleberaupe zum Einsatz. Wir haben hier mit breiten Folienstreifen gearbeitet, die wir an die Dachhülle per Klebeband angeschlossen haben.
  25. Rohr abdichtenRohr abdichten© Selbermachen

    Rohr abdichten

    Für Rohrdurchführungen hat Knauf spezielle Schürzen im Programm, die stufenlos an jeden Rohrdurchmesser angepasst werden können und einfach abgeklebt werden.
  26. Direktabhänger für MetallprofileDirektabhänger für Metallprofile© Selbermachen

    Direktabhänger für Metallprofile

    Die Direktabhänger, die bei uns die Untersparrendämmung und vor allem die CDProfile halten, werden flach geliefert. Biegen muss man selbst. Achtung: Verwenden Sie „Direktabhänger für Metallprofile“ – nicht die für Holzlatten!
  27. Direktabhänger flach verschraubenDirektabhänger flach verschrauben© Selbermachen

    Direktabhänger flach verschrauben

    Verschrauben Sie sie zunächst flach mit einer Schraube durch das mittige Loch in die Sparren. Maximaler Abstand: 40 cm.
  28. Dämmplatten anbringenDämmplatten anbringen© Selbermachen

    Dämmplatten anbringen

    Die 30 mm dicken Dämmmatten rollen Sie aus und drücken sie auf ganzer Länge auf die aufgebogenen Abhänger
  29. Matte fixierenMatte fixieren© Selbermachen

    Matte fixieren

    Um die Matten zu fixieren, biegen Sie die Abhänger wieder leicht zurück.
  30. CD-Profile verschraubenCD-Profile verschrauben© Selbermachen

    CD-Profile verschrauben

    Die CD-Profile verschrauben Sie durch beide Schenkel der Abhänger. Verwenden Sie dazu die mitgelieferten Knauf-Blechschrauben. Die Flucht halten Sie einfach dadurch, dass Sie die Schraublöcher abzählen und immer in der Profilmitte schrauben.

Das Kniffligste sind die Durchdringungen

Das Bespannen der Dachschrägen mit der blauen Dampfbremsfolie wird nach den ersten beiden Bahnen zunehmend leichter. Das wichtigste Hilfsmittel ist hier eindeutig der Tacker. Aber Vorsicht: Auch Tackerklammern durchdringen die Folie, deshalb sollten Sie damit nicht allzu wild um sich schießen. Eine Klammer alle 40 bis 50 cm in die Sparren gesetzt, reicht aus. Wichtig ist, dass die Folienbahnen sich ausreichend überlappen, zu diesem Zwecke sind an beiden Rändern gestrichelte Linien als Orientierungshilfe aufgedruckt. Ziehen Sie die Folie beim Tackern keinesfalls auf Spannung! Auch eine Kunststofffolie muss „arbeiten“, sich also je nach Temperatur und Luftfeuchte ausdehnen und zusammenziehen können.

Wesentlich fummeliger wird es, wenn Sie die Folie um die Durchdringungen herumführen. Unsere Erfahrung zeigt, dass es gerade an den Kehlbalken, die bei uns als Zangen ausgeführt sind, sinnvoll ist, die Folie zu stückeln. Das ist kein Problem, solange Sie die Stücke ebenfalls ausreichend überlappen lassen und die Stöße gewissenhaft abkleben. Ein Faltenwurf ist bei der Folie manchmal nicht zu vermeiden, birgt aber immer die Gefahr, dass das Klebeband nicht richtig hält. Für die Anschlüsse der Folie an Boden und Giebelwänden hat Knauf eine Neue im Programm – die Raupe. Dabei handelt es sich um zwei parallel verlaufende Klebewülste, die auf der recht porösen Oberfläche von Putz und Holz ebenso bombenfest halten wie auf der glatten Dampfbremsfolie.

Eine weitere Dämmschicht!

Wenn die Dachhülle komplett ist und dicht, folgt die schon eingangs erwähnte Untersparrendämmung. Dabei handelt es sich um 3 cm dicke Mineralwollematten, die auf der Raumseite einen Rieselschutz aufkaschiert haben. Früher war es üblich, die tragenden CD-Profile für die Beplankung über sogenannte Direktabhänger an den Sparren zu verschrauben und die Dämmmatten zwischen die Profile zu klemmen. Das hat aber den Nachteil, dass Sparren und Profile durch ihre wesentlich höhere Rohdichte eine Art Kältebrücke bilden.

Knauf favorisiert mittlerweile eine bessere Lösung: Zunächst verschrauben Sie die Direktabhänger (maximaler Abstand 40 cm) an den Sparren, biegen sie zur Raummitte hin auf und schieben die Dämmmatten darüber. Die Profile verschrauben Sie dann über der Dämmung liegend an den beiden Schenkeln der Abhänger. Der Vorteil: Die Dämmmatten bilden so eine lückenlose, durchgehende Dämmschicht ohne Kältebrücke.

Wirklich schwierig wird diese Arbeit im unteren Bereich der Dachschrägen. Erstens ist dort wenig Platz, um mit dem Akkuschrauber die Abhänger anzuschrauben. Zweitens müssen Sie sich beim Verschrauben der Profile ganz schön verrenken. Trotzdem empfehlen wir, sowohl die Dämmung als auch später die Beplankung bis zum Boden runter zu ziehen. Dann können Sie nämlich später den Abseitenraum hinter dem Drempel etwa für Nischenkästen nutzen, ohne die Wärmedämmung zu zerstören.

Erst informieren, dann bauen!

Informationen einholen© SelbermachenDie Maßnahmen zur „energetischen Sanierung“ einer Wohnimmobilie werden seit dem 1. April 2009 von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf zwei Arten gefördert: entweder durch einen Investitionskostenzuschuss oder durch zinsgünstige Kredite. Je nach Effizienzklasse liegen die Effektiv-Zinssätze zwischen 2,27 % und 4,27 %. Es heißt: „Der erforderliche energetische Standard ist durch einen Sachverständigen zu bestätigen!“ Sprechen Sie mit Ihrem Architekten, um eine für Sie optimale Förderung herauszuholen. www.kfw-foerderbank.de Telefon (0 18 01) 33 55 77 (3,9 Cent/Min.)

Der Blowerdoor-Test

Blower Door Material© SelbermachenDas Tückische beim Dachausbau ist es, dass Sie eventuelle Undichtigkeiten in der Gebäudehülle erst dann bemerken, wenn nach Monaten oder Jahren die ersten Feuchte- und bzw. oder Schimmelschäden an den Gipswänden auftreten. Auch wenn die Zeit beim Ausbau drängt und die Gipskartonplatten schon auf ihren Einsatz warten, empfehlen wir deshalb, die Dichtigkeit Ihrer Folie und sämtlicher Durchdringungen einmal komplett kontrollieren zu lassen.

Melf Bahnsen - Blower Door Tester© SelbermachenDas geht am besten mit dem sogenannten „Blower-Door- Test“. Bei diesem Verfahren wird mit Hilfe eines Gebläses (siehe rechts) ein leichter Unterdruck im Raum erzeugt, so dass durch alle kleinen und kleinsten Undichtigkeiten in der Gebäudehülle ein messbarer Luftzug von außen nach innen entsteht. Die Raumluft wird quasi ausgetauscht – die sogenannte Luftwechselrate. In gewissem Umfang darf das sogar sein – aber nur dann, wenn der Luftzug eine Windgeschwindigkeit von 0,5 m pro Sekunde nicht überschreitet und die Luft in einem Raum nicht mehr als zweimal pro Stunde ausgetauscht wird. An den Leckagen muss dann nachgearbeitet werden.

Blower Door einsetzen© SelbermachenIn der Regel reicht es aus, mit passenden Klebebändern die undichten Stellen zu überkleben. Der „Blower-Door-Test“ darf nur von lizensierten und entsprechend ausgerüsteten Bauhandwerkern durchgeführt werden. Bestandteil des Tests ist immer ein Leckageprotokoll, in dem der Handwerker alle Schwachstellen auflistet. Er kostet für ein Einfamilienhaus etwa 300 Euro, bei größeren Flächen (ab 1500 qm) wird’s natürlich teurer.

So machen Sie den Blowerdoor-Test

  1. Installiertes GebläseInstalliertes Gebläse© Selbermachen

    Installiertes Gebläse

    In Haustür installiertes Gebläse.
  2. Rohre abdichtenRohre abdichten© Selbermachen

    Rohre abdichten

    Beim „Blower-Door-Test“ müssen alle Fenster geschlossen und alle Luftzu- und -abflüsse sorgfältig abgedichtet werden, was zum Leistungsumfang des Profis gehört.
  3. Fenster testenFenster testen© Selbermachen

    Fenster testen

    Mit einem Messgerät geht es dann auf Leckagesuche.
  4. Rohre testenRohre testen© Selbermachen

    Rohre testen

    Gerade an den Übergängen der Dachschrägen zu den Giebelwänden oder zum Boden und an den Dachflächenfenstern misst der Profi gewissenhaft, ob und wie stark der Luftzug durch die Ritzen weht.
  5. Übergang zur Bodenschalung testenÜbergang zur Bodenschalung testen© Selbermachen

    Übergang zur Bodenschalung testen

    Beim Test vom Übergang zur Bodenschalung guckt Mike Jessen aufmerksam zu.

Weitere Infos, auch zu deutschlandweiten Blower-Door-Standorten finden Sie im Internet auf www.blower-door-tests.de oder über die Hotline unter der kostenfreien Rufnummer (08 00) 3 2650 00.

Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2013. Jetzt abonnieren!
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