Dachausbau: Wände stellen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Leichtbauwände

Dachausbau: Wände stellen

Mit selbstgebauten Leichtbauwänden aus Gipsfaserplatten bekommt der neugeschaffene Dachraum Struktur und Charakter. Wir zeigen, wie’s geht.

 
Ständerwerk © Selbermachen
Ständerwerk

Gerade bei einem ausgebauten Dachgeschoss mit seinen sichtbaren Pfosten und Streben bietet es sich geradezu an, genau diese in die Planung der Zwischenwände einzubeziehen. Ob Sie dabei die Wanddicke durch ein doppeltes Ständerwerk auf Pfostenbreite bringen wie in unserem Fall, oder einen kleinen Vorsprung des Pfostens in Kauf nehmen, ist Geschmackssache.

Raum mit Profilen© SelbermachenDer Bau der so genannten Leichtbauwände ist denkbar einfach: Auf ein aus Metallprofilen errichtetes Ständerwerk schrauben Sie wie bei der Beplankung der Dachschrägen Ihre Gipsfaserplatten. Die an Boden, Wand und Decke befestigten Profile heißen U-Profile, die senkrechten heißen C-Profile, weil deren Kanten noch ein weiteres Mal umgebogen sind. Die C-Profile stellen Sie einfach in die fixierten U-Profile ein und montieren sie mit der Krimperzange. Der Abstand der Ständer richtet sich immer nach der Plattengröße. In unserem Falle verwendeten wir Einmannplatten von 100 x 150 cm Größe, der Ständerabstand von Mitte bis Mitte beträgt also exakt 50 cm. Nur die Türöffnung muss größer sein, nämlich mindestens 90 cm.

Metallprofile© SelbermachenDie Metallprofile sind leichter und filigraner als die sonst üblichen Rahmenhölzer, aber genauso tragfähig und vor allem formstabiler bei Feuchtigkeit.

Ständerwerk

  1. Schlagschnur ziehenSchlagschnur ziehen© Selbermachen

    Schlagschnur ziehen

    Per Schlagschnur markieren Sie exakt den Wandverlauf.
  2. Dübellöcher bohrenDübellöcher bohren© Selbermachen

    Dübellöcher bohren

    Durch die vorgebohrten U-Profil-Löcher hindurch bohren Sie die Dübellöcher etwa alle 30 cm in den Unterboden.
  3. Bodenprofil befestigenBodenprofil befestigen© Selbermachen

    Bodenprofil befestigen

    Mit Einschlagdübeln befestigen Sie das U-Bodenprofil im Unterboden.
  4. U-Profil lotrecht U-Profil lotrecht © Selbermachen

    U-Profil lotrecht

    Mit C-Profil und Wasserwaage bringen Sie das U-Profil in der Dachschräge exakt lotrecht über das Bodenprofil.
  5. Achsabstand Achsabstand © Selbermachen

    Achsabstand

    Die weiteren senkrechten C-Profile stellen Sie ins Bodenprofil mit einem Achsabstand von 50 cm ein.
  6. Profile im LotProfile im Lot© Selbermachen

    Profile im Lot

    Bevor Sie sie fixieren, prüfen Sie, ob die Profile auch wirklich im Lot stehen.
  7. Profile fixieren Profile fixieren © Selbermachen

    Profile fixieren

    Mit einer Krimperzange fixieren Sie die C-Profile unverrückbar an den U-Profilen.
  8. Türsturzprofil fixierenTürsturzprofil fixieren© Selbermachen

    Türsturzprofil fixieren

    Das Türsturzprofil fixieren Sie auf Höhe an einer Seite, bringen es in die Waage und fixieren die zweite Seite.

Dämmung der Innenwand

Beplankung© SelbermachenAuch die Zwischenwände brauchen eine Dämmung aus Mineralwolle. Das hat zum einen den Grund, dass die Wärme nicht von beheizten in unbeheizte Räume entweichen soll. Zum anderen bildet die weiche Dämmung im Zusammenwirken mit der beidseitigen harten Beplankung ein gutes Schalldämmsystem. Das Dämmen funktioniert genauso wie in den Dachschrägen, das heißt, Sie schneiden die Mineralwolle auf Feldbreite plus 1 cm und klemmen sie zwischen zwei Ständer. Ebenfalls in die Zwischenwand müssen Sie die stromführenden Leitungen integrieren. Doch Vorsicht: Nicht jeder Kabeltyp ist gleichermaßen geeignet! Am besten, Sie konsultieren schon in der Planungsphase den Fachmann, der Ihnen das richtige Material nennen und später auch den Anschluss an den Stromkreis des Hauses durchführen und abnehmen kann. Für Sie als Selbermacher bleiben immerhin noch das Kabelverlegen, Hohlraumdosen und Lichtschalter setzen und verdrahten.

Plattenstöße

  1. Zweites StänderwerkZweites Ständerwerk© Selbermachen

    Zweites Ständerwerk

    Um mit der Wand auf die Pfostenstärke zu kommen, ist ein zweites Ständerwerk nötig. Messen Sie die Pfostenstärke ein und markieren Sie den Verlauf per Schlagschnur.
  2. Gipsfaserplatten fixierenGipsfaserplatten fixieren© Selbermachen

    Gipsfaserplatten fixieren

    Mit dem Akkuschrauber und dem Einschraubtiefenbegrenzer fixieren Sie die Gipsfaserplatten auf dem Ständerwerk. Setzen Sie alle 15 cm eine Schraube.
  3. Kleber auf PlattenstößeKleber auf Plattenstöße© Selbermachen

    Kleber auf Plattenstöße

    Plattenstöße mit dem Kleber versehen, die nächste Platte aufsetzen und verschrauben.
  4. Mineralwolle einsetzenMineralwolle einsetzen© Selbermachen

    Mineralwolle einsetzen

    Ist eine Seite komplett beplankt, füllen Sie alle Zwischenräume des Ständerwerks mit Mineralwolle auf.
  5. Zweite DämmschichtZweite Dämmschicht© Selbermachen

    Zweite Dämmschicht

    Die zweite Dämmschicht müssen Sie mit versetzten Fugen einbringen, dann ist die Dämmwirkung optimal
  6. Zweiten Seite beplankenZweiten Seite beplanken© Selbermachen

    Zweiten Seite beplanken

    Dann folgt das Beplanken der zweiten Seite, bei dem Sie ebenfalls an der Türöffnung beginnen. Achtung: Eventuelle Stromkabel für Steckdosen vorher durchziehen.

Kabel verschwinden in der Wand

Kabel Ständerwerk© SelbermachenWollen oder müssen Sie in Ihrer Zwischenwand eine Steckdose oder einen Lichtschalter setzen, so ist das kein Problem. Das Stromkabel legen Sie durch die vorgestanzten Löcher der C-Profile bis zu dem Feld, wo die Dose oder der Schalter sitzen soll. Kabel in der Wand© SelbermachenMit einer Lochsäge bohren Sie die entsprechende Gipsfaserplatte auf und ziehen die Kabel durch. Dann montieren Sie die Platte und setzen die Hohlraumdose ein.

Eine Tür verbindet

Mann mit Türrahmen© SelbermachenIm Idealfall kaufen Sie sich die Tür, die Sie einsetzen wollen, samt Zarge schon vor dem Beginn des Dachausbaus. So haben Sie das exakte Öffnungsmaß schon während Sie das Ständerwerk stellen. Türblätter bekommen Sie zwar in Maßen zwischen 610 x 1985 mm bis 1235 x 2110 mm, allerdings empfehlen wir bei entsprechendem Platz eine Türbreite von 90 cm. Türrahmen einsetzen© Selbermachen Bei der Dicke der Türzarge spielt die Wanddicke natürlich die Hauptrolle. Alle Zargen bieten eine Toleranz von etwa 20 mm, die Sie durch mehr oder weniger starkes Einschieben der zweiten Türbekleidung erreichen. Die Zarge wird, wie bei herkömmlichen Türen auch, zunächst exakt in der Wandöffnung ausgerichtet, sorgfältig verspannt und dann an mindestens drei Klebepunkten pro Seite mit Türzargenschaum ausgeschäumt. Nach dem Aushärten fixieren Sie das Gegenstück (Bekleidung) mit Holzleim in der Zarge.

Tür fertig© SelbermachenSetzen Sie die Tür ein, bevor Sie mit der Gestaltung der neu errichteten Zwischenwand beginnen. So können Tapete, Farbe oder Putz keinen Schaden nehmen. Ob Sie die Tür links oder rechts anschlagen, hängt von Ihren Laufwegen ab.

Die wichtigsten Maße

Maße der Wand© SelbermachenIst Platz dafür vorhanden, sollten Sie mit einer großzügig dimensionierten Tür planen. Für ein Öffnungsmaß von 900 x 2100 mm brauchen Sie ein Türblatt von 860 x 1985 mm Größe. Die Profilabstände richten sich nach der Plattenbreite. Bei der Einmannplatte von 1 m Breite beträgt der Achsabstand der Profile 50 cm. Die Schnellbauschrauben sollten nicht weiter als 15 cm voneinander entfernt gesetzt werden.

Fazit des Hausherrn

Einfach und schnell und ohne große Umstände funktioniert die Montage der Zwischenwände – eine wirklich saubere, leichte Arbeit, die Spaß macht. Man schafft Struktur in einem bis dahin offenen Raum und hat bei richtiger Montage eine feste Wand zwischen beziehungsweise in den Räumen. Beim Montieren des Ständerwerks leistet eine Krimperzange gute Dienste, zum Kürzen der Profile benörtigt man eine rechte und eine linke Blechschere. Das Einsetzen einer Tür ist ein neuer Arbeitsgang in der Vielzahl der Vorgänge eines Ausbaus. Mein Tipp: Setzen sie die Tür am Stück ein. Nehmen sie sich Zeit für genau diesen Vorgang. Es hat keinen Sinn, hier zwischen Ausrichten und Ausschäumen andere Tätigkeiten zu starten. Fixieren Sie die ausgerichtete Zarge in jedem Fall erst nach einer Kontrolle mit der eingesetzten Tür. Neben den verschiedenen Profilen bietet der Hersteller auch dickwandige Trägerteile zum Montieren von Waschtischen oder Toiletten an. Welches Profil wofür am besten geeignet ist, muss man beim Fachhändler klären.

Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2011. Jetzt abonnieren!
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