30 Fragen rund um Kleber & Co | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Kleber

30 Fragen rund um Kleber & Co

Klebstoffe werden nicht nur zum Basteln benutzt. Sie spielen in der Industrie eine immer größere Rolle und sind auch von der Baustelle nicht mehr wegzudenken. Dank moderner, einfach zu verarbeitender Klebstoffe ist Kleben zu einer der wichtigsten Techniken für Heimwerker geworden. Kleben kann heute Nageln, Schrauben, Schweißen, Nieten und andere Verbindungstechniken ersetzen. Wir haben die 30 wichtigsten Fragen rund um Kleber & Co für Sie recherchiert.

 
30 Fragen zum Kleben © Selbermachen
30 Fragen zum Kleben

1. Gibt es einen Alleskleber?

Ja und nein! Sie werden für Bastelarbeiten benutzt, verkleben zum Beispiel Papier, Pappe, Filz, Kork, diverse Kunststoffe, sogar Styropor, Metall und Holz – aber eben auch nicht alles. Vor allem am Bau sollten Sie besser zum, für den jeweiligen Einsatzbereich optimierten, Spezialkleber greifen.

2. Was ist ein Kontaktkleber?

Kontaktkleber eignet sich zum Verkleben ohne lange Anpresszeit. Dazu werden beide Klebeflächen mit dem Klebstoff bestrichen. Dann lässt man das Lösemittel so lange ablüften, bis sich die Oberfläche trocken anfühlt. Anschließend können die beiden Werkstücke zusammengefügt und mit möglichst hoher Kraft zusammengedrückt werden. Eine Korrektur der Verklebung ist nicht mehr möglich. Die Höhe der Kraft bestimmt die Festigkeit der Verbindung. Die Klebestelle ist sofort nach dem Zusammenfügen belastbar. Die Endfestigkeit wird erst nach ein paar Tagen erreicht.

3. Kleben in Sekunden?

Bei Sekundenklebern handelt es sich um chemisch härtende Cyanacrylatklebstoffe, die durch Luftfeuchtigkeit oder Feuchtigkeit aus dem Werkstück auf fast allen Untergründen in wenigen Sekunden aushärten. Der Vorteil von Sekundenklebern ist, dass die zu verklebenden Teile nur kurzfristig fixiert werden müssen und schnell belastbar sind. Es empfiehlt sich deshalb, bei der Verarbeitung Handschuhe zu tragen und sehr sorgsam mit dem Klebstoff umzugehen. Von Haus aus ist Cyanacrylatklebstoff eine klare, nahezu wasserdünne Flüssigkeit. Da ein solcher Kleber Probleme in einigen Klebesituationen bereitet, hat die Industrie zusätzlich zähflüssige und gelförmige Sekundenkleber entwickelt, die auch an schrägen oder senkrechten Klebestellen verwendet werden können. Verbindungen mit Sekundenkleber sind nicht automatisch feuchtigkeits- und temperaturstabil.

4. Sekundenkleber am Finger?

Der Kontakt mit Sekundenklebern kann zum sofortigen Verkleben der Haut führen. Dies ist aber kein Grund zur Panik. Tragen Sie warmes Salatöl auf die Stellen auf und lassen Sie es einwirken. Gegebenenfalls wiederholen Sie dies, bis sich die verklebten Hautstellen wieder auseinanderziehen lassen. Anschließend die Haut mit Wasser und Seife reinigen. Alternativ können Sie die verklebten Finger auch in warmes Seifenwasser tauchen und allmählich wieder lösen. Betroffene Stellen nach dem Entfernen des Klebers gut eincremen.

5. Kleben Alternative zum Bohren?

„Kleben statt Bohren“ lautet ein Versprechen der Industrie. Halten die modernen Kleber, was die Werbung verspricht? SELBER MACHEN hat es in der Juli-Ausgabe 2009 ausprobiert. Mit gutem Erfolg! Voraussetzung für eine haltbare Klebeverbindung ist, dass mindestens eine der Klebeflächen saugfähig ist. Der Kleber wird auf eine der beiden Klebeflächen aufgetragen, dann muss das zu befestigende Teil zirka zehn Sekunden fest angedrückt werden. Während der Zeit ist die Verklebung noch korrigierbar. Danach ist die Verklebung bedingt belastbar. Da die Endfestigkeit aber erst nach 48 Stunden erreicht wird, müssen schwere Teile solange abgestützt und fixiert werden. Eine Dübelverbindung braucht ein paar Minuten länger. Diese ist dann aber sofort voll belastbar. Das Kleben empfiehlt sich deshalb bei leichteren Gegenständen wie Briefkästen, Lampen oder Fußbodenleisten, Bücherregale oder schwere Spiegel sollten Sie doch besser anschrauben.

6. Wasserfester Kleber?

Viele Klebstoffe benötigen Feuchtigkeit aus der Luft zum Reagieren, können aber langfristig durch Feuchtigkeitseinfluss wieder instabil werden. Werden für bestimmte Klebeverbindungen wie zum Beispiel bei Parkett- und Laminatböden oder im Außenbereich besondere Anforderungen an die Wasserfestigkeit gestellt, sollten Sie bei der Auswahl des Klebers darauf achten, dass dieser als wasserfest nach der DIN/EN204-Norm als D3 oder D4 gekennzeichnet ist.

7. Zweikomponentenkleber?

Hierbei handelt es sich um Reaktionsklebstoffe, die vor dem Auftragen in einem bestimmten Verhältnis zueinander gemischt werden müssen, damit die beiden Komponenten miteinander reagieren können. 2-Komponentenkleber werden benutzt, um besonders kraftvolle Klebeverbindungen zu erstellen. Da die chemische Reaktion des Klebers mit dem Mischen der beiden Komponenten beginnt, ist der Kleber nur kurzzeitig (Topfzeit) verarbeitbar, bevor er aushärtet.

8. Wie wird „2K-Kleber“ besonders belastbar?

Die chemische Reaktion von 2-Komponenten- Klebern lässt sich durch die Temperatur beeinflussen. Eine Erhöhung der Temperatur, zum Beispiel durch leichtes Erhitzen der Klebestelle mit dem Heißluftgebläse, führt zu schnellerer Reaktion des Klebers und meist auch zu höherer Festigkeit der Verbindung. Umgekehrt verlängern niedrige Temperaturen die Aushärtezeit und auch die Festigkeit.

9. Wofür Epoxi-Kleber?

Epoxidharz-Klebstoffe, kurz Epoxi-Kleber, sind zweikomponentige Klebstoffe, die aus Harz und einem Härter bestehen. Die beiden Komponenten müssen vor der Verarbeitung gemischt werden. Der ausgehärtete Klebstoff erreicht eine sehr hohe Festigkeit und lässt sich meist nur noch mechanisch entfernen. Epoxi-Kleber werden in der Automobilindustrie, im Bootsbau und auch auf der Baustelle, z. B. beim Fliesenlegen oder der Risssanierung, eingesetzt. Da Epoxi-Kleber nahezu alle Materialien verkleben, bietet die Industrie sie auch als universelle Reparaturkleber an. Die Verarbeitung durch den Heimwerker ist jedoch problematisch. Verschiedene Epoxide gelten als gesundheitsgefährdend. Die Inhaltsstoffe können schon bei kurzzeitigem Kontakt Allergien auslösen.

10. Kann man mit Silikon kleben?

Silikon ist vor allem als dauerelastische Dichtmasse im Handel, die auch begrenzte Klebeeigenschaften hat. Es gibt aber auch spezielle Silikonkleber, die zum Beispiel bei sehr hohen Temperaturen zum Einsatz kommen. Auch zum Verkleben von Glaskonstruktionen wird Silikon eingesetzt.

11. Was bei Materialmix beachten?

Auf den meisten Klebstoffverpackungen ist angegeben, welche Materialien miteinander verklebt werden können. Diffiziler wird es jedoch, wenn Sie unterschiedliche Materialien verkleben wollen. Vor allem Kunststoffe, wie PE, PP, PTE, Silikon und POM lassen sich nur bedingt mit Heimwerkermitteln verkleben.

12. Wo gibt es Hilfe?

Interaktive Klebeberater am Baumarktregal oder im Internet (www.pattex.de oder www.uhu.de) helfen, für nahezu jedes denkbare Material den richtigen Kleber zu finden. Nach der Eingabe der zu verklebenden Materialien zeigen die Hersteller die geeigneten Kleber aus ihrer Produktpalette an. Die Computerprogramme berücksichtigen dabei zum Beispiel auch, ob es sich um eine Punkt- oder Flächenverklebung handelt. Sollten Sie dann noch weitere Fragen haben, lohnt es sich, mal einen Blick in die Verarbeitungshinweise der Hersteller zu werfen. Eine Kurzform der Verarbeitungshinweise steht auf der Verpackung, ausführliche technische Daten und Sicherheitsdatenblätter finden Sie auf den Internetseiten der Hersteller, denn für den professionellen Anwender müssen sie die Produkte erheblich genauer beschreiben als für den Laien.

13. Wofür sind Montagekleber da?

Unter der Bezeichnung Montagekleber werden meist lösemittelfreie Dispersionskleber vertrieben, die sich durch eine hohe Anfangshaftung und gute spaltfüllende Eigenschaften auszeichnen. Sie eignen sich zum Befestigen von Wandbekleidungen, Sockelleisten, Fensterbänken, Dämmplatten, Zierprofilen und anderen leichteren Bauelementen.

14. Wofür Montageschaum?

Montageschaum dient zum Fixieren von Bauteilen wie Fenster und Türzarge und gleichzeitig zum Dämmen der Spalten. Bei der Montage wird der Schaum meist aus einer Sprühdose in die Zwischenräume von Wand und Bauteil gespritzt und dehnt sich dort um ein Vielfaches aus. Dabei verkeilt und verklebt es das Bauteil und dichtet die Zwischenräume ab. Üblich sind 1- und 2-Komponenten-Schäume. Die Verarbeitung von 2-Komponenten-Schäumen geht schneller, allerdings ist sie nicht unproblematisch, denn einmal aktiviert quillt der Schaum schon in der Dose und kann diese zum Bersten bringen. Wegen der Isocyanate gelten Montageschäume als Risikostoffe. Sie können Atemwege, Augen und Haut reizen sowie Allergien auslösen.

15. Montageschaum einsetzen?

1-k-Montageschaum benötigt Feuchtigkeit aus der Luft und den Baustoffen zum Aushärten. Das Anfeuchten der Fugen sorgt für ein besseres Ergebnis. Bei 2-K-Schäumen sind die zum Härten notwendigen Komponenten bereits in der Dose enthalten und werden durch das Aktivieren gemischt. Danach muss die Dose innerhalb kurzer Zeit vollständig entleert werden. Je höher die Temperatur, desto schneller läuft dieser Prozess ab.

16. Wie entferne ich Klebereste?

Am besten entfernen Sie Reste, solange der Kleber noch „offen“ ist. Oft reicht ein feuchter Lappen. Ist der Kleber angetrocknet, hängt die Vorgehensweise von Klebstoff und Untergrund ab. Alleskleber lässt sich aus Kleidungsstücken einfach ausbürsten, wenn man sie über Nacht in die Gefriertruhe legt. Sekundenkleber wird dagegen so spröde, dass man ihn wegbürsten kann, wenn man das Kleidungsstück vorsichtig mit einem Fön erhitzt. Andere Klebstoffe lassen sich einfach auswaschen oder mit Aceton oder Nitroverdünnung lösen. Dabei ist aber zu beachten, ob der Untergrund die Behandlung verträgt.

17. Wohin mit den Resten?

Klebstoffe enthalten chemische Substanzen, die für die Umwelt belastend sein können. Beachten Sie beim Entsorgen der Reste die Kennzeichnungen auf dem Gebinde und gegebenenfalls die Sicherheitsdatenblätter, die Sie auf den Internetseiten der Hersteller oder unter www.gisbau.de finden. Ausgehärtete Kleber in haushaltsüblichen Mengen dürfen meist mit dem Hausmüll entsorgt werden. Sprechen Sie mit Ihrem (Müll-)Entsorger!

18. Kann man Glas kleben?

Je nach gewünschtem Einsatzbereich lässt sich Glas mit unterschiedlichen Klebern verbinden. Bei geringer Belastung genügt sogar schon ein Alleskleber, der auf beide Klebeflächen aufgetragen und zum Trocknen ausgelegt wird. Sind die beiden Klebeschichten trocken, wird nochmals Alleskleber aufgetragen und die beiden Gläser zusammengedrückt. Für Aquarien gibt es spezielle Kleber auf Silikonbasis, in anderen Bereichen werden zum Verkleben von Glas Montagekleber oder Sekundenkleber eingesetzt. Das Hauptproblem bei allen Verklebungen von Glas ist, dass der Kleber möglichst unsichtbar sein soll. Transparenter Klebstoff, der sehr dünn aufgetragen werden kann, ist hier deshalb im Vorteil.

19. Wofür Schmelzkleber?

Schmelzkleber, der mit der Heißklebepistole verarbeitet wird, ist lösemittelfrei und eignet sich für die schnelle Verarbeitung. Durch Erhitzen wird der in Sticks gelieferte Kleber fließfähig und kann auf die zu verklebende Oberfläche aufgetragen werden. Beim Abkühlen verfestigt sich der Schmelzkleber wieder. Nach etwa zwei Minuten ist die Klebeverbindung belastbar. Da der Schmelzkleber sofort nach dem Auftragen abkühlt, können immer nur kleinere Werkstücke miteinander verbunden werden, denn zum Auftragen des heißen Klebers auf große Flächen reicht die Zeit meist nicht aus. Die üblichen Schmelzkleber sind nicht feuchtigkeitsbeständig. Sie eignen sich deshalb nicht für Nassräume und den Außenbereich. Im Fachhandel gibt es aber auch Klebepistolen für einen speziellen PUR-Klebstoff, der hochbelastbare Verbindungen zwischen nahezu allen Materialien ermöglicht und witterungsbeständig ist. Ein Vorteil von allen Schmelzklebern ist, dass sich die Verklebung durch Erwärmen mit der Heißluftpistole wieder rückstandsfrei entfernen lässt.

20. Was ist Scherkraft?

Unter Scherkraft versteht man eine Kraft, die parallel zur verklebten Fläche wirkt. Wenn Sie zwei Platten flach aufeinanderkleben, bezeichnet die Scherkraft, diejenige Kraft, mit der Sie die Platten durch Verschieben auseinanderziehen können.

21. Kohäsion und Adhäsion?

Adhäsion ist die natürliche Anziehungskraft zweier sich berührender Oberflächen. Hier den zu verklebenden Flächen und dem Klebstoff. Damit diese Haftung wirksam wird, muss der Klebstoff die zu verklebenden Oberflächen gleichmäßig benetzen. Es dürfen sich keine Fremdkörper zwischen den beiden Flächen befinden. Die Klebeflächen müssen sauber, fett- und staubfrei sein. Durch Aufrauen lässt sich die Materialoberfläche vergrößern und so die Adhäsion noch verbessern. Kohäsion bezeichnet die Kräfte, die den inneren Zusammenhang des Klebstoffs bewirken und ihm seine innere Festigkeit verleihen. Die Kohäsionskräfte beeinflussen aber auch die Zähigkeit und das Fliesverhalten des Klebstoffs während der Verarbeitung.

22. Wie PVC-Rohre verkleben?

Kunststoffrohre aus PVC lassen sich sicher mit einem speziellen Klebstoff verbinden. Der löst das zu verbindende Material mit Lösemitteln wie zum Beispiel Tangit oder Griffon etwas an. So lassen sich dann die Kunststoffrohre mit den entsprechenden Fittings problemlos leicht verkleben.

23. Wie bleibt der Kleber frisch?

Da die meisten Klebstoff mit der Luftfeuchtigkeit reagieren, passiert es immer wieder, dass der Kleber in einmal angebrochenen Verpackungen mit der Zeit aushärtet und unbrauchbar wird. Die Ursache dafür ist, dass die Verpackung nicht wirklich luftdicht verschlossen war. Wenn die Kappe auf eine Tube mit noch herausquillendem Kleber geschraubt wird, entsteht ein Leck, das die Luft mit der Zeit eindringen lässt. Deshalb sollten Sie vor dem Verschließen alte Kleberreste von der Spitze der Tube wieder entfernen.

24. Klebeflächen vorbereiten?

Voraussetzung für eine haltbare Klebeverbindung ist, dass die zu verklebenden Oberflächen sauber, fett- und staubfrei sind. Vor dem Auftragen des Klebers muss die Oberfläche gründlich gereinigt werden. Wird sie zuvor noch angeschliffen, ist auch der Staub sorgfältig zu entfernen. Oberflächen bekommt man durch Abwischen mit einem leichtflüchtigen Lösemittel, wie Aceton, Nitroverdünnung oder Brennspiritus fettfrei. Benzin eignet sich für die Aufgabe ebenso wenig wie Nagellackreiniger, der heute zusätzliche Pflegemittel enthält.

25. Sicherheitsbestimmungen?

Die zu beachtenden Sicherheitshinweise sind je nach Klebstoff oft recht unterschiedlich. Eine Kurzform finden Sie auf der Verpackung. Die ausführliche Variante auf den Internetseiten der Hersteller. Grundsätzlich gilt es, Hautkontakt mit dem Klebstoff möglichst zu vermeiden.

26. Holz im Außenbereich kleben?

Holzleime werden nach der DIN/EN 204 in Unterschiedliche Beanspruchungsgruppen eingeteilt. Für den Außenbereich eignen sich nur die D3- und D4-Leime. D3 steht für die Eignung im Innenbereich mit häufiger kurzzeitiger Wassereinwirkung oder höherer Luftfeuchtigkeit sowie für den Außenbereich, ohne ihn einer direkten Bewitterung auszusetzen. D4 kennzeichnet Leime, die im Innenbereich häufiger und lang anhaltender Einwirkung abfließenden Wassers bzw. Kondenswassers und im Außenbereich mit angemessenem Oberflächenschutz der Witterung ausgesetzt werden können. Achten Sie auf eine entsprechende Kennzeichnung auf der Verpackung. Von fast allen Leimarten gibt es entsprechende Varianten. Heute kommt jedoch immer öfter PU-Leim für den Außenbereich zum Einsatz.

27. Was ist ein PU-Leim?

Hierbei handelt es sich um einen modernen Konstruktionskleber auf Polyurethanbasis. Er ist wasserfest und klebt nicht nur Holz, sondern nahezu alle klebbaren Materialien, wie Stein, Porenbeton, Metall, Keramik, Gips, Styropor und viele Kunstoffe. PU-Leim ist ein lösemittelfreier Reaktionsklebstoff, der durch Feuchtigkeit aushärtet. Bei vielen Produkten kommt es zu einem leichten Aufschäumen. So wird eine besonders gute Spaltfüllung erreicht. Da PULeime im flüssigen Zustand gesundheitsschädlich sind, sollten Sie beim Verarbeiten geeignete Schutzhandschuhe tragen.

28. Wie kleine Flächen kleben?

Je größer die verklebte Fläche ist, desto belastbarer ist die Verbindung. Stehen nur kleine Klebeflächen zur Verfügung, sind der Belastbarkeit enge Grenzen gesetzt. In vielen Fällen ist es aber überhaupt nicht schwer, die wirksame Klebefläche zu vergrößern. Sollen zum Beispiel zwei Latten längs aneinander geklebt werden, so können Sie die Stirnseiten schräg im Winkel von 45° zuschneiden, um die Klebefläche zu vergrößern. Gegebenenfalls können auch zusätzliche Laschen oder eine aufgeklebte Manschette für mehr Stabilität der Verbindung sorgen.

29. Wie große Flächen kleben?

Das Verkleben großer Flächen ist oft ein Problem, da die beschränkte Verarbeitungszeit des Klebers häufig nicht ausreicht, ihn auf eine große Fläche aufzutragen. Zum Verkleben großer Flächen sind deshalb Kleber, die sich besonders schnell auftragen lassen und eine lange Offenzeit haben von Vorteil (z. B. Sprühkleber). Auch Kleber für spezielle Anwendungen (z. B. Teppichkleber) sind auf die jeweils typischen Verarbeitungszeiten abgestimmt.

30. Wann ist Kleber voll belastbar?

Auch wenn die Hersteller angeben, dass manche Klebstoffe schon nach wenigen Sekunden belastbar sind, haben sie dann noch lange nicht ihre Endfestigkeit erreicht. Erst wenn die physikalische oder chemische Reaktion abgeschlossen und der Klebstoff ausgehärtet ist, ist die maximale Belastbarkeit erreicht. Je nach Klebstoffart sind dies 24 Stunden bis zu etwa drei bis fünf Tagen. Anders ist es bei Schmelzklebern, die mit der Heißklebepistole aufgetragen werden. Ist der Kleber wieder abgekühlt, hat er seine volle Belastbarkeit. Bei vielen Klebern ist zu beachten, dass sie sich durch Umwelteinflüsse (Temperatur, Sauerstoff, Luftfeuchtigkeit) verändern. Das heißt, die nach ein paar Tagen ereichte Endfestigkeit bleibt nicht bis in alle Ewigkit bestehen, sondern verringert sich unter Umständen allmählich wieder.

Noch mehr Informationen?

Praktisch alle Hersteller von Klebstoffen geben auf ihren Internetseiten detaillierte Hinweise zu ihren Produkten und Einsatzgebieten. Gute Beispiele sind: www.pattex.de oder www.uhu.de

 

Artikel aus selber machen Ausgabe 07/2013. Jetzt abonnieren!
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