Konstruktiver Holzschutz | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Holzschutz

Konstruktiver Holzschutz

Holz gehört unbestritten zu den beliebtesten Baustoffen, doch es unterliegt der natürlichen Zerstörung durch Schadorganismen und Umwelteinflüsse und muss daher in regelmäßigen Abständen geschützt und gewartet werden.

 
Konstruktiver Holzschutz © Selbermachen
Konstruktiver Holzschutz

Außenraumklima: Die verbauten Hölzer sind konstruktiv gegen Sonneneinstrahlung, Niederschläge und Wind geschützt, ansonsten aber wechselnden Temperaturen und Luftfeuchfeuchtigkeiten ausgesetzt.

Holzbaustoffe und Hölzer im Außenbereich haben es ganz schön schwer. Rund um die Uhr sind sie den Angriffen durch Pilze und Insekten ausgesetzt und müssen klimatischen Einflüssen wie Wind, Regen und Trockenheit, Hitze und Frost widerstehen. Bei diesem Kampf brauchen sie Unterstützung, sonst steht am Ende im schlimmsten Fall die Zerstörung.

Wie kann diese Unterstützung aussehen? An erster Stelle steht der konstruktive Holzschutz rund ums Haus: Eine gute Architektur oder Bautechnik sorgt dafür, dass Wasser entweder vom Holz ferngehalten wird oder aber schnell ablaufen kann. Der chemischen Holzschutz, also das Imprägnieren mit Holzschutzmitteln, sowie die Nutzung besonders resistenter Holzarten wie Eichen- oder Tropenholz tun ein Übriges, um die schädigenden Einflüsse auf die Holzbauwerke möglichst gering zu halten.

Oberflächenbehandlung

Ist die Oberfläche gesund, geht es dem Bauwerk gut. Ist Holzschutz wirklich so einfach?

© SelbermachenZwar schützt eine Oberflächenbehandlung das Holz für einen begrenzten Zeitraum, doch kann sie gravierende Fehler der Holzartwahl, der Konstruktion und des oben genannten Holschutzes nicht ausgleichen. Wie lange ein Anstrich standhält, kann im Allgemeinen nicht vorausgesagt werden, sondern ist ebenso abhängig vom Untergrund wie vom verwendeten Anstrichmittel und vom vorherrschenden Wetter.

Der Algenbewuchs auf Zäunen hält die Feuchtigkeit und beeinflusst somit die Zerstörung des Holzes positiv. Auch Carports aus druckimprägnierten Hölzern müssen gelegentlich gereinigt und geölt oder gestrichen werden.

Untergrund

© SelbermachenEin Beispiel: Sägerauhe Hölzer nehmen zwar in großem Maße dünnflüssige Anstriche auf, dickflüssigere bleiben jedoch auf einem Luftpolster zwischen den einzelnen Zellwandstrukturen liegen und haben so nur eine geringe Haftfestigkeit. Für sägeraue Oberflächen ist demnach eine Dünnschichtlasur oder ein deckender Dispersionsanstrich mit niedriger Viskosität geeignet. Hingegen zeigen gehobelte Oberflächen oft auf den Längsflächen Hobelschläge, also Quetschungen des Holzes. In diesen Bereichen können sich Anstriche nur bedingt in der Holzoberfläche verankern und lösen sich daher in kürzerem Zeitraum wieder vom Holz. So wird sehr schnell deutlich, dass zur Sicherung einer langanhaltenden Gebrauchstauglichkeit eine regelmäßige Wartung und Instandsetzung des Holzes notwendig ist.

Wartungsintervalle

© SelbermachenBei regelmäßiger Wartung – wir gehen hier von einer jährlichen Inaugenscheinnahme der Holzflächen aus – und ausreichender Pflege sind die in der unten aufgeführten Tabelle zusammengestellten Renovierungsintervalle von Beschichtungen in Abhängigkeit von der Bewitterungsintensität zu erwarten. Diese treffen jedoch nur zu, wenn auch in Ausführung und Konstruktion keine Mängel vorhanden sind.

All die Faktoren, die die Haltbarkeit eines Bauwerks oder seines Werkstoffs, des Holzes, beeinflussen, wie etwa das Weglassen einer Holzschutzgrundierung oder der Objektstandpunkt, also die Wahl der Himmelsrichtungen, sind der Tabelle auf der nächsten Seite zu entnehmen.

Schon kleinste Beschädigungen in der Lackoberfläche lassen zerstörerische Feuchtigkeit ins Holz eindringen. Zu tief versenkte Schrauben in Außendecks lassen druckimprägniertes Holz schnell Feuchtigkeit ziehen.

Beschichtungen

© SelbermachenBei den Anstrichstoffen unterscheiden wir drei Arten: zum erstens die farblose, zweitens die lasierende und drittens die deckende Beschichtung. Die Tabellen verdeutlichen, dass eine farblose Beschichtung auf Grund ihrer geringen Pigmentierung (farblose Lasur, Klarlack) nicht für Bauteile unter direkter Wettereinwirkung (UV-Strahlung zersetzt das Holz) geeignet ist.

Besser geeignet sind stets deckende Beschichtungen (deckende Lacke). Zwar wird im allgemeinen die Beschichtung nach ihrer dekorativen Wirkung oder Farbigkeit ausgewählt, wichtiger jedoch sollte der Schutz des Bauteils sein.

Expertentipp

Ludger Overhageböck, Geschäftsbereichsleiter Holzhandwerk der Firma Remmers Baustofftechnik GmbH.

Holz ist ein langlebiger Baustoff. Ein dauerhafter Werterhalt lässt sich allerdings nur durch eine regelmäßige Pflege und Instandhaltung erreichen. Aus technischen Gründen ist die Haltbarkeitsdauer der Beschichtungen grundsätzlich geringer als die der Holzbauteile.

Daher muss das Hauptaugenmerk auf die Pflege der Beschichtung gerichtet sein. Die Farbe der Beschichtung verändert sich unter Licht-, Wetter- und Umwelteinwirkung. Das gilt für deckende wie auch für lasierende Beschichtungen. Helle, insbesondere weiße, lösungsmittelhaltige als auch wasserverdünnbare Alkydharzlackfarben zeigen auf nicht mit Tageslicht beschichteten Flächen eine mehr oder weniger ausgeprägte Dunkelvergilbung. Transparente lasierende Beschichtungen verlieren je nach Farbe und Schichtstärke durch Alterung ihre Filterwirkung. Die Strahlen dringen durch die Beschichtung. Das Lignin im Holz wird abgebaut, es kommt zu Pilzbefall (Bläue) und Vergrauung des Holzes. Eine rechtzeitige, regelmäßige Überprüfung und Ausbesserung einzelner auch kleinerer Schadstellen ist Voraussetzung für den dauerhaften Erhalt von Aussehen und Funktion.

Eine lange Haltbarkeit bieten deckende Anstriche für Holzbauteile im Außenbereich wie zum Beispiel Fachwerk, Dachuntersichten und Verschalungen. Eine Pflegebeschichtung sollte spätestens dann vorgenommen werden, wenn die Lackoberfläche matt geworden ist und anfängt zu kreiden. Für die Pflegebeschichtung hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: Nicht mehr tragfähige und lose Altbeschichtungen entfernen. Verwitterte Holzoberflächen bis auf das tragfähige Holz abschleifen.

Tragfähige Altbeschichtungen anschleifen und die Oberfläche säubern

Die Holzfeuchtigkeit darf bei Nadelhölzern 15% und bei Laubhölzern 12 % nicht übersteigen. Die freigelegten Holzoberflächen mit Aidol Grund/Bläuesperre grundieren. Wenn der Anstrich weiß oder hell getönt ist, ist die Zwischenbeschichtung der grundierten Holzoberflächen in zwei Arbeitsgängen mit Aidol Isoliergrund vorzunehmen, um ein Durchschlagen von wasserlöslichen Holzinhaltsstoffen zu verhindern.

Denn die Holzinhaltsstoffe führen bei weißen oder hellen Anstrichen zu gelbbräunlichen Verfärbungen in der Beschichtung. Bei mittel bis dunklen Anstrichen kann die Zwischenbeschichtung dann in ein bis zwei Arbeitsgängen direkt mit Aidol Deckfarbe im gewünschten Farbton vorgenommen werden. Anschließend erfolgt die ganzflächige Schlussbeschichtung mit Aidol Deckfarbe.

Buchtipps

Holzschutz im Hochbau: Dieses Werk umfasst die verschiedenen Möglichkeiten Holz zu schützen – konstruktiv, chemisch und physikalisch bis hin zur Bekämpfung von Pilzen und Holzfressern. ISBN 3-8167-6647-1; 363 Seiten, 55 Euro; Fraunhofer IRB Verlag.

Lack-Handbuch Holz: Sehr ausführliches Praxisbuch für alle Holzpraktiker, die sich intensiv mit der Materie Lack und Holzoberflächen auseinandersetzen müssen. ISBN 3-87181-358-3; 280 Seiten, 44 Euro; DRW-Verlag Weinbrenner.

Weitere Informationen und Produkte finden Sie hier:

Akzo Nobel GmbH | Telefon (02 21) 58 81-0 | I’net: www.akzonobel.com

Clou | Lackfabrik Clouth | Telefon (0 69) 8 90 07-0 | I’net: www.clou.de

DAW Deutsche Amphibolin Werke Alpina | Telefon (0 61 54) 71-0 | I’net: www.alpina-farben.de

Dyrup Deutschland GmbH | Telefon (0 21 66) 96 46 | I’net: www.dyrup.de

Krautol-Werke GmbH | Telefon (0 61 57) 13-0 | I’net: www.krautol.de

Osmo Holz und Color GmbH | Telefon (0 25 81) 9 22-100 | I’net: www.osmo.de

Paint Quality Institut Rohm und Haas Deutschland | Telefon (0 69) 7 89 96-165 | I’net: www.farbqualitaet.de

Schöner Wohnen Farbe | Tel. (0 18 05) 35 83 44 37 | I’net: www.schoener-wohnen-farbe.de

Remmers Baustofftechnik | Telefon (0 54 32) 83-0 | I’net: www.remmers.de

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2010. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren