Alkovenbett im Country-Look | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Bettnische

Alkovenbett im Country-Look

Ob als uriges Gästebett oder kuschelige Koje fürs Kinderzimmer - Ein so genannter Alkoven ist originell und heimelig zugleich. Sie werden erstaunt sein, wie leicht diese Konstruktion zu bauen ist.

 
Alkovenbett im Country-Look selber bauen © Selbermachen
Alkovenbett im Country-Look selber bauen

Mädchen im Alkovenbett© SelbermachenMädchen am Schrank© Selbermachen

Das Alkovenbett

ist zwar Deckenhoch, die verwendeten Schränke jedoch nur fast. Dadurch entsteht im Inneren eine kleine Ablage, auf der so manches Plüschtier oder die Nachtlektüre Platz findet. Rechts: Hier wird die kleine Schummelei mit den aufgesetzten Türen deutlich.

Ein Alkoven ist eine historische Bettnische oder ein kleiner Nebenraum, in dem sich eine Schlafgelegenheit befindet. Solche Alkoven wurden in den früheren schlecht beheizten Bauernhäusern (Siehe auch: Buchtipp „Faszination Bauernhaus“) auch gern zwischen der beheizbaren Stube und der Küche eingebaut, und waren somit besser gewärmt als freistehende Betten.

Alkovenbett: Bett machen© SelbermachenHeute, in Zeiten von Zentral- und Fußbodenheizung, spielt der Wärmefaktor eine nicht mehr ganz so große Rolle. Vielmehr ist es der urig-ländliche Charme, der von solch einem Bett ausgeht.

SELBER MACHEN hat sich nun des Themas angenommen, weil der Landhausstil, manchmal auch „Country-Look“ genannt, immer populärer wird – allerdings ist er meist nur für viel Geld zu haben. (Siehe auch: Paravent im Countrystil)

Material: Bettgestell und Schränke© SelbermachenDass es aber auch anders geht, beweisen wir Ihnen hier einmal mehr mit unserer Alkoven-Variante: Sie besteht im Kern aus einem Etagenbett und zwei fast deckenhohen Küchenschränken von Ikea. Bett und Schränke wurden so mit Spanplatte, Sperrholz und Tapete verkleidet, dass kaum zu erkennen ist, dass es sich hier nicht um eine massiv hergestellte Version handelt. Aber lesen Sie selbst, wie sich das Bett verwandelt!

Die Einstiegsleiter

Leiter des Alkovenbettes© Selbermachenist gegen Umkippen gut gesichert. Dazu sitzen in der obersten Sprosse der Leiter zwei Ringhaken, die über zwei kleine metallene Möbelknöpfe gestülpt werden. Die Möbelknöpfe selbst sind im Querholm mit einer dünnen Gewindestange eingelassen.

Als Grundsteine für dieses Bauvorhaben werden das Etagenbett namens „Mydal“ für 70 Euro, ein 40 cm breiter Hochschrank „Faktum, Ärlig weiß“ (Schrank-Kode FA500 für 70 Euro) und ein weiterer 60 cm breiter Hochschrank „Faktum, Ärlig weiß“ (Schrank-Kode FA501 für 70 Euro) benutzt – alles von Ikea. Als Verkleidungsmaterial kommt günstige, 16 mm dicke Spanplatte oder MDF-Platte aus dem Baumarkt zum Tragen. Nachdem die Verkleidungen, also auch Sockel- und Deckenblenden, angebracht sind, werden sämtliche Bauteile, die später als massive Wand erscheinen sollen, mit einer Tapete beklebt. Beachten Sie unbedingt, dass die Tapete auf den beschichteten Ikea-Schränken nur kleben bleibt, wenn zuvor die Flächen angeschliffen wurden und als Tapetenkleister ein Styropor- Kleber verwendet wird. Die blauen Türimitationen auf der grünen Schranktür werden erst gestrichen und dann mit Montagekleber aufgeklebt.

  1. Skizze des BettesSkizze des Bettes© T. Straszburger

    Skizze des Bettes

    Die Gestaltung des Country-Looks ist ländlich einfach. Wenn Sie es etwas verspielter mögen, setzen Sie statt der sachlichen Zierecken solche mit verschlungenen Ornamenten ein oder bemalen den Alkoven mit floralen Motiven.
  2. Sockelblenden anlegenSockelblenden anlegen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Sockelblenden anlegen

    Die beiden Ikea-Küchenschränke werden zunächst mit Momentzwingen fixiert und miteinander verschraubt. Die Sockelblenden bestehen aus Spanplatte und werden gegen ein Verkippen durch ein T-förmiges Anbaustück gesichert.
  3. Sockel leimenSockel leimen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Sockel leimen

    Das T-Stück bei der kurzen Sockelblende springt um Sockelblendendicke (hier 16 mm) zurück und bietet so einen Anschlag für die lange Blende. Die Blenden werden mit Montagekleber festgeleimt.
  4. Anschlagsleisten montierenAnschlagsleisten montieren© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Anschlagsleisten montieren

    Als Anschlagleisten für die oben umlaufenden Blenden werden Dachlatten so montiert, dass sie nach vorne kantenbündig abschließen und seitlich um 16 mm zurückspringen.
  5. Dachlatten verschraubenDachlatten verschrauben© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Dachlatten verschrauben

    Rückansicht großer Schrank: Um die durchgehende Spanplattenwand montieren zu können, wird der Schrank mit drei Dachlatten in 4,3 cm Dicke hinterfüttert...
  6. Rückwand verschraubenRückwand verschrauben© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Rückwand verschrauben

    ...und darauf dann die Spanplatte geschraubt.
  7. Tapete aufklebenTapete aufkleben© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Tapete aufkleben

    Nun die komplette Wand mit Tapete bekleben. Dazu die Spanplatte einmal zuvor mit dem Tapetenkleister einstreichen und trocknen lassen. Nun erst die ebenfalls eingekleisterte Tapete aufbringen und festrollern.
  8. Tapetenüberstände abschneidenTapetenüberstände abschneiden© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Tapetenüberstände abschneiden

    Überstände werden noch in halbnassem Zustand mit dem Messer entfernt.
  9. Sperrholzstreifen aufnagelnSperrholzstreifen aufnageln© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Sperrholzstreifen aufnageln

    Für die weiteren Arbeiten empfehlen wir, das Bett in „Rückenlage“ zu bringen: Da die seitlichen Holme bei dem Etagenbett gegenüber den aufrechten Stollen um etwa 6 mm zurückspringen, wird zunächst je ein Sperrholzstreifen in eben dieser Stärke aufgenagelt. So erhält man ein gleiches Niveau von Holmen und Stollen, damit die Verkleidungsplatten flächig angeschraubt werden können.
  10. Markierung setzenMarkierung setzen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Markierung setzen

    Die etwa 2 bis 3 mm überstehenden Schrauben in den Stollen werden rückseitig in die Verkleidungsplatten eingelassen. Dazu die Platte auflegen, mit einem Stück Restholz die Schraubenmitte ausloten und auf die Platte übertragen.
  11. Sachlöcher bohrenSachlöcher bohren© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Sachlöcher bohren

    Mit einem 20-mm-Forstnerbohrer beziehungsweise -Kunstbohrer ein 5 mm tiefes Sackloch bohren.
  12. Mit Reststücken fixierenMit Reststücken fixieren© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Mit Reststücken fixieren

    Die Platte umdrehen und auf das Bettgestell schrauben. Damit die Platte seitlich exakt um 16 mm übersteht, wird ein entsprechend dickes Reststück als Montagehilfe mit einer Momentzwinge fixiert.
  13. Verbindungslasche montierenVerbindungslasche montieren© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Verbindungslasche montieren

    Am oberen Ende der Verkleidungsplatten werden rückseitig links wie rechts Verbindungslaschen zur Befestigung der Deckenblende montiert (siehe auch Abb. 18).
  14. Verkleidungsplatten anschraubenVerkleidungsplatten anschrauben© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Verkleidungsplatten anschrauben

    Anschrauben der Verkleidungsplatten auf den Holmen: Wir empfehlen, auch hier Zulagehölzchen zu benutzen, die die Platten exakt bündig auf dem Holmen zu platzieren.
  15. Leisten fixierenLeisten fixieren© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Leisten fixieren

    Zunächst die quer verlaufenden Rahmenleisten mit Holzleim und Momentzwingen fixieren. Anschließend die aufrechten Leisten genau einpassen und einleimen.
  16. Holzplatten leimenHolzplatten leimen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Holzplatten leimen

    Die 9,5 cm breiten, 6 mm dicken Sperrholzstreifen, deren Kanten gefast sind, werden mit Holzleim aufgeklebt. Zum Verteilen des Leims eignet sich ein Zahnspachtel aus Kunststoff. Sind die Sperrholzstreifen in Position, werden sie angepresst. Das klappt am besten, wenn Sie ein Stück beschichtete Spanplatte (Reststück) auf die Streifen legen und diese dann mit gefüllten Wassereimern beschweren.
  17. MDF-Streifen verschraubenMDF-Streifen verschrauben© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    MDF-Streifen verschrauben

    Unteransicht: Schmale MDF-Streifen dienen als Schubkastenführungen.
  18. Fertiges GrundgerüstFertiges Grundgerüst© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Fertiges Grundgerüst

    Noch einmal veranschaulicht: Links die beiden Schrankelemente, rechts das Ikea-Bett, teilweise verkleidet und mit hölzernen Zierecken (freie Form aus einer Leimholzplatte herausgesägt) versehen.
  19. Latten fixierenLatten fixieren© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Latten fixieren

    Als „Herausfallschutz“ eine Dachlatte quer in den Einstieg einleimen. Die Deckenblende wird dann mit jener Tapete beklebt, die für den Raum vorgesehen ist, und nach dem Durchtrocknen montiert. Da man hier keine Zwinge ansetzen kann, benutzt man zwei stabile Leisten, um die obere Rahmenleiste mit der Blende zusammenzupressen.
  20. Bett streichenBett streichen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Bett streichen

    Zuletzt alles grundieren und in dem ausgewählten Farbton lackieren.
  21. Schublade leimenSchublade leimen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Schublade leimen

    Die Schubladen bestehen aus unbehandelter MDF-Platte. Auch hier wird alles stumpf verleimt, weil dieses Material beste Verleimqualitäten hat und deshalb auf Holzverbindungen verzichtet werden kann.
  22. Leiste verschraubenLeiste verschrauben© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Leiste verschrauben

    Seitlich werden noch Holzleisten zur Montage der Rollen angebracht. So bewegen sich die Schubladen nur wenige Millimeter über dem Boden.

Tapeten:

Sämtliche Kunststoffoberflächen, die tapeziert werden sollen, müssen leicht angeschliffen werden. Anschließend wird die Tapete mit Styroporkleber (etwa Methylan Styropor) aufgeklebt.

Großzügige Schubladen

halten viel Platz für Wäsche, Bettdecken und Extrakissen bereit. Wer mag, kann natürlich hier auch seine Nachtlektüre oder ein Betthupferl verstecken.

Mit einem Vorhang wird’s noch wohliger

Vorhang für das Alkovenbett© SelbermachenWas wäre ein traditionelles Alkovenbett ohne den typischen Vorhang? Aber keine Bange, dazu müssen Sie keinen Nähkurs belegt haben, denn wir haben für Sie eine einfache und effektive Lösung gefunden.

  1. Gardinenstoff zuschneidenGardinenstoff zuschneiden© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Gardinenstoff zuschneiden

    Schneiden Sie zunächst den Vorhangstoff unter Zugabe von ringsherum etwa 5 cm mit einer Zackenschere oder einem Rollcutter mit Zackenklinge zu (siehe auch Servicekasten rechts). Die Zackenklingen verhindern ein späteres Ausfransen der Stoffränder. Sie müssen also nicht noch einmal umgenäht oder umgebügelt werden.
  2. Saumfix Vlies auflegenSaumfix Vlies auflegen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Saumfix Vlies auflegen

    Zunächst wird der Stoff ringsherum um eben genannte 5 cm umgebügelt. Ist der Stoff erkaltet legen Sie einen Streifen Saumfix-Vlies (GoldZack von Prym) in den Saum. Nun ein feuchtes Tuch oben auflegen und mit dem Bügeleisen den Saum entlang bügeln. Das Saumfix-Vlies verklebt nun die gewünschten Bereiche und man erhält einen rundum perfekten Saum, ohne je eine Nähmaschine gesehen zu haben!
  3. Stange durchziehenStange durchziehen© Christian Bordes/ Selbermachen Media GmbH

    Stange durchziehen

    Mit Saumfix lassen sich auch Tunnel oder Hohlsäume für eine Stangenbefestigungen anfertigen.
ALLE FOTOS, sofern nicht anders angegeben: Christian Bordes
Artikel aus selber machen Ausgabe 11/2014. Jetzt abonnieren!
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