Trockenwand

So geht's: Lautsprecher hinter eine Trockenwand legen

Lautsprecherboxen sind meist groß und klobig und irgendwie selten zum Interieur passend. Unser Vorschlag: Lassen Sie sie doch einfach in der Wand verschwinden. Mit dem neuen „Soundboard“ können Sie Ihre Musik künftig nämlich aus einer Trockenbauwand spielen lassen. Wir zeigen, wie’s geht.

 
Soundboard noch sichtbar © Selbermachen
Soundboard noch sichtbar

Noch sieht man es, das „Soundboard“ von Knauf. Spätestens, wenn die Fugen und Schraublöcher verspachtelt sind und die Wand tapeziert oder gestrichen ist, erkennt man nichts mehr. Das „Soundboard“ kann in alle Trockenbausysteme, also in Wände und abgehängte Decken mit Metall- oder Holzständerwerk eingebaut werden.

Kennen Sie das Spiel „Such die Box?“ Das geht so: Führen Sie Ihren Besuch ins Wohnzimmer, legen Sie eine schöne CD ein, und lassen Sie die staunenden Gäste erraten, woher die Musik kommt. Das Spiel ist geeignet für eine beliebige Zahl von Mitspielern im Alter zwischen sechs und 80 Jahren.

Es gelingt allerdings nur, wenn Sie ein „Soundboard“ installiert haben. Dabei handelt es sich rein technisch gesehen um einen Flächenlautsprecher; rein optisch gesehen ist es eine kleine grüne Gipskartonplatte mit einem flachen Kasten und einem Kabel auf der Rückseite. Ihr Geheimnis: Sie lässt sich nachträglich und unsichtbar in jede Trockenbauwand aus Ständerwerk und einer 12,5 mm starken Beplankung aus Gipskartonplatten einbauen. Dazu müssen Sie die Beplankung nur passend ausschneiden und den Lautsprecher an dieser Stelle verschrauben. Weil das zwischen zwei senkrechten Metalloder Holzständern passieren muss, braucht es dazu einen passenden Rahmen aus Holzleisten.

Damit das „Soundboard“ auch wirklich Töne von sich gibt, muss es natürlich an einen Verstärker angeschlossen werden, an dem auch die Endgeräte wie CD-Player oder Radio hängen. Auf Grund der geringen Bautiefe kann der Flächenlautsprecher nur als Hoch- und Mitteltöner fungieren, ein einzelner zusätzlicher Subwoofer (Basslautsprecher, kann unsichtbar in der Ecke stehen) ist also vonnöten. Für einen Stereoeffekt brauchen Sie mindestens zwei „Soundboards“, die Sie idealerweise an zwei gegenüberliegenden Wänden platzieren, und zwar im oberen Wanddrittel. Der Abstand der beiden Lautsprecher zueinander sollte dabei 6 m nicht überschreiten. Einen Nachteil hat aber auch das Soundboard: Es reduziert nämlich die Schallschutzwirkung der Wand, in die es eingebaut wird.

Einbau und Anschluss der „Soundboards“ sind für Selbermacher kein Problem. Knauf empfiehlt darüber hinaus die Konsultation eines Fachmannes, wenn es um eine besonders hochwertige Soundqualität geht.

Soundboard hinter eine Trockenwand legen

  1. Konturen des Soundboards an die Wand zeichnen© Selbermachen

    Konturen des Soundboards an die Wand zeichnen

    Halten Sie das „Soundboard“ an die von Ihnen favorisierte Stelle der Wand, richten Sie es per Wasserwaage lotrecht aus, und markieren, Sie die Konturen mit dem Bleistift. Für den Ausschnitt geben Sie umlaufend etwa 3 bis 5 mm als spätere Spachtelfuge dazu.
  2. Plattenstück heraus schneiden© Selbermachen

    Plattenstück heraus schneiden

    Bohren Sie jeweils ein 10-mm-Loch in die Ecken, tauchen Sie die Stichsäge ein und schneiden Sie das Plattenstück heraus.
  3. Gipskartonplatte abnehmen© Selbermachen

    Gipskartonplatte abnehmen

    Wenn Sie die ausgeschnittene Gipskartonplatte abnehmen, kommt die innenliegende Wanddämmung zum Vorschein. Die können Sie unbehelligt lassen, ein weiteres Ausschneiden ist nicht nötig.
  4. Holzleiste gegen halten© Selbermachen

    Holzleiste gegen halten

    Setzen Sie zunächst drei Schnellbauschrauben an den Rand des Ausschnitts. Eine passend zugeschnittene, 6 bis 8 cm breite Holzleiste halten Sie von innen gegen die Gipskartonplatte ...
  5. Leiste fixieren© Selbermachen

    Leiste fixieren

    ... und zwar so, dass etwa die Hälfte der Leiste im Ausschnitt zu sehen bleibt. Dann die Schnellbauschrauben festdrehen und so die Leiste fixieren.
  6. Schnellbauschrauben versenken© Selbermachen

    Schnellbauschrauben versenken

    Haben Sie alle vier Holzleisten auf diese Weise montiert, setzen Sie weitere Schnellbauschrauben etwa alle 10 cm. Versenken Sie die Köpfe bis etwa 1 mm unter die Plattenoberfläche, aber keinesfalls durch den Karton hindurch.
  7. Anschlusskabel durch ein Kunststoffrohr führen© Selbermachen

    Anschlusskabel durch ein Kunststoffrohr führen

    Das Anschlusskabel des „Soundboards“ führen Sie durch ein Kunststoffrohr, das am unteren Ende auf 45° geschnitten wird. Rohrvorderseite an beiden Enden markieren.
  8. Rohr nach unten führen© Selbermachen

    Rohr nach unten führen

    Die Austrittshöhe des Kabels auf der Wand anzeichnen, dann das Rohr mittig im Wandausschnitt nach unten führen. Die Rohrmarkierung hilft, die 45°-Gehrung nach vorne zu drehen.
  9. Loch zum Rohr bohren© Selbermachen

    Loch zum Rohr bohren

    An der Markierung wird das Loch zum Kunststoffrohr gebohrt. Das Kabel wird hinter der Fußleiste weitergeführt.
  10. Kabel einfädeln© Selbermachen

    Kabel einfädeln

    Fädeln Sie das Kabel, das zum Verstärker führt (selber kaufen), von unten ins Rohr ein.
  11. Anschlusskabel verbinden© Selbermachen

    Anschlusskabel verbinden

    Oben verbinden Sie es mit dem Anschlusskabel des „Soundboards“.
  12. Soundboard einsetzen© Selbermachen

    Soundboard einsetzen

    Verstauen Sie das „Soundboard“-Kabel hinter der Wand, und setzen Sie das Board ein.
  13. Schnellbauschrauben setzen© Selbermachen

    Schnellbauschrauben setzen

    Alle 10 cm müssen Sie die Schnellbauschrauben setzen.
  14. Fugendeckband einlegen© Selbermachen

    Fugendeckband einlegen

    In die vorgespachtelte Fuge legen Sie umlaufend ein Fugendeckband ein, ...
  15. Verspachteln© Selbermachen

    Verspachteln

    ... um es anschließend sauber und großflächig zu verspachteln.

Wie funktioniert das eigentlich?

© SelbermachenDas „Soundboard“ von Knauf besteht aus einer (grünen, imprägnierten) Gipskartonplatte, die als nur wenige Millimeter dünne Flächenmembran fungiert. Sie wird durch die rückseitig in einem flachen Kasten aufgebrachten Schwingspulen (Exciter) nach dem Prinzip des Biegewellenwandlers zum Schwingen angeregt. Und das sind die Vorteile für Sie als Anwender: Erstens können die „Soundboards“ völlig unsichtbar eingebaut werden. Zweitens wird kein Platz für voluminöse Boxen gebraucht. Drittens: Durch das Konstruktionsprinzip haben die „Soundboards“ ein breites Abstrahlverhalten (180° vertikal und 180° horizontal) über den gesamten Frequenzbereich.

Um ein aufwendiges Verlegen des Anschlusskabels zwischen „Soundboard“ und Verstärker zu vermeiden, sollte die Stereoanlage in die Nähe eines oder – besser – mittig zwischen beiden Flächenlautsprechern platziert werden. Der Subwoofer kann dagegen an beliebiger Stelle im Raum stehen.

Wo gibt's...?

Soundboard Knauf Gips KG | Tel. (0 93 23) 31-0 | www.knauf.de

Fugendeckband: Knauf Bauprodukte | Tel. (093 23) 31-0 | www.knauf-bauprodukte.de

HIFI-Geräte: Conrad Electronics | Tel. (018 05) 31 21 11 (14 Cent/Minute) | www.conrad.de

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