Nicht nachmachen: Die 7 größten Heimwerker Fehler
Werkstatt und Sicherheit

Nicht nachmachen: Die größten DIY-Fauxpas

Ob beim Design, dem Umgang mit Werkzeug oder der reinen Ausführung. Es gibt viele große und kleine Fettnäpfchen, die auf Selbermacher lauern.
 

 
Beim Heimwerken gut informieren © fotolia.com
Beim Heimwerken gibt es vieles, was man falsch machen kann, daher sollte man sich vorab immer gut informieren.

Im Handwerk gibt es niemanden, der nicht den Spruch „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ oder eine seiner Abwandlungen kennt. Denn um Fehler zu vermeiden, muss man Gefahrenpunkte natürlich erst mal (er)kennen. Das übernimmt der folgende Artikel und zeigt einige Fauxpas, die zwischen Kauf und Endmontage ziemlich häufig begangen werden.

1. Sägen

Die meisten Stichsägeblätter reißen konstruktionsbedingt zum Werkzeug hin. Die sichtbare Werkstückseite sollte deshalb beim Sägen nach unten weisen.

Egal ob beim Verlegen von Laminat oder der Montage einer Profilbrett-Decke. Es ist sehr oft nötig, die (Stich)Säge zu schwingen. Und da gibt es genau zwei Vorgehensweisen, die Richtige und die Falsche. Bei der falschen Vorgehensweise sägt man einfach kopflos drauflos – und darf sich dann über hässliche Ausbrüche entlang der Schnittkante ärgern.

Wer es sauberer haben will, sägt einerseits so, dass die später sichtbare Seite des Brettes beim Sägen vom Werkzeug weg zeigt. Und andererseits klebt er vor dem Schnitt beide Seiten rasch mit einem Streifen Malerkrepp ab. Diese Kombination verhindert unschöne Ausrisse nachhaltig.

2. Zuschneiden

Wir bleiben bei den Brettern. Hier begehen vor allem solche Heimwerker Fehler, die es zu genau nehmen. Sie nehmen die Breiten bzw. Tiefe des Raumes und sägen die Bretter millimetergenau zurecht. So präzise, dass spätestens nach einigen Wochen das Werk unschöne Wellen schlägt. Denn natürlich dehnen sich auch Laminat und Co. unter Wärmeeinwirkung aus.

Bloß gibt es keinen Dehnungsraum, wenn die Bretter an beiden Enden press bis zur Wand gehen. Daher sollte man zwei Punkte beachten:

  1. Niemals Bretter kaufen und gleich loslegen. Diese immer ein, zwei Tage im Raum „akklimatisieren“ lassen.
  2. Zur Wand 10 bis 20mm Luft lassen, damit die Bretter sich nach Montage dehnen können.

Die entstandenen Lücken werden mit Decken- bzw. Sockelleisten optisch verschlossen – und das führt uns gleich zum nächsten Fauxpas.

3. Decken- bzw. Sockelleisten

Viele Menschen neigen dazu, das Anbringen von Sockel- und Deckenleisten aufzuschieben und begehen damit einen kritischen Fehler. Denn Profilform, Leistenhöhe und Farbe haben einen mächtigen Einfluss auf die Optik eines Raumes. Wer beispielsweise bei einer niedrigen Deckenhöhe eine sehr hohe Fußbodenleiste wählt, sorgt mitunter dafür, dass diese zu dominant wirkt.

Umgekehrt kann eine Mini-Leiste im hohen Altbau viel zu filigran wirken. Leider gibt es aber kein Patentrezept. Schon deshalb, weil es so viele unterschiedliche Höhen am Markt gibt. Lediglich einen Tipp: Mindestens drei Muster-Elemente besorgen und zuhause ausprobieren. Was im Laden gut aussieht, muss es nicht zwangsweise auch zuhause tun.

4. Wandfarbe

Je kräftiger, leuchtender der Farbton, desto wahrscheinlich das Risiko, das zwischen den Produktionstranchen kleine, aber durchaus sichtbare Farbtonabweichungen entstehen.

Farbe ist gleich Farbe – zumindest denken das sehr viele. Und solange man beim gleichen Hersteller, der gleichen Farbnummer bleibt, kann nichts schiefgehen, oder? Leider doch. Denn obgleich Farben hochpräzise angemischt und immer wieder kontrolliert werden, ist es trotzdem unmöglich, einen Farbton nuancengenau Tranche für Tranche zu produzieren.

Soll bedeuten, selbst wenn man nach zwei Jahren (oder auch nur Monaten) die gleiche Farbe vom gleichen Hersteller nochmal kauft, kann es gut sein, dass der Farbton minimal aber sichtbar anders ist.

Vermeiden lässt sich das nur, indem man vorher die notwendige Farbmenge, etwa für einen Raum, ausrechnet. Dieser Wert wird mit den Quadratmeter-Angaben auf dem Farbeimer in Relation gebracht. Und dann heißt es im Geschäft aufpassen und auf den Farbeimern nach Tranchen- und Seriennummern suchen – und nur gleiche kaufen. Zudem gilt: auf Reserve kaufen, also mindestens einen halben Liter mehr, als man berechnet hat. Dann verbleibt einem genug „gleiche Farbe“, um Macken ausbessern zu können.

5. Bohren

Um auf Nummer sicher zu gehen sollte man vorbohren. Ansonsten kann es einem passieren, dass die Holzfasern nicht sauber verdrängt werden und das Bauteil aufplatzt.

5.1 Ein Satz Bohrer, eine kräftige Maschine. Los geht’s, denkt sich der Heimwerker und setzt Loch um Loch ins Material – selbst dann, wenn deren Durchmesser sich schon jenseits der 10mm bewegt. Das jedoch führt insbesondere in Metall und Stein dazu, dass sowohl Werkzeug wie Baumaterial über Gebühr belastet werden, weil für das große Loch zu starke Kräfte aufgebracht werden müssen.

Als Grundregel sollte man sich deshalb merken, dass man jede Bohrung die größer als 5mm durch einen, dem Querschneide-Durchmesser des großen Bohrers entsprechenden kleinen Bohrer vorbohren sollte.

5.2 Wir bleiben beim Bohren, wechseln aber das Material. Denn mit dem Aufkommen guter Holzschrauben und starker Akkubohrschrauber glauben leider viele Heimwerker, dass sie die Schrauben ohne Weiteres ins Material treiben könnten. Ja, von der Leistung her geht das sicherlich. Leider setzt das Material dem aber Grenzen.

Denn eine Schraube ohne Vorbohren ins Holz zu schrauben führt dazu, dass das Material zu den Seiten verdrängt wird. Schlimmstenfalls wirken dann solche Kräfte, dass das Holz regelrecht aufgesprengt wird – bei dünnen Dachlatten und Profilholzbrettern ist das beinahe immer der Fall. Es sollte also immer vorgebohrt werden und zwar mit einem zur Holzsorte und dem Gewindedurchmesser passenden Bohrer. Und handelt es sich um Senkkopfschrauben, sollte der Rand auch durch einen Kegelsenker vorbereitet werden.

6. Zeit

Nicht jeder ist aus purer Passion Heimwerker. Für manche ist es auch bloß finanzbedingte Notwendigkeit. Alle eint jedoch, dass die Arbeiten in der Freizeit erledigt werden müssen. Und weil die knapp bemessen ist, lassen sich viele zu Hektik verleiten. Hektik führt immer dazu, dass man weniger präzise arbeitet, vielleicht aufwendige Zwischenschritte auslässt oder es mit der Sicherheit nicht so genau nimmt.

Das wiederrum kann zu Fehlern und zusätzlichen Kosten führen, die vermeidbar gewesen wären. Die Grundregel sollte demnach lauten, sich immer die notwendige Zeit zu nehmen, es „richtig“ zu machen. Die schönste eingesparte Zeit bringt gar nichts, wenn man sie durch Pfusch oder gar Verletzungen erkauft.

7. Genauigkeit

Das Schöne am Heimwerken ist, dass man es nur für sich oder bestenfalls die Familie tut. Kein Chef, der Zeit- und Kostenvorgaben macht, kein Kunde, der einem vorschreibt, wie es auszusehen hat. Leider nehmen viele DIY’ler diese Freiheiten auch zum Anlass, es bei allem sehr locker angehen zu lassen.

Da werden die Abstände einer Traglattung grob gewählt und Schichtdicken, Körnungen oder Trocknungszeiten ziemlich freigeistig ausgelegt. Und das Ergebnis ist dann natürlich nicht zufriedenstellend.

Natürlich kann man als Hobby-Heimwerker die Arbeiten etwas gelassener angehen, aber man sollte dennoch eine gewisse Genauigkeit an den Tag legen. Beim Tapezieren gibt es ebenso Normen wie beim Verputzen, Anstreichen, Boden-Verlegen und allem anderen, was Handwerker in Deutschland ausführen. Zum guten Heimwerken gehört es, sich diese Normen vor Arbeitsbeginn anzueignen und zumindest als Basis für die eigene Arbeit zu nehmen.  

8. Besuch im Baumarkt

Baumärkte sind wirklich etwas Feines. Schon deshalb, weil sie aus unzähligen Bereichen alles unter einem Dach vereinen. Und so mancher Heimwerker liebt es auch, einfach mal ohne konkretes Projekt durch die Gänge zu schlendern und sich inspirieren zu lassen. Doch auch wenn es in Deutschland rund 2500 große Baumärkte gibt, sind sie doch manchmal nicht das Optimum.

Denn Baumärkte zielen in aller Regel „nur“ auf eine Heimwerker-Klientel. Das bedeutet, dass möglichst viel Auswahl manchmal zulasten echter Profiqualität geht – und das häufig noch zu einem vergleichsweise hohen Preis. Insbesondere wenn man umfangreichere Projekte plant, sollte man deshalb nicht immer nur den nächsten Baumarkt ansteuern, sondern ruhig mal prüfen, was der nächste Fachmarkt für Handwerker verlangt.
 
 
Bildquellen:
1) fotolia.com © Photographee.eu
2) fotolia.com © Halfpoint
3) fotolia.com © Kzenon
4) fotolia.com © alfa27
 
 
 
 

Mehr zum Thema