Bewegungsmelder: Alles über Licht im und am Haus

Bewegungsmelder

Alles über Licht im und am Haus

Sie sind so etwas wie die Heinzelmännchen der heutigen Zeit: Sie schalten das Licht ein und aus, verscheuchen ungebetene Gäste und sorgen für ein anständiges Plus in der Haushaltskasse. Die Rede ist von Bewegungsmeldern.

 
Bewegungsmelder am und im Haus © Chris Lambertsen
Bewegungsmelder am und im Haus

Bewegungsmelder können überall im Haus eingesetzt werden. Doch jede Technik hat ihr eigenes Einsatzgebiet. Hochfrequenz-Bewegungsmelder (HF) machen im Haus dort Sinn, wo man es schon beim Betreten des Raumes hell haben möchte. Im Außenbereich würden sie auf jede Bewegung, z. B. von Laub, reagieren. Dort sind Infrarot-Bewegungsmelder eher sinnvoll. Sie reagieren nur auf Wärme ausstrahlende Körper wie z. B. Besucher.

In Wohnbereichen, in denen man sich längere Zeit ruhig verhält, etwa im Arbeitszimmer oder beim Fernsehschauen, ist ein Präsenzmelder ideal. Nur im Schlafzimmer sollte man auf das automatische Licht verzichten. Hier ist der gute alte Lichtschalter immer noch erste Wahl.

Der Letzte macht das Licht aus – wenn er es nicht vergisst. Aber oft genug vergisst er es. Dann brennen die Lampen unter Umständen rund um die Uhr. Und das wird – angesichts steigender Energiepreise – immer teurer. Kosten, die mithilfe von Bewegungsmeldern gar nicht erst entstehen. „Bis zu 63 Prozent kann man sparen, wenn man im Haus die Sensortechnik richtig einsetzt“, sagt Dirk Daberkow vom Marktführer Steinel aus dem ostwestfälischen Herzebrock-Clarholz. Dort weiß man, wovon man spricht. Das Unternehmen entwickelte als weltweit Erster sensorgesteuerte Leuchten.

Das war vor 25 Jahren. Seither hat sich diese ebenso kostensparende wie praktische Technologie immer weiterentwickelt. Wer heute einen Bewegungsmelder kauft, kann sich im Baumarkt nicht nur unter zahlreichen Anbietern (neben Steinel u.a. auch GEV und Düwi), sondern auch zwischen unterschiedlichen Funktionen und Systemen entscheiden.

Infrarotschalter: Er sucht Wärme

Jeden Abend das gleiche Spiel: Die Einfahrt zur Garage liegt im Dunkeln. Aber als sich der Wagen des Hausherrn nähert, schalten sich Garten- und Garagenbeleuchtung wie von Geisterhand ein und erhellen die Einfahrt lange genug, um dem Ankommenden ausreichend Zeit zum Aussteigen zu geben. Erst nach drei, vier Minuten schalten sich die Leuchten ab – wiederum ganz ohne Zutun der Bewohner.

Ein klassisches Beispiel für den sinnvollen Einsatz von Bewegungsmeldern. Sie können auch das Licht im Flur, im Keller oder auf der Toilette sinnvoll steuern.

Dabei verfahren die Melder stets nach demselben Prinzip: Je nach Typ erfassen sie Infrarotstrahlen in unterschiedlichen Winkeln und bestreiten so eine Fläche von bis zu zwölf Metern Tiefe. Dabei wird dieses Areal in etwa 1000 sogenannter Schaltzonen zerlegt. Bewegt sich nun ein Wärme ausstrahlender Körper (Infrarotstrahlung) von einer Zone zur anderen, registriert das die Technik und das Licht geht an. So werden Gehbewegungen zuverlässig erfasst.

Wie lange es leuchtet, hängt von der jeweiligen Einstellung ab, die über einen einstellbaren Regler gesteuert wird. Ein zweiter Regler legt fest, ab welchem Dämmerungszustand die Anlage scharfgestellt ist. Je nach Lage kann man sich für Sensoren entscheiden, deren Erfassungswinkel zwischen 80 und 360 Grad betragen. Es gibt also für jeden Installationsplatz das richtige Gerät. Außerdem gibt es natürlich Leuchten mit integriertem Infrarot-Bewegungsmelder.

Diese klassischen Bewegungsmelder sind sogenannte Passiv-Infrarot-Melder (PIR) und für außen und innen geeignet.

Hochfrequenz: blitzschnell geschaltet

Während ein übliches Infrarot-System erst durch einen strahlenden Körper aktiviert wird, reagieren Bewegungsmelder, die per Hochfrequenztechnologie geregelt werden, auf bloße Bewegungen. Den angenehmen Effekt spürt man, wenn man einen ursprünglich dunklen Raum betritt. Ein Hochfrequenzsensor registriert bereits das Herabdrücken der Türklinke. Das Licht ist also schon eingeschaltet, wenn man die Tür öffnet.

Arbeitet hinter der Tür stattdessen ein Infrarot-System, muss es erst die Wärmeabstrahlung des Eintretenden erfassen. Also betritt man einen noch dunklen Raum – erst dann schaltet sich das Licht ein. Sensorleuchten dieses Systems haben neben der Zeit- und Dämmerungseinstellung oft auch die Möglichkeit, die gewünschte Reichweite des Sensors stufenlos einzustellen. Dass sich diese Technologie nicht für den Außenbereich eignet, liegt auf der Hand. Sie würde auf jedes Blatt im Wind reagieren.

Präsenzmelder: der Aufmerksame

Sensorgesteuertes Licht© SelbermachenWährend der übliche Bewegungsmelder 1000 Schaltzonen kontrolliert, „beobachtet“ ein Infrarot-Präsenzmelder mehr als viermal so viele. Das heißt, er reagiert auf die kleinste Bewegung und stellt damit zuverlässig fest, ob sich noch jemand im Raum befindet oder nicht. Und genau das ist auch seine Aufgabe. Präsenzmelder sind dazu da, vor allem in Büro- und anderen Arbeitsräumen so lange für Licht zu sorgen, bis auch der Letzte hinausgegangen ist. Mit anderen Worten, ihm muss auch noch auffallen, wenn jemand weitgehend unbeweglich in einer Betriebsanleitung oder einem Buch liest. Ihm muss jedes Seitenumblättern „auffallen“.

Diese besondere Aufmerksamkeit führt dazu, dass auch Präsenzmelder im Garten gänzlich ungeeignet sind. Schon die kleinste Bewegung einer Feldmaus würde dazu führen, dass das Grundstück plötzlich im hellen Licht erstrahlt. Eine nächtliche Lightshow wäre also unvermeidlich.

Dämmerungsschalter: die Nachtaktiven

Zur Familie dieser Meldesysteme zählen auch Dämmerungsschalter. Sie registrieren die Stärke des Umgebungslichts und schalten bei einem bestimmten Dämmerungsgrad die Lichtquelle ein beziehungsweise wieder aus. Sie garantieren also ein nächtliches Dauerlicht, das zum Beispiel für beleuchtete Hausnummern ausgesprochen praktisch ist.

Nachrüsten: einfach, aber nicht ohne Profi

Wer sich für eine sensorgesteuerte Lichtanlage im Haus entscheidet, hat mehrere Lösungsmöglichkeiten. Die einfachste: Man lässt die herkömmlichen Lichtschalter gegen Unterputz-Sensoren austauschen, die dann ganz automatisch die Funktion der Lichtschalter übernehmen. Da reicht ein Sensor auch für mehrere Leuchten aus.

Man kann aber auch sensorgesteuerte Leuchten installieren, die genauso ans Stromnetz angeschlossen werden wie jede herkömmliche Leuchte. Wer das Ganze ohne Kabel installieren möchte, der ist zum Beispiel mit dem LED-Lichtball von GEV oder „Spylux“ von Osram gut bedient. Diese Sensorleuchte arbeitet mit Batteriestrom und kommt – bei durchschnittlich zehn Schaltungen am Tag – etwa ein Jahr pro „Batterieladung“ aus. Nachteil: Die Leuchte ist eher ein Lämpchen, zum Ausleuchten eines ganzen Raums ist sie nicht geeignet. Eine andere besonders einfach zu installierende Variante bietet Conrad mit einem Zwischenstecker, in den ein Bewegungsmelder installiert ist. Er steuert dann die Leuchte, die über diesen Stecker mit Strom versorgt wird.

Wer sich dagegen für drehbare, fest installierte Sensoren entscheidet, die nachträglich zu vorhandenen Leuchten und Schaltern eingesetzt werden, kommt ohne die Hilfe eines Elektrikers nicht aus.

Anders dagegen bei Dämmerungsschaltern: Wer hier nachrüsten möchte, hat es besonders leicht. Es gibt Energiesparleuchten, in deren Sockel Dämmerungsschalter integriert sind. Man muss also nur den Leuchtkörper austauschen, und schon ist man fertig.

Was es kostet, was man spart

Um das Licht im Haus zu automatisieren, muss man nicht allzu tief in die Tasche greifen. Ein Unterputz-Infrarot-Sensor kostet um die 60 Euro; ein Außensensor, den allerdings der Elektriker installieren sollte, ist für weniger als 20 Euro zu bekommen. Hier richten sich die Preise nach dem Wirkungswinkel. Entscheidet man sich für einen 360-Grad-Sensor, muss man mit rund 70 Euro rechnen. Auf der anderen Seite stehen dem natürlich die Einsparungen bei den Stromkosten gegenüber. Marktführer Steinel hat errechnet, dass sie pro Jahr in einem durchschnittlich großen Haus bei über 800 Euro liegen können. Will man den Effekt für sein eigenes Haus ermitteln, findet man hierzu einen Energiesparrechner auf www.steinel.de

Sensorschalter anbringen

  1. Sensor aufsteckenSensor aufstecken© Chris Lambertsen

    Sensor aufstecken

    Ist der alte Lichtschalter vom Elektriker gegen den neuen Sensorschalter ausgetauscht worden, können Sie den Sensor gefahrlos selbst aufstecken.
  2. HF-SensorHF-Sensor© Chris Lambertsen

    HF-Sensor

    Sichtbar bleibt der kugelförmige Sensor (hier ein HF-Sensor). Dieser HF-Sensor (Steinel) hat einen zusätzlichen Schalter, um ihn ganz aus oder auf Dauerlicht zu schalten.
  3. SensorabdeckungSensorabdeckung© Chris Lambertsen

    Sensorabdeckung

    Die Sensorabdeckung lässt sich herunterklappen und legt dann die einstellbaren Regler für Ansprechempfindlichkeit, Einschaltdauer und Dämmerungswert frei. Da es dafür keine Skala gibt, muss man die genauen Einstellwerte austesten.
  4. Steckdose mit ZwischensteckerSteckdose mit Zwischenstecker© Chris Lambertsen

    Steckdose mit Zwischenstecker

    Ohne aufwendige Montagearbeiten kann man Steckdosen mit Zwischensteckern (Conrad, etwa 20 Euro) zu sensorgesteuerten Stromquellen machen.
  5. Batteriebetriebene sensorgeschaltete LeuchtenBatteriebetriebene sensorgeschaltete Leuchten© Chris Lambertsen

    Batteriebetriebene sensorgeschaltete Leuchten

    An schwer zugänglichen Stellen haben sich batteriebetriebene sensorgeschaltete Leuchten bewährt (Osram, rund 13 Euro).
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren