Einbruchschutz: Die häufigsten Schwachstellen und wie Sie sich schützen können | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

ABUS-Sicherheits-Experte im Interview

Einbruchschutz: Die häufigsten Schwachstellen und wie Sie sich schützen können

Tipps vom Experten: Am leichtesten finden Einbrecher über ungesicherte Fenster und Türen ihren Weg in ein Gebäude oder die Wohnung. Immobilien bergen aber noch andere Schwachstellen und Angriffspunkte, die jeder Eigentümer kennen und schützen sollte. Wir haben mit ABUS-Sicherheitsexperte Michael Bräuer gesprochen. Er gibt zu den sieben häufigsten Schwachstellen nützliche Tipps und Hinweise. 

 
ABUS-Sicherheits-Experte im Interview: die häufigsten Schwachstellen einer Immobilie und was Sie dagegen tun können © Selbermachen
ABUS-Sicherheits-Experte im Interview: die häufigsten Schwachstellen einer Immobilie und was Sie dagegen tun können

Einbruchschutz ist besonders im Sommer ein wichtiges Thema. Auf der Suche nach Abkühlung, lassen wir oft das Fenster und die Balkontür offen und vergessen dabei, dass Einbrecher am häufigsten über diese Schwachstellen in das Haus oder die Wohnung gelangen.

ABUS-Sicherheitsexperte Michael Bräuer

Doch: Das sind nicht die einzigen Angriffspunkte! Es gibt noch weitere, die jeder Eigentümer kennen sollten.

SELBER MACHEN hat die sieben häufigsten Schwachstellen in einer Liste zusammengetragen und den Experten befragt, wie Sie sich am besten schützen können.

ABUS-Sicherheitsexperte Michael Bräuer gibt Ihnen hilfreiche Tipps und nützliche Hinweise zu effektivem Einbruchsschutz.

Die sieben häufigsten Schwachstellen im Überblick

1. Haustür beziehungsweise Wohnungstür sind vor allem in Mehrfamilienhäusern ein beliebtes Angriffsziel. Laut Studie der Landespolizei NRW (2011) erfolgen 47 Prozent der Einbrüche über die Wohnungstür, die aufgehebelt oder mit körperlicher Gewalt geöffnet wird.

Der Experte empfiehlt hier: „Als wirksamste Schlösser empfehlen wir zur Sicherung von Eingangstüren sogenannte Panzerriegel. Diese Schlösser verriegeln beide Seiten der Tür mit nur einem Schließvorgang, sorgen für zusätzliche Stabilität des Elements und schrecken den potentiellen Täter ab."

2. Erdgeschossfenster die ungesichert sind oder gar offen stehen, laden regelrecht zum Einbruch ein. In Einfamilienhäusern werden 32 Prozent der Einbrüche über die Fenster begangen (NRW-Studie 2011).

Empfehlung von Michael Bräuer: „Es gilt die Regel, beide Seiten des Fensters – also die Schließ- als auch die Scharnierseite – mit geprüften Schlössern und jeweils einem Sicherungspunkt pro laufendem Meter zu sichern.

Optimal geeignet für die Schließseite sind Fenster-Zusatzschlösser, die den üblichen Fenstergriff ersetzen und somit nicht separat bedient werden müssen."

3. Kletterhilfen jeglicher Art, wie z. B. Gartenmöbel, Bäume, Mülltonnen oder frei zugängliche Leitern, dienen potentiellen Tätern als Aufstiegshilfe.

Weitere sinnvolle Strategien: „Ratsam ist es, Objekte wie Leitern, Mülltonnen oder andere Steig- und Kletterhilfen anzuschließen, wenn sich diese nicht vernünftig verstauen lassen. Hierzu eigenen sich stabile Ketten in Kombination mit Vorhangschlössen."

4. Kellertüren und Außentüren aus Metall sind potentielle Schwachstellen eines Gebäudes. Oft sind sie ungesichert und aufgrund ihrer Beschaffenheit leicht aufzuhebeln. Auch wenn sie solide aussehen, haben sie in der Regel einen unzureichenden Einbruchschutz.

Ein Möglichkeit für besseren Schutz sind spezielle Keller- und Außentüren: „Als Anbieter von vielfältigen Sicherheitslösungen bieten wir spezielle Nachrüstsicherungen für Kellertüren. Einbruchhemmende Elemente gibt es auch für diesen Einsatzbereich – der Preis für solche Elemente hängt vom Anbieter und der gewünschten RC-Klasse ab."

5. Bäume und Sträucher bieten den Tätern Sichtschutz und sollten deswegen regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Hier empfiehlt der Experte: „Licht als zusätzliche Abschreckungsmaßnahme ist in diesem Fall sinnvoll. Zudem sollten deutlich erkennbare Hinweise auf Abwesenheit – wie ein voller Briefkasten oder permanent heruntergelassene Rollläden – vermieden werden."

6. Balkon- und Terrassentüren sind die größten Schwachstellen bei Einfamilienhäusern. Fast die Hälfte der Wohnungseinbrüche (48 Prozent) hätten mit entsprechender Sicherheitstechnik verhindert werden können (NRW-Studie 2011).

„Hier gelten die gleichen Regeln wie bei Fenstern!"

7. Garagentore werden oft nur angelehnt und nicht verschlossen. Das ist verhängnisvoll, wenn eine Verbindungstür von der Garage ins Hausinnere führt. Hinzu kommt, dass ein Diebstahl aus einer unverschlossenen Garage in der Regel nicht von der Versicherung abgedeckt wird.

Auch für diese Schwachstelle gibt es Ansatzpunkte: „Spezielle Lösungen bieten die Hersteller dieser Tore an und manche elektrische Torantriebe verfügen über mechanische Verriegelungen. Zudem gilt auch hier, dass man die vorhanden Sicherungen nutzen sollte, heißt: immer abschließen!"

Im Allgemeinen gilt...

„Die beste Sicherung bringt nichts, wenn sie nicht genutzt wird. Zudem stellen alte Schließzylinder mancherorts ein Risiko dar.

Man sollte sich immer die Frage stellen, ob man genau weiß, wer alles im Besitz eines Schlüssels sein könnte. Im Zweifelsfall ist dies ein erster Schritt zu mehr Sicherheit: der Einbau eines neuen Sicherheitstürzylinders."

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