Machen Sie Ihr Zuhause sicher mit Feuer- und Einbruchschutz | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Sicherheit

Machen Sie Ihr Zuhause sicher mit Feuer- und Einbruchschutz

Für Hausbesitzer gehören Einbrüche und Brände zu den schlimmsten Befürchtungen. Um das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, können Sie einiges tun. Wir haben Tipps und Empfehlungen zum Brand- und Einbruchschutz arrangiert, die es Ihnen erleichtern sich vor Personen. und Sachschäden zu schützen. 

 
Häuser einbruchsicher machen © Chris Lambertsen
Mit etwas Geschick können Schwachstellen leicht aufgebrochen werden

Tipps zum Einbruchschutz

Fenster und Türen lassen sich mit etwas Geschick und dem entsprechenden Wissen über die Schwachstellen dieser Bauelemente in wenigen Sekunden aufbrechen. Oft ist dafür noch nicht einmal viel Kraftaufwand nötig. Vorausgesetzt die Bauteile bieten keinen Einbruchschutz. Wir haben einige der wichtigsten Punkte zusammengefasst, die Sie dahingehend unternehmen können, um das Eigenheim sicherer zu machen. 

 

 

Licht zur Abschreckung

Beim Einbruchschutz sollte es zunächst darum gehen, potenzielle Einbrecher abzuschrecken. Licht ist hierfür ein wirkungsvolles Mittel. Denn insbesondere nachts machen sich Kriminelle gerne an Immobilien zu schaffen. Das Risiko entdeckt zu werden, ist bei Dunkelheit schließlich am geringsten. Statten Sie Ihr Gelände mit einem automatisierten Beleuchtungssystem aus, können Sie damit bereits für ein gewisses Maß an Abschreckung sorgen. Damit die Leuchtmittel ihren Betrieb zuverlässig aufnehmen, sobald sich auf dem Grundstück Personen aufhalten, empfehlen wir den Einsatz von Bewegungsmeldern. Wie diese Geräte funktionieren, welche Arten es gibt und welche Modelle besonders hochwertig sind, erfahren Sie unter Bewegungsmelder.com, einem unabhängigen Portal, das zahlreiche Bewegungsmelder vergleicht und diese in einem Test aufführt. Viele Bewegungsmelder können Sie selbstständig montieren und individuell einstellen. Wie sich die Geräte anschließend lassen, zeigt ein Heimwerker in diesem Video: 

Widerstandsklassen für einbruchhemmende Bauelemente

Zahlreiche Bauteile eines Gebäudes werden laut DIN EN 1627 verschiedenen Widerstandsklassen (WK) zugeordnet. Diese geben Auskunft darüber, wie hoch der Einbruchschutz ist. Die Zuordnung erfolgt stufenweise. Je höher die Widerstandsklasse, desto länger hält ein Bauelement Einbruchversuchen stand. Bei folgenden Bauteilen können Sie sich an den Widerstandsklassen orientieren:

  • Türen
  • Fenster
  • Abschlüsse
  • Vorhangfassaden
  • Gitter-Elemente 

 

Die Tabelle informiert über die sieben Widerstandsklassen, wobei die beste Klasse oben zu finden ist: 
 

WK   Definition
 
RC 6                    Diese Bauteile leisten gegenüber leistungsstarken elektronischen Werkzeugen wie Säbelsägen, Winkelschleifern, Stichsägen oder Borhmaschinen einen festgelegten Widerstand
RC 5   Bauteile leisten gegen elektronische Werkzeuge wie Borhmaschinen, Stichsägen, Winkelschleifern oder Säbelsägen definierten Widerstand
 
RC 4   Bauelemente leisten Widerstand auch bei erfahrenen Kriminellen, welche mit Schlag- oder Sägewerkezug vorgehen (Stemmeisen, Meißel und Hammer, Akku-Bohrern, Schlagaxt)
RC 3   Diese Bauelemente erschweren den Einbruch mit Brecheisen/Kuhfuß und zweiten Schraubendreher und halten diesem mindestens fünf Minuten stand.
RC 2   Halten Einbruchversuchen mit einfachen Werkzeugen wie Zangen, Keilen oder Schraubendrehern mindestens drei Minuten stand. 
RC 2 N                         Stellt den Grundschutz bei Einbruchversuchen mit einfachen Mitteln wie Zangen, Keilen oder Schraubenziehern dar. An die Verglasung wird hier keine Anforderung gestellt. 
RC 1 N   Der Grundschutz gegenüber Einbruchversuchen mit Hilfe von körperlicher Gewalt oder einfachen Hebelwerkzeugen ist begrenzt / gering. 
 

RC ist eine Abkürzung für „Resistance Class“, was übersetzt Widerstandsklasse heißt. Die geringste Stufe RC 1 N ist aufgrund des geringen Schutzes nicht für das Erdgeschoss geeignet. Klassen von RC 2 N bis RC 3 sind für den Wohn- und Bürobereich gängig.


 

Weitere Schutzmaßnahmen

Bei Fenstern spielen mehrere Faktoren eine Rolle, um einen guten Schutz vor Einbrüchen zu gewährleisten. Zum einen muss der Rahmen an mehreren Stellen fest mit dem Mauerwerk verbunden sein. Zum anderen sollten beim Beschlag drehbare Rundzapfen zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu einfachen Roll- oder Rundzapfen bieten sie einen gewissen Schutz. Eine zuverlässige Verriegelung bieten sogenannte Pilzkopfzapfen, welche im Idealfall an mehreren Seiten des Fensters positioniert sind. Zudem gibt es einbruchhemmende Verglasungen, die zusätzlichen Schutz mit sich bringen. Sollten Sie Bestandsfenster nachträglich sichern wollen, können Sie dies mit VdS-geprüften Zusatzsicherungen vornehmen. Eine fachgerechte Montage ist dabei elementar. Informieren Sie sich umfassend über die korrekte Anbringung. Ergänzend runden geschlossene Rollladen den Schutz vor unerlaubtem Zugang ab, da sie eine wirkungsvolle Barriere darstellen. Wie Sie Dachfenster vor Einbrechern schützen können, haben wir in einem separaten Ratgeber bereits zusammengefasst.

Bei Haus-und Wohnungstüren sind die nachfolgend aufgeführten Schutzmaßnahmen sinnvoll. Denn das übliche Abschließen von Türen stellt keinen konkreten Schutz dar. Damit ein Schaden von den Versicherungen reguliert wird, müssen Haus- und Wohnungstüren zumindest zweitourig verschlossen sein, der Schlüssel ist hierfür zweimal zu drehen. Die nächste Tabelle fasst einige Schutzvarianten für Türen zusammen:
 

Schutzelemente Erklärung
 
Schutzbeschlag          Stabilisiert den Schlossbereich und schützt den Zylinder
 
Schließzylinder
 
Widerstand gegen diverse Angriffe 
 
Schließblech Kraftübertragung auf umliegende Wände, Einbruchversuche werden erschwert.
 
Bänder Werden an der gegenüberliegenden Türseite zum Türschloss montiert. Zwei bis drei innenliegende, fest verschraubte Bänder bringen zusätzlichen Schutz und sichern diese für Einbrüche gefährdete Türstelle.
 

Tipps zum Brandschutz

Rauchmelder können Leben retten. Dennoch wurden sie in der Vergangenheit nur sehr zurückhaltend eingesetzt. Dies soll sich mit der Rauchmelderpflicht ändern. Sie gilt bereits beim Großteil der Bundesländer und wird künftig flächendeckend in ganz Deutschland verpflichtend sein. Für Neubauten ist die Rauchmelderpflicht vielerorts seit mehreren Jahren gültig. Wenn Sie sich und Ihre Familie vor den Gefahren durch Feuer schützen möchten, montieren Sie Rauchmelder in Ihrer Wohnlandschaft. Dies dürfen Sie in der Regel selbstständig erledigen. Lesen Sie jedoch in der entsprechenden Landesbauordnung die Details nach.

Die Rauchmelderpflicht sieht einheitlich vor, in welchen Räumen Rauchmelder angebracht werden müssen. Sowohl in Schlaf- und Kinderzimmern als auch in Fluren ist der Rauchmelder ein Muss, solange die Flure als Fluchtweg dienen. Generell muss überall dort ein Rauchmelder vorhanden sein, wo Menschen regelmäßig schlafen. Was beim Kauf und der regelmäßigen Wartung von Rauchmeldern wichtig ist und in welchen Bundesländern die Nutzung Pflicht ist, erfahren Sie auf dem Verbraucherinformationsportal unter rauchmelderpflicht.eu.

Ist ein Brand erst einmal entstanden, gilt es diesen möglichst schnell und effektiv einzudämmen. Feuerlöscher sind dabei unverzichtbar. Mit ihrer Hilfe kann Feuer bereits im Entstehungsstadium gelöscht werden, um schlimmere Brände zu verhindern. Deshalb sollten auf jedem Stockwerk ein funktionsfähiger Feuerlöscher sowie eine Löschdecke griffbereit sein. Die Schornsteinfegerinnung Stuttgart hat online eine Info-Fibel zum Thema Brandschutz für den Privathaushalt erarbeitet, die Sie unter schornsteinfegerinnung-stuttgart.de finden. Darin wird beispielsweise erklärt: „Für Brände im Entstehungsstadium genügt hier bereits ein handlicher 2-kg Schaumfeuerlöscher mit hoher Löschkraft.“ In der Broschüre sind zudem Fakten und Hinweise zum Thema Rauchmelder, Brandmeldesystem und Tipps zum richtigen Umgang mit Feuerlöschern enthalten.

Empfehlungen für den Brandball wurden von BildungsTV im folgenden YouTube-Video arrangiert: 

Fotos: 
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