Sicherheitssysteme, Test

Mit Alarmanlagen auf Nummer sicher gehen

Wer seine verwaiste Schrebergartenlaube, das einsame Ferienhäuschen oder schlicht sein Zuhause vor unerlaubten Besuchern schützen möchte, kommt um eine Funk-Alarmanlage kaum herum. Wir haben sieben Modelle für Sie getestet. Sie sind einfach in Betrieb zu nehmen und schicken den Alarm per Sprachnachricht, SMS oder E-Mail.

 
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Gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn man Lauben mit teuren Motorgeräten oder Ferienbungalows nur selten aufsucht, haben Langfinger leichtes Spiel. Schützen Sie doch Hab und Gut vor Einbrechern und installieren eine günstige, kompakte Funk-Alarmanlage. Für Ihre Sicherheit haben wir sieben Modelle vom SELBERMACHEN-Prüfinstitut PZT testen lassen. Alle Kandidaten lassen sich relativ einfach einrichten und in Betrieb nehmen. Sie leiten den Alarm über einen Festnetz-, Internet- oder Mobilfunkanschluss weiter. Es erscheint eine Sprachnachricht, SMS oder eine E-Mail auf Ihrem Handy. Oder man schaltet zusätzlich die interne Sirene der Anlage scharf. Bei Eden mit 107 und Olympia mit 100 dB(A) ist sie besonders laut.

Das schreckt Eindringlinge ab und mobilisiert direkte Nachbarn. Für die telefonische Alarmierung können mehrere Rufnummern gespeichert werden. Eine nach der anderen wird angewählt, bis der Anruf entgegengenommen wird. So lassen sich im Urlaub auch Anrufe zu Nachbarn programmieren, die vor Ort schnell reagieren können. Alle Anlagen haben mindestens je einen Öffnungs- und Bewegungsmelder als Grundausstattung mit dabei. Abus, Egardia und i-onik haben gleich zwei Bewegungsmelder mit im Lieferumfang dabei. Für die Absicherung sämtlicher Räume im Erdgeschoss eines Hauses reicht das zwar nicht aus, jedoch lassen sich die Systeme jeweils um eine Vielzahl Melder erweitern. Olympia liefert keinen Bewegungsmelder, dafür aber vier Öffnungsmelder in der Grundausstattung mit, weitere kann man kaufen. Insgesamt bieten alle Testkandidaten die Möglichkeit, durch zusätzliche Komponenten auch größere Wohnbereiche abzusichern.

Es empfiehlt sich, Fenster und Türen im Erdgeschoss mit Öffnungsmeldern zu sichern. Die Meldeeinheit gehört dabei fest an den Rahmen und der Magnetkontakt an den Fenster- oder Türflügel. Man achtet darauf, dass beide nur wenige Millimeter Abstand voneinander haben. Die richtige Montage der Komponenten verhindert Fehlalarme. Dringt jemand über ein nicht gesichertes Fenster im Obergeschoss oder im Keller ein, löst ein Bewegungsmelder im Innenbereich den Alarm aus. Man installiert die Melder am besten in 2 bis 2,5 m Höhe. Oft können sie an einem Kugelgelenk beweglich ausgerichtet werden, um bestimmte Bereiche besser zu überwachen. Um einen Fehlalarm durch die Bewegungsmelder zu vermeiden, sollten diese weder in der Nähe von Heizungen noch von Fenstern angebracht werden. Werden Haustiere in dem zu überwachenden Bereich gehalten, ist der Erfassungswinkel des Bewegungsmelders entsprechend einzustellen. Die Alarmsysteme lassen sich optional mit empfehlenswertem Zubehör ergänzen.

Als Abschreckung gegen Einbrecher dient dann zum Beispiel eine installierte sichtbare Außensirene, wie sie bei allen Herstellern außer Pentatech als zusätzliches Feature zu bekommen ist. Rückseitig oder verstecktliegende Fenster und Türen mit Glasfront schützt man über einen Glasbruchmelder. Probiert man die einzelnen Komponenten der Anlage aus und macht sich mit ihr vertraut, lohnt das Stummschalten des Alarms. Lassen Sie sich die Meldung besser nur aufs Handy schicken. Die Innensirenen der Anlage sind sehr laut, und sollten die aufgeschreckten nächsten Mitmenschen die Polizei rufen, kann eine Rechnung für die Einsatzkosten drohen. Solange man mit der neuen Anlage also noch nicht ganz vertraut ist, spart der leise Alarm Kosten und wahrt das gute Verhältnis zur Nachbarschaft.

Alarmanlagen Test

  1. Abus Privest FU 9000Abus Privest FU 9000© Selbermachen

    Abus Privest FU 9000

    **ABUS Privest FU 9000** Preis: 369 Euro **Positiv** Vielfältige Erweiterungsoptionen Sicherheitsfunktion gut Pins und Berechtigungen bis 38 Nutzer Erhöhter Schutz vor Fehlalarm Alarmierung bei Stromausfall Bereich- und Wochenprogramme **Negativ** Installationssoftware nicht im Lieferumfang Keine Alarmweiterleitung per SMS/E-Mail Stromverbrauch Steckernetzteil **Gesamturteil: Gut**
  2. EDEN HA700EDEN HA700© Selbermachen

    EDEN HA700

    **EDEN HA700** Preis: 199 Euro **Positiv** Einfache Inbetriebnahme Sabotageschalter an Zentrale, Meldern Batteriebetrieb: Sicherung von Objektenohne Hausanschluss Alarmsirene sehr laut **Negativ** Fehlalarmrisiko Verwaltung nur an Zentraleinheit möglich Keine Möglichkeit des Reinhörens oder -sprechens. **Gesamturteil: Befriedigend**
  3. EGARDA Basis RM-01EGARDA Basis RM-01© Selbermachen

    EGARDA Basis RM-01

    **EGARDA Basis RM-01** Preis: 299 Euro **Positiv** Konfiguration per SMS und Internet Apps zur Konfiguration und Steuerung Sicherheitsfunktion gut Alarmierung per SMS und E-Mail Vielfältige Erweiterungsoptionen Funkreichweite der Melder **Negativ** Registrierung (Monatsgebühr 8,95€) Fehlalarmrisiko Ohne Sabotageschalter **Gesamturteil: Gut**
  4. I-ONIK HOMETEC WS-200I-ONIK HOMETEC WS-200© Selbermachen

    I-ONIK HOMETEC WS-200

    **I-ONIK HOMETEC WS-200** Preis: 129 Euro **Positiv** Einfache Inbetriebnahme Stromverbrauch der Anlage 0,9 Wh Funkreichweite der Melder Reinhören/Reinsprechen Vielfältige Erweiterungsoptionen **Negativ** Fehlalarmrisiko Konfiguration/Verwaltung der Anlage nur direkt an Zentraleinheit Sabotageschalter nur an Zentrale **Gesamturteil: Befriedigend**
  5. OLYMPIA Protect 9060 OLYMPIA Protect 9060 © Selbermachen

    OLYMPIA Protect 9060

    **OLYMPIA Protect 9060** Preis: 149,90 Euro **Positiv** Einfache Inbetriebnahme Alarmübermittlung per GSM-Netz Reinhören/Reinsprechen Vier Öffnungsmelder in Grundausstattung Rauchmelder **Negativ** Grundausstattung ohne Bewegungsmelder Fehlalarmrisiko Ohne Sabotageschalter **Gesamturteil: Befriedigend**
  6. PENTATECH 3000 Set F4PENTATECH 3000 Set F4© Selbermachen

    PENTATECH 3000 Set F4

    **PENTATECH 3000 Set F4** Preis: 272,51 Euro **Positiv** Sicherheitsfunktion gut Sabotageschalter an Zentrale, Meldern Alarmübermittlung per GSM-Netz Aktivierung per RFID-Schlüssel möglich Apps zur Konfiguration und Steuerung Alarmierung bei Stromausfall **Negativ** Fehlalarmrisiko Alarmsirene leise Funkreichweite der Melder **Gesamturteil: Gut**
  7. VISORTECH XMD-3200.proVISORTECH XMD-3200.pro© Selbermachen

    VISORTECH XMD-3200.pro

    **PENTATECH 3000 Set F4** Preis: 149,90 Euro **Positiv** Einfache Inbetriebnahme Sabotageschalter an Zentrale, Meldern Alarmübermittlung per GSM-Netz Apps zur Konfiguration und Steuerung Verwaltung an Zentrale, per Telefoncode oder SMS **Negativ** Fehlalarmrisiko Konfiguration der Anlage nur per SMS Funkreichweite der Melder **Gesamturteil: Befriedigend**

So haben wir getestet

Die Alarmanlagen wurden in der Originalverpackung beim SELBER MACHEN-Prüflabor PZT angeliefert. Die Ausstattungsmerkmale wurden erfasst und die Handhabung bewertet. Wichtigster Punkt bei den Tests war die Alarmfunktion, sie ging mit 60% in die Gesamtwertung ein. Hierbei wurde als wichtiges Qualitätsmerkmal auf die möglichst große Reichweite zwischen der per Funk kommunizierenden Alarmzentrale und ihren Einzelkomponenten geachtet. Im Reichweitentest steuert der PZT-Experte die Alarmzentralen. Erhält dabei ständigen Sicht- und Telefonkontakt zum Kollegen, der sich mit dem passenden Melder immer weiter entfernt. Des Weiteren wurden die Bewegungsmelder der Anlagen überprüft: einmal im frontalen Anlauf und auch in seitlicher Bewegung aus 10, 5 und 2,5 Meter Entfernung. Bei den weiteren Entfernungen blieb teils die Reaktion aus. Die Anlage von Olympia hatte als einzige keinen Bewegungsmelder im Lieferumfang.

Keine Eventualitäten ausgelassen

  1. Mit Ausnahme der Eden (batteriebetrieben, Netzteil optional) müssen alle Anlagen an das Stromnetz angeschlossen werden. Sie verfügen aber über Backupbatterien, die einen Alarm auslösen, falls einmal der Strom ausfällt.
  2. Welches Bewegungsfeld deckt der Melder ab? Teilnehmer des Testteams näherten sich frontal auf dessen Hauptachse, aber auch 2,5 m und 5m von dieser Achse versetzt.
  3. Bei der Alarmauslösung soll eine laute Alarmsirene Bewohner und Nachbarn aufmerksam machen und den Eindringling vertreiben. Zur Prüfung wurde der Schalldruckpegel in 1m Abstand von der Alarmsirene in einer Akustikkabine gemessen. Die Lautstärken der einzelnen Testkandidaten waren sehr unterschiedlich: Die Sirene von Eden ist mit 107dB (A) sehr laut, die von Pentatech mit erreichten 68dB (A) eher leise.
  4. Wie gut hält die Anlage den Kontakt zwischen Sender und Empfänger ? Ein Prüfingenieur entfernt sich im Freifeldversuch so lange mit dem Melder, bis der Kontakt zur Alarmzentrale abbricht.

Genügt nicht auch ein Flutlicht?

Alte Methoden wie vergitterte Fenster im Erdgeschoss oder schwere Scharniere am Fensterrahmen sind als Gebäudeschutz keine optisch ansprechende Variante. Beim Gartenschuppen mag das noch gehen, doch wer möchte schon das ruhige Wochenende im Ferienhäuschen hinter schwedischen Gardinen verbringen? Ein Flutlicht mit gutem Bewegungsmelder mag Einbrecher abschrecken. Doch oft aktivieren nachtaktive Tiere das Licht und versetzen die Nachbarschaft erst in Sorge, später in Gleichgültigkeit. Letztlich geht es ja um die Sicherung der Innenräume, und dafür eignen sich kompakte Funk-Alarmanlagen besonders gut. Egal, wo das gesicherte Objekt liegt und wie weit man selbst entfernt ist – nach einer Nachricht auf das Handy kann man per Telefon vor Ort gleich alles Notwendige veranlassen und in Bewegung setzen.

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