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Klimageräte

Mobile Klimageräte

Wenn die brütende Sommerhitze keine Gnade kennt, ist Abkühlung heiß ersehnt. Da sind mobile KLIMAGERÄTE eine coole Alternative. Wie schnell sind sie einsatzbereit? Und worauf kommt es an?

 
Klimageräte © Selbermachen
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Mittlerweile sind die Klimaanlagen im Kleinformat auch in hiesigen Breiten keine Exoten mehr, sondern zählen zur üblichen Sommerware in Elektro- oder Baumärkten. Als Monoblockoder Split-Gerät mit Innen- und Außeneinheit schaffen sie ein angenehmes Klima, indem sie die warme Raumluft nicht nur kühlen, sondern gleichzeitig entfeuchten. Ausgelegt für den saisonalen Einsatz, sind die kleinen Kühler dank kompakter Abmessungen flexibel und sofort betriebsbereit – nach dem Motto: „Steckdose genügt.“ Ein verlockender Gedanke, wenn die Quecksilbersäule des Thermometers immer höher klettert.

Die kleine Bildergeschichte zeigt, wie einer loszieht, um sich eine „frische Brise“ ins Haus zu holen: Ein Gerät in Monoblockversion ist im Baumarkt schnell gefunden. Auch der Transport in aufrechter Stellung, wegen des enthaltenen Kältemittels, bereitet weiter keine Probleme. Beim Auspacken geben einige Zubehörteile zunächst Rätsel auf, lassen sich jedoch mit Hilfe der Bedienungsanleitung zuordnen. Dann ist schnell klar, wo der Knackpunkt liegt: Ein Schlauch von beachtlichem Durchmesser muss von drinnen nach draußen geführt werden. Denn: Das Gerät liefert zwar an einem Ende willkommene Abkühlung, am anderen Ende aber entströmt warme und feuchte Abluft, die nach draußen geleitet werden muss. Der Schlauch könnte seinen Weg durch das Fenster nehmen, wobei wieder unerwünschte Außenwärme eindringt. Aber auch die Ableitung via Wanddurchlass ist eine Alternative. Allerdings bedingt das bauliche Maßnahmen, die nicht überall gewünscht oder möglich – und außerdem teuer sind.

Den Aufstellungsort im Raum bestimmt also im Falle der Monoblockversion mehr oder weniger der flexible Abluftschlauch, dessen Länge je nach Hersteller variiert und nicht verändert werden sollte. Zudem gilt: Je länger der Schlauch, desto größer die Wärmeabstrahlung. Beim zweiteiligen Split-Gerät steht es nicht anders, auch hier muss ein Schlauch nach draußen geführt werden. Er transportiert Kältemittel zur Außeneinheit, die ihren Platz auf Balkon, Terrasse oder auch an der Wand hat. Für den Betrieb eines mobilen Klimageräts ist also nicht nur eine erreichbare Steckdose maßgeblich. Welche anderen Faktoren sind bei der Auswahl noch zu beachten?

Leistung, Verbrauch und Lärm

Um den gewünschten Komfort angenehmer Kühle ohne Schwüle zu erreichen, muss die Kühlleistung auf die Raumgröße abgestimmt sein. (Vorsicht: In diesem Zusammenhang werden mal Quadrat- und mal Kubikmeter genannt.) Handelt es sich bei dem zu kühlenden Raum um Ballsaal oder Besenkammer? Auch Bauweise sowie wegen der Sonneneinstrahlung Fenstergröße und -anzahl sind relevant. Hier kommt als entscheidende Kennziffer die Kälteleistung ins Spiel. Sie besagt, wie stark das Gerät einen Raum herunterkühlen kann, und gibt in Watt jene Wärmemenge an, die einem Raum pro Stunde entzogen wird. Bis zu 5000 Watt leisten die mobilen Geräte. Die Ermittlung der erforderlichen Kühlleistung ist wichtig und in diesem Punkt eine Beratung durch Hersteller oder Fachhandel sinnvoll.

Welcher Energieverbrauch steht dieser Leistung gegenüber? Dazu liefert das Energieverbrauchslabel, mit dem die Geräte gekennzeichnet sein müssen, wichtige Daten. Dort ist die von Waschmaschine oder Kühlschrank bekannte Energieeffizienzklasse genannt: Von der besonders sparsamen Klasse A reicht die Abstufung bis G. Auch der auf dem Label angegebene jährliche Energieverbrauch taugt als Richtwert beim Gerätevergleich.

Ein Klimagerät ist mehrere Stunden in Betrieb – und vielleicht gerade im Schlafzimmer. Welche Geräuschentwicklung ergibt sich da? Das Maß für das Laufgeräusch ist der Schalldruckpegel, angegeben in Dezibel [dB (A)]. Es gilt: Je niedriger, desto besser. Bei den Split- Geräten wird der Schalldruckpegel für die beiden Einheiten getrennt genannt, wobei der lautere Teil der Technik (Kompressor) im Außenteil untergebracht ist. Als leise gilt alles unter 25 dB(A) wie beispielsweise Blätterrauschen.

Pflege

Siemens© PRIm laufenden Betrieb erfordern die kleinen Klima-Kisten ein gewisses Maß an Betreuung und Pflege. Weil sie zum Beispiel beim Kühlen die Luft auch entfeuchten und häufig sogar eine separat einstellbare Funktion dafür haben, fällt Kondenswasser an. Es wird entweder in einem Behälter aufgefangen, der regelmäßig entleert werden muss, oder kann per angeschlossener Leitung kontinuierlich abfließen. Bei umfangreich ausgestatteten Geräten wie dem Siemens PA 0840 M, warnt ein akustisches Signal, wenn im Kondenswasserbehälter (Fassungsvermögen: 3 l) ein bestimmten Stand erreicht ist, zusätzlich gibt es eine optische Anzeige.

De’Longhi PAC 70 Öko© PRApropos Wasser: Manche Geräte, wie das De’Longhi PAC 70 Öko, erhöhen ihre Leistung und senken gleichzeitig den Geräuschpegel, indem sie den Kondensator nicht nur mit Luft, sondern zusätzlich mit Wasser kühlen. Dafür sind sie mit einen „Frischwassertank“ ausgestattet, der regelmäßige Füllung verlangt.

Split-Gerät Bosch PAS 0720© PRFilter übernehmen die Reinigung der angesogenen Raumluft und müssen ihrerseits sauber gehalten werden. Manche lassen sich einfach mit Wasser ausspülen, andere müssen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Das Split-Gerät Bosch PAS 0720 zeigt den fälligen Wechsel seines Spezialfilters mit Aktivkohle sogar an.

Ein pfleglicher Umgang sollte schon angesichts eines Anschaffungspreises von 200 bis 1800 Euro selbstverständlich sein. Aber noch maßgeblicher sind vielleicht die hygienischen Gründe – schließlich geht es um die Atemluft.

So funktioniert der Kühlprozess

Der Kühlkreislauf ist bei Klimagerät und Kühlschrank im Prinzip gleich. In einem hermetisch dichten Kreislauf zirkuliert Kältemittel (R 290, R 407C oder R 410A), das heute keine ozon- und klimaschädigenden Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe mehr enthalten darf. Es wechselt ständig zwischen flüssigem und gasförmigem Zustand und wird dabei abwechselnd verdichtet und wieder entspannt.

Das Prinzip im Detail, dargestellt am Beispiel eines in Innen- und Außeneinheit geteilten Split-Geräts: Angesogene warme Raumluft streicht über den Verdampfer (Wärmetauscher), wird dabei abgekühlt und von einem Ventilator wieder in den Raum geblasen. Die aufgenommene Wärme lässt das flüssige Kältemittel verdampfen. Der Kompressor verdichtet es auf hohen Druck und hohe Temperatur. Zugeführte Außenluft kühlt das Heißgas, so dass es sich im Kondensator (Wärmetauscher) wieder verflüssigt. Über ein Drosselventil wird es auf einen niederen Druck gebracht. Es entsteht eine kalte Mischung aus dampfförmigem und flüssigem Kältemittel, das wieder dem Verdampfer zugeführt wird. Dort beginnt der Kreislauf von neuem.

Beim Mono-Blockgerät ist sämtliche Technik in einem Gerät untergebracht. Die feucht-warme Abluft wird über einen Schlauch nach draußen abgeführt.

Die Abluft – Wege nach draußen

Wand-Lösung:

- Die eleganteste, aber auch aufwendigste (und teuerste) Lösung ist die fest installierte Wanddurchführung des Schlauchs mittels Kernbohrung.

Fenster-Lösungen:

- Mit einer speziellen Düse, die den Öffnungsspalt bei herkömmlichen Fenstern schmal hält, bleibt das Gerät mobil. Band und Saugnapf fixieren die Fensterflügel.

- Für Balkontüren oder Fenster mit Schiebemechanismus bietet sich die einklemmbare Leiste mit Düsenausschnitt an, die es als Zubehör gibt. Sie lässt sich aber auch in Eigenbau passend zuschneiden.

- Wer mit einem Rollladen Außenwärme und Licht fernhalten will, muss nicht auf eine Ableitung via Fenster verzichten: Auch hier hilft eine Klemmleiste weiter.

Hier geht es zum Artikel: Hitzeschutz im Sommer

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  1. Richtiges Klimagerät findenRichtiges Klimagerät finden© Selbermachen

    Richtiges Klimagerät finden

    Im Baumarkt gefunden...
  2. Klimagerät verladenKlimagerät verladen© Selbermachen

    Klimagerät verladen

    ...und zügig verladen.
  3. Schlauch-Chaos!?Schlauch-Chaos!?© Selbermachen

    Schlauch-Chaos!?

    Wohin mit dem Schlauch?
  4. Schlauch einsetzenSchlauch einsetzen© Selbermachen

    Schlauch einsetzen

    Am besten durch die Wand...
  5. Aufsatz anbringenAufsatz anbringen© Selbermachen

    Aufsatz anbringen

    ...dann wird’s bald kühler.
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