Spielzeug für Könner: ein Langholztransporter

Spielzeug für Könner: ein Langholztransporter

Wer sich gern einmal an einer kniffligen Holzarbeit versuchen möchte, hat bei diesem Spielzeug die Gelegenheit: einem Last­wagen der Extraklasse.

 
Ein außergewöhnliches und robustes Spielzeug, dass einiges an handwerklichem Geschick erfordert. © Selbermachen
Ein außergewöhnliches und robustes Spielzeug, dass einiges an handwerklichem Geschick erfordert.

Im Möbelbau kommen häufig größere, nicht selten kostspielige Werkzeuge und Elektrogeräte zum Einsatz. Anders bei Spielzeug: Je kleiner das Bauwerk, desto bescheidener mitunter der Werkzeugbedarf – wie bei die­sem Lastwagen, für den im wesent­­lichen Bohrmaschine, Bohrständer und einige Schleifvorsätze zum Einsatz kommen.

Der Rest sind Fingerspitzengefühl und wenige Stücke massiven Kiefernholzes – Materialbedarf, den schon die Reste­kiste deckt. Er wird aus den Abmessungen der Zeichnung auf der folgenden Seite entnommen.

Stücke von 3 und 1,8 sowie 1 cm Stärke werden gebraucht, einzelne Teile von Kiefernleisten, dazu Stücke von 0,5 cm dickem Sperr­holz sowie Rundstäbe verschiedener Durchmesser. Holzkugeln, Ösen, Kett­chen und Unter­leg­scheiben bekommt man im Bastelladen.

Karosserie, Chassis, Achsgeometrie – wie bei den echten Vorbildern

Ganz wichtig für den Langholztransporter, der ja auch schwieriges Gelände meistern soll, sind seine breiten Reifen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie herzustellen. Wer eine Drechselbank besitzt, hat es leicht.

Sehr gut geht das „Auswuchten“ aber auch mit der Lochsäge, die man allerdings bei der Dicke des Materials, für das auch zwei Bretter zusammengeleimt werden können, von beiden Seiten ansetzen muss. Vorher werden mit dem 30-mm-Forstnerbohrer die Felgenvertiefungen gebohrt.

Außerdem muss das ganze Material mit einem normalen Bohrer, nicht größer als 8 mm, durchbohrt werden, um die Ansatzpunkte für die Lochsäge auf der Rückseite zu erstellen.

Später, nach dem Auswuchten, werden die Bohrungen in Radmitte auf 10 mm vergrößert, damit die Achsen hineinpassen. Für alle diese Arbeiten wird der Bohrständer benutzt. Achsen und Räder werden fest verleimt.

Die rot lackierten Scheiben und Schrauben in den Felgen dienen der Verzierung. Sie drehen sich mit. Für die guten Fahreigenschaften im Gelände ist außer den breiten Reifen auch die Achsenaufhängung verantwortlich.

Nur bei extremen Unebenheiten verliert mal ein Rad den Bodenkontakt, da die Achsen in ihren Lagern nach oben und unten pendeln können. Die einfache Erklärung: Die Nuten, die die Achsen aufnehmen, sind tiefer als der Achsdurchmesser.

Beweglich muss auch der vordere Träger der Zugmaschine sein, damit die Ladung in den Kurven nicht eingeklemmt wird. Beladen schwenkt er mit dem Anhänger.

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Länge über alles: mehr als 55 Zentimeter. Auch mit seinen Fahreigenschaften und dem hohen Spielwert ist der Langholztransporter der Größte im Kinderzimmerfuhrpark. Damit er sich wirklichkeitsnah bewegen, beladen und lenken lässt, muss sorgfältig konstruiert und gefertigt werden.

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Das Fahrerhaus samt Kotflügeln wird aus 1,8 und 1 cm dicken Holzabschnitten zusammengesetzt. Die Rundungen sauber ausschleifen.

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Das Gitter hinterm Fahrerhaus aus Lei­st­chen und 0,6 cm starken Dübelstäben zusammenleimen, und wie das Fahrerhaus, lackieren.

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Die Räder werden mit der Lochsäge aus einem dicken oder zwei aneinandergeleimten Brettern gesägt. Zuvor die Felgenlöcher bohren.

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Zum Auswuchten, also zum Rundschleifen der Räder, wird eine M8-Schloß­schrau­be durchgesteckt und ins Bohrfutter gespannt.

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Die Kugellager für die Achsen werden sorgfältig präpariert: in den Schraubstock spannen, schrittweise im Bohrständer aufbohren.

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Die Dübelachsen kommen in trapezförmige Radlager mit Nut und Sperrholzabdeckung. Die Achsen sitzen stramm in den Rädern.

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Das Fahrgestell wird mit den Tanks vollendet. Jetzt werden Fahrerhaus und Dreh­sche­mel aufgesetzt. Die Drehachse: ein Dübelstummel.

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Die Anhängerkupplung am Heck ist so ausge­formt, dass sich die Deichsel bewegen kann. Ein Kettchen hält die Lkw-Teile zusammen.


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Genau Maß nehmen ist das A und O des Lkws. Das Explosions­schema hilft auch bei der Endmontage.

TEXT:Ulrich Weiß; Detlef Wittkuhn; FOTO: Selbermachen Media
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